Prosecco ist Italiens beliebtester Schaumwein aus der Glera-Traube, hergestellt nach der Charmat-Methode. Erfahre alles über Herstellung, Stile, Qualitätsstufen und Genuss.
Von Robert Kozinski · Co-Founder & Sommelier25. Juni 2026Prosecco ist Italiens beliebtester und meistverkaufter Schaumwein. Er wird überwiegend aus der weißen Rebsorte Glera gekeltert und stammt aus dem Nordosten Italiens – vor allem aus den Regionen Veneto und Friaul-Julisch Venetien. Das Herzstück bildet die hügelige Landschaft zwischen den Städten Conegliano und Valdobbiadene, deren Steillagen heute den prestigeträchtigen Veneto-Schaumwein hervorbringen.
Anders als Champagner, Cava oder Crémant entsteht Prosecco nicht durch die aufwendige Flaschengärung, sondern durch die schnellere und kostengünstigere Tank-Methode. Genau das macht ihn so frisch, fruchtig und unkompliziert – und zum Inbegriff des unbeschwerten italienischen Aperitifs.
Prosecco ist eine geschützte Ursprungsbezeichnung mit einer klaren Hierarchie:
Die Bezeichnung "Superiore" und das Kürzel DOCG signalisieren also höhere Qualität und engere Herkunft als das breitere DOC.
Prosecco wird nach der Charmat-Methode hergestellt, in Italien auch nach ihrem Erfinder Martinotti-Methode genannt. Der entscheidende Unterschied zur Flaschengärung: Die zweite Gärung findet nicht in der Flasche, sondern in großen, druckfesten Edelstahltanks (Autoklaven) statt. Mehr Details dazu liefert der Eintrag zur Charmat-Methode.
Der Ablauf in Kürze:
Weil der Wein nur kurz und ohne lange Hefelagerung im Tank verweilt, bleiben die primären Frucht- und Blütenaromen der Glera-Traube erhalten. Genau das ist das Ziel: Prosecco soll frisch und aromatisch schmecken, nicht brotig und komplex wie ein Wein aus der Flaschengärung. Zugleich ist die Tank-Methode deutlich schneller und kostengünstiger als die Flaschengärung – ein Grund, warum Prosecco meist erschwinglicher ist als Champagner, Cava oder Crémant.
Prosecco ist leicht, frisch und ausgesprochen aromatisch. Typisch sind:
Im Gegensatz zu Champagner fehlen die hefigen, nussigen oder toastigen Töne fast vollständig. Prosecco lebt von seiner unmittelbaren, fruchtigen Frische und ist deshalb so zugänglich.
Prosecco gibt es in drei Druckstufen, die sich im Sprudel deutlich unterscheiden:
Der überwiegende Teil des im Handel erhältlichen Prosecco ist Spumante oder Frizzante.
Bei den Süßegraden hat Prosecco eine Besonderheit, die oft für Verwirrung sorgt. Die Begriffe entsprechen den international üblichen Schaumwein-Bezeichnungen, doch ausgerechnet "Dry" ist beim Prosecco nicht trocken, sondern einer der süßeren Stile:
| Bezeichnung | Restzucker | Charakter |
|---|---|---|
| Brut Nature / Extra Brut | 0–6 g/l | sehr trocken, knochentrocken |
| Brut | 0–12 g/l | trocken, zunehmend beliebt |
| Extra Dry | 12–17 g/l | leicht spürbare Süße – der klassische Prosecco-Stil |
| Dry | 17–32 g/l | deutlich süßer (trotz des Namens!) |
| Demi-Sec | 32–50 g/l | süß |
Der traditionelle und immer noch häufigste Stil ist Extra Dry mit einer dezenten Restsüße. Wer es wirklich trocken mag, greift zu Brut.
Beide sind Schaumweine, könnten aber unterschiedlicher kaum sein:
Prosecco:
Champagner:
Der Unterschied liegt also nicht nur in der Herkunft, sondern vor allem in der Methode und im daraus resultierenden Aromaprofil. Wer den fruchtigen, unbeschwerten Stil sucht, ist beim Prosecco richtig; wer Komplexität und Reifearomen will, beim Champagner.
Serviertemperatur: 6–8 °C Prosecco gehört gut gekühlt ins Glas. Zu kalt (unter 5 °C) werden die feinen Frucht- und Blütenaromen unterdrückt; zu warm (über 10 °C) wirkt der Wein plump und verliert seine erfrischende Spritzigkeit.
Glas: Ein tulpenförmiges Schaumweinglas ist ideal, da es die Aromen bündelt und die Perlage erhält. Schmale Flöten betonen vor allem die Bläschen, breite Schalen lassen die Kohlensäure zu schnell entweichen.
Prosecco ist der italienische Aperitif schlechthin und Basis zweier Klassiker:
Pur entfaltet Prosecco seinen Charme zu:
Dank seiner lebendigen Säure und feinen Perlage ist Prosecco ein wunderbar unkomplizierter Begleiter – am besten jung getrunken, solange seine fruchtige Frische ihren Höhepunkt hat. Anders als die meisten flaschenvergorenen Schaumweine ist Prosecco nicht auf lange Lagerung ausgelegt: Eine geöffnete Flasche sollte innerhalb von ein bis zwei Tagen geleert werden, und auch ungeöffnet entfaltet er sein Bestes in den ersten ein bis zwei Jahren nach dem Kauf.
Prosecco entsteht durch die Charmat-Methode mit zweiter Gärung im Drucktank und schmeckt frisch, fruchtig und blumig. Champagner reift dagegen nach der Flaschengärung lange auf der Hefe und entwickelt brotige Brioche- und Toastnoten. Prosecco ist meist leichter, zugänglicher und deutlich günstiger.
Prosecco wird überwiegend aus der weißen Rebsorte Glera hergestellt, mindestens 85 Prozent müssen es sein. Sie bringt die typischen Aromen von grünem Apfel, Birne und weißen Blüten.
Verwirrenderweise ist Dry bei Prosecco nicht trocken, sondern eine der süßeren Stufen mit 17 bis 32 Gramm Restzucker pro Liter. Wirklich trocken sind Brut und Extra Brut, dazwischen liegt Extra Dry.
Gut gekühlt bei 6 bis 8 °C, idealerweise in einem tulpenförmigen Glas. Zu kalt unterdrückt die Aromen, zu warm wirkt der Wein plump und verliert seine Frische.
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