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Zeni 1870 – Familienweingut aus Bardolino am Gardasee

Robert KozinskiVon Robert Kozinski
22. Juli 2026
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Zeni 1870 in Bardolino: Familienweingut in fünfter Generation mit Bardolino, Amarone und Lugana, eigenem Weinmuseum am Gardasee. Geschichte, Stil und Steckbrief.

Das Wichtigste in Kürze

  • 1Historisches Familienweingut auf den Moränenhügeln von Bardolino am Ostufer des Gardasees, seit 1870 im Weinbau.
  • 2Heute in fünfter Generation geführt von Fausto, Elena und Federica Zeni.
  • 3Zwei Betriebsstätten: Bardolino am See und Fumane im klassischen Valpolicella für Appassimento und Amarone.
  • 4Breites Sortiment aus Bardolino, Chiaretto, Valpolicella Ripasso, Amarone, Lugana und Custoza.
  • 51991 gründete Nino Zeni das erste Weinmuseum am Ostufer des Gardasees – heute ein Publikumsmagnet.

Steckbrief

Region
Veneto – Bardolino am Gardasee (Provinz Verona), Italien
Gegründet
Familie seit rund 1800 in Bardolino ansässig, Weinbau seit 1870
Inhaber / Winzer
Familie Zeni in fünfter Generation – Fausto (Önologe), Elena und Federica Zeni
Rebfläche
rund 60 Hektar eigene und gepachtete Flächen in Bardolino und im Valpolicella
Leitrebsorten
Corvina, Rondinella, Molinara, Turbiana (Lugana), Garganega
Weinstile
leichte Rotweine, Chiaretto-Rosé, frische Weißweine, Ripasso und Amarone
Klassifikation
DOC Bardolino, Lugana, Custoza, Valpolicella Ripasso; DOCG Bardolino Superiore und Amarone della Valpolicella
Besonderheit
eigenes Weinmuseum in Bardolino, 1991 eröffnet und 2018 neu gestaltet

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Zusammenfassung

Zeni 1870 ist eines der bekanntesten Familienweingüter am Gardasee. Der Stammsitz liegt in Bardolino auf den Moränenhügeln des Ostufers, ein zweiter Betrieb im klassischen Valpolicella bei Fumane. Damit deckt das Haus fast das gesamte Weinspektrum der Provinz Verona ab: von leichtem, saftigem Bardolino und rosafarbenem Chiaretto über frischen Lugana und Custoza bis zu Valpolicella Ripasso, Recioto und Amarone. Geführt wird das Gut heute in fünfter Generation von Fausto, Elena und Federica Zeni. Über die Weine hinaus ist Zeni für sein Weinmuseum bekannt, das Nino Zeni 1991 als erstes seiner Art am Ostufer des Sees eröffnete.

Geschichte

Die Familie Zeni kam um 1800 nach Bardolino. Der Überlieferung nach war Bartolomeo Zeni Fuhrmann und brachte Lebensmittel aus der Region in die Dörfer am nordöstlichen Gardaseeufer bis in die Lombardei. Aus diesem Handel heraus wuchs das Interesse am Wein: Ab 1870 widmete sich die Familie auf den Moränenhügeln rund um Bardolino dem eigenen Weinbau – jenes Jahr trägt das Haus bis heute im Namen.

Prägend für das 20. Jahrhundert war Nino Zeni, der den Betrieb ausbaute, das Sortiment über Bardolino hinaus erweiterte und Wein früh als Kulturgut verstand. 1991 eröffnete er in den Kellergewölben in Bardolino das erste Weinmuseum am Ostufer des Gardasees – ein für die damalige Zeit ungewöhnlicher Schritt, der das Gut weit über die Region hinaus bekannt machte. 2018 wurde das Museum grundlegend erneuert.

Heute leitet die fünfte Generation das Haus: Fausto Zeni als Önologe und Agronom verantwortet Weinberge und Keller, seine Schwestern Elena und Federica kümmern sich um Export und Vertrieb beziehungsweise um Weintourismus und Gästebetreuung. 2020 feierte das Gut sein 150-jähriges Bestehen.

Lage & Terroir

Bardolino liegt am Ostufer des Gardasees in der Provinz Verona. Prägend sind die Moränenhügel, die die Gletscher der Eiszeit hier hinterlassen haben: kiesige, sandig-lehmige, gut durchlüftete Böden mit vielen Steinen, die tagsüber Wärme speichern. Der See selbst wirkt als riesiger Wärmespeicher und sorgt für ein fast mediterranes Mikroklima mit milden Wintern, konstanten Winden und großen Tag-Nacht-Unterschieden. Genau diese Kombination gibt den Weinen von Bardolino ihre Leichtigkeit, ihre klare Frucht und ihre lebendige Säure – hier entstehen keine schweren, sondern trinkfreudige Rotweine.

Ganz anders der zweite Standort in Fumane im Valpolicella Classica: kalkreiche Hügel, kühle Täler, deutlich strukturiertere Weine. Dort steht auch der Trocknungsboden für die Appassimento-Trauben, aus denen Recioto und Amarone entstehen. Weißweine kommen zudem vom Südufer des Sees, wo die Lugana-Zone mit ihren tonig-mineralischen Böden die Turbiana-Traube trägt, sowie aus dem Custoza-Gebiet südöstlich von Bardolino.

Stil & Philosophie

Zeni versteht sich als Bewahrer der klassischen Weine Veronas – aber mit modernem Handwerk. Im Weinberg stehen Bodenpflege, reduzierte Erträge und eine sorgfältige Selektion im Vordergrund, im Keller temperaturkontrollierte Gärung, sauberes Arbeiten und ein zurückhaltender Holzeinsatz. Die Weine sollen ihre Herkunft zeigen, nicht das Fass.

Charakteristisch ist die stilistische Bandbreite: Auf der einen Seite die leichten, frischen Gardasee-Weine – Bardolino mit rund 12 % Vol., Chiaretto-Rosé, Lugana und Custoza –, auf der anderen Seite die kraftvollen Appassimento-Weine aus dem Valpolicella. Beides eint das Bekenntnis zu Trinkfluss und Speisenbegleitung: Selbst die großen Weine bleiben bei Zeni auf Balance und Eleganz ausgerichtet und meiden die Marmeladigkeit, in die Amarone gelegentlich abgleitet.

Ein dritter Baustein der Philosophie ist die Vermittlung: Museum, Vinothek, Führungen durch die Weinberge und Kellerbesichtigungen machen das Gut zu einer der meistbesuchten Weinadressen am Gardasee.

Bekannte Lagen & Weine

Das Sortiment ist in Linien gegliedert, die den Qualitätsaufbau des Guts abbilden:

  • Vigne Alte – die in den 1980er-Jahren begonnene Selektion aus höher gelegenen Weinbergen, das erste konsequente Qualitätsprojekt des Hauses; unter anderem als Lugana und als Valpolicella
  • Marogne – benannt nach den typischen Trockenmauern der Region; die Selektionslinie für Amarone und Valpolicella Ripasso
  • Bardolino Classico und Bardolino Chiaretto – die Klassiker vom Ostufer aus Corvina, Rondinella und Molinara
  • Amarone della Valpolicella Classico – aus getrockneten Trauben aus Fumane, das kraftvolle Aushängeschild
  • Costalago Rosso Veronese – ein Appassimento-geprägter Rotwein außerhalb der klassischen DOC-Kategorien
  • Lugana und Bianco di Custoza – die Weißweine rund um den See

Auszeichnungen

Zeni 1870 gehört seit Jahrzehnten zu den festen Größen in den italienischen Weinführern und ist regelmäßig in den einschlägigen Verkostungen zu Bardolino, Valpolicella und Lugana vertreten; Amarone und die Selektionen der Linien Marogne und Vigne Alte sammeln dabei konstant gute bis sehr gute Bewertungen. Mindestens ebenso viel Aufmerksamkeit bringt dem Haus jedoch sein Weinmuseum ein, das jedes Jahr eine sehr hohe Zahl an Besucherinnen und Besuchern anzieht und Zeni zu einem der bekanntesten Namen des Weintourismus am Gardasee gemacht hat. 2020 beging die Familie mit einem eigenen Buchprojekt das 150-jährige Jubiläum des Weinguts.

Häufige Fragen

Wofür ist das Weingut Zeni 1870 bekannt?

Zeni 1870 steht für die klassischen Weine der Provinz Verona: frischer Bardolino und Chiaretto von den Moränenhügeln am Gardasee, dazu Valpolicella Ripasso und Amarone aus dem zweiten Betrieb in Fumane. Bekannt ist das Haus außerdem für sein Weinmuseum in Bardolino, das die Geschichte des Weinbaus rund um den See erzählt.

Wo liegt das Weingut Zeni?

Der Stammsitz liegt in Bardolino am östlichen Ufer des Gardasees, in der Provinz Verona im Veneto. Ein zweiter Betrieb steht in Fumane im Herzen der Valpolicella Classica, rund 30 Kilometer östlich, wo die Trauben für Amarone und Recioto getrocknet werden.

Welche Weine sollte man von Zeni probieren?

Ein guter Einstieg sind der Bardolino Classico und der rosafarbene Chiaretto – leicht, saftig und ideal zum Essen. Wer es kräftiger mag, greift zum Valpolicella Ripasso oder zum Amarone; beim Weißwein lohnt der Lugana aus der Turbiana-Traube vom Südufer des Gardasees.

Kann man das Weingut Zeni besuchen?

Ja. In Bardolino gehören Weinmuseum, Vinothek und Verkostungen zum Betrieb; das 1991 eröffnete und 2018 renovierte Museum ist ganzjährig zugänglich. Zusätzlich bietet das Gut geführte Touren durch die Weinberge und Kellerbesichtigungen an.

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