Weingüter

Cantina Zenato – Lugana-Pionier und Amarone-Größe vom Gardasee

Robert KozinskiVon Robert Kozinski
19. Juli 2026
zenatovenetienlugana

Cantina Zenato am Südufer des Gardasees: Pionier des Lugana, dazu Amarone und Ripassa aus dem Valpolicella. Geschichte, Stil, Steckbrief und Weine im Porträt.

Das Wichtigste in Kürze

  • 1Familienbetrieb am Südufer des Gardasees – 1960 von Sergio Zenato gegründet, heute in zweiter Generation geführt.
  • 2Pionier der Rebsorte Trebbiano di Lugana: Sergio Zenato hat den Lugana überhaupt erst zum ernstzunehmenden Weißwein gemacht.
  • 3Rund 95 Hektar auf zwei Gütern – Tenuta Santa Cristina in der Lugana und das Gut Costalunga im Valpolicella Classico.
  • 4Zwei Welten in einem Haus: frischer Lugana am See und wuchtiger Amarone und Ripassa aus dem Valpolicella.
  • 5Die Riserva-Weine „Sergio Zenato“ bei Lugana und Amarone wurden international mehrfach prämiert, unter anderem vom Decanter.

Steckbrief

Region
Venetien – San Benedetto di Lugana bei Peschiera del Garda, Italien
Gegründet
1960 von Sergio Zenato (mit Ehefrau Carla)
Inhaber / Winzer
Familie Zenato in zweiter Generation – Alberto Zenato (Keller) und Nadia Zenato (Vertrieb)
Rebfläche
rund 95 Hektar auf zwei Gütern (Tenuta Santa Cristina und Costalunga)
Leitrebsorten
Trebbiano di Lugana (weiß); Corvina, Corvinone, Rondinella, Oseleta (rot)
Weinstile
Lugana; Valpolicella, Valpolicella Ripasso und Amarone
Klassifikation
Lugana DOC, Valpolicella Ripasso DOC, Amarone della Valpolicella DOCG
Besonderheit
Pionierbetrieb für Trebbiano di Lugana am Gardasee

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Zusammenfassung

Die Cantina Zenato am Südufer des Gardasees ist eines jener Familienweingüter, die eine ganze Appellation geprägt haben. Was 1960 als kleiner Betrieb von Sergio Zenato und seiner Frau Carla begann, ist heute ein Name, der für zwei sehr unterschiedliche Weinwelten steht: frischen, mineralischen Lugana aus der Rebsorte Trebbiano di Lugana auf der einen Seite – und wuchtige, langlebige Rotweine wie Amarone und Ripassa aus dem Valpolicella auf der anderen. Sergio Zenato gilt als einer der Pioniere des Lugana; er nahm die lange unterschätzte Rebsorte ernst, als kaum jemand daran glaubte. Geführt wird das Gut heute in zweiter Generation von seinen Kindern Alberto und Nadia Zenato.

Geschichte

Die Geschichte des Guts beginnt 1960, als Sergio Zenato gemeinsam mit seiner Frau Carla in San Benedetto di Lugana ein eigenes Weingut gründete. Das war zu einer Zeit, in der der Lugana alles andere als ein angesehener Wein war – die einheimische Rebsorte Trebbiano di Lugana galt vielen als Massenträger. Sergio Zenato sah das anders. Er setzte auf niedrigere Erträge, sauberes Arbeiten im Keller und den Ausbau ernstzunehmender, lagerfähiger Weißweine. Damit wurde er zu einem der prägenden Wegbereiter der ganzen Appellation.

Nicht weniger ehrgeizig ging Sergio das benachbarte Valpolicella an, wo er sich Rebflächen für die großen Rotweine der Region sicherte. Über die Jahrzehnte wuchs aus dem kleinen Betrieb ein Haus mit zwei Standbeinen. Heute führen seine Kinder das Werk weiter: Alberto Zenato verantwortet Weinberg und Keller, Nadia Zenato kümmert sich um Vertrieb und Vermarktung. Die zweite Generation hält am Stil des Vaters fest – und die Spitzenweine tragen bis heute seinen Namen.

Lage & Terroir

Zenato bewirtschaftet rund 95 Hektar auf zwei getrennten Gütern, die kaum unterschiedlicher sein könnten. Das erste ist die Tenuta Santa Cristina in San Benedetto di Lugana, direkt im Herzen des Lugana-Gebiets am Südufer des Gardasees. Rund 40 Hektar sind hier mit Trebbiano di Lugana bestockt. Die Böden sind schwer, kalkhaltig und lehmig – sie geben dem Lugana seinen Körper, seine Struktur und das mineralische Rückgrat, das ihn von leichteren Seeweinen unterscheidet. Der Gardasee wirkt dabei als klimatischer Puffer und mildert Temperaturschwankungen.

Das zweite Gut, Costalunga, liegt im Valpolicella Classico bei Sant'Ambrogio, im hügeligen Hinterland zwischen Gardasee und Verona. Hier wachsen auf kalk- und tuffhaltigen Hangböden die roten Sorten der Region. Die Höhenlage und die kühleren Nächte sorgen für aromatische Reife und die nötige Frische in den Rotweinen – die Grundlage für Weine, die auch nach dem Trocknungsprozess ihre Balance behalten.

Stil & Philosophie

Die stilistische Klammer bei Zenato heißt: authentische, gebietstypische Weine, die ihre Herkunft schmecken lassen. Beim Lugana bedeutet das reintönige, präzise Weißweine mit Zitrusfrucht, Kräuterwürze und salziger Mineralität. In der Spitze zeigt der Lugana Riserva „Sergio Zenato“, dass die Rebsorte durchaus Reife und Tiefe verträgt – ein Wein, der auch nach Jahren noch zulegt.

Bei den Rotweinen aus dem Valpolicella arbeitet Zenato mit der klassischen Technik des Antrocknens (Appassimento). Für den Amarone trocknen die Trauben monatelang, bevor sie trocken ausgebaut werden – das Ergebnis ist ein dichter, wärmender Wein mit Noten von Dörrfrucht, Schokolade und Gewürzen. Der „Ripassa“ wiederum wird als Valpolicella auf den Trestern des Amarone erneut vergoren und gewinnt so an Körper, ohne die Trinkfreude zu verlieren. Zwischen der Frische am See und der Wucht aus dem Valpolicella spannt sich so ein ungewöhnlich breites Sortiment.

Bekannte Lagen & Weine

Das Sortiment gliedert sich klar nach den beiden Gütern. Zu den wichtigsten Weinen zählen:

  • Lugana – der klassische, frische Weißwein aus Trebbiano di Lugana
  • Lugana Riserva „Sergio Zenato“ – die gereifte, dichtere Spitze des Weißwein-Programms
  • Valpolicella und Valpolicella Superiore aus dem Gut Costalunga
  • „Ripassa“ Valpolicella Ripasso Superiore – das vielleicht bekannteste Aushängeschild des Hauses
  • Amarone della Valpolicella Classico und die Riserva „Sergio Zenato“

Vor allem der Ripassa und die beiden nach dem Gründer benannten Riserva-Weine haben den internationalen Ruf des Guts begründet.

Auszeichnungen

Zenato zählt seit Jahrzehnten zu den verlässlichen Namen aus Venetien und wird regelmäßig in den führenden internationalen Verkostungen und Weinführern gelistet. Besonders die Riserva-Weine „Sergio Zenato“ – sowohl der Lugana als auch der Amarone – wurden mehrfach ausgezeichnet, unter anderem vom Decanter. So steht der Familienname heute für beides: für die Wiederentdeckung des Lugana am Gardasee und für kraftvolle Amarone-Klasse aus dem Valpolicella.

Häufige Fragen

Wofür ist Cantina Zenato bekannt?

Zenato gilt als einer der wichtigsten Erzeuger am Gardasee und in Venetien. Berühmt wurde das Gut zunächst für den Lugana aus Trebbiano di Lugana, den Gründer Sergio Zenato früh ernst nahm und stilbildend prägte. Parallel steht der Name für kraftvolle Rotweine aus dem Valpolicella – vor allem für Amarone und den Valpolicella Ripasso „Ripassa“.

Wo liegt das Weingut Zenato?

Der Stammsitz ist in San Benedetto di Lugana bei Peschiera del Garda am Südufer des Gardasees, in der Region Venetien. Die Reben verteilen sich auf zwei Güter: die Tenuta Santa Cristina in der Lugana und das Gut Costalunga im Valpolicella Classico bei Sant'Ambrogio.

Was ist der Unterschied zwischen Ripasso und Amarone?

Beide stammen aus dem Valpolicella und nutzen angetrocknete Trauben. Für den Amarone werden die Trauben monatelang getrocknet und dann trocken ausgebaut – ein dichter, hochprozentiger Wein. Beim Ripasso wie Zenatos „Ripassa“ wird ein normaler Valpolicella auf den Trestern des Amarone erneut vergoren und gewinnt dadurch Körper und Tiefe.

Welche Rebsorten verwendet Zenato?

Beim Weißwein ist es vor allem Trebbiano di Lugana. Bei den Rotweinen aus dem Valpolicella kommen die klassischen Sorten Corvina, Corvinone und Rondinella zum Einsatz, ergänzt durch die alte einheimische Sorte Oseleta.

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