Weingüter

Staatsweingut Meersburg – Deutschlands ältestes Staatsweingut am Bodensee

Robert KozinskiVon Robert Kozinski
19. Juli 2026
staatsweingut meersburgbadenspätburgunder

Staatsweingut Meersburg am Bodensee: Deutschlands ältestes Staatsweingut mit rund 60 Hektar, Spätburgunder und Burgundern. Geschichte, Lagen, Stil und Steckbrief im Porträt.

Das Wichtigste in Kürze

  • 1Gilt als ältestes Staatsweingut Deutschlands – Weinbau in Meersburg ist urkundlich seit 1324 belegt.
  • 2Rund 60 Hektar Rebfläche, verteilt auf drei Standorte am Bodensee, am Hohentwiel und in Gailingen am Hochrhein.
  • 3Träger ist das Land Baden-Württemberg – aus der ersten staatlichen Weinbaudomäne Deutschlands hervorgegangen.
  • 4Leitrebsorten sind Spätburgunder und die Burgunderfamilie, dazu Riesling, Chardonnay und Traminer.
  • 5Der Weinberg am Hohentwiel gilt als höchstgelegener Weinberg Deutschlands – Vulkanboden, Südhang.

Steckbrief

Region
Baden – Bereich Bodensee, Meersburg, Deutschland
Gegründet
Weinbau urkundlich seit 1324; staatlich seit 1802/1803, Name „Staatsweingut Meersburg" seit 1919
Inhaber / Winzer
Land Baden-Württemberg (staatlicher Betrieb)
Rebfläche
rund 60 Hektar auf drei Standorten (Bodensee, Hohentwiel, Gailingen)
Leitrebsorten
Spätburgunder, Müller-Thurgau, Weißburgunder, Grauburgunder, Riesling, Chardonnay, Traminer
Weinstile
Trockene Weiß- und Burgunderweine, Spätburgunder-Rotweine, Weißherbst/Rosé
Klassifikation
kein VDP; staatlicher Betrieb, nachhaltig zertifiziert
Besonderheit
Ältestes Staatsweingut Deutschlands; Weinberg am Hohentwiel als höchstgelegener Weinberg des Landes

Entdecke Weine von Staatsweingut Meersburg – Deutschlands ältestes Staatsweingut am Bodensee in der Grape Guru App.

Jetzt kostenlos scannen

Zusammenfassung

Das Staatsweingut Meersburg am Bodensee gilt als das älteste Staatsweingut Deutschlands – und ist zugleich eine der prägenden Adressen für Wein aus dem badischen Bereich Bodensee. Auf rund 60 Hektar, verteilt auf drei sehr unterschiedliche Standorte, entstehen trockene Weiß- und Burgunderweine, elegante Spätburgunder und der klassische Weißherbst. Träger des Guts ist das Land Baden-Württemberg; die Wurzeln reichen bis ins Jahr 1324 zurück. Was den Betrieb besonders macht, ist diese Mischung aus jahrhundertealter Tradition, spektakulären Steillagen und einem klaren Bekenntnis zu nachhaltiger Bewirtschaftung – vom sonnenverwöhnten Bodenseeufer bis zum höchstgelegenen Weinberg Deutschlands am Hohentwiel.

Geschichte

Die Geschichte des Weinbaus in Meersburg reicht weit ins Mittelalter zurück: Urkundlich ist er hier seit 1324 belegt. Über Jahrhunderte prägten geistliche Grundherren die Weinberge über dem Bodensee. Die entscheidende Wende kam mit der Säkularisation um 1802/1803, als der Klosterbesitz an das Großherzogtum Baden fiel. Damit entstand die erste staatliche Weinbaudomäne Deutschlands – der Kern dessen, was heute das Staatsweingut ist.

Seinen heutigen Namen trägt der Betrieb seit 1919. Über die Jahrzehnte wurde aus der historischen Domäne ein moderner Weinbaubetrieb, der die alte Tradition mit zeitgemäßer Kellertechnik verbindet. Dass ein Bundesland bis heute ein eigenes Weingut betreibt, ist selten – und macht Meersburg zu einem lebendigen Stück deutscher Weinbaugeschichte, das sich bis in die Klosterzeit zurückverfolgen lässt.

Lage & Terroir

Die rund 60 Hektar Rebfläche verteilen sich auf drei Standorte mit ganz eigenem Charakter. Der größte Teil – rund 46 Hektar – liegt direkt am Bodensee rund um Meersburg. Hier sorgt der See als riesiger Wärmespeicher für ein mildes, ausgleichendes Klima: Er dämpft Spätfröste im Frühjahr und gibt im Herbst die gespeicherte Wärme wieder ab, was den Trauben eine lange, gleichmäßige Reife beschert.

Ganz anders der zweite Standort: rund 6 Hektar am Hohentwiel bei Singen, einem erloschenen Vulkan im Hegau. Der Weinberg auf dem Vulkanboden an einem steilen Südhang gilt als höchstgelegener Weinberg Deutschlands – ein Extremstandort, der besonders mineralische, spannungsreiche Weine hervorbringt. Dazu kommen rund 10 Hektar in Gailingen am Hochrhein. Diese Vielfalt an Böden, Höhenlagen und Kleinklimata ist das Kapital des Guts: Sie erlaubt es, aus jedem Standort einen eigenen Charakter herauszuarbeiten.

Stil & Philosophie

Stilistisch steht das Staatsweingut Meersburg für trockene, klar gezeichnete Weine. Im Mittelpunkt stehen die Burgundersorten: Weißburgunder und Grauburgunder ergeben füllige, aber elegante Weißweine, während der Spätburgunder zu feinen, eher schlanken Rotweinen und zum traditionellen Weißherbst – einem Rosé aus Spätburgunder – verarbeitet wird. Dazu kommen frische Müller-Thurgau, mineralischer Riesling, moderner Chardonnay und der würzige Traminer.

Als staatlicher Betrieb versteht sich das Gut auch als Vorbild für nachhaltige Bewirtschaftung – der Betrieb ist entsprechend zertifiziert. Mit rund 30 Mitarbeitern verbindet es die Pflege der oft steilen, aufwendig zu bewirtschaftenden Lagen mit moderner, präziser Kellerarbeit. Das Ziel: Weine, die ihre Herkunft am Bodensee unverfälscht widerspiegeln.

Bekannte Lagen & Weine

Das Herzstück sind die Lagen rund um Meersburg und am Hohentwiel. Zu den belegten Lagen des Guts zählen:

  • Meersburger Chorherrnhalde – Heimat kräftiger Weißburgunder und Chardonnay
  • Meersburger Rieschen – vielseitig bepflanzt mit Riesling, Traminer, Grau- und Spätburgunder
  • Meersburger Jungfernstieg – klassische Bodensee-Lage über dem Seeufer
  • Hohentwieler Olgaberg – der Extremstandort auf Vulkanboden am höchstgelegenen Weinberg Deutschlands

Aus diesen Lagen entsteht das gesamte Spektrum des Guts – von zugänglichen Gutsweinen über sortenreine Burgunder bis zu den Spitzenweinen aus den besten Parzellen.

Auszeichnungen

Für seine Qualität wird das Staatsweingut Meersburg regelmäßig ausgezeichnet – unter anderem bei internationalen Wettbewerben wie der AWC Vienna und dem Mundus Vini. Als ältestes Staatsweingut Deutschlands verbindet der Betrieb damit historische Bedeutung mit anhaltender Wettbewerbsstärke und zählt zu den festen Größen des Weinbaus am Bodensee.

Häufige Fragen

Warum gilt das Staatsweingut Meersburg als Deutschlands ältestes Staatsweingut?

Weinbau in Meersburg ist urkundlich seit 1324 belegt. Nach der Säkularisation um 1802/1803 fielen die Weinberge an das Großherzogtum Baden und wurden zur ersten staatlichen Weinbaudomäne Deutschlands. Seit 1919 trägt der Betrieb den Namen „Staatsweingut Meersburg“ – damit reicht die staatliche Tradition weiter zurück als bei jedem anderen deutschen Staatsweingut.

Wo liegen die Weinberge des Staatsweinguts Meersburg?

Die rund 60 Hektar verteilen sich auf drei Standorte: etwa 46 Hektar direkt am Bodensee rund um Meersburg, rund 6 Hektar am Hohentwiel bei Singen und rund 10 Hektar in Gailingen am Hochrhein. Der Weinberg am Hohentwiel gilt als höchstgelegener Weinberg Deutschlands.

Welche Weine macht das Staatsweingut Meersburg?

Im Mittelpunkt stehen trockene Weiß- und Burgunderweine aus Weißburgunder, Grauburgunder, Müller-Thurgau, Riesling, Chardonnay und Traminer sowie Spätburgunder-Rotweine und Weißherbst beziehungsweise Rosé. Der Betrieb ist nachhaltig zertifiziert und kein VDP-Mitglied.

Ist das Staatsweingut Meersburg ein VDP-Weingut?

Nein. Das Staatsweingut Meersburg ist kein Mitglied im VDP, sondern ein staatlicher Betrieb in Trägerschaft des Landes Baden-Württemberg. Für seine Qualität sprechen zahlreiche Prämierungen, unter anderem bei der AWC Vienna und beim Mundus Vini.

Weine von Staatsweingut Meersburg in der App entdecken

Entdecke die Weine dieses Guts und finde deine neuen Favoriten mit dem KI-gestützten Weinscanner von Grape Guru.

Das könnte dich auch interessieren