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Weingut Martin Waßmer – Spätburgunder von Weltformat aus dem Markgräflerland

Robert KozinskiVon Robert Kozinski
26. August 2026
martin waßmerbadenspätburgunder

Weingut Martin Waßmer in Bad Krozingen-Schlatt: rund 40 Hektar, alte Reben und burgundisch ausgebauter Spätburgunder aus Baden. Geschichte, Stil und Steckbrief im Porträt.

Das Wichtigste in Kürze

  • 11997 gegründet und in weniger als drei Jahrzehnten zu einer der ersten Adressen für badischen Spätburgunder aufgestiegen.
  • 2Rund 40 Hektar im Markgräflerland und darüber hinaus – etwa 60 % der Rebfläche sind mit roten Sorten bestockt.
  • 3Viele Parzellen sind über 40 Jahre alt und liegen in Steillagen mit Trockenmauern an der Burgundischen Pforte.
  • 4Burgundische Vinifikation: Spontangärung in offenen Holzbottichen, lange Maischestandzeit, bis zu 18 Monate Barrique aus französischen Küfereien.
  • 5Sehr dichte Pflanzung von 10.000 bis 12.000 Stöcken je Hektar bei niedrigen Erträgen um 40 Hektoliter.

Steckbrief

Region
Baden – Bad Krozingen-Schlatt im Markgräflerland, Deutschland
Gegründet
1997
Inhaber / Winzer
Martin Waßmer, inzwischen mit der nächsten Generation im Betrieb
Rebfläche
rund 40 Hektar
Leitrebsorten
Spätburgunder, Weißburgunder, Chardonnay, Gutedel
Weinstile
Burgundisch ausgebaute Rotweine, dichte Weißburgunder und Chardonnays, frischer Gutedel
Klassifikation
Kein Verbandsmitglied; eigene Staffelung von Guts- über Orts- bis Lagenweinen
Besonderheit
Sehr dichte Pflanzung von 10.000 bis 12.000 Stöcken je Hektar bei niedrigen Erträgen

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Zusammenfassung

Das Weingut Martin Waßmer in Bad Krozingen-Schlatt ist eine der bemerkenswertesten Erfolgsgeschichten des deutschen Weinbaus der letzten Jahrzehnte. 1997 gegründet, gehört das Gut heute zu den ersten Adressen für Spätburgunder aus Baden. Auf rund 40 Hektar – etwa 60 % davon mit roten Sorten bestockt – entstehen Weine, die konsequent burgundisch gedacht sind: spontan vergoren in offenen Holzbottichen, lange auf der Maische, bis zu 18 Monate im Barrique aus französischen Küfereien. Viele Parzellen sind über 40 Jahre alt und liegen in Steillagen mit Trockenmauern an der Burgundischen Pforte, jener Lücke zwischen Schwarzwald und Vogesen, die Baden sein besonderes Klima verschafft.

Geschichte

Anders als die meisten großen Namen des deutschen Weinbaus kann Martin Waßmer nicht auf Jahrhunderte Familientradition verweisen. Das Gut in seiner heutigen Form entstand 1997 – ein sehr junges Datum für ein Weingut dieses Rangs.

Die Familie Waßmer war im Markgräflerland zuvor schon im Wein- und Obstbau tätig; Martin Waßmer machte daraus einen eigenständigen, kompromisslos auf Qualität ausgerichteten Betrieb. Sein Bruder Fritz Waßmer führt ein zweites, davon getrenntes Weingut – eine Konstellation, die immer wieder für Verwechslungen sorgt, obwohl beide Güter unabhängig voneinander arbeiten.

Der Aufstieg verlief schnell. Waßmer kaufte und pachtete gezielt alte Parzellen in Steillagen, die andernorts als zu aufwendig galten, und investierte in den Keller. 2016 wurde ein neues Press- und Kellerhaus eröffnet, das die handwerkliche Arbeitsweise – schonende Verarbeitung, Schwerkraft statt Pumpen, viel Holz – überhaupt erst in dieser Konsequenz ermöglichte.

Lage & Terroir

Das Markgräflerland liegt im äußersten Südwesten Deutschlands, zwischen Freiburg und Basel, in Sichtweite von Frankreich und der Schweiz. Entscheidend ist die Burgundische Pforte: die Senke zwischen Schwarzwald und Vogesen, durch die milde Luft aus dem Süden nach Baden strömt. Das macht die Region zu einem der wärmsten Weinbaugebiete Deutschlands – die Voraussetzung dafür, dass Spätburgunder hier zuverlässig ausreift.

Die Hauslage des Guts ist der Schlatter Maltesergarten mit tiefgründigem, lehmigem Lössboden und hohem Kalkanteil – eine Kombination, die den Burgundersorten Kraft und zugleich Struktur gibt. Darüber hinaus bewirtschaftet Waßmer Parzellen in einigen der besten Lagen Badens, vom Dottinger Castellberg und Staufener Schlossberg über den Ehrenstetter Ölberg und die Auggener Letten bis zum Achkarrer Schlossberg am Kaiserstuhl und dem Glottertäler Roter Bur. Viele dieser Flächen sind terrassiert und von Trockenmauern gehalten – Weinbau, der sich nur mit hohem Handarbeitsanteil bewirtschaften lässt.

Stil & Philosophie

Die Handschrift des Guts ist unverkennbar burgundisch geprägt, ohne den badischen Charakter zu verleugnen.

Im Weinberg beginnt das mit einer für Deutschland ungewöhnlich dichten Pflanzung von 10.000 bis 12.000 Stöcken je Hektar. Die Reben konkurrieren stärker um Wasser und Nährstoffe, wurzeln tiefer und liefern kleinere, konzentriertere Beeren. Die Erträge liegen im Schnitt bei etwa 40 Hektolitern je Hektar – deutlich unter dem, was zulässig wäre. Gelesen wird von Hand, mit sorgfältiger Selektion.

Im Keller wird der Spätburgunder spontan mit den eigenen Hefen in offenen Holzbottichen vergoren, bekommt eine lange Maischestandzeit und reift anschließend bis zu 18 Monate im Barrique; die Fässer stammen von renommierten burgundischen Küfereien. Das Ergebnis sind Rotweine mit Tiefe, feinkörnigem Tannin und Reifepotenzial statt vordergründiger Frucht.

Bei den Weißen gilt derselbe Anspruch: Weißburgunder und Chardonnay bekommen Textur und Holz, während der Gutedel – die traditionelle Sorte des Markgräflerlands – bewusst leicht, frisch und unkompliziert bleibt.

Bekannte Lagen & Weine

Das Sortiment ist klassisch gestaffelt, von Gutsweinen über Ortsweine bis zu den Lagenweinen aus den besten Parzellen. Zu den prägenden Lagen und Weinen zählen:

  • Schlatter Maltesergarten – die Hauslage des Guts, Löss über Kalk
  • Dottinger Castellberg – eine der renommiertesten Lagen des Markgräflerlands
  • Staufener Schlossberg und Ehrenstetter Ölberg
  • Auggener Letten im südlichen Markgräflerland
  • Achkarrer Schlossberg am vulkanischen Kaiserstuhl
  • Glottertäler Roter Bur im Glottertal
  • Dazu Spätburgunder in mehreren Qualitätsstufen sowie Weißburgunder, Chardonnay und Gutedel

Auszeichnungen

Martin Waßmer wird in den führenden deutschen Weinführern und in der internationalen Fachpresse regelmäßig unter den besten Spätburgunder-Erzeugern des Landes geführt. Bemerkenswert ist dabei weniger die einzelne Punktzahl als das Tempo: Ein 1997 gegründetes Gut, das ohne Verbandsmitgliedschaft und ohne historischen Namen in weniger als drei Jahrzehnten in diese Liga vorgestoßen ist, hat vor allem eines gezeigt – dass in Baden die Lage und die Arbeit im Weinberg zählen und nicht die Länge der Familientradition.

Häufige Fragen

Wofür ist das Weingut Martin Waßmer bekannt?

Vor allem für seinen Spätburgunder. Martin Waßmer arbeitet konsequent burgundisch – Spontangärung im offenen Holzbottich, lange Maischestandzeit und langer Barriqueausbau – und zählt damit zu den meistbeachteten Rotweinerzeugern Badens. Daneben stehen ausdrucksstarke Weißburgunder, Chardonnay und der regionale Klassiker Gutedel.

Wo liegt das Weingut Martin Waßmer?

Der Betrieb sitzt in Schlatt, einem Ortsteil von Bad Krozingen im Markgräflerland südlich von Freiburg. Die Rebflächen reichen über das Markgräflerland hinaus bis in den Kaiserstuhl und ins Glottertal.

Ist Martin Waßmer dasselbe Weingut wie Fritz Waßmer?

Nein. Martin und Fritz Waßmer sind Brüder, führen aber zwei getrennte, eigenständige Weingüter. Beide sind in Baden für ihre Burgundersorten bekannt, arbeiten jedoch unabhängig voneinander.

Welche Lagen bewirtschaftet Martin Waßmer?

Zum Kern gehört der Schlatter Maltesergarten als Hauslage. Dazu kommen unter anderem der Dottinger Castellberg, der Staufener Schlossberg, der Ehrenstetter Ölberg, die Auggener Letten, der Achkarrer Schlossberg am Kaiserstuhl und der Glottertäler Roter Bur.

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