Weingüter

Markgräflich Badisches Weinhaus – Schloss Salem, Schloss Staufenberg und das Weingut Markgraf von Baden

Robert KozinskiVon Robert Kozinski
30. Juli 2026
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Markgräflich Badisches Weinhaus: Weingut Markgraf von Baden mit Schloss Salem am Bodensee und Schloss Staufenberg in Durbach. Geschichte, Stil & Steckbrief.

Das Wichtigste in Kürze

  • 1Mit rund 135 Hektar eines der größten Weingüter in Privatbesitz in Deutschland – verteilt auf Bodensee und Ortenau.
  • 2Zwei historische Standorte: Schloss Salem am Bodensee (Gutssitz) und Schloss Staufenberg über Durbach in der Ortenau.
  • 3Die Weinberge gehen auf das 1134 gegründete Zisterzienserkloster Salem zurück; seit der Säkularisation 1802/1803 gehören sie dem Haus Baden.
  • 4VDP-Mitglied seit 2012, mit VDP.Großen Lagen in Durbach, Bermatingen und Meersburg.
  • 5Das Markgräflich Badische Weinhaus ist seit 2017 das gemeinsame Vertriebsunternehmen von Haus Baden und Rotkäppchen-Mumm.

Steckbrief

Region
Baden – Salem am Bodensee und Durbach (Ortenau), Deutschland
Gegründet
Weinbau des Zisterzienserklosters Salem ab 1134; seit 1802/1803 beim Haus Baden; Weinhaus als Vertriebsunternehmen 2017
Inhaber / Winzer
Haus Baden – Bernhard Prinz von Baden (Leitung seit 1998); Gutsleitung Volker Faust, Kellermeister Martin Kölble
Rebfläche
rund 135 Hektar – etwa 110 Hektar am Bodensee, rund 25 Hektar in der Ortenau (Angaben schwanken)
Leitrebsorten
Spätburgunder, Weißburgunder, Grauburgunder, Müller-Thurgau, Riesling (in Durbach „Klingelberger")
Weinstile
Trockene Burgunderweine, frische Bodensee-Weißweine, Weißherbst, Klingelberger-Riesling, Sekt
Klassifikation
VDP-Mitglied seit 2012; VDP.Große Lagen in Durbach, Bermatingen und Meersburg
Besonderheit
Seit 2017 Joint Venture von Haus Baden und Rotkäppchen-Mumm – Tradition trifft auf schlagkräftigen Vertrieb

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Zusammenfassung

Hinter dem Markgräflich Badischen Weinhaus steht eines der geschichtsträchtigsten Weingüter Deutschlands: das Weingut Markgraf von Baden mit seinen beiden Standorten Schloss Salem am Bodensee und Schloss Staufenberg über Durbach in der Ortenau. Die Rebflächen – insgesamt rund 135 Hektar – reichen bis zum Zisterzienserkloster Salem zurück, das 1134 gegründet wurde und schon wenige Jahrzehnte später Weinbau betrieb. Seit der Säkularisation 1802/1803 gehören sie dem Haus Baden. Damit zählt das Gut zu den größten privaten Weingütern des Landes und gehört seit 2012 dem VDP an. Das Markgräflich Badische Weinhaus selbst ist die 2017 gegründete Vertriebsgesellschaft, mit der Haus Baden und Rotkäppchen-Mumm diese Weine gemeinsam an den Markt bringen.

Geschichte

Der Ursprung liegt im Jahr 1134, als das Zisterzienserkloster Salem gegründet wurde. Die Zisterzienser waren im Mittelalter die Spezialisten des europäischen Weinbaus, und schon wenige Jahrzehnte nach der Gründung widmeten sich die Salemer Mönche dem Wein. Zur Blütezeit um 1500 verfügte das Kloster über ausgedehnte Rebflächen am Bodensee und im Hinterland und war einer der bedeutendsten Weinproduzenten der Region.

Das Haus Baden prägte den badischen Weinbau parallel dazu von der politischen Seite: Markgraf Christoph I. erließ 1494 das erste badische Weingesetz, und Großherzog Carl Friedrich ließ 1782 am Klingelberg bei Durbach Riesling anpflanzen – ein Versuch, der so gut gelang, dass der Riesling in vielen badischen Gemeinden bis heute Klingelberger heißt.

Mit der Säkularisation 1802/1803 fiel die große Klosteranlage Salem samt ihren landwirtschaftlichen Gütern und Weinbergen an das Haus Baden. Seither bewirtschaftet die Familie die Lagen am Bodensee und in der Ortenau in eigener Regie. Seit 1998 liegt die Verantwortung bei Bernhard Prinz von Baden. Am 1. September 2017 gründete Haus Baden gemeinsam mit Rotkäppchen-Mumm das Markgräflich Badische Weinhaus mit Sitz in Salem – ein 50:50-Gemeinschaftsunternehmen, das Vertrieb, Markenführung und die überregionale Vermarktung der badischen Weine übernimmt.

Lage & Terroir

Die Weinberge des Guts liegen in zwei völlig unterschiedlichen Teilen Badens – und genau darin besteht der Reiz.

Bodensee: Schloss Salem

Rund 110 Hektar verteilen sich auf den Bereich Bodensee und den Oberrhein, mit Lagen bei Bermatingen, Birnau, Meersburg und Gailingen. Prägend ist der See als Wärmespeicher: Er mildert Spätfröste, verlängert den Herbst und sorgt für viel Lichtreflexion. Die Böden sind vielfach eiszeitlich geprägt – Moränenschotter, Lehm und Mergel. Das Ergebnis sind kühl-frische Weißweine mit klarer Frucht und guter Säurestruktur, dazu feingliedrige Spätburgunder. In Schloss Salem befindet sich zugleich eine der ältesten Weinkellereien Deutschlands.

Ortenau: Schloss Staufenberg

Rund 25 Hektar liegen um das hoch über Durbach gelegene Schloss Staufenberg. Hier dominieren Granit und Verwitterungsböden an steilen Hängen, das Klima ist deutlich wärmer als am See. Diese Kombination ist die klassische Heimat des Ortenauer Rieslings – des Klingelbergers – und ergibt zugleich dichtere, würzigere Spätburgunder.

Stil & Philosophie

Das Gut arbeitet in einer Größenordnung, die für ein Privatweingut außergewöhnlich ist, und bedient bewusst mehrere Ebenen: von zugänglichen, sortentypischen Gutsweinen bis zu den lagenreinen Spitzen aus den VDP-Klassifikationen. Etwa 54 Prozent der Rebfläche sind mit Burgundersorten bestockt – Spätburgunder, Weißburgunder und Grauburgunder –, rund 21 Prozent mit Müller-Thurgau; Riesling nimmt einen kleineren, aber qualitativ zentralen Anteil ein. Ergänzt wird das Sortiment durch Chardonnay, Sauvignon Blanc und regionale Sorten.

Stilistisch geht der Weg zu trocken ausgebauten, klar und sauber gearbeiteten Weinen. Am Bodensee steht Frische im Vordergrund, in der Ortenau Struktur und Würze. Eine badische Spezialität pflegt das Haus ebenfalls: den Weißherbst, den hellen Roséwein aus Spätburgunder. Dazu kommen Sekte, die von der Verbindung mit Rotkäppchen-Mumm profitieren.

Bekannte Lagen & Weine

Das Gut bewirtschaftet mehrere klassifizierte und historisch bedeutende Lagen:

  • Schloss Staufenberg Klingelberg und Sophienberg in Durbach – VDP.Große Lage, Heimat des Klingelbergers
  • Bermatinger Leopoldsberg mit dem Gewann Buchberg – VDP.Große Lage am Bodensee
  • Meersburger Chorherrnhalde – VDP.Große Lage über dem See
  • Birnauer Kirchhalde – Weißweinlage in Sichtweite der Barockkirche Birnau
  • Schloss Rheinburg bei Gailingen am Hochrhein – Monopollage des Guts

Die Weine erscheinen sowohl unter dem Namen Weingut Markgraf von Baden als auch in den vom Weinhaus geführten Linien wie der Bodensee-Edition „Schloss Salem".

Auszeichnungen

Die wichtigste Einordnung ist die VDP-Mitgliedschaft seit 2012: Sie bestätigt sowohl die Lagenqualität als auch die Arbeitsweise im Weinberg und Keller. Dazu kommen regelmäßige Medaillen bei internationalen Verkostungen – unter anderem Gold-Auszeichnungen bei der Berliner Wein Trophy für Sekt und Müller-Thurgau. Auch die Gestaltung des Auftritts wurde prämiert: Für die Neupositionierung der Marke erhielt das Haus mehrere Design-Awards. Insgesamt gilt das Gut heute als wichtigster Botschafter für Wein vom Bodensee und aus der Ortenau.

Häufige Fragen

Was ist das Markgräflich Badische Weinhaus?

Das Markgräflich Badische Weinhaus mit Sitz in Salem ist ein Gemeinschaftsunternehmen, das im September 2017 von Haus Baden und der Sektkellerei Rotkäppchen-Mumm zu je 50 Prozent gegründet wurde. Es bündelt Vertrieb und Vermarktung der badischen Weine des Hauses. Die Trauben, Weinberge und Kellereien selbst gehören zum Weingut Markgraf von Baden mit den Standorten Schloss Salem und Schloss Staufenberg.

Wem gehört das Weingut Markgraf von Baden?

Das Gut gehört dem Haus Baden, der Familie der Markgrafen von Baden. Die Weinberge kamen 1802/1803 im Zuge der Säkularisation aus dem Besitz des Zisterzienserklosters Salem an das Haus Baden. Die Leitung liegt seit 1998 bei Bernhard Prinz von Baden; für das operative Geschäft sind Gutsleitung und Kellermeister in Salem und Durbach verantwortlich.

Welche Weine kommen aus Salem, welche aus Staufenberg?

In Schloss Salem am Bodensee entstehen vor allem frische Weißweine und Burgunder – Weißburgunder, Grauburgunder, Müller-Thurgau, Chardonnay und Sauvignon Blanc – sowie Spätburgunder und Weißherbst. Schloss Staufenberg in Durbach steht für die Ortenau-Weine: Riesling, der hier traditionell Klingelberger heißt, dazu Spätburgunder und weitere Burgundersorten.

Ist Markgraf von Baden ein VDP-Weingut?

Ja. Das Weingut Markgraf von Baden ist seit 2012 Mitglied im Verband Deutscher Prädikatsweingüter (VDP). Zu den als VDP.Große Lage klassifizierten Weinbergen zählen Schloss Staufenberg Klingelberg und Sophienberg in Durbach, der Buchberg im Bermatinger Leopoldsberg sowie die Chorherrnhalde in Meersburg.

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