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Weingut Loersch – Steillagen-Riesling von der Trittenheimer Apotheke

Robert KozinskiVon Robert Kozinski
30. Juli 2026
loerschmoselriesling

Weingut Loersch an der Mosel: Alexander Loersch keltert spontanvergorenen Steillagen-Riesling aus der Trittenheimer Apotheke. Geschichte, Stil & Steckbrief.

Das Wichtigste in Kürze

  • 1Familientradition im Weinbau, die sich bis 1640 zurückverfolgen lässt – Alexander Loersch führt das Gut in der 13. Generation.
  • 2Rund 8 Hektar an der Mittelmosel, davon etwa die Hälfte in echten Steillagen mit teils wurzelechten, bis zu 100 Jahre alten Reben.
  • 3Etwa 90 % Riesling, der Rest Spätburgunder – der Fokus liegt konsequent auf einer Sorte.
  • 4Kompromisslos spontane Gärung mit Naturhefen, Handlese und Verzicht auf mineralische Düngung.
  • 5Deutscher Riesling-Erzeugerpreis 2013, Staats- und Landesehrenpreis sowie Spitzenbewertungen in Eichelmann, Gault&Millau und Vinum.

Steckbrief

Region
Mosel – Leiwen/Zummethöhe, Lagen in Trittenheim (Mittelmosel), Deutschland
Gegründet
Weinbau der Familie bis 1640 zurückverfolgbar; Betriebsübernahme durch Alexander Loersch 2009
Inhaber / Winzer
Alexander Loersch (13. Generation), zuvor Ernst-Albrecht Loersch
Rebfläche
rund 8 Hektar, etwa zur Hälfte Steillage
Leitrebsorten
Riesling (rund 90 %), Spätburgunder
Weinstile
Riesling trocken, feinherb, fruchtsüß und edelsüß; kleine Mengen Spätburgunder
Klassifikation
kein VDP – Mitglied im Der Ring Mosel e. V. (früher Bernkasteler Ring)
Besonderheit
Parzellen-Rieslinge aus der Trittenheimer Apotheke, spontan vergoren, teils von wurzelechten Altreben

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Zusammenfassung

Das Weingut Loersch ist ein kleiner, hoch angesehener Familienbetrieb an der Mittelmosel. Der Hof liegt in Leiwen auf der Zummethöhe, die entscheidenden Weinberge aber auf der gegenüberliegenden Flussseite in Trittenheim – allen voran in der Steillage Trittenheimer Apotheke. Die Familie kann ihren Weinbau bis 1640 zurückverfolgen; Alexander Loersch führt das Gut heute in der 13. Generation. Auf rund acht Hektar entstehen fast ausschließlich Rieslinge: spontan vergoren, geprägt vom Devonschiefer, im ganzen Spektrum von trocken über feinherb bis edelsüß. Achtung bei der Suche: Der Betrieb ist nicht mit dem ebenfalls in Trittenheim ansässigen Gut Loersch-Eifel oder mit dem Weingut Josef Rosch zu verwechseln.

Geschichte

Die Wurzeln des Guts reichen tief: Der Weinbau der Familie Loersch lässt sich bis ins Jahr 1640 zurückverfolgen – fast vier Jahrhunderte Familientradition, die das Weingut heute selbstbewusst im Namen führt. Über Generationen blieb der Betrieb klein und arbeitete, wie an der Mosel üblich, in den Steilhängen rund um Trittenheim und Piesport.

Die entscheidende Wende bringt die jüngste Generation. Alexander Loersch, ausgebildeter Weinbautechniker, übernimmt 2002 die Verantwortung für den Ausbau der Weine im Keller – zunächst neben seinem Vater Ernst-Albrecht Loersch, der den Betrieb bis 2008 leitete. 2009 übernimmt Alexander das Weingut ganz und ist damit die 13. Generation an der Spitze. Innerhalb weniger Jahre verschafft er dem zuvor eher regional bekannten Gut nationale Aufmerksamkeit: Der Deutsche Riesling-Erzeugerpreis 2013 und die Auszeichnung als bester deutscher Erzeuger bei der Austrian Wine Challenge 2012 machen den Namen Loersch über die Mosel hinaus bekannt. Parallel wächst die Rebfläche von wenigen Hektar auf heute rund acht Hektar – gewachsen vor allem durch Parzellen in den besten Steillagen.

Lage & Terroir

Der Betriebssitz liegt in Leiwen auf der Zummethöhe, einem Höhenrücken mit weitem Blick über die Moselschleife von Leiwen und Trittenheim. Die Weinberge selbst verteilen sich auf einige der prominentesten Lagen der Mittelmosel:

Prägend ist der blaue Devonschiefer, ergänzt um Grauschiefer mit Quarzitanteilen. Dieser Boden speichert Wärme, gibt sie nachts an die Reben zurück und zwingt die Wurzeln tief in die Gesteinsspalten – die Grundlage für die salzige, rauchige Mineralität, die Mosel-Riesling weltweit unverwechselbar macht.

Rund die Hälfte der Fläche liegt in echten Steillagen, die ausschließlich in Handarbeit zu bewirtschaften sind. Besonders wertvoll sind die alten Rebbestände: In einzelnen Parzellen stehen teils wurzelechte Reben von bis zu rund 100 Jahren, also Pflanzen, die die Reblaus-Katastrophe überdauert haben. Sie tragen wenig, wurzeln dafür extrem tief und liefern Trauben von großer Konzentration. Das kühle Klima des Moseltals sorgt für lange Reifephasen und die feine, tragende Säure, die diese Weine über Jahrzehnte haltbar macht.

Stil & Philosophie

Alexander Loersch arbeitet betont zurückhaltend und terroirorientiert. Die Prinzipien sind klar: selektive Handlese, schonende Traubenverarbeitung, spontane Gärung mit den Naturhefen des Weinbergs, langes Hefelager und möglichst wenig Eingriff im Keller. Im Weinberg verzichtet das Gut auf mineralische Düngung und setzt auf natürliche Begrünung, um Bodenleben und Artenvielfalt zu erhalten.

Das Ziel ist kein Kellerstil, sondern Herkunft im Glas: Weine, die den Unterschied zwischen zwei Parzellen derselben Lage hörbar machen. Entsprechend füllt Loersch einzelne Parzellen der Trittenheimer Apotheke separat ab. Stilistisch bleibt das Gut dabei der Mosel-Tradition treu und bespielt die ganze Bandbreite: trockene Rieslinge mit klarer, schlanker Kontur, feinherbe Weine mit Trinkfluss und fruchtsüße Kabinette und Spätlesen mit oft unter 12 % Vol. Alkohol – dazu in geeigneten Jahren edelsüße Auslesen bis hin zu Beeren- und Trockenbeerenauslesen. Der kleine Spätburgunder-Anteil ergänzt das Programm, ohne den Riesling-Fokus zu verwässern.

Bekannte Lagen & Weine

Der Kern des Guts liegt in der Trittenheimer Apotheke, einer der bedeutendsten und bekanntesten Steillagen der Mosel. Dazu kommen weitere Spitzenlagen:

  • Trittenheimer Apotheke – Herzstück des Guts; separat abgefüllte Parzellen wie Jungheld und Vogelsang sowie die Fels-Terrassen
  • Trittenheimer Altärchen – benachbarte Steillage mit etwas zugänglicherem, blumigem Stil
  • Piesporter Goldtröpfchen – berühmte Südlage mit besonders üppiger Fruchtaromatik
  • Dhroner Hofberg – kühlere, sehr mineralisch geprägte Lage im Seitental der Dhron
  • Neumagener Rosengärtchen – kleine Lage an der Mosel, oft als feinfruchtiger Kabinett im Programm

Innerhalb der Apotheke arbeitet Loersch mit den alten Reben besonders sorgfältig; die „Alte Reben"-Spätlese aus dieser Lage gehört zu den meistbeachteten Weinen des Guts. Zum Betrieb gehört außerdem ein kleines Gästehaus auf der Zummethöhe, sodass sich der Besuch mit einer Verkostung verbinden lässt.

Auszeichnungen

Für einen Betrieb dieser Größe ist die Trophäensammlung bemerkenswert. Alexander Loersch erhielt 2013 den Deutschen Riesling-Erzeugerpreis und wurde bei der Austrian Wine Challenge 2012 als bester deutscher Weinerzeuger ausgezeichnet. Hinzu kommen der Staatsehrenpreis für Weinqualität und der Landesehrenpreis Rheinland-Pfalz.

Auch die großen Weinführer bewerten das Gut konstant hoch: Eichelmann und Gault&Millau führen Loersch mit vier Sternen bzw. in der Spitzengruppe, Vinum mit rund dreieinhalb Sternen; der Feinschmecker und Falstaff haben den Betrieb ebenfalls ausgezeichnet. Beim Riesling-Champion 2020 landete das Gut in der Gesamtwertung auf dem dritten Platz, wobei die Trittenheimer Apotheke Spätlese „Alte Reben" den zweiten Platz erreichte. Der Vinum-Weinguide zählt Loersch zudem regelmäßig zu den besten feinherben Rieslingen Deutschlands.

Häufige Fragen

Wo liegt das Weingut Loersch?

Der Betrieb liegt in Leiwen auf der Zummethöhe hoch über der Mosel, mit Panoramablick auf die Moselschleife zwischen Leiwen und Trittenheim. Die wichtigsten Weinberge liegen jedoch auf der anderen Flussseite in Trittenheim – vor allem in der berühmten Trittenheimer Apotheke – sowie in Piesport, Dhron und Neumagen.

Wer macht die Weine bei Loersch?

Alexander Loersch, ausgebildeter Weinbautechniker. Er ist seit 2002 für den Ausbau der Weine im Keller verantwortlich und hat das Gut 2009 von seinen Eltern Ernst-Albrecht und Familie übernommen. Er gilt als einer der konsequentesten Vertreter der jüngeren Winzergeneration an der Mittelmosel.

Welche Weine sollte man von Loersch probieren?

Der Kern des Guts sind die Rieslinge aus der Trittenheimer Apotheke – etwa die Parzellen-Abfüllungen Jungheld und Vogelsang, die Fels-Terrassen und die Spätlese von alten Reben. Dazu kommen fruchtsüße Kabinette und, in guten Jahren, seltene edelsüße Spitzen.

Ist Loersch ein VDP-Weingut?

Nein. Das Gut ist nicht im VDP, sondern Mitglied im Der Ring Mosel e. V. – dem traditionsreichen Zusammenschluss, der früher als Bernkasteler Ring bekannt war und ebenfalls für Riesling-Spitzenqualität an der Mosel steht.

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