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Feudi di San Gregorio – Aglianico, Fiano und Greco aus Irpinien

Robert KozinskiVon Robert Kozinski
3. August 2026
feudi di san gregoriokampanienaglianico

Feudi di San Gregorio in Sorbo Serpico: Taurasi, Fiano di Avellino und Greco di Tufo aus Irpinien. Geschichte, Stil, Steckbrief und Weine im Porträt.

Das Wichtigste in Kürze

  • 1Das bekannteste Weingut Kampaniens und einer der Motoren der süditalienischen Qualitätswende seit den 1990er-Jahren.
  • 2Rund 300 Hektar Rebfläche, verteilt auf über 800 einzeln bewirtschaftete Parzellen in Irpinien.
  • 3Kompromissloser Fokus auf die autochthonen Sorten Aglianico, Fiano, Greco und Falanghina.
  • 4Die 2004 eröffnete Kellerei der japanischen Architektin Hikaru Mori gilt als Architektur-Ikone des italienischen Weinbaus.
  • 5Spitzenweine wie Serpico und der Taurasi Riserva Piano di Montevergine zählen zu den Referenzen für Aglianico.

Steckbrief

Region
Kampanien – Sorbo Serpico (Irpinien), Italien
Gegründet
1986 von den Familien Capaldo und Ercolino
Inhaber / Winzer
Familie Capaldo, Präsident Antonio Capaldo; Produktionsleitung Pierpaolo Sirch
Rebfläche
rund 300 Hektar, verteilt auf über 800 Parzellen
Leitrebsorten
Aglianico, Fiano, Greco, Falanghina
Weinstile
Strukturierte, langlebige Aglianico-Rotweine; mineralische, reifefähige Weißweine
Klassifikation
Taurasi DOCG, Fiano di Avellino DOCG, Greco di Tufo DOCG, Irpinia DOC
Besonderheit
Architektur-Ikone von Hikaru Mori und Vorreiter der süditalienischen Qualitätswende

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Zusammenfassung

Feudi di San Gregorio in Sorbo Serpico ist das international bekannteste Weingut Kampaniens und seit den 1990er-Jahren einer der wichtigsten Impulsgeber für die Qualitätswende im süditalienischen Weinbau. Auf rund 300 Hektar in Irpinien – verteilt auf über 800 einzeln erfasste Parzellen – entstehen Weine aus ausschließlich heimischen Sorten: kraftvolle, langlebige Rotweine aus Aglianico sowie mineralische, überraschend alterungsfähige Weißweine aus Fiano, Greco und Falanghina. Die 2004 eröffnete Kellerei der japanischen Architektin Hikaru Mori hat das Gut zusätzlich zu einem Wahrzeichen gemacht.

Geschichte

Die Gründung von Feudi di San Gregorio im Jahr 1986 war auch eine Antwort auf eine Katastrophe: Sechs Jahre zuvor hatte ein schweres Erdbeben Irpinien verwüstet und die ohnehin strukturschwache Bergregion weiter entvölkert. Die Familien Capaldo und Ercolino gründeten das Weingut ausdrücklich als Beitrag zum Wiederaufbau – mit der Überzeugung, dass die alten Rebsorten der Region das größte ungenutzte Kapital Kampaniens seien.

In den 1990er-Jahren wurde das Gut zum Motor einer regelrechten Weinrevolution im Süden Italiens. Feudi gehörte zu den ersten Erzeugern, die Fiano di Avellino und Greco di Tufo als ernsthafte, lagenbezogene Weißweine vermarkteten, statt sie als anonyme Massenware zu verkaufen. Zwischen 2001 und 2004 entstand die neue Kellerei nach Plänen von Hikaru Mori, die dem Weingut internationale Aufmerksamkeit auch außerhalb der Weinwelt einbrachte.

2009 übernahm Antonio Capaldo, Sohn des Mitgründers Pellegrino Capaldo, die Führung des Hauses; im selben Jahr erhielt der Friulaner Pierpaolo Sirch, seit 2003 mit dem Betrieb verbunden, die Verantwortung für alle Produktionsbereiche. Unter dieser Doppelspitze wurde das Sortiment geschärft, die Parzellenarbeit vertieft und mit dem Projekt FeudiStudi eine Reihe von Kleinstserien aus einzelnen Weinbergen gestartet. Parallel wuchs die Unternehmensgruppe Tenute Capaldo mit Gütern in der Basilicata, in Apulien, in Bolgheri, im Friaul und am Ätna.

Lage & Terroir

Irpinien ist das Gegenteil des Klischees vom heißen Süditalien. Der Betriebssitz in Sorbo Serpico liegt auf rund 500 Metern Höhe, die Weinberge verteilen sich über Hügel- und Berglagen im kampanischen Apennin. Die Winter sind hart und niederschlagsreich, die Sommer warm, aber die Nächte kühl – die großen Tag-Nacht-Unterschiede sind der Schlüssel zu der ausgeprägten Säure und dem Aromenspektrum, für das die Weine der Region bekannt sind.

Geologisch ist Irpinien stark vulkanisch geprägt; daneben finden sich kalk- und tonhaltige Böden. Diese Vielfalt auf engem Raum ist der Grund, warum das Gut seine Flächen konsequent in Kleinparzellen unterteilt und getrennt ausbaut: Höhenlage, Exposition und Hangneigung ergeben von Weinberg zu Weinberg deutlich unterschiedliche Weine. Die Reben stehen häufig eingebettet zwischen Wäldern, alten Olivenhainen und Wiesen – eine für den intensiven Weinbau Italiens ungewöhnlich vielfältige Kulturlandschaft.

Stil & Philosophie

Die Grundentscheidung des Guts ist die Konzentration auf autochthone Sorten. Aglianico, die späte, tanninstarke Rotweinsorte Irpiniens, ergibt hier Weine mit dunkler Frucht, kräftiger Struktur und großem Reifepotenzial; Fiano und Greco liefern Weißweine mit Kern, Textur und einer Haltbarkeit, die man italienischen Weißweinen lange nicht zugetraut hat.

Im Keller arbeitet das Team parzellenweise und zurückhaltend: getrennte Vinifikation, moderate Extraktion beim Aglianico, differenzierter Holzeinsatz je nach Wein. Bei den Weißweinen steht die Balance zwischen Frucht, Salzigkeit und Struktur im Vordergrund. Nachhaltigkeit ist dabei kein Beiwerk – das Unternehmen ist als B Corp und nach Equalitas zertifiziert, firmiert als Società Benefit und hat sich Klimaneutralität bis 2030 zum Ziel gesetzt.

Bekannte Lagen & Weine

Das Sortiment ist klar gestaffelt, von zugänglichen Gutsweinen bis zu den Einzellagen-Ikonen:

  • Serpico – reinsortiger Aglianico aus wurzelechten, über hundert Jahre alten Reben in der Gemeinde Taurasi; der Flaggschiff-Rotwein des Guts
  • Taurasi Riserva Piano di Montevergine – Einzellagen-Taurasi mit langer Fassreife und großem Alterungspotenzial
  • Taurasi DOCG – der klassische Guts-Taurasi aus Aglianico
  • Rubrato – Irpinia Aglianico, der zugängliche und preiswerte Einstieg in den Stil des Hauses
  • Pietracalda – Fiano di Avellino aus einer Lage in unmittelbarer Nähe der Kellerei
  • FeudiStudi – Kleinstserien aus einzelnen Weinbergen, jeweils in sehr geringer Auflage abgefüllt

Dazu kommen die Basisweine aus Fiano di Avellino, Greco di Tufo und Falanghina, die dem Gut seinen internationalen Bekanntheitsgrad verschafft haben.

Auszeichnungen

Feudi di San Gregorio gehört seit Jahrzehnten zu den am häufigsten ausgezeichneten Erzeugern Süditaliens. Der Serpico und der Taurasi Riserva Piano di Montevergine sammelten über viele Jahrgänge hinweg Tre Bicchieri des Gambero Rosso, dazu kommen regelmäßige Spitzenbewertungen der internationalen Fachpresse. Das Gut ist Gründungsmitglied des Comitato Grandi Cru d'Italia, der Vereinigung der führenden italienischen Weingüter. Über die reinen Bewertungen hinaus gilt Feudi vor allem als das Weingut, das Irpinien und seine Rebsorten auf die Weltkarte gesetzt hat.

Häufige Fragen

Wofür ist Feudi di San Gregorio bekannt?

Feudi di San Gregorio steht für die Wiederentdeckung der autochthonen Rebsorten Irpiniens. Das Gut hat gezeigt, dass Aglianico langlebige, strukturierte Rotweine auf Weltniveau ergibt und dass Fiano und Greco zu den alterungsfähigsten Weißweinen Italiens gehören. Bekannt ist es außerdem für seine spektakuläre Kellerarchitektur und die konsequente Arbeit mit Einzelparzellen.

Wo liegt Feudi di San Gregorio?

Das Weingut hat seinen Sitz in Sorbo Serpico in der Provinz Avellino, im Landesinneren Kampaniens. Die Region Irpinien liegt auf rund 500 Metern Höhe und ist deutlich kühler und bergiger, als man es von Süditalien erwarten würde.

Welche Weine sollte man von Feudi di San Gregorio probieren?

Als Einstieg eignen sich der Irpinia Aglianico Rubrato und die Basisweine aus Fiano di Avellino und Greco di Tufo. Wer die Spitze kennenlernen will, greift zum Serpico aus alten wurzelechten Reben oder zum Taurasi Riserva Piano di Montevergine – beides Weine, die viele Jahre Flaschenreife vertragen.

Ist Feudi di San Gregorio nachhaltig zertifiziert?

Ja. Das Unternehmen ist als B Corp und nach dem italienischen Nachhaltigkeitsstandard Equalitas zertifiziert und firmiert als Società Benefit, hat also Gemeinwohlziele in der Satzung verankert. Erklärtes Ziel ist Klimaneutralität bis 2030.

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