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Weingut Burg Ravensburg – biodynamischer Riesling und Lemberger aus dem Kraichgau

Robert KozinskiVon Robert Kozinski
22. Juli 2026
burg ravensburgbadenriesling

Weingut Burg Ravensburg in Sulzfeld: biodynamischer Riesling und Lemberger aus den Großen Lagen Husarenkappe, Löchle und Dicker Franz. Geschichte, Stil und Steckbrief.

Das Wichtigste in Kürze

  • 1Eines der ältesten Weingüter der Welt – der Weinbau an der Burg ist seit 1251 urkundlich belegt.
  • 2Rund 37 Hektar im südlichen Kraichgau, bewirtschaftet nach Demeter-Richtlinien (biodynamisch).
  • 3Riesling (rund 50 %) und Lemberger (rund 25 %) prägen das Gut, ergänzt um Weiß- und Spätburgunder.
  • 4Die Großen Lagen Husarenkappe, Löchle und Dicker Franz sind Monopollagen rund um den Burgberg.
  • 5VDP-Mitglied seit 2012; die Weine werden ausschließlich trocken ausgebaut.

Steckbrief

Region
Baden – Sulzfeld im Kraichgau, Deutschland
Gegründet
Weinbau seit 1251 urkundlich belegt; Riesling der Überlieferung nach seit 1782
Inhaber / Winzer
Familien Heiler und Jacklin; Geschäftsführer Claus Burmeister, Kellermeister Daniel Rupp
Rebfläche
rund 37 Hektar (36,8 ha) im südlichen Kraichgau
Leitrebsorten
Riesling (rund 50 %), Lemberger (rund 25 %), Weißburgunder, Spätburgunder
Weinstile
ausschließlich trockene Lagenweine, dazu Rosé und Sekt
Klassifikation
VDP-Mitglied seit 2012; Große Lagen Husarenkappe, Löchle, Dicker Franz, Kapellenberg
Besonderheit
biodynamische Bewirtschaftung (Demeter) auf einem Weingut mit über 770 Jahren Weinbaugeschichte

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Zusammenfassung

Das Weingut Burg Ravensburg bei Sulzfeld gehört zu den ältesten Weingütern der Welt: Der Weinbau rund um die Burg ist seit 1251 urkundlich belegt. Heute bewirtschaftet das Gut rund 37 Hektar im südlichen Kraichgau, dem nördlichen Zipfel des Anbaugebiets Baden – konsequent biodynamisch und Demeter-zertifiziert. Im Glas stehen ausschließlich trockene Weine, geprägt von Riesling und Lemberger (Blaufränkisch) aus drei Monopol-Großlagen am Burgberg. Gemeinsam mit dem Schwestergut Heitlinger bildet Burg Ravensburg einen der größten biodynamisch arbeitenden Weinbaubetriebe Deutschlands.

Geschichte

Die Burg Ravensburg über Sulzfeld gilt als eine der ältesten Höhenburgen des Kraichgaus; ihre Anfänge werden bis ins 10. Jahrhundert zurückdatiert. Für den Wein zählt jedoch das Jahr 1251: Aus dieser Zeit stammt die erste urkundliche Erwähnung des Weinbaus an der Burg. Über mehr als 30 Generationen prägte die Familie der Freiherren Göler von Ravensburg das Gut – ein Adelsgeschlecht, dessen Mitglieder bis heute in den Lagennamen weiterleben.

Der bekannteste dieser Namen ist die Husarenkappe. Der Überlieferung nach erhielt Freiherr Göler von Ravensburg 1782 vom Markgrafen von Baden die ersten Rieslingreben und brachte die Setzlinge in seiner Husarenkappe nach Sulzfeld, um sie am Burghang zu pflanzen. Damit beginnt – zumindest der Legende nach – die badische Rieslingtradition. Auch der Dicke Franz trägt einen Familiennamen: Freiherr Franz Göler von Ravensburg (1701–1765) war den kulinarischen Genüssen so zugetan, dass ihm die Chronik diesen Beinamen verlieh.

In jüngerer Zeit ging das Gut an die Unternehmerfamilien Heiler und Jacklin über und wird heute gemeinsam mit dem benachbarten Weingut Heitlinger als Weingüter Heitlinger & Burg Ravensburg geführt. Unter Geschäftsführer Claus Burmeister wurde der Betrieb konsequent auf ökologischen und später biodynamischen Weinbau umgestellt; 2012 folgte die Aufnahme in den VDP.

Lage & Terroir

Der Kraichgau liegt zwischen Odenwald und Schwarzwald, im nördlichsten Teil des Anbaugebiets Baden. Die sanfte Hügellandschaft – oft als „Badische Toskana“ bezeichnet – bietet ein vergleichsweise kühles, kontinental getöntes Klima. Das ist für Baden ungewöhnlich und für den Stil des Guts entscheidend: Die Weine behalten Frische, Säure und Klarheit, wo andernorts in Baden die Fülle dominiert.

Geologisch ist der Untergrund komplex. Prägend ist vor allem Gipskeuper, dazu kommen ton- und lösshaltige Formationen. Diese Böden speichern Wasser, zwingen die Reben zu tiefer Wurzelung und geben den Weinen eine markante, salzig-mineralische Prägung.

Die Toplagen liegen unmittelbar am Burgberg und sind nach Südwesten bis Südosten ausgerichtet. Die Husarenkappe umfasst rund 6,5 Hektar am südwestlichen Teil des Burgbergs, der Dicke Franz rund 7,5 Hektar auf zwei Teilflächen. Alle drei Großen Lagen bewirtschaftet Burg Ravensburg als Monopol – ein in Deutschland seltener Fall.

Stil & Philosophie

Burg Ravensburg arbeitet biodynamisch nach Demeter-Richtlinien und ist zusätzlich EU-Bio- sowie nachhaltigkeitszertifiziert. Begrünte Gassen, Kompostwirtschaft, biodynamische Präparate und ein bewusst zurückhaltender Kellerausbau sollen die Handschrift der einzelnen Lagen möglichst unverfälscht in die Flasche bringen.

Die Weine werden ausschließlich trocken ausgebaut. Der Anspruch, den Geschäftsführer Claus Burmeister formuliert, ist klar: Weine, die von Region, Rebsorte, Jahrgang und Weinberg erzählen. In der Praxis heißt das lange Maischestandzeiten beim Riesling, Spontangärung, Ausbau in Stückfass und Barrique bei den Spitzenweinen und ein moderater Umgang mit neuem Holz. Der Lemberger – anderswo als Blaufränkisch bekannt – wird als ernsthafter, würzig-straffer Rotwein mit feinem Tanningerüst interpretiert und ist neben dem Riesling die zweite Visitenkarte des Guts.

Bekannte Lagen & Weine

Das Sortiment folgt der VDP-Pyramide von Guts- und Ortsweinen bis zu den Großen Gewächsen:

  • Husarenkappe (VDP.Große Lage, Monopol) – die Riesling-Lage des Guts, straff und mineralisch
  • Dicker Franz (VDP.Große Lage, Monopol) – Heimat des großen Lembergers
  • Löchle (VDP.Große Lage, Monopol) – geprägt von Weiß- und Grauburgunder sowie Spätburgunder
  • Kapellenberg (VDP.Große Lage)
  • Sulzfelder Lerchenberg (VDP.Erste Lage)

Bekannte Weine sind das Husarenkappe Riesling GG, der Dicker Franz Lemberger, der Löchle Weißburgunder und Grauburgunder sowie ein Blaufränkisch-Rosé. Als Prestige-Cuvée steht Corbeaux 1251 für eine Komposition aus den weißen Burgundersorten Chardonnay, Weißburgunder und Grauburgunder – der Name verweist auf das Gründungsjahr der Weinbau-Urkunde.

Auszeichnungen

Burg Ravensburg zählt in den führenden deutschen Weinführern seit Jahren zur Spitzengruppe Badens und wurde von Gault&Millau mit vier roten Trauben bewertet. Miteigentümer Heinz Heiler wurde im Genussguide Baden-Württemberg als Pionier des ökologischen Weinbaus gewürdigt. Auch bei Falstaff und in der internationalen Fachpresse finden vor allem die Rieslinge aus der Husarenkappe und die Lemberger aus dem Dicken Franz regelmäßig Beachtung. Gemeinsam mit dem Schwestergut Heitlinger gilt der Betrieb heute als Aushängeschild für biodynamischen Qualitätsweinbau in Deutschland.

Häufige Fragen

Wofür ist das Weingut Burg Ravensburg bekannt?

Burg Ravensburg steht für biodynamisch erzeugte, ausschließlich trockene Lagenweine aus dem Kraichgau. Berühmt ist das Gut vor allem für Riesling aus der Monopollage Husarenkappe und für Lemberger (Blaufränkisch) aus dem Dicken Franz – beides Große Lagen am Burgberg über Sulzfeld.

Wo liegt das Weingut Burg Ravensburg?

Das Gut liegt bei Sulzfeld im südlichen Kraichgau, im Norden des Anbaugebiets Baden zwischen Heilbronn und Karlsruhe. Die Weinberge ziehen sich rund um den Burgberg der namensgebenden Burg Ravensburg.

Warum heißt die Lage Husarenkappe?

Der Name geht auf die Familie Göler von Ravensburg zurück. Der Überlieferung nach brachte ein Freiherr Göler 1782 die ersten Rieslingreben in seiner Husarenkappe nach Sulzfeld – ein Ursprungsmythos, der zugleich als Beginn des badischen Rieslings gilt.

Ist Burg Ravensburg ein VDP-Weingut?

Ja. Burg Ravensburg gehört seit 2012 zum Verband Deutscher Prädikatsweingüter und klassifiziert seine Weine nach der VDP-Pyramide – mit Husarenkappe, Löchle, Dicker Franz und Kapellenberg als Große Lagen und dem Sulzfelder Lerchenberg als Erster Lage.

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