Zusammenfassung
Pasqua Vigneti e Cantine ist eines der bekanntesten Weinhäuser Veronas – und zugleich eines der eigenwilligsten Italiens. 1925 von den Brüdern Pasqua gegründet, wird der Betrieb heute in dritter Generation geführt und verbindet die klassischen Appellationen des Veneto – Amarone della Valpolicella, Valpolicella Ripasso, Soave, Lugana und Bardolino – mit einer bewusst unkonventionellen Handschrift. Ikonen wie der Amarone Mai Dire Mai, der Rosé 11 Minutes oder der Weißwein Hey French haben dem Haus den Beinamen „Haus des Unkonventionellen“ eingetragen. 2025 feierte Pasqua sein hundertjähriges Bestehen.
Geschichte
Die Geschichte beginnt 1925, als die Brüder Pasqua in Verona ein Weinhaus gründeten. Aus dem kleinen Betrieb wurde über die Jahrzehnte ein Erzeuger, der die klassischen Weine des Veroneser Umlands weit über Italien hinaus bekannt machte. Bereits in den 1940er-Jahren erwarb die Familie Weinberge in Mizzole und San Felice am östlichen Rand des Valpolicella – jene Parzellen, die später den Kern des eigenen Guts bilden sollten.
In den 1980er-Jahren entstand daraus das Gut Cecilia Beretta, benannt nach der Tochter des Grafen Giuseppe Beretta, eines Agronomen und Dichters des 17. Jahrhunderts. Hier bündelt Pasqua bis heute seine anspruchsvollsten Lagenweine.
Die jüngste Zäsur kam mit dem Generationswechsel: Seit 2014 prägt die dritte Generation um Riccardo Pasqua die Ausrichtung des Hauses. Unter ihrer Führung hat sich der Umsatz binnen eines Jahrzehnts etwa verdoppelt, der Exportanteil liegt bei rund 90 Prozent, und Pasqua ist in mehr als 70 Märkten präsent. Zum hundertjährigen Jubiläum 2025 legte die Familie mit dem Verlag Rizzoli den Bildband „Ode to the Future“ vor – Sinnbild für ein Haus, das seine Tradition ausdrücklich nach vorne denkt.
Lage & Terroir
Der Firmensitz liegt in San Felice Extra am östlichen Stadtrand von Verona, dort, wo die Hügel des Valpolicella in die Ebene übergehen. Die eigenen Rebflächen des Guts Cecilia Beretta erstrecken sich über die Hänge rund um Mizzole und San Felice im östlichen Teil des Valpolicella-Gebiets.
Prägend sind hier kalkhaltige Böden über vulkanischem Untergrund sowie die Höhenlage der Hügel, die für kühle Nächte und damit für Frische und Aromatik in den Trauben sorgt. Der nahe Gardasee und die schützende Barriere der Lessinischen Berge im Norden sorgen für ein mildes, ausgeglichenes Klima – die Grundlage für die langsame, gesunde Reife, die das Trocknen der Trauben für Amarone erst möglich macht.
Ergänzt wird das eigene Material durch Trauben aus weiteren Gebieten des Veneto und Norditaliens – aus Soave mit seinen vulkanischen Böden, aus der Lugana am Südufer des Gardasees und aus dem Bardolino.
Stil & Philosophie
Pasqua bewegt sich bewusst zwischen zwei Polen. Auf der einen Seite steht das klassische Veroneser Repertoire: der Appassimento, also das monatelange Trocknen der Trauben auf Horden oder in Kisten, aus dem der dichte, samtige Amarone entsteht; das Ripasso-Verfahren, bei dem ein Valpolicella ein zweites Mal auf den Trestern des Amarone vergoren wird; und frische, klare Weißweine aus Garganega und Trebbiano di Lugana.
Auf der anderen Seite steht der Anspruch, mit Konventionen zu brechen. Das zeigt sich in Namen und Etiketten – von Künstlern gestaltet, provokant, oft mit einem Augenzwinkern – ebenso wie in der Machart der Weine: kürzere Mazerationen, präzisere Frische, weniger Schwere als es die Region gewohnt war. Seit 2018 investiert die Familie zudem systematisch in Kunstprojekte und Ausstellungen, ein Bekenntnis zur Verbindung von Wein, Stadt und Kultur.
Bekannte Lagen & Weine
Das Sortiment gliedert sich in die klassischen Appellationen und die sogenannten Ikonen:
- Mai Dire Mai – der Spitzen-Amarone des Hauses, aus selektierten Trauben und langer Reife
- Famiglia Pasqua – Amarone della Valpolicella als Aushängeschild der Familienlinie
- 11 Minutes – Rosé aus dem Veneto, dessen Name auf die sehr kurze Mazerationszeit anspielt
- Hey French, You Could Have Made This But You Didn't – der wohl provokanteste Weißwein Italiens
- Terre di Cariano und Mizzole – Lagenweine des Guts Cecilia Beretta aus dem Valpolicella
- Passione Sentimento – Appassimento-Rotwein, der Pasqua international bekannt machte
Dazu kommen Soave, Lugana, Bardolino, Valpolicella Classico und Ripasso in großer Breite.
Auszeichnungen
Pasqua sammelt seit Jahren Bestnoten in der internationalen Fachpresse. Wine Enthusiast zeichnete das Haus 2023 als Innovator of the Year aus. Der Amarone Mai Dire Mai erhielt bei Decanter eine Goldmedaille mit 96 Punkten, und Weine des Guts wurden mehrfach mit den Tre Bicchieri des Gambero Rosso bedacht. Hohe Bewertungen von James Suckling, Wine Advocate und weiteren Kritikern runden das Bild ab. Zum Jubiläumsjahr 2025 erhielt Pasqua zudem eine internationale Auszeichnung im Rahmen der Vinitaly in Verona.
