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Joseph Drouhin – Burgunds biodynamisches Traditionshaus aus Beaune

Robert KozinskiVon Robert Kozinski
29. Juli 2026
joseph drouhinburgundpinot noir

Maison Joseph Drouhin in Beaune: seit 1880 in Familienhand, rund 90 Hektar biodynamisch bebaute Reben, Clos des Mouches, Musigny und Montrachet im Porträt.

Das Wichtigste in Kürze

  • 11880 von Joseph Drouhin in Beaune gegründet und bis heute in Familienhand – inzwischen in vierter Generation.
  • 2Rund 90 Hektar eigene Reben, verteilt auf Chablis, Côte de Nuits, Côte de Beaune und Côte Chalonnaise.
  • 3Alle burgundischen Weinberge sind biologisch und biodynamisch zertifiziert – die Umstellung begann bereits in den 1980er- und 1990er-Jahren.
  • 4Aushängeschild ist der Beaune 1er Cru Clos des Mouches in Rot und Weiß – rund 14 Hektar im Familienbesitz.
  • 5Seit 1987/88 gehört mit Domaine Drouhin Oregon in den Dundee Hills auch ein Übersee-Gut zur Familie.

Steckbrief

Region
Burgund – Beaune (Côte de Beaune), Frankreich
Gegründet
1880 von Joseph Drouhin, der aus dem Chablis nach Beaune kam
Inhaber / Winzer
Familie Drouhin in vierter Generation – Frédéric, Philippe (Weinberge), Véronique (Önologie) und Laurent Drouhin
Rebfläche
rund 90 Hektar eigene Reben im Burgund, dazu etwa 50 Hektar in Oregon
Leitrebsorten
Pinot Noir und Chardonnay, dazu etwas Aligoté
Weinstile
feingliedrige rote Pinot Noir und mineralische weiße Chardonnay über alle Qualitätsstufen
Klassifikation
AOC Burgund von Regionalwein bis Grand Cru; bio- und biodynamisch zertifiziert
Besonderheit
der Beaune 1er Cru Clos des Mouches in Rot und Weiß – die Signatur des Hauses

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Zusammenfassung

Maison Joseph Drouhin in Beaune zählt zu den prägenden Adressen des Burgunds. 1880 gegründet und seither ununterbrochen in Familienhand, verbindet das Haus zwei Welten: ein klassisches Négociant-Geschäft und eine große eigene Domaine mit rund 90 Hektar Reben. Diese verteilen sich über die gesamte Achse der Region – von Chablis im Norden über die Côte de Nuits und die Côte de Beaune bis in die Côte Chalonnaise. Bemerkenswert ist der frühe Schritt in den biologischen und biodynamischen Weinbau: Alle burgundischen Lagen des Hauses sind zertifiziert. Geführt wird Drouhin heute von vier Geschwistern der vierten Generation.

Geschichte

Die Geschichte beginnt 1880, als der erst 22-jährige Joseph Drouhin aus dem Chablis nach Beaune zog und dort ein Weinhandelshaus gründete. Sein Sohn Maurice Drouhin übernahm nach dem Tod des Vaters 1918 und legte den Grundstein für den eigenen Weinbergsbesitz: Er erwarb den Clos des Mouches oberhalb von Beaune, der bis heute das Wahrzeichen des Hauses ist.

Die entscheidende Erweiterung verdankt Drouhin Robert Drouhin, der 1957 an die Spitze rückte. Er kaufte in den 1960er-Jahren Parzellen in einigen der berühmtesten Grands Crus der Côte de Nuits – darunter Musigny, Bonnes-Mares und die Premier-Cru-Lage Les Amoureuses – und baute außerdem den Besitz im Chablis deutlich aus. 1987/88 wagte er mit seiner Tochter Véronique den Schritt nach Übersee und gründete in den Dundee Hills in Oregon die Domaine Drouhin Oregon.

Heute führen vier Geschwister der vierten Generation das Haus gemeinsam: Frédéric, Philippe, Véronique und Laurent Drouhin. Philippe verantwortet die Weinberge, Véronique die Vinifikation in Frankreich wie in Oregon. Drouhin gehört zudem der Vereinigung Primum Familiae Vini an, in der sich führende Familienweingüter der Welt zusammengeschlossen haben.

Lage & Terroir

Der Sitz des Hauses liegt im Herzen von Beaune, in einem Gebäudekomplex mit jahrhundertealten Kellern, die teils bis in die Zeit der burgundischen Herzöge zurückreichen. Von hier aus bewirtschaftet Drouhin ein für das Burgund ungewöhnlich breites Spektrum an Terroirs.

Im Chablis stehen die Reben auf dem kalkigen Kimmeridge-Mergel, der den Weinen ihre salzige, feuerstein-artige Spannung gibt; Zentrum ist dort das historische Anwesen Moulin de Vaudon an der Serein. In der Côte de Nuits und der Côte de Beaune wechseln Kalk- und Mergelböden auf engstem Raum und schaffen jene Parzellenvielfalt, für die die Côte d'Or berühmt ist. Die Côte Chalonnaise im Süden ergänzt das Bild um etwas zugänglichere, früher trinkreife Weine. Diese Streuung erlaubt es dem Haus, die burgundische Hierarchie von Regionalweinen bis zu Grands Crus vollständig abzudecken.

Stil & Philosophie

Drouhins Anspruch ist es, die Unterschiede zwischen den Lagen so unverfälscht wie möglich in die Flasche zu bringen. Entsprechend zurückhaltend ist die Kellerarbeit: moderater Anteil an neuem Holz, behutsame Extraktion, langer Ausbau. Die roten Pinot Noir gelten als eher feingliedrig, duftig und klassisch als wuchtig; die weißen Chardonnay verbinden Frucht mit deutlicher mineralischer Spannung.

Prägend ist der Weinbau. Bereits ab den 1980er- und 1990er-Jahren stellte Philippe Drouhin die Weinberge schrittweise auf ökologische und dann biodynamische Bewirtschaftung um – zu einer Zeit, als das im Burgund noch als Außenseiterposition galt. Seit dem Jahrgang 2009 sind alle burgundischen Lagen des Hauses zertifiziert. Dazu gehören auch hohe Pflanzdichten, Pflügen statt Herbizide und ein bewusster Verzicht auf technische Korrekturen im Keller.

Bekannte Lagen & Weine

Das Sortiment reicht vom einfachen Bourgogne bis zu einigen der begehrtesten Weine der Côte d'Or:

  • Beaune 1er Cru Clos des Mouches (rot und weiß) – rund 14 Hektar und die Signatur des Hauses; der weiße Clos des Mouches landete bei der legendären Pariser Vergleichsverkostung 1976 auf Platz fünf
  • Musigny, Bonnes-Mares, Chambertin-Clos de Bèze, Grands Échezeaux und Clos de Vougeot – rote Grands Crus der Côte de Nuits
  • Chambolle-Musigny 1er Cru Les Amoureuses – einer der gesuchtesten Premiers Crus überhaupt
  • Corton-Charlemagne – großer weißer Grand Cru vom Corton-Hügel
  • Montrachet Marquis de Laguiche – von Drouhin vinifiziert und vermarktet, einer der berühmtesten Weißweine der Welt
  • Chablis Grand Cru Les Clos und die Weine der Domaine Drouhin-Vaudon

Auszeichnungen

Als eines der Burgunder Häuser mit der größten Bandbreite steht Drouhin dauerhaft im Blick der internationalen Fachpresse; die Grands Crus und der Clos des Mouches erhalten regelmäßig Spitzenbewertungen. Über die reine Punktzahl hinaus gilt das Haus vor allem als Vorreiter: Der frühe, konsequente Weg in die Biodynamie und die Gründung der Domaine Drouhin Oregon haben weit über das Burgund hinaus Schule gemacht. Die Mitgliedschaft in der Primum Familiae Vini unterstreicht den Rang der Familie unter den bedeutenden Weingutsdynastien.

Häufige Fragen

Wofür ist Joseph Drouhin bekannt?

Joseph Drouhin ist eines der großen Burgunder Häuser: eine Kombination aus eigener Domaine mit rund 90 Hektar Reben und einem traditionsreichen Négociant-Geschäft. Berühmt ist das Haus für den Beaune 1er Cru Clos des Mouches in Rot und Weiß, für Grands Crus wie Musigny, Bonnes-Mares und Corton-Charlemagne sowie für den konsequent biodynamischen Weinbau.

Wo liegt Maison Joseph Drouhin?

Der Sitz liegt mitten in Beaune, der Weinhauptstadt des Burgunds, in historischen Kellern unterhalb der Altstadt. Die eigenen Weinberge verteilen sich von Chablis im Norden über die Côte de Nuits und die Côte de Beaune bis in die Côte Chalonnaise.

Arbeitet Joseph Drouhin biodynamisch?

Ja. Unter Philippe Drouhin wurden die Weinberge ab den 1980er- und 1990er-Jahren schrittweise auf ökologischen und dann biodynamischen Anbau umgestellt. Seit dem Jahrgang 2009 sind alle burgundischen Lagen des Hauses zertifiziert.

Ist Joseph Drouhin ein Négociant oder eine Domaine?

Beides. Das Haus begann 1880 als Négociant und kauft bis heute Trauben zu, hat aber über Generationen umfangreichen eigenen Rebbesitz aufgebaut. Weine aus diesen Parzellen erscheinen als „Domaine Joseph Drouhin“, zugekaufte Partien unter „Maison Joseph Drouhin“.

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