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Fontodi – Sangiovese aus der Conca d'Oro von Panzano

Fontodi in Panzano: Bio-Pionier der Conca d'Oro, reinsortiger Sangiovese, Kult-Wein Flaccianello und Gran Selezione Vigna del Sorbo. Geschichte & Steckbrief.

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  • sangiovese

Das Wichtigste in Kürze

  1. 1Seit 1968 im Besitz der Familie Manetti – heute eines der Referenzweingüter des Chianti Classico.
  2. 2Lage in der Conca d'Oro, dem nach Süden offenen „goldenen Becken“ unterhalb von Panzano in Chianti.
  3. 3Rund 100 Hektar Reben, zertifiziert biologisch bewirtschaftet – mit eigener Chianina-Rinderherde für den Kompost.
  4. 4Flaccianello della Pieve: reinsortiger Sangiovese seit dem Jahrgang 1981 und einer der frühen Super Tuscans.
  5. 5Chianti Classico Gran Selezione Vigna del Sorbo – seit dem Jahrgang 2012 zu 100 % aus Sangiovese.

Zusammenfassung

Fontodi in Panzano in Chianti gehört zu den unbestrittenen Spitzenadressen der Toskana. Seit 1968 im Besitz der Familie Manetti, liegt das Gut in der berühmten Conca d'Oro, einem nach Süden geöffneten Talkessel unterhalb von Panzano. Auf rund 100 Hektar zertifiziert biologisch bewirtschafteter Reben entstehen Weine, die fast ausschließlich auf Sangiovese setzen – allen voran der legendäre Flaccianello della Pieve und die Gran Selezione Vigna del Sorbo. Unter Giovanni Manetti, der zugleich als Präsident des Chianti-Classico-Konsortiums die Appellation mitgeprägt hat, ist Fontodi zum Maßstab für modernen, terroirgetreuen Chianti Classico geworden.

Geschichte

Die Geschichte des modernen Fontodi beginnt 1968, als Dino Manetti das Anwesen südlich von Panzano erwarb. Die Familie stammt nicht aus dem Weinbau, sondern führt seit Generationen ein traditionsreiches Terrakotta-Unternehmen – eine Verbindung, die bis heute sichtbar ist, etwa in den Tongefäßen, die im Keller für den Ausbau eingesetzt werden.

Prägend für den Aufstieg des Guts wurde Giovanni Manetti, der Fontodi seit den 1980er-Jahren leitet. Er setzte früh auf Qualität statt Menge, auf Sangiovese statt auf die damals modischen internationalen Sorten und auf konsequent biologischen Weinbau. Mit dem Flaccianello della Pieve (erster Jahrgang 1981) gehört Fontodi zudem zu den Wegbereitern jener toskanischen Spitzenweine, die außerhalb der damaligen Chianti-Regeln entstanden. Über seine Rolle als Präsident des Consorzio Vino Chianti Classico hat Manetti auch die Weiterentwicklung der Appellation – etwa rund um die Gran Selezione und die neuen Unterzonen – maßgeblich begleitet.

Lage & Terroir

Fontodi liegt in der Conca d'Oro, der „goldenen Muschel“: einem amphitheaterförmigen, nach Süden geöffneten Tal unmittelbar unterhalb des Ortes Panzano in Chianti in der Gemeinde Greve. Die Reben profitieren von viel Sonnenlicht, guter Durchlüftung und einer Höhenlage, die kühle Nächte und damit Frische und Säure im Sangiovese sichert.

Die Böden sind typisch für das beste Chianti Classico: Galestro, ein brüchiger, kalkhaltiger Tonschiefer, und Alberese, ein harter Kalkstein. Sie sorgen für Drainage, begrenzen die Wuchskraft der Reben und geben den Weinen ihre feste Struktur und mineralische Spannung. Seit der Einführung der Unterzonen (UGA) im Chianti Classico darf Fontodi die Herkunftsangabe Panzano auf dem Etikett führen. Mit Weinbergen im höher gelegenen Lamole, deren Terrassen auf über 500 Metern liegen, hat das Gut sein Terroirspektrum zuletzt noch erweitert.

Stil & Philosophie

Im Zentrum steht der Sangiovese – und zwar möglichst pur. Giovanni Manetti will die Eigenart der Rebsorte und des Terroirs von Panzano zeigen, nicht die Handschrift des Kellers. Die Trauben stammen ausschließlich aus eigenen Weinbergen und werden von Hand gelesen; ausgebaut wird in Barriques, großen Holzfässern und teils auch in Terrakotta-Gefäßen.

Die Weinberge werden seit Ende der 1990er-Jahre zertifiziert biologisch bewirtschaftet, ergänzt um biodynamische Elemente. Eine besondere Rolle spielt die eigene Herde weißer Chianina-Rinder: Ihr Mist wird zu Kompost für die Reben verarbeitet und schließt so den Nährstoffkreislauf des Guts. Fontodi ist zudem Mitglied der Unione Viticoltori di Panzano, deren Betriebe die Conca d'Oro gemeinsam ökologisch ausrichten. Neben Wein erzeugt das Gut auch biologisches Olivenöl.

Bekannte Lagen & Weine

Das Sortiment ist überschaubar und klar auf Herkunft ausgerichtet:

  • Flaccianello della Pieve – reinsortiger Sangiovese und Aushängeschild des Guts, seit dem Jahrgang 1981; heute eine Auswahl der besten Trauben mehrerer Parzellen, oft aus den höchsten Hanglagen
  • Chianti Classico Gran Selezione Vigna del Sorbo – aus einer einzelnen Lage mit alten Reben, seit dem Jahrgang 2012 zu 100 % Sangiovese
  • Chianti Classico Terrazze San Leolino – Sangiovese von Terrassenlagen in Panzano
  • Chianti Classico Filetta di Lamole – aus den hoch gelegenen Terrassen von Lamole
  • Chianti Classico Fontodi – der Gutswein und für viele der Maßstab der Appellation
  • Case Via Syrah und Case Via Pinot Nero – Rotweine aus Sorten, die in Panzano eher selten sind
  • Meriggio (Weißwein) und Vin Santo del Chianti Classico

Auszeichnungen

Fontodi gehört seit Jahrzehnten zu den höchstbewerteten Erzeugern Italiens. Der Flaccianello erhält regelmäßig Spitzenbewertungen internationaler Kritiker und ist in den italienischen Weinführern wie Gambero Rosso eine feste Größe unter den ausgezeichneten Weinen. Ebenso wichtig wie Punkte ist jedoch Fontodis Rolle als Vorbild: Das Gut hat gezeigt, dass reinsortiger, biologisch erzeugter Sangiovese aus der Conca d'Oro zu den großen Rotweinen der Welt zählen kann.

Häufige Fragen

Wofür ist Fontodi bekannt?

Fontodi steht für kompromisslosen Sangiovese aus Panzano im Herzen des Chianti Classico. Berühmt ist vor allem der Flaccianello della Pieve, ein reinsortiger Sangiovese, der seit dem Jahrgang 1981 erzeugt wird und zu den Ikonen der Toskana zählt. Dazu kommen die Gran Selezione Vigna del Sorbo und ein Chianti Classico, der als Maßstab der Appellation gilt.

Was ist die Conca d'Oro?

Conca d'Oro – „goldene Muschel“ – heißt das amphitheaterförmige, nach Süden geöffnete Tal unterhalb von Panzano in Chianti. Viel Licht, Höhenlage und kalkhaltige Schieferböden wie Galestro machen es zu einer der besten Lagen für Sangiovese. Den Namen verdankt das Becken dem goldenen Schimmer der Getreidefelder, die hier früher wuchsen.

Ist Fontodi ein Bio-Weingut?

Ja. Fontodi wird seit Ende der 1990er-Jahre zertifiziert biologisch bewirtschaftet und arbeitet zusätzlich mit biodynamischen Ansätzen. Eine eigene Herde weißer Chianina-Rinder liefert den Mist für den Kompost, und das Gut ist Teil der Winzervereinigung von Panzano, die das Gebiet konsequent ökologisch ausrichtet.

Welcher Wein ist Flaccianello?

Flaccianello della Pieve ist der Spitzenwein von Fontodi: ein reinsortiger Sangiovese, der als IGT abgefüllt wird. Ursprünglich aus einer einzelnen Parzelle, stammt er heute aus einer Auswahl der besten Sangiovese-Trauben mehrerer Weinberge, oft aus den höchsten Hanglagen des Guts.

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