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Weingut Battenfeld-Spanier – Kalkstein-Riesling aus dem Wonnegau

Robert KozinskiVon Robert Kozinski
22. Juli 2026
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Weingut Battenfeld-Spanier in Hohen-Sülzen: biodynamischer Kalkstein-Riesling aus dem Wonnegau, Große Gewächse und VDP-Lagen. Geschichte, Stil und Steckbrief im Porträt.

Das Wichtigste in Kürze

  • 1Eines der prägenden Weingüter Rheinhessens – geführt von Hans Oliver Spanier, kurz „H.O.“, im Wonnegau bei Worms.
  • 2Rund 40 Hektar, überwiegend Riesling; dazu Spätburgunder, Weißburgunder und Silvaner.
  • 3Seit 2005 durchgehend biodynamische Bewirtschaftung, davor bereits seit den frühen 1990ern ökologisch.
  • 4Spezialist für Riesling auf Kalkstein – Große Gewächse aus Frauenberg, Kirchenstück und Zellerweg am schwarzen Herrgott.
  • 5VDP-Mitglied seit 1998; 2018 kürte der Weinführer Vinum H.O. Spanier und Carolin Spanier-Gillot zu Winzern des Jahres.

Steckbrief

Region
Rheinhessen – Hohen-Sülzen (Wonnegau), Deutschland
Gegründet
1991 Übernahme des elterlichen Betriebs; rund 1995 Zusammenschluss mit dem Nachbargut Battenfeld
Inhaber / Winzer
Hans Oliver Spanier, gemeinsam mit Carolin Spanier-Gillot
Rebfläche
rund 40 Hektar im Wonnegau
Leitrebsorten
Riesling (etwa 75 %), Spätburgunder, Weißburgunder, Silvaner
Weinstile
Trockene, langlebige Rieslinge auf Kalk; Spätburgunder; Weißburgunder von alten Reben
Klassifikation
VDP-Mitglied seit 1998; Große Gewächse aus mehreren VDP.Großen Lagen
Besonderheit
Biodynamie seit 2005 und kompromissloser Kalkstein-Riesling als Handschrift

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Zusammenfassung

Das Weingut Battenfeld-Spanier in Hohen-Sülzen zählt zu den prägenden Adressen Rheinhessens und hat maßgeblich dazu beigetragen, den einst unterschätzten Wonnegau als eine der spannendsten Riesling-Landschaften Deutschlands bekannt zu machen. Hans Oliver Spanier – in der Weinszene meist nur „H.O.“ genannt – bewirtschaftet rund 40 Hektar biodynamisch und arbeitet konsequent an einem Thema: Riesling auf Kalkstein. Seine Großen Gewächse aus dem Frauenberg, dem Kirchenstück und dem Zellerweg am schwarzen Herrgott sind straff, salzig und alles andere als gefällig – sie brauchen Zeit und belohnen sie mit großer Reife.

Geschichte

Die Geschichte des heutigen Guts beginnt 1991, als Hans Oliver Spanier den elterlichen Betrieb in Hohen-Sülzen übernahm – zu einer Zeit, als Rheinhessen international vor allem für billige Massenware stand. Wenige Jahre später, um 1995, kam durch den Zusammenschluss mit dem benachbarten Weingut Battenfeld der heutige Doppelname zustande.

Spanier gehörte zu den Ersten in der Region, die konsequent auf Ertragsreduzierung, Handlese und Herkunft setzten. Bereits Anfang der 1990er-Jahre begann er, ökologisch zu arbeiten; 2005 stellte er den gesamten Betrieb auf Biodynamie um. 1998 wurde das Gut in den Verband Deutscher Prädikatsweingüter (VDP) aufgenommen – ein früher Ritterschlag für ein damals noch junges Weingut.

Eine weitere Zäsur brachte das Jahr 2006: Hans Oliver Spanier heiratete Carolin Gillot vom Weingut Kühling-Gillot in Bodenheim am Roten Hang. Seitdem verantworten die beiden ihre Güter gemeinsam – als getrennte Marken mit eigener Handschrift, aber gemeinsamer Philosophie. Zusammen wurden sie 2018 vom Weinführer Vinum zu Winzern des Jahres gekürt.

Lage & Terroir

Der Wonnegau, der südlichste Teil Rheinhessens zwischen Worms und der Grenze zur Pfalz, ist geologisch eine Besonderheit: Unter einer flachen Lössauflage liegt hier vielerorts massiver Kalkstein, teilweise mit Ton- und Mergelanteilen. Genau dieser Untergrund ist Spaniers Lebensthema. Kalk speichert Wasser, sorgt für kühle Wurzelzonen und gibt den Weinen jene salzige, zupackende Mineralität, für die das Gut steht.

Die Weinberge liegen in Hohen-Sülzen, Nieder-Flörsheim und Mölsheim. Besonders markant ist der Zellerweg am schwarzen Herrgott bei Mölsheim, einer der ältesten urkundlich erwähnten Weinberge Deutschlands, direkt an der Nahtstelle zwischen Rheinhessen und der Pfalz gelegen. Das Klima ist warm und trocken – der Pfälzerwald schirmt Regen ab –, was in Kombination mit dem kühlenden Kalk späte, aber ausgereifte Lesen mit erhaltener Säure erlaubt.

Stil & Philosophie

Im Weinberg bedeutet Biodynamie hier: Begrünung, Kompost, Präparate, kein Herbizid, tiefe Wurzeln, kleine Erträge. Im Keller folgt daraus ein bewusst zurückhaltender Ansatz – spontane Gärung mit weinbergseigenen Hefen, langes Hefelager, Ausbau überwiegend im großen Holzfass sowie in gebrauchten Barriques, wenig Schwefel, keine Schönungskosmetik.

Die Weine sind entsprechend kompromisslos: trocken, oft mit deutlich spürbarer Struktur und phenolischem Zug, in der Jugend eher verschlossen. Fruchtaromatik steht nicht im Vordergrund; stattdessen prägen Kräuter, Zitrus, Feuerstein und eine kühle, fast salzige Note das Bild. Diese Weine sind auf Langlebigkeit angelegt und gewinnen über viele Jahre. Neben dem Riesling gilt das auch für Spätburgunder und Weißburgunder von alten Reben, die auf denselben Kalkböden wachsen.

Das Sortiment ist streng nach Herkunft gestaffelt: Gutsweine, Ortsweine aus Hohen-Sülzen, Nieder-Flörsheim und Mölsheim und darüber die Großen Gewächse aus den besten Parzellen.

Bekannte Lagen & Weine

Zu den wichtigsten Lagen des Guts zählen:

  • Zellerweg am schwarzen Herrgott (Mölsheim) – kalkgeprägt, würzig und straff; die vielleicht bekannteste Lage des Guts
  • Frauenberg (Nieder-Flörsheim) – Kalkstein und Ton, kraftvoll und tief
  • Kirchenstück (Hohen-Sülzen) – die Hauslage rund um den Betrieb, elegant und feingliedrig
  • Kreuzberg – ergänzt das Spektrum der kalkreichen Parzellen

Die Großen Gewächse aus diesen Lagen sind die Aushängeschilder. Wer den Stil günstiger kennenlernen möchte, greift zum Gutsriesling oder zu den Ortsweinen, die dieselbe kalkige Handschrift in zugänglicherer Form zeigen. Auch der Weißburgunder „Alte Reben“ hat eine treue Anhängerschaft.

Auszeichnungen

Battenfeld-Spanier gehört seit Jahren zur Spitzengruppe in den führenden deutschen Weinführern – darunter Gault&Millau, Eichelmann, Falstaff und Vinum. 2018 wurden Hans Oliver Spanier und Carolin Spanier-Gillot von Vinum gemeinsam zu Winzern des Jahres gekürt. International wird das Gut vor allem als Referenz für deutschen Kalkstein-Riesling wahrgenommen; seit 2011 ist es Mitglied der von Nicolas Joly initiierten biodynamischen Vereinigung „La Renaissance des Appellations“. Damit steht Battenfeld-Spanier heute stellvertretend für den Aufstieg Rheinhessens von der Massenweinregion zu einer der spannendsten Herkünfte Deutschlands.

Häufige Fragen

Wofür ist Battenfeld-Spanier bekannt?

Battenfeld-Spanier gilt als einer der wichtigsten Kalkstein-Spezialisten Deutschlands. Die trockenen Rieslinge aus dem Wonnegau sind straff, salzig-mineralisch und auf lange Reife angelegt – Gegenentwurf zum fruchtbetonten Stil. Dazu kommen ernsthafte Spätburgunder und Weißburgunder von denselben kalkreichen Böden.

Wo liegt das Weingut Battenfeld-Spanier?

Das Gut hat seinen Sitz in Hohen-Sülzen im Wonnegau, dem südlichen Teil Rheinhessens nahe Worms und an der Grenze zur Pfalz. Die besten Lagen liegen in Hohen-Sülzen, Nieder-Flörsheim und Mölsheim.

Arbeitet Battenfeld-Spanier biodynamisch?

Ja. Hans Oliver Spanier stellte den Betrieb bereits Anfang der 1990er-Jahre auf ökologischen Weinbau um und arbeitet seit 2005 biodynamisch. Seit 2011 gehört das Gut zudem der von Nicolas Joly gegründeten Vereinigung „La Renaissance des Appellations“ an.

Was hat Battenfeld-Spanier mit Kühling-Gillot zu tun?

Hans Oliver Spanier ist mit Carolin Spanier-Gillot verheiratet, die das Weingut Kühling-Gillot in Bodenheim führt. Beide Güter werden gemeinsam verantwortet, bleiben aber eigenständige Marken mit eigenem Sortiment und eigener Herkunft.

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