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Elsass für Weinliebhaber - Weingüter, Winstuben & Weinstraße

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Weinurlaub im Elsass: besuchbare Weingüter an der Weinstraße, Winstuben, Weinlehrpfade, Feste und Weihnachtsmärkte - meist mit deutschsprachiger Führung.

Warum das Elsass für Weinliebhaber?

Es gibt eine Weinregion, in der man auf Deutsch nach dem Ausbau fragen kann, meist nichts für die Verkostung zahlt und nach zwei Stunden Fahrt wieder zu Hause ist. Für alle, die in Süddeutschland wohnen, ist das Elsass genau das - und selbst aus dem Rest Deutschlands lohnt es als Kurzurlaub mehr als die meisten Fernziele.

Die Route des Vins d'Alsace entstand 1953 und führt auf 170 Kilometern durch 119 Weinorte, von Marlenheim westlich von Straßburg bis nach Thann bei Mulhouse. Mit fünf bis sechs Millionen Besuchern jährlich ist sie die meistbesuchte Weinstraße der Welt - und trotzdem funktioniert sie, weil sich alles auf Fachwerkdörfer verteilt, die selten mehr als zehn Minuten auseinanderliegen. Colmar nach Eguisheim sind sieben Kilometer, nach Riquewihr vierzehn, nach Ribeauvillé siebzehn.

Dazu kommt die eigentliche Besonderheit: 51 Grands Crus auf engstem Raum, jeder eine eigene Appellation, und ein Sortiment, das von knochentrockenem Riesling über aromatischen Gewürztraminer bis zu edelsüßen Spätlesen reicht. Weinfachliche Tiefe zu Lagen, Rebsorten und Klima findest du in unserem Elsass-Porträt.

Beste Reisezeit für Weinerlebnisse

ZeitraumWas dich erwartet
Mai - JuniGrüne Reben, wenig Andrang, Güter haben Zeit; die Cave de Ribeauvillé führt ab Mai kostenlos
JuliWeinfeste in Barr (die älteste Weinmesse des Elsass, seit 1906), Pfaffenheim und Wettolsheim
Ende Juli - Anfang AugustFoire aux Vins d'Alsace in Colmar: 350 Aussteller, aber eher Messe mit Musikfestival als beschauliches Winzerfest
AugustAchtung: Mehrere Spitzengüter schließen mehrere Wochen - vorher prüfen. Ende August beginnt oft schon die Lese
SeptemberLesezeit, Winzerfeste wie die Fête des Vignerons in Eguisheim - die Winzer sind aber im Ausnahmezustand
OktoberUnsere Empfehlung: Herbstfärbung in den Reben, Fête des Vendanges in Barr, Fête du Riesling in Riquewihr, ruhige Verkostungen
Ende November - DezemberWeihnachtsmärkte - ein zweites, völlig eigenständiges Reisemotiv

Weingüter, die du besuchen kannst

Anders als in Italien liegen die Elsässer Weingüter fast immer im Dorf, nicht draußen in den Reben - man parkt einmal und geht zu Fuß. Und man zahlt meist nichts: Bei den meisten hier genannten Adressen ist die Verkostung für Privatpersonen kostenlos.

Cave de Ribeauvillé (Ribeauvillé)

Unser Tipp für den Einstieg, gerade mit Familie oder gemischter Gruppe. Die 1895 gegründete älteste Winzergenossenschaft Frankreichs - entstanden, als das Elsass deutsch war und 44 Winzerfamilien der Handel nach Frankreich abgeschnitten wurde. Von Mai bis August gibt es kostenlose Führungen montags bis freitags um 10 und 15 Uhr durch Keller und Rebbau-Museum, die Verkostung für Privatpersonen ist ebenfalls kostenlos. Dazu kommen günstige Workshops für rund 10 bis 12 Euro: Rebsortenvergleich, geosensorische Verkostung oder eine Weinbergstour. Über 70 Weine, sieben Grands Crus - und Deutsch ist ausdrücklich eine der Haussprachen.

Info: Website · Google Maps

Maison Trimbach (Ribeauvillé)

Seit 1626 in Familienhand, inzwischen in der dreizehnten Generation - und eines der wenigen Güter der Welt, dessen Riesling als Maßstab gilt: Der "Clos Ste Hune" und die "Cuvée Frédéric Emile" stehen auf jeder ernsthaften Weinkarte zwischen Tokio und New York. Für Besucher gibt es eine Kellerführung mit kommentierter Verkostung, für Privatpersonen kostenlos. Reservierung ist obligatorisch, Montag bis Freitag, samstags nur nach Verfügbarkeit, sonntags geschlossen.

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Famille Hugel (Riquewihr)

Seit 1639 am selben Ort mitten in Riquewihr, einem der schönsten Fachwerkdörfer Frankreichs - man verbindet den Besuch also ohnehin mit einem Bummel. Im Keller stehen jahrhundertealte Eichenfässer, darunter das legendäre "Sainte Catherine"-Fass. Die Spezialität des Hauses sind die edelsüßen Vendanges Tardives und Sélection de Grains Nobles. Verkostung kostenlos, Führungen nach Vereinbarung; von Ostern bis Dezember auch am Wochenende geöffnet, was an der Weinstraße nicht selbstverständlich ist. Deutsch gehört ausdrücklich zum Sprachangebot.

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Domaines Schlumberger (Guebwiller)

Das größte Weingut des Elsass mit 140 Hektar - und das mit den am besten strukturierten Besucherangeboten. Vier Grands Crus liegen an den Steilhängen über Guebwiller: Kitterlé, Kessler, Saering und Spiegel. Es gibt drei feste Formate: eine einstündige Entdeckungstour für rund 15 Euro, eine zweistündige Prestige-Variante für etwa 25 Euro und - der Tipp für alle, die Steillagen wirklich sehen wollen - eine dreistündige Fahrt im Geländewagen durch die Terrassen für rund 50 Euro. Kinder unter 18 kostenlos. Dienstag bis Samstag, nur mit Reservierung.

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Domaine Marcel Deiss (Bergheim)

Das intellektuellste Gut der Weinstraße - und für Weininteressierte der spannendste Stopp. Deiss stellt das Elsässer Prinzip auf den Kopf: Statt sortenrein auszubauen, pflanzt er bis zu dreizehn Rebsorten gemischt in eine Parzelle, liest sie gemeinsam und keltert sie zusammen. Nicht die Rebsorte soll schmecken, sondern der Boden. 32 Hektar, seit 1995 Demeter-zertifiziert biodynamisch, 220 Parzellen in neun Gemeinden, dazu die Grands Crus Altenberg de Bergheim, Schoenenbourg und Mambourg. Reservierung empfohlen.

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Domaine Weinbach (Kaysersberg)

Ein ehemaliges Kapuzinerkloster am Fuß des Grand Cru Schlossberg, umgeben von einer Mauer - dem Clos des Capucins. Catherine Faller führt das Gut mit ihren Söhnen, und die Weine gehören zum Feinsten, was die Region an Riesling und Gewürztraminer hervorbringt. Besuch vorzugsweise nach Vereinbarung, die Verkostung ist hier kostenpflichtig. Im August ist das Gut geschlossen - wer im Sommer kommt, plant um.

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Domaine Zind-Humbrecht (Turckheim)

Nur zehn Minuten von Colmar am Ortseingang von Turckheim - Olivier Humbrecht war der erste Franzose mit dem Master-of-Wine-Titel, und das Gut arbeitet biodynamisch. Die Grands Crus lesen sich wie eine Bestenliste: Rangen de Thann Clos Saint Urbain, Brand, Hengst, Goldert. Besuch nur nach Vereinbarung, werktags; im August und zu weiteren Zeiten mehrere Wochen geschlossen - unbedingt vorher anfragen.

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Domaine Ostertag (Epfig)

Für alle, die im Norden der Weinstraße unterwegs sind: 15 Hektar, seit 1998 biodynamisch, inzwischen von Arthur Ostertag geführt. Die Lagen verteilen sich auf Epfig, Itterswiller, Albé und Nothalten mit dem Grand Cru Muenchberg. Verkostung für Privatpersonen kostenlos, Besuch nur nach Vereinbarung, Gruppen maximal 15 Personen - und Führungen gibt es ausdrücklich auf Deutsch.

Info: Google Maps

Routenvorschläge

Route 1 - Das Herzstück zwischen Colmar und Ribeauvillé: Vormittags Hugel in Riquewihr mit anschließendem Bummel durch die Altstadt, mittags eine Winstub, nachmittags Trimbach oder die Cave de Ribeauvillé in Ribeauvillé (17 Kilometer). Wer noch Zeit hat, hängt Bergheim mit Marcel Deiss an - dort startet auch ein Weinlehrpfad.

Route 2 - Süden ab Colmar: Vormittags Zind-Humbrecht in Turckheim (zehn Minuten von Colmar), mittags in Eguisheim - eines der schönsten Dörfer Frankreichs -, nachmittags der Weinlehrpfad Eguisheim oder Wolfberger für eine unkomplizierte Verkostung. Für Steillagen-Fans stattdessen weiter nach Guebwiller zu Schlumberger.

Route 3 - Ein Tag ohne Weingut: Vormittags Weinlehrpfad in Eguisheim (3,1 Kilometer, gut anderthalb Stunden), mittags Wistub in Colmar, nachmittags Weinbar oder Altstadt. Klingt paradox, ist aber der beste Tag für gemischte Gruppen - und der Fahrer bleibt entspannt.

Wichtig - Fahren und Wein: In Frankreich gelten 0,5 Gramm pro Liter, für Fahranfänger in den ersten drei Jahren 0,2. Ab 0,8 wird es eine Straftat mit Geldstrafen bis in den vierstelligen Bereich, und Bußgelder ab 70 Euro werden auch in Deutschland vollstreckt. Eine Korrektur zu vielen deutschen Ratgebern: Die Pflicht, einen Alkoholtester mitzuführen, wurde 2020 abgeschafft - mitführen schadet nicht, vorgeschrieben ist es nicht mehr. Ausspucken ist bei Verkostungen völlig normal.

Ein Hinweis zu geführten Touren: Die kommerziellen Kleingruppentouren ab Colmar und Straßburg laufen fast durchgehend auf Englisch. Wer eine deutschsprachige Tour mit Fahrer will, muss individuell anfragen - anders als bei den Weingütern selbst, wo Deutsch der Normalfall ist.

Restaurants für Weinliebhaber

Die Winstub - bitte einmal ausprobieren

Bevor es zu den Sternen geht: Die Winstub (elsässisch auch Wistub) ist die eigentliche Institution der Region. Das Wort kommt schlicht von "Weinstube", das Konzept existiert seit dem 18. Jahrhundert: Eichenholzvertäfelung, rot-weiß karierte Tischdecken, oft Gemeinschaftstische, kurze Karte.

Für Weinliebhaber ist ein Detail entscheidend: Der Wein wird im Pichet serviert, im Steingutkrug, fast ausschließlich aus dem Elsass. Kein Flaschenzwang - ideal, wenn nur eine Person am Tisch trinkt oder man mehrere Weine probieren will. Auf der Karte stehen Baeckeoffe (ein Schmortopf aus drei Fleischsorten, in Riesling mariniert und im Teigrand versiegelt gebacken), Flammekueche, Choucroute und Coq au Riesling.

Gehoben

La Table d'Olivier Nasti im Le Chambard (Kaysersberg) - Unsere Empfehlung für den großen Abend, weil hier beides unter einem Dach liegt: zwei Michelin-Sterne im Gourmetrestaurant und eine traditionelle Winstub im selben Haus. Olivier Nasti ist Meilleur Ouvrier de France und wurde von Gault&Millau zum Koch des Jahres 2023 gekürt. Info: Guide Michelin · Google Maps

L'Auberge de l'Ill (Illhaeusern) - Die Legende der Region: Die Familie Haeberlin hielt hier von 1967 bis 2018 drei Michelin-Sterne, heute sind es zwei. Ein Haus direkt an der Ill, mit Garten und eigenem Hotel, Marc Haeberlin in vierter Generation - und eine Weinkarte, die tief in die elsässischen Spitzenlagen geht. Info: Guide Michelin · Google Maps

La Table du Gourmet (Riquewihr) - Ein Michelin-Stern seit 1996 und seit 2022 zusätzlich ein Grüner Stern für Nachhaltigkeit: Jean-Luc Brendel bewirtschaftet seine Gärten am Kobelsberg nach Permakultur. Praktisch für Reisende: Er betreibt in Riquewihr zusätzlich eine moderne Winstub und Gästezimmer. Info: Guide Michelin · Google Maps

JY'S (Colmar) - Zwei Sterne mitten in Colmar am Champ-de-Mars, Jean-Yves Schillinger kochte in New York, bevor er zurückkam. Menüs mit sechs oder zehn Gängen. Info: Guide Michelin · Google Maps

Entspannt

Wistub du Sommelier (Bergheim) - Die Weinkarten-Adresse der Region: 1985 von einem ehemaligen Meilleur Sommelier de France gegründet, mit über 400 Referenzen, ausschließlich aus dem Elsass. Die Karte wurde 2022 ausgezeichnet, weil sie die Bergheimer Lagen erklärt statt nur aufzulisten. Der Betrieb wurde in den letzten Jahren umgebaut - ruf kurz an, ob es Küche oder nur Wein gibt. Info: Website · Google Maps

Wistub Brenner (Colmar) - Mitten in der Petite Venise, dem Grachtenviertel von Colmar, mit Terrasse am Wasser. Alles hausgemacht, klassische Karte von Zwiebelkuchen über Choucroute bis zur geschmorten Schweinshaxe in Pinot-Noir-Sauce. Die Winstub, die man mitnimmt, wenn man nur eine besucht. Info: Guide Michelin · Google Maps

Au Pont Corbeau (Straßburg) - Michelin Bib Gourmand, seit über 30 Jahren in Familienhand und bei Straßburgern bekannt: authentische Winstub mit guter Weinauswahl und Zutaten aus einem Netz lokaler Erzeuger. Info: Guide Michelin · Google Maps

Weinbars & Vinotheken

  • Wolfberger (Eguisheim) - Die Genossenschaft von 1902 mit 365 Winzerfamilien, mitten im schönsten Dorf der Weinstraße. Verkostung von Wein, Crémant und Edelbränden kostenlos, dazu ein Dufttisch, den es sonst nirgends im Elsass gibt. Entscheidend für Wochenendfahrer: auch samstags und sonntags geöffnet - an der Weinstraße die Ausnahme. Website · Google Maps
  • L'Un des Sens (Colmar) - Weinbar, Weinhandlung und Restaurant in der Altstadt, rund 250 Referenzen mit Schwerpunkt auf Natur- und biodynamischen Weinen. Gläserweise oder flaschenweise, dazu Käse, Tapas und Terrinen; es gibt Verkostungs-Workshops von rund zweieinhalb Stunden. Google Maps
  • Vino Strada (Straßburg) - Über 4.000 Weine und Spirituosen von umweltbewusst arbeitenden Winzern, zwei Weinhandlungen plus ein bistronomisches Restaurant, dazu Masterclasses - und eine Bar auf einem Hausboot am Quai des Pêcheurs. Website · Google Maps
  • Terres à Vin (Straßburg) - Seit 1997 im Stadtzentrum: Weinhandlung, Weinbar und Feinkost, kuratiert aus kleinen Erzeugerbetrieben, dazu Ausstellungen und Veranstaltungen. Website · Google Maps

Wein-Erlebnisse & Feste

  • Weinlehrpfad Eguisheim: Der bekannteste der Region und unser Familientipp - 3,1 Kilometer, rund anderthalb Stunden, 60 Höhenmeter, Start am Rathausparkplatz. Infotafeln erklären die sieben Rebsorten, die Winzerarbeit im Jahreslauf und die beiden Grands Crus Eichberg und Pfersigberg. Kostenlos, jederzeit begehbar, mit Blick auf die Drei Burgen.
  • Weinlehrpfad Bergheim: Rundweg um das mittelalterliche Städtchen, gut zwei Stunden. Besonders reizvoll: Im Juli und August führt mittwochs früh ein Winzer selbst durch die Reben, mit anschließender Verkostung.
  • Foire aux Vins d'Alsace (Ende Juli/Anfang August, Colmar): Die große Weinmesse der Region mit 350 Ausstellern - allerdings kombiniert mit einem Musikfestival mit großen Namen. Wer beschauliche Winzerfeste sucht, ist bei den Dorffesten besser aufgehoben.
  • Fête Vigneronne in Barr (Mitte Juli): Die älteste Weinmesse des Elsass, seit 1906. Im Oktober folgt am selben Ort die Fête des Vendanges.
  • Fête des Vignerons Eguisheim (Ende August) und Fête du Riesling in Riquewihr (Oktober) sind die charmanteren, kleineren Alternativen.
  • Weihnachtsmärkte (Ende November bis Weihnachten): Straßburg feiert seit 1570 den ältesten Weihnachtsmarkt Frankreichs, mit über 300 Hütten auf der Grande Île, Eintritt frei. Ein Redaktionstipp für die Planung: Colmar hat länger geöffnet als Straßburg - dort läuft der Markt bis in die Tage zwischen Weihnachten und Neujahr, wenn in Straßburg schon abgebaut wird.

Praktische Tipps

Verkosten kostet meist nichts - aber Gruppen zahlen: Das ist die angenehmste Eigenheit der Region. Bei unabhängigen Winzern und Genossenschaften ist die Probe für Privatpersonen sehr oft kostenlos, besonders außerhalb der Hochsaison. Für Gruppen wird fast immer ein Betrag fällig, ebenso für Erlebnisformate mit Führung (üblich sind 8 bis 25 Euro, bei Schlumberger bis 50 Euro für die Geländewagentour). Und: Ein gezahlter Verkostungsbeitrag wird häufig ab einem Einkauf von etwa 50 bis 100 Euro verrechnet - deutsche Gäste kennen das so meist nicht.

Die Sonntagsfrage: Viele Elsässer Weingüter sind am Wochenende geschlossen, gerade die renommierten Familienbetriebe. Wer nur samstags und sonntags Zeit hat, plant mit Genossenschaften (Wolfberger hat sonntags offen), mit Hugel (von Ostern bis Dezember auch am Wochenende) oder mit den Weinlehrpfaden, die immer gehen.

Wein mit nach Hause nehmen: Der eigentliche Trumpf des Elsass gegenüber Italien oder Spanien - man ist mit dem Auto da und in wenigen Stunden wieder zu Hause. Kistenweise kaufen ist hier die Regel, nicht die Ausnahme, und innerhalb der EU ist Wein für den Eigenbedarf frei. Nur im Hochsommer nicht in der prallen Sonne stehen lassen.

Was einkaufen: Einen trockenen Riesling aus einem Grand Cru, wenn du erleben willst, wie anders diese Rebsorte in Frankreich schmeckt - straffer und salziger als an der Mosel. Dazu einen Gewürztraminer, der aus dem Elsass kommt wie sonst nirgends, und einen Pinot Gris, der hier deutlich mehr Substanz hat als der deutsche Grauburgunder. Und wenn das Budget es hergibt: eine Vendanges Tardives - edelsüß, jahrzehntelang haltbar und in Deutschland kaum zu finden.

Und unterwegs: Elsässer Etiketten sind eine Mischung aus Rebsorte, Lagenname und Grand-Cru-Bezeichnung, oft in deutsch klingender Schreibweise, aber französisch reguliert. Der Scanner der Grape Guru App löst das auf und sagt dir, ob du gerade einen trockenen Wein oder eine restsüße Spätlese im Glas hast - im Elsass ist das nämlich am Etikett oft nicht zu erkennen.

Häufige Fragen

Kostet eine Weinprobe im Elsass etwas?

Oft nicht. Bei vielen unabhängigen Winzern und den Genossenschaften ist die Verkostung für Privatpersonen kostenlos - bestätigt etwa bei Trimbach, Hugel, der Cave de Ribeauvillé, Wolfberger und Domaine Ostertag. Für Gruppen wird meist ein Betrag fällig, ebenso für strukturierte Erlebnisformate: Bei Domaines Schlumberger kosten die Führungen 15, 25 oder 50 Euro je nach Umfang. Häufig wird ein Verkostungsbeitrag ab einem Einkauf von etwa 50 bis 100 Euro verrechnet.

Werden im Elsass deutschsprachige Führungen angeboten?

Sehr häufig, ja - das ist der große Vorteil gegenüber anderen französischen Weinregionen. Bei der Cave de Ribeauvillé, bei Hugel und bei Domaine Ostertag ist Deutsch ausdrücklich ausgewiesen, viele weitere Güter sprechen es ebenfalls. Anders sieht es bei kommerziellen Bustouren mit Fahrer aus: Die laufen fast durchgehend auf Englisch, für eine deutschsprachige Tour muss man individuell anfragen.

Kann man Elsässer Weingüter ohne Anmeldung besuchen?

Die Genossenschaften ja - Wolfberger in Eguisheim ist sogar sonntags geöffnet, was an der Weinstraße die Ausnahme ist, und die Cave de Ribeauvillé bietet von Mai bis August kostenlose Führungen an festen Uhrzeiten. Die renommierten Familienweingüter wie Trimbach, Zind-Humbrecht oder Weinbach empfangen dagegen nur nach Voranmeldung, und einige schließen im August für mehrere Wochen.

Wann ist Weinlese im Elsass?

Traditionell von Mitte September bis Anfang Oktober - der Klimawandel hat das aber massiv verschoben. 2025 begann die Lese schon am 19. August, dem frühesten Termin in der Geschichte der Region, rund drei Wochen früher als in den 1990er Jahren. Wer die Lese erleben will, plant also Ende August bis Mitte September. Im Oktober sind die Winzer dafür wieder gut ansprechbar.

Muss man in Frankreich einen Alkoholtester im Auto haben?

Nein. Die Mitführpflicht wurde per Dekret vom Mai 2020 abgeschafft und gilt seit dem 22. Mai 2020 nicht mehr - viele deutsche Reiseratgeber sind hier veraltet. Es gelten 0,5 Gramm pro Liter, für Fahranfänger in den ersten drei Jahren 0,2. Bußgelder ab 70 Euro können französische Behörden auch in Deutschland vollstrecken.

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