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Wein und Käse an den Feiertagen: Die besten Kombinationen

18. Dezember 2025
6 Min. Lesezeit
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Welcher Wein passt zu welchem Käse an Weihnachten und Silvester? Entdecke die besten Kombinationen für deine festliche Käseplatte mit Profi-Tipps.

Stell dir vor: Es ist der zweite Weihnachtsfeiertag, die Familie sitzt gemütlich beisammen, und auf dem Tisch steht eine liebevoll arrangierte Käseplatte. Jetzt kommt die entscheidende Frage: Welcher Wein passt dazu? Die Kombination von Wein und Käse ist eine Wissenschaft für sich – und gerade an den Feiertagen möchte man natürlich alles richtig machen.

Ich verrate dir in diesem Artikel, wie du Wein und Käse perfekt kombinierst, welche klassischen Fehler du vermeiden solltest und wie du deine Gäste mit harmonischen Pairings begeisterst. Denn seien wir ehrlich: Die richtige Kombination kann ein gutes Erlebnis in ein unvergessliches verwandeln.

Warum Wein und Käse so gut zusammenpassen

Die Kombination von Wein und Käse hat eine lange Tradition – und das nicht ohne Grund. Beide Produkte sind durch Fermentation entstanden, beide entwickeln komplexe Aromen und beide profitieren von der richtigen Reifung. Wenn Wein und Käse harmonieren, ergänzen sich ihre Geschmacksnoten perfekt.

Das Geheimnis liegt in der Balance: Die Säure im Wein kann die Fettigkeit des Käses ausgleichen, während die Cremigkeit des Käses die Tannine im Wein weicher macht. Süße Weine wiederum können salzige oder würzige Käsesorten perfekt abrunden.

Die goldene Regel: Je kräftiger der Käse, desto kräftiger sollte auch der Wein sein. So stellst du sicher, dass keiner der beiden Geschmäcker den anderen überdeckt.

Die perfekte Käseplatte für die Feiertage zusammenstellen

Bevor wir zu den Wein-Pairings kommen, lass uns über die ideale Käseauswahl sprechen. Für eine festliche Käseplatte brauchst du:

Mindestens 5 verschiedene Käsesorten:

  • Ein milder Weichkäse (z.B. Brie oder Camembert)
  • Ein mittelalter Schnittkäse (z.B. Gouda oder Gruyère)
  • Ein würziger Hartkäse (z.B. Parmesan oder Manchego)
  • Ein Blauschimmelkäse (z.B. Roquefort oder Gorgonzola)
  • Ein besonderer Käse (z.B. Ziegenkäse oder Trüffelkäse)

Wichtige Beilagen:

  • Weintrauben (klassisch und immer passend)
  • Feigen (frisch oder als Konfitüre)
  • Nüsse (Walnüsse, Haselnüsse)
  • Honig oder Chutneys
  • Knuspriges Brot, Grissini oder Cracker

Die Käseplatte sollte etwa 2-3 Stunden vor dem Servieren aus dem Kühlschrank genommen werden. Käse entfaltet seine Aromen am besten bei Zimmertemperatur – genau wie Rotwein übrigens.

Weichkäse: Cremig trifft auf fruchtig

Weichkäse wie Brie, Camembert oder Chaource sind an den Feiertagen besonders beliebt. Ihre cremige Textur und das oft milde bis pilzige Aroma brauchen einen Wein, der frisch und fruchtig ist, aber nicht zu dominant.

Perfekte Weinbegleiter:

  • Chardonnay: Ein fruchtiger Chardonnay ohne zu viel Barrique-Ausbau harmoniert perfekt mit der Cremigkeit
  • Grüner Veltliner: Die pfeffrige Note und die frische Säure schneiden durch die Fettigkeit
  • Pinot Noir: Ein leichter, tanninarmer Rotwein aus dem Burgund ist die rote Alternative

Mein Tipp: Ein gereifter Brie mit einem Champagner oder Crémant ist die ultimative Luxus-Kombination für Silvester. Die Perlen der Kohlensäure reinigen den Gaumen zwischen den Bissen perfekt.

Schnittkäse: Die vielseitigen Allrounder

Schnittkäse wie Gouda, Emmentaler oder Gruyère sind die Allrounder auf jeder Käseplatte. Sie haben genug Charakter, um interessant zu sein, aber überfordern nicht. Je nach Reifungsgrad können sie mild bis würzig schmecken.

Beste Weinwahl:

  • Merlot: Samtig und fruchtig, ideal für mittelalte Schnittkäse
  • Dornfelder: Ein deutscher Klassiker, der besonders zu würzigerem Gouda passt
  • Trockener Bordeaux: Eine Cuvée aus Merlot und Cabernet für reifere Schnittkäse

Besonders bei Raclette oder Fondue – typischen Silvester-Gerichten – solltest du unbedingt zu Weißwein greifen. Ein Chasselas aus der Schweiz ist die traditionelle Wahl, aber auch ein Sauvignon Blanc funktioniert hervorragend.

Hartkäse: Kraftvoll und intensiv

Alter Hartkäse wie Parmesan, Pecorino oder alter Gouda haben einen intensiven, salzigen Geschmack und eine körnige Textur. Sie brauchen einen Wein mit Charakter und Tiefe.

Top-Kombinationen:

  • Barolo oder Barbaresco: Die tanninreichen Nebbiolo-Weine aus dem Piemont sind perfekte Partner
  • Chianti Classico Riserva: Toskanische Kraft trifft auf italienischen Hartkäse
  • Gereifter Rioja: Die Komplexität eines Reserva oder Gran Reserva harmoniert wunderbar

Insider-Tipp: Ein 36 Monate gereifter Parmigiano Reggiano mit einem Glas Amarone ist pure Magie. Die getrockneten Fruchtaromen des Weins und die Umami-Noten des Käses ergänzen sich perfekt.

Blauschimmelkäse: Süße trifft auf Salz

Blauschimmelkäse wie Roquefort, Stilton oder Gorgonzola sind die Diven auf der Käseplatte. Ihr intensiver, oft salziger und würziger Geschmack kann viele Weine überfordern. Die Lösung? Süße!

Ideale Begleiter:

  • Portwein: Der Klassiker zu Stilton, funktioniert aber mit allen Blauschimmelkäsen
  • Sauternes: Ein edelsüßer Weißwein balanciert die Salzigkeit perfekt
  • Riesling Auslese: Deutsche Süße trifft auf französischen Blauschimmel
  • Gewürztraminer: Die aromatische Süße passt besonders zu milderem Gorgonzola

Die Kombination von süß und salzig mag zunächst ungewöhnlich klingen, aber probiere es aus: Ein Stück Roquefort mit einem Glas Portwein ist eines der großartigsten Geschmackserlebnisse überhaupt.

Ziegenkäse: Frisch und mineralisch

Ziegenkäse, ob frisch und cremig oder gereift und fest, hat oft eine angenehme Säure und ein charakteristisches Aroma. Diese Käse verlangen nach Weinen mit guter Säurestruktur.

Perfekte Partner:

  • Sauvignon Blanc: Die mineralische Frische und die Stachelbeeraromen harmonieren perfekt
  • Sancerre oder Pouilly-Fumé: Spezielle Sauvignon Blancs aus dem Loire-Tal, ideal zu Ziegenkäse
  • Grauburgunder: Eine etwas vollmundigere Alternative

Wenn du einen gereiften Ziegenkäse servierst, kannst du auch zu einem leichten Rotwein wie einem jungen Beaujolais aus der Gamay-Traube greifen.

Die größten Fehler beim Wein-Käse-Pairing

Lass uns über die klassischen Irrtümer sprechen, damit du sie an den Feiertagen vermeiden kannst:

Fehler Nr. 1: Immer Rotwein zu Käse Das ist wahrscheinlich der größte Mythos. Tatsächlich passen Weißweine oft besser zu Käse. Die Tannine in Rotweinen können mit vielen Käsesorten unangenehm bitter reagieren.

Fehler Nr. 2: Zu kalter Käse Kalter Käse schmeckt nach nichts. Nimm die Käseplatte rechtzeitig aus dem Kühlschrank, damit sich die Aromen entfalten können.

Fehler Nr. 3: Zu warmer Wein Gerade an Weihnachten bei eingeheizten Räumen: Achte darauf, dass der Weißwein gekühlt bleibt und der Rotwein nicht zu warm wird.

Fehler Nr. 4: Zu viele verschiedene Weine Weniger ist mehr. Plane lieber 2-3 Weine ein, die zu verschiedenen Käsesorten passen, statt für jeden Käse einen eigenen Wein zu öffnen.

Praktische Tipps für die Feiertage

Für die Käseplatte am zweiten Weihnachtsfeiertag: Serviere 5-7 verschiedene Käse mit 2 Weinen: einem frischen Weißwein (Sauvignon Blanc oder Grüner Veltliner) und einem mittelschweren Rotwein (Pinot Noir oder Merlot). Plus einem Glas Portwein für die Blauschimmel-Fans.

Für Silvester: Setze auf Eleganz mit Champagner oder einem guten Crémant. Dazu eine kleinere, aber feine Auswahl an Käse – 3-4 Sorten reichen völlig. Der Schaumwein passt zu fast allen Käsesorten und hält die Geschmacksnerven frisch.

Für Raclette oder Fondue: Hier gilt: Weißwein ist Pflicht! Ein Chasselas, Grüner Veltliner oder Silvaner sind ideal. Der hohe Fettgehalt des geschmolzenen Käses braucht die Säure des Weißweins.

Mengenplanung: Rechne mit etwa 150-200g Käse pro Person, wenn die Käseplatte der Hauptgang ist. Als Nachspeise oder Zwischengang reichen 50-80g pro Person.

Meine persönlichen Lieblings-Kombinationen

Nach Jahren der Experimente habe ich ein paar Kombinationen, die ich immer wieder gerne serviere:

  1. Alter Comté + Chardonnay aus dem Burgund: Die nussigen Noten im Käse und die butterige Cremigkeit des Weins – einfach perfekt.

  2. Époisse + Gewürztraminer: Dieser intensive französische Weichkäse braucht einen aromatischen Wein, der mithalten kann.

  3. Manchego + Tempranillo aus Rioja: Same region, same love – was aus der gleichen Gegend kommt, passt meist zusammen.

  4. Roquefort + Sauternes: Der absolute Klassiker, den jeder einmal probiert haben sollte.

  5. Ziegen-Camembert + Sauvignon Blanc: Frisch, fruchtig und perfekt ausbalanciert.

Fazit: Experimentieren erlaubt!

Die Kombination von Wein und Käse ist keine exakte Wissenschaft, sondern eine Kunst. Die Grundregeln helfen dir, grobe Fehler zu vermeiden, aber am Ende zählt, was dir schmeckt. An den Feiertagen hast du die perfekte Gelegenheit, verschiedene Kombinationen auszuprobieren.

Mein wichtigster Rat: Hab keine Angst vor Experimenten! Manchmal entstehen die besten Kombinationen durch Zufall. Und vergiss nicht: Bei einer geselligen Käseplatte mit Familie und Freunden geht es nicht nur um die perfekte Kombination, sondern um das gemeinsame Genießen.

Also: Käseplatte arrangieren, ein paar gute Flaschen öffnen und genießen. Die Feiertage sind die perfekte Zeit, um sich von der Magie der Wein-Käse-Kombination verzaubern zu lassen. Prost und guten Appetit!

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