Auslese ist eine Prädikatsstufe im deutschen Weinbau für hochreife, teils edelsüße Weine. Erfahre alles über Mostgewicht, Geschmack und die besten Beispiele.
Auslese ist die dritte Stufe im deutschen Prädikatswein-System und bezeichnet Weine aus vollreifen, handverlesenen Trauben mit hohem natürlichem Zuckergehalt. Der Name leitet sich vom Prozess der selektiven Handlese ab – nur perfekt ausgereifte Trauben werden "ausgelesen" und verarbeitet.
Eine Auslese muss folgende Mindestanforderungen erfüllen:
Diese Mostgewichte liegen deutlich über denen einer Spätlese (76-90 °Oe) und entsprechen einem potenziellen Alkoholgehalt von etwa 11-13% vol., wenn der gesamte Zucker vergoren würde.
Auslesen können sowohl süß als auch trocken ausgebaut werden:
Die meisten Auslesen sind jedoch edelsüß, da die hohe natürliche Süße und Aromenfülle dieser Stilistik am besten zur Geltung kommen.
Bei Riesling-Auslese:
Bei edelfaulen Auslesen (mit Botrytis):
| Eigenschaft | Spätlese | Auslese | Beerenauslese |
|---|---|---|---|
| Mostgewicht (Riesling) | 76-83 °Oe | 83-88 °Oe | 110-128 °Oe |
| Süße | Halbtrocken bis lieblich | Lieblich bis edelsüß | Edelsüß |
| Botrytis | Selten | Oft vorhanden | Meist vorhanden |
| Lesezeitpunkt | Späte Lese | Sehr späte Lese | Einzelbeerenlese |
| Preis | 10-25 € | 20-50 € | 50-150+ € |
Die Auslese steht zwischen der noch zugänglicheren Spätlese und den hochkonzentrierten, sehr süßen Beeren- und Trockenbeerenauslesen. Sie bietet eine perfekte Balance zwischen Süße, Säure und Trinkbarkeit.
Auslesen werden in Deutschland typischerweise Ende Oktober bis Anfang November gelesen – deutlich später als normale Qualitätsweine, aber früher als Beerenauslesen oder Eisweine.
Die besten Auslesen stammen aus Regionen mit:
Berühmte Lagen für Auslesen:
Auslesen sind hervorragend lagerfähig. Dank ihrer hohen Säure und des natürlichen Zuckergehalts können sie problemlos 20-50+ Jahre reifen. Bei der Lagerung entwickeln sie:
Besonders Auslesen aus Spitzenlagen und guten Jahrgängen (z.B. 1959, 1971, 2001, 2015) können Jahrzehnte reifen und gewinnen dabei an Eleganz und Komplexität.
Auslesen sind vielseitige Essensbegleiter, besonders zu:
Auslesen sind erschwinglicher als Beeren- oder Trockenbeerenauslesen, aber teurer als Spätlesen:
Gutes Preis-Leistungs-Verhältnis bieten Auslesen aus Rheinhessen, Pfalz und Nahe. Die berühmtesten (und teuersten) stammen aus Mosel und Rheingau.
Die Auslese ist eine der ältesten Prädikatsstufen und geht auf das 19. Jahrhundert zurück. Der Begriff wurde erstmals im Deutschen Weingesetz von 1971 offiziell definiert.
Heute steht die Auslese für deutsche Weinkultur auf höchstem Niveau – sie zeigt die Fähigkeit deutscher Winzer, aus vollreifen Trauben Weine von enormer Komplexität und Langlebigkeit zu erzeugen. Besonders Riesling-Auslesen von der Mosel gelten international als Benchmark für edelsüße Weißweine.
Auslese ist die dritte Stufe im deutschen Prädikatswein-System und bezeichnet Weine aus vollreifen, handverlesenen Trauben mit hohem natürlichem Zuckergehalt. Der Name leitet sich von der selektiven Handlese ab – nur perfekt ausgereifte Trauben werden "ausgelesen".
Auslese stammt aus reiferen, handselektierten Trauben mit höherem Mostgewicht (Riesling 83-88° Oechsle gegenüber 76-83° bei Spätlese). Auslese-Weine sind intensiver, süßer und langlebiger. Botrytis ist bei Auslese oft vorhanden, bei Spätlese dagegen selten.
Eine traditionelle Auslese ist meist edelsüß mit 30-80 g/l Restzucker und zeigt üppige Frucht, honigartige Süße und Balance durch hohe Säure. Es gibt jedoch auch trockene Auslesen (selten), die kraftvoll und alkoholreich (13-14% vol.) sind, oft als "Auslese trocken" oder Großes Gewächs.
Das Mindestmostgewicht hängt von Rebsorte und Anbaugebiet ab: Riesling 83-88° Oechsle, Müller-Thurgau und Silvaner 85-90°, Spätburgunder und Weißburgunder 90-95°. Das entspricht einem potenziellen Alkoholgehalt von etwa 11-13% vol., wenn der gesamte Zucker vergoren würde.
Auslesen sind hervorragend lagerfähig: Dank hoher Säure und natürlichem Zuckergehalt können sie problemlos 20-50+ Jahre reifen. Dabei entwickeln sie Petrolnoten, Honig- und Nussaromen, Karamell sowie zunehmende Komplexität und Tiefe.
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