Zusammenfassung
Das Weingut Stigler in Ihringen gehört zu den traditionsreichsten Adressen am Kaiserstuhl in Baden. Seit 1881 in Familienbesitz und heute in vierter Generation von Andreas und Regina Stigler geführt, bewirtschaftet das VDP-Gut rund 14 Hektar – ein großer Teil davon im berühmten Ihringer Winklerberg, einer der wärmsten Lagen Deutschlands. Im Mittelpunkt stehen Spätburgunder, Grau- und Weißburgunder, Riesling und Chardonnay: Weine, die trotz des warmen Klimas auf Eleganz, Mineralität und Substanz statt auf Wucht setzen.
Geschichte
Die Geschichte des Guts beginnt 1881, als Josef Fidel Stigler am Ihringer Winklerberg den Grundstein legte – zunächst, um das Bahnhofsrestaurant der Familie in Freiburg mit eigenem Wein zu versorgen. Schon wenige Jahre später erhielten seine Weine Auszeichnungen des badischen Weinbauvereins. Früh setzte die Familie auf sortenreinen Ausbau, und aus dem Jahrgang 1930 stammt nach Angaben des Guts die erste Trockenbeerenauslese eines Ihringer Winklerberg Rieslings.
Eine Zäsur brachte das Jahr 1945: Nachdem das Bahnhofsgebäude in Freiburg im Krieg zerstört worden war, zog Rudolf Stigler, der letzte Bahnhofswirt der Familie, mit seiner Familie ganz nach Ihringen und widmete sich fortan ausschließlich dem Weinbau. Er vergrößerte den Betrieb Schritt für Schritt und konzentrierte sich konsequent auf die besten Lagen des Kaiserstuhls. 1986 wurde das Gut in den VDP aufgenommen; seit 1991 führen Andreas und Regina Stigler den Betrieb, inzwischen unterstützt von der fünften Generation.
Lage & Terroir
Ihringen liegt an der Südspitze des Kaiserstuhls, jenes erloschenen Vulkangebirges in der Oberrheinebene, das zu den wärmsten und sonnigsten Weinbaugebieten Deutschlands zählt. Der Winklerberg ist ein steiler, nach Süden ausgerichteter Hang mit Terrassen, auf dem sich die Wärme sprichwörtlich staut – ein Teilstück trägt nicht ohne Grund den Namen Backöfele.
Die Böden sind vielfältig: verwittertes Vulkangestein, Gneis und Löss prägen die Weinberge des Guts. Das Vulkangestein speichert Wärme und verleiht den Weinen Würze und eine rauchig-mineralische Note, während Löss für Fülle und Schmelz sorgt. Ergänzt wird das Portfolio durch Parzellen im Freiburger Schlossberg mit Gneisböden und im Oberrotweiler Eichberg im Inneren des Kaiserstuhls.
Stil & Philosophie
Das Motto des Hauses lautet sinngemäß: die Natur in die Flasche bringen. Stigler verbindet Tradition mit behutsamer Modernität und setzt auf nachhaltige Bewirtschaftung, Handlese und einen schonenden Umgang mit dem Boden. Entscheidend sind Geduld und das richtige Gespür für den Lesezeitpunkt – gerade in einer so warmen Lage wie dem Winklerberg, wo es darum geht, Frische und Balance zu bewahren.
Stilistisch stehen die Weine für Herkunft, Präzision und Eleganz: Die Burgunder sind straff statt opulent, die Rieslinge zeigen die würzige Mineralik des Vulkangesteins. Neben den klassischen Kaiserstühler Burgundersorten pflegt das Gut auch Raritäten wie Chenin Blanc, Silvaner, Traminer und Sauvignon Blanc sowie eine eigene Sektlinie.
Bekannte Lagen & Weine
Das Sortiment folgt der VDP-Pyramide – von Guts- und Ortsweinen bis zu den Großen Gewächsen. Zu den wichtigsten Lagen und Parzellen zählen:
- Ihringer Winklerberg – das Herzstück des Guts, auf Vulkangestein
- Vorderer Winklerberg – Heimat des Spätburgunder GG mit dem Beinamen Backöfele
- Pagode im Winklerberg – bekannt für Grauburgunder und Chardonnay
- Freiburger Schlossberg – Burgunder und Riesling auf Gneis
- Oberrotweiler Eichberg und Ihringer Fohrenberg
Besonders der Spätburgunder vom Winklerberg gilt als Visitenkarte des Hauses.
Auszeichnungen
Das Weingut Stigler wird seit Jahren in den führenden deutschen Weinführern wie Gault&Millau, Falstaff und Feinschmecker gelistet und gehört zu den etablierten VDP-Adressen Badens. Seine Weine gelten als verlässliche Referenz für das Vulkanterroir des Kaiserstuhls – elegant, lagergeeignet und bemerkenswert frisch für eine der wärmsten Lagen Deutschlands.
