Weingüter

Weingut Herzog von Württemberg – Württemberger Tradition auf Schloss Monrepos

Robert KozinskiVon Robert Kozinski
14. August 2026
herzog von württembergwürttembergriesling

Weingut Herzog von Württemberg auf Schloss Monrepos: Riesling, Lemberger und Trollinger aus VDP-Lagen. Geschichte, Stil, Steckbrief und Lagen im Porträt.

Das Wichtigste in Kürze

  • 1Mit rund 40 bis 42 Hektar das größte Privatweingut Württembergs – mit Sitz auf der Domäne Monrepos bei Ludwigsburg.
  • 2Die Weinbautradition des Hauses Württemberg reicht bis ins 13. Jahrhundert zurück; auf Monrepos ist das Gut seit 1982.
  • 3VDP-Mitglied seit 1986, mit VDP.Großen Lagen wie dem Mundelsheimer Käsberg und dem Untertürkheimer Mönchberg.
  • 4Leitrebsorten sind Riesling (rund 40 %), Lemberger (rund 22 %) und Trollinger (rund 14 %), dazu Spätburgunder und Zweigelt.
  • 5Der Stettener Brotwasser ist eine Monopollage im Alleinbesitz des Hauses – seit dem 17. Jahrhundert in Familienbesitz.

Steckbrief

Region
Württemberg – Ludwigsburg, Domäne Monrepos, Deutschland
Gegründet
Weinbautradition des Hauses Württemberg seit dem 13. Jahrhundert; Betriebssitz auf Monrepos seit 1982
Inhaber / Winzer
Haus Württemberg (Wilhelm Herzog von Württemberg); Weingutsleiter und Kellermeister Joachim Fischer
Rebfläche
rund 40 bis 42 Hektar – das größte Privatweingut Württembergs
Leitrebsorten
Riesling, Lemberger (Blaufränkisch), Trollinger, Spätburgunder; dazu Zweigelt, Traminer, Silvaner, Weißburgunder
Weinstile
Trockene Rieslinge, würzige Lemberger und Spätburgunder, klassischer Trollinger, Sekt
Klassifikation
VDP-Mitglied seit 1986; mehrere VDP.Große Lagen und VDP.Erste Lagen
Besonderheit
Die Monopollage Stettener Brotwasser im Alleinbesitz des Hauses Württemberg

Entdecke Weine von Weingut Herzog von Württemberg – Württemberger Tradition auf Schloss Monrepos in der Grape Guru App.

Jetzt kostenlos scannen

Zusammenfassung

Das Weingut Herzog von Württemberg ist das Weingut des Hauses Württemberg – und mit rund 40 bis 42 Hektar zugleich das größte Privatweingut der Region Württemberg. Sein Sitz ist seit 1982 die Domäne Monrepos bei Ludwigsburg, jenes Seeschloss nördlich von Stuttgart, das die Herzöge im 18. Jahrhundert als Lustschloss errichten ließen. Die Weinberge selbst sind über das ganze Anbaugebiet verstreut: vom Steilhang in Untertürkheim über das Remstal bis an den Neckar bei Mundelsheim und nach Maulbronn. Stilistisch hält das Gut bewusst die Fahne der Württemberger Klassiker hoch – Riesling, Lemberger (Blaufränkisch), Trollinger und Spätburgunder –, gekeltert zu trockenen, geradlinigen Weinen, die eher auf Herkunft und Trinkfluss zielen als auf Effekt.

Geschichte

Kaum ein deutsches Weingut kann seine Herkunft so weit zurückverfolgen. Die Weinbautradition des Hauses Württemberg reicht bis ins 13. Jahrhundert zurück, als die Grafen erste Weinberge rund um Stuttgart und bei Maulbronn erwarben und bewirtschaften ließen. Wein war damals kein Luxus, sondern Grundnahrungsmittel, Steuerwährung und Repräsentationsmittel zugleich – und der Weinbau des Hauses wuchs mit dem Territorium.

Einzelne Parzellen sind bis heute mit Erwerbsdaten verknüpft, die den langen Atem der Familie belegen: Der Stettener Brotwasser kam in den 1660er-Jahren in den Besitz des Hauses und wird bis heute als Alleinbesitz bewirtschaftet, Teile des Mundelsheimer Käsberg gehören seit dem frühen 18. Jahrhundert dazu. Der Name Brotwasser geht der Überlieferung nach auf eine Stettener Hofdame zurück, die ihr trockenes Brot lieber im Lieblingswein als in Wasser einweichte.

Nach dem Ende der Monarchie 1918 verwaltet die Hofkammer des Hauses Württemberg den Familienbesitz als privates Unternehmen; der Weinbau ist einer ihrer Kernbereiche. 1982 zog das Weingut auf die Domäne Monrepos bei Ludwigsburg – seither sind Keller, Vinothek und Verwaltung an einem Ort gebündelt. 1986 trat das Gut dem Verband Deutscher Prädikatsweingüter (VDP) bei. Seit dem Tod von Carl Herzog von Württemberg 2022 steht Wilhelm Herzog von Württemberg an der Spitze des Hauses, während Michael Herzog von Württemberg in der Direktion der Hofkammer das Weingut nach außen vertritt. Verantwortlich für Weinberg und Keller ist Weingutsleiter Joachim Fischer.

Lage & Terroir

Württemberg ist ein Anbaugebiet der Steillagen und der Flusstäler: Neckar, Rems, Enz und Kocher haben Hänge geschnitten, die heute die besten Weinberge tragen. Das Klima ist vergleichsweise warm und kontinental geprägt – ein Grund, warum hier weit mehr Rotwein wächst als im deutschen Durchschnitt.

Die Weinberge des Guts liegen bewusst verteilt, weil jede Lage etwas anderes kann. Prägend sind zwei Bodentypen: Muschelkalk und Schilfsandstein (Keuper). Muschelkalk, etwa am Neckar bei Mundelsheim, gibt straffe, salzig-mineralische Weine mit klarer Kontur. Der Schilfsandstein und die Gipskeuper-Böden der Stuttgarter und Remstäler Hänge – der Untertürkheimer Mönchberg fällt stellenweise bis zu 60 Prozent steil ab – liefern dagegen würzigere, kräftigere Weine und gelten seit jeher als Heimat von Riesling und Lemberger.

Die Steilheit ist dabei kein Marketingargument, sondern harte Arbeit: Terrassen und Trockenmauern lassen sich nur von Hand pflegen, die Lese erfolgt in vielen Parzellen ohne Maschine.

Stil & Philosophie

Das erklärte Ziel des Guts ist es, die traditionellen Württemberger Rebsorten und Lagen hochzuhalten – also gerade nicht dem internationalen Geschmack hinterherzulaufen. Entsprechend selbstverständlich stehen Trollinger und Lemberger neben Riesling und Spätburgunder im Sortiment.

Die Weißweine sind überwiegend trocken ausgebaut und setzen auf Frucht, Frische und Klarheit; der Riesling zeigt je nach Boden entweder die salzige Straffheit des Muschelkalks oder die Würze des Keupers. Bei den Roten wird zwischen zwei Handschriften unterschieden: unkomplizierte, saftige Alltagsweine – Trollinger, Zweigelt, leichter Lemberger – auf der einen Seite, und lagerfähige, im Holz gereifte Lagenweine bis hin zu den Großen Gewächsen auf der anderen. Ergänzt wird das Sortiment durch Sekt sowie internationale Sorten wie Cabernet und Merlot in Cuvées.

Nachhaltigkeit spielt betrieblich eine Rolle: Das Weingut ist nach dem Umweltmanagement-System EcoStep zertifiziert, das Betriebsabläufe, Energie- und Ressourceneinsatz einbezieht.

Bekannte Lagen & Weine

Das Sortiment folgt der VDP-Pyramide: Gutswein, Ortswein, Erste Lage, Große Lage. Zu den bekanntesten Weinbergen des Guts zählen:

  • Untertürkheimer Mönchberg – steile Keuperlage über dem Neckar, eine der ältesten und besten Lagen Württembergs, stark für Riesling und Lemberger
  • Mundelsheimer Käsberg – Muschelkalklage am Neckarbogen, seit dem frühen 18. Jahrhundert im Besitz des Hauses
  • Stettener Brotwasser – Monopollage im Alleinbesitz unterhalb der Y-Burg im Remstal
  • Maulbronner Eilfingerberg – historische Klosterlage bei Maulbronn
  • Hohenhaslacher Kirchberg – unter anderem Herkunft eines eigenständigen Zweigelt

Als Einstieg in den Stil des Hauses empfiehlt sich ein Riesling aus dem Stettener Brotwasser: Er zeigt die Kombination aus Kräuterwürze, Zitrusfrucht und salzigem Nachhall, die in den Großen Lagen dann deutlich mehr Tiefe gewinnt.

Auszeichnungen

Die wichtigste Auszeichnung ist strukturell: Die Aufnahme in den VDP im Jahr 1986 und die Klassifikation mehrerer Weinberge als VDP.Große und VDP.Erste Lage bestätigen den Rang der Lagen – und damit auch, dass Württemberg mehr ist als Trollinger für den Viertelesschoppen. Das Gut wird regelmäßig in den führenden deutschen Weinführern wie Gault&Millau, Eichelmann und Falstaff geführt.

Hinzu kommt die Sichtbarkeit als Botschafter der Region: Die Vinotheken auf Monrepos und am Schloss Friedrichshafen machen das Sortiment direkt zugänglich, und als größtes Privatweingut Württembergs prägt das Haus die Außenwahrnehmung des Anbaugebiets mit.

Häufige Fragen

Wofür ist das Weingut Herzog von Württemberg bekannt?

Das Gut steht für die klassischen Württemberger Rebsorten in ihrer besten Form: trockener Riesling von Muschelkalk und Schilfsandstein, würzig-dunkler Lemberger, feiner Spätburgunder und ein ernst genommener Trollinger. Dazu kommt die historische Dimension – die Weinberge gehören zum Besitz des Hauses Württemberg und werden teils seit Jahrhunderten von der Familie bewirtschaftet.

Wo liegt das Weingut Herzog von Württemberg?

Der Betriebssitz ist die Domäne Monrepos in Ludwigsburg nördlich von Stuttgart, wo das Weingut seit 1982 zu Hause ist. Die Weinberge selbst liegen verteilt über Württemberg – unter anderem in Untertürkheim, Stetten im Remstal, Mundelsheim am Neckar, Hohenhaslach und Maulbronn.

Wem gehört das Weingut Herzog von Württemberg?

Das Weingut gehört zum Besitz des Hauses Württemberg und wird über die Hofkammer des Hauses Württemberg geführt. Seit dem Tod von Carl Herzog von Württemberg im Jahr 2022 steht Wilhelm Herzog von Württemberg an der Spitze des Hauses; Michael Herzog von Württemberg gehört der Direktion der Hofkammer an und ist das Gesicht des Weinguts. Weingutsleiter und Kellermeister ist Joachim Fischer.

Ist das Weingut Herzog von Württemberg ein VDP-Weingut?

Ja. Das Gut ist seit 1986 Mitglied im Verband Deutscher Prädikatsweingüter (VDP) und gehört damit zu den prägenden Adressen der Region. Es bewirtschaftet mehrere VDP.Große Lagen sowie mehrere VDP.Erste Lagen und füllt aus den Spitzenparzellen Große Gewächse.

Weine von Weingut Herzog von Württemberg in der App entdecken

Entdecke die Weine dieses Guts und finde deine neuen Favoriten mit dem KI-gestützten Weinscanner von Grape Guru.

Das könnte dich auch interessieren