Weingüter

Domaine Henri Bourgeois – Sancerre und Sauvignon Blanc aus Chavignol

Robert KozinskiVon Robert Kozinski
28. Juli 2026
henri bourgeoissancerresauvignon blanc

Domaine Henri Bourgeois in Chavignol: terroir-geprägte Sancerre-Sauvignons und Pouilly-Fumé aus einer Familientradition seit rund 1696. Geschichte, Stil, Steckbrief und Lagen.

Das Wichtigste in Kürze

  • 1Einer der renommiertesten und traditionsreichsten Sancerre-Erzeuger – Familientradition im Weinbau bis rund 1696 zurück, über rund zehn Generationen.
  • 2Rund 70 Hektar über Sancerre und Pouilly-Fumé, biologisch bewirtschaftet, mit Sauvignon Blanc und Pinot Noir.
  • 3Terroir-orientierte Sauvignons von frisch (Petit Bourgeois) bis konzentriert und barrique-gereift (Étienne Henri, Jadis, Sancerre d'Antan).
  • 4Berühmte Cuvées wie „La Bourgeoise“ (heute „ES-56“) aus alten Reben auf Feuerstein und der Top-Sancerre „Étienne Henri“.
  • 5Transkontinentaler Terroir-Ansatz: mit „Clos Henri“ im neuseeländischen Marlborough dieselbe Rebsortenphilosophie auf anderem Boden.

Steckbrief

Region
Sancerre – Chavignol, Loire, Frankreich
Gegründet
Familientradition seit rund 1696; heutige Domaine ab den 1950er-Jahren
Inhaber / Winzer
Familienbetrieb der Famille Bourgeois, über Generationen familiengeführt
Rebfläche
rund 70 Hektar über Sancerre und Pouilly-Fumé, biologisch bewirtschaftet
Leitrebsorten
Sauvignon Blanc (Weiß), Pinot Noir (Rot/Rosé)
Weinstile
Terroir-Sauvignons von frisch bis barrique-gereift; Pinot Noir als Rot- und Roséwein
Klassifikation
Hoch angesehener Top-Erzeuger, regelmäßig im Guide Hachette gelistet
Besonderheit
Transkontinentaler Terroir-Ansatz – dieselbe Rebsortenphilosophie in Sancerre und im neuseeländischen Marlborough

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Zusammenfassung

Die Domaine Henri Bourgeois in Chavignol gehört zu den renommiertesten und traditionsreichsten Erzeugern von Sancerre. Die Familie ist im Weinbau der Region bis rund 1696 verwurzelt – über rund zehn Generationen. Die heutige Domaine baute Henri Bourgeois in den 1950er-Jahren aus nur rund zwei Hektar an den Hängen von Chavignol auf; seine Söhne erweiterten sie ab den 1960ern. Heute bewirtschaftet die Familie rund 70 Hektar über die Appellationen Sancerre und Pouilly-Fumé, biologisch und mit einem klaren Fokus auf die Rebsorten Sauvignon Blanc und Pinot Noir. Was das Gut unverwechselbar macht, ist sein terroir-genauer Blick: Aus jedem der klassischen Sancerre-Böden entsteht ein eigener Weintyp – von frisch bis barrique-gereift.

Geschichte

Die Wurzeln der Familie Bourgeois im Weinbau von Chavignol reichen der Familienüberlieferung nach bis rund 1696 zurück – über rund zehn Generationen. Den Grundstein für die heutige Domaine legte jedoch Henri Bourgeois in den 1950er-Jahren: Er begann mit nur etwa zwei Hektar an den steilen Hängen rund um den Weiler Chavignol.

In den folgenden Jahrzehnten wuchs das Gut kontinuierlich. Ab den 1960ern erweiterten die Söhne Jean-Marie und Rémi die Rebfläche und bauten die Domaine Schritt für Schritt zu einem der führenden Häuser von Sancerre aus. Bis heute ist Henri Bourgeois ein Familienbetrieb geblieben, der über mehrere Generationen hinweg familiengeführt wird. Ein prägender Schritt der jüngeren Geschichte war der Sprung über den Globus: Im Jahr 2000 erwarb die Familie rund 109 Hektar im neuseeländischen Marlborough und gründete dort das Schwesterweingut „Clos Henri“.

Lage & Terroir

Chavignol ist ein Weiler der Gemeinde Sancerre im östlichen Loiretal in Zentralfrankreich – eine hügelige Landschaft, deren Weinberge sich an teils steilen Hängen aufreihen. Der Ort ist nicht nur für seinen Wein, sondern auch für den Ziegenkäse Crottin de Chavignol berühmt.

Prägend für Sancerre sind drei klassische Bodentypen, die Henri Bourgeois gezielt getrennt ausbaut:

  • Silex (Feuerstein): verleiht den Weinen ihre rauchig-mineralische, straffe Note
  • Kimmeridge-Mergel („terres blanches“, kalkhaltiger Ton): sorgt für Fülle, Struktur und Reifepotenzial
  • Kalk-Kies („caillottes“): bringt besonders frische, aromatische und zugängliche Weine hervor

Diese kleinräumige geologische Vielfalt erlaubt es dem Gut, aus jeder Bodenart einen eigenen Weintyp herauszuarbeiten – die Grundlage seines terroir-orientierten Stils.

Stil & Philosophie

Der Stil von Henri Bourgeois ist konsequent terroir-orientiert: Statt einen einheitlichen Hausgeschmack anzustreben, bringt die Familie die Handschrift jedes einzelnen Bodens in die Flasche. Das Spektrum reicht vom frischen, unkomplizierten Petit Bourgeois bis zu konzentrierten, im Barrique gereiften Spitzenweinen wie Étienne Henri, Jadis oder Sancerre d'Antan.

Die Reben werden biologisch bewirtschaftet. Im Zentrum steht der Sauvignon Blanc, der je nach Boden und Ausbau unterschiedliche Gesichter zeigt – von rauchig-mineralisch über kalkig-straff bis cremig und komplex. Ergänzt wird das Sortiment durch Pinot Noir als Rot- und Roséwein. Dieselbe Philosophie überträgt die Familie mit „Clos Henri“ auf den Boden von Marlborough – ein transkontinentaler Terroir-Ansatz, der die Domaine unter den Sancerre-Erzeugern besonders macht.

Bekannte Lagen & Weine

Das Sortiment ist klar gestaffelt – vom zugänglichen Einstieg bis zu den barrique-gereiften Spitzen:

  • Petit Bourgeois – frischer, aromatischer Einstiegswein
  • La Bourgeoise (heute „ES-56“) – Sauvignon aus alten Reben auf Feuerstein; der neue Name verweist auf den rund 56 Millionen Jahre alten Eozän-Silex
  • Étienne Henri – Top-Sancerre Blanc mit rund zwölf Monaten Barrique-Ausbau
  • Jadis – aus Kimmeridge-Mergel, konzentriert und langlebig
  • Sancerre d'Antan – eine der konzentriertesten Cuvées des Guts
  • Clos Henri – das neuseeländische Schwesterprojekt aus Marlborough

Auszeichnungen

Die Domaine Henri Bourgeois gilt als einer der renommiertesten und traditionsreichsten Erzeuger von Sancerre und ist regelmäßig im Guide Hachette gelistet. Über die Grenzen der Loire hinaus hat die Familie mit ihrem transkontinentalen Terroir-Ansatz Aufmerksamkeit erregt: Die Idee, dieselbe Rebsortenphilosophie in Sancerre und im neuseeländischen Marlborough umzusetzen, gilt als eine der spannendsten Verbindungen zwischen alter und neuer Weinwelt. So steht Henri Bourgeois heute zugleich für Tradition und für einen international gedachten Terroir-Gedanken.

Häufige Fragen

Wofür ist die Domaine Henri Bourgeois bekannt?

Henri Bourgeois zählt zu den renommiertesten Familienweingütern von Sancerre und steht für terroir-genaue Sauvignon Blancs – von frischen, mineralischen Einstiegsweinen bis zu konzentrierten, barrique-gereiften Spitzen wie „Étienne Henri“ oder „Jadis“. Ergänzt wird das Sortiment durch Pinot Noir sowie das neuseeländische Schwesterprojekt „Clos Henri“.

Wo liegt die Domaine Henri Bourgeois?

Das Gut hat seinen Sitz in Chavignol, einem Weiler der Gemeinde Sancerre im östlichen Loiretal in Zentralfrankreich. Von dort bewirtschaftet die Familie Reben in den Appellationen Sancerre und Pouilly-Fumé. Chavignol ist zugleich für den Ziegenkäse Crottin de Chavignol bekannt.

Welche Rebsorten baut Henri Bourgeois an?

Hauptsorte ist der Sauvignon Blanc, aus dem die weißen Sancerre und Pouilly-Fumé entstehen. Dazu kommt Pinot Noir für Rot- und Roséweine. Diese beiden Sorten prägen die gesamte Palette – in Sancerre ebenso wie im neuseeländischen Marlborough.

Was hat es mit „Clos Henri“ in Neuseeland auf sich?

Im Jahr 2000 erwarb die Familie Bourgeois rund 109 Hektar im Wairau Valley in Marlborough und gründete das biologisch zertifizierte Gut „Clos Henri“. Dort kultiviert sie dieselben Rebsorten – Sauvignon Blanc und Pinot Noir – nach derselben terroir-orientierten Philosophie wie in Sancerre.

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