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Weingut Gerhard Markowitsch – Zweigelt und große Rotwein-Cuvées aus Göttlesbrunn

Weingut Gerhard Markowitsch in Göttlesbrunn: Leitbetrieb des Carnuntum mit Zweigelt, Rotwein-Cuvées und Chardonnay. Geschichte, Lagen, Stil und Steckbrief.

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Das Wichtigste in Kürze

  1. 1Leitbetrieb des Carnuntum: Gerhard Markowitsch hat die Region seit den 1990er-Jahren an die österreichische Rotweinspitze geführt.
  2. 2Rund 65 Hektar in Göttlesbrunn, Höflein und Prellenkirchen – der Betrieb arbeitet biologisch zertifiziert.
  3. 3Etwa drei Viertel der Fläche sind mit roten Sorten bestockt, allen voran Zweigelt, dazu Blaufränkisch, Merlot, Cabernet Sauvignon und Pinot Noir.
  4. 4Mitglied der Österreichischen Traditionsweingüter (ÖTW); mehrere Parzellen sind als Erste Lage (1ÖTW) klassifiziert.
  5. 5Falstaff kürte Markowitsch 1999 zum Winzer des Jahres; die Cuvées M1 und Ried Rosenberg gewannen mehrfach den Falstaff-Rotweinpreis.

Zusammenfassung

Das Weingut Gerhard Markowitsch in Göttlesbrunn ist der bekannteste Betrieb des Carnuntum und einer der Namen, die für den Aufstieg des österreichischen Rotweins seit den 1990er-Jahren stehen. Auf rund 65 Hektar – biologisch bewirtschaftet – dominieren rote Sorten, allen voran der Zweigelt, ergänzt um Blaufränkisch, Merlot, Cabernet Sauvignon und Pinot Noir sowie einen kleinen, aber ernstzunehmenden Weißweinbereich mit Chardonnay und Grünem Veltliner. Charakteristisch ist die Haltung des Hauses: kraftvolle, im Holz gereifte Cuvées, die trotz internationaler Sorten immer einen hohen Zweigelt-Anteil behalten – weil der Wein nach Carnuntum schmecken soll und nicht nach Bordeaux.

Geschichte

Weinbau ist in Göttlesbrunn kein junges Geschäft: Die Familie Markowitsch bewirtschaftet hier seit über 200 Jahren Reben. Lange war das, was heute ein Aushängeschild des Landes ist, ein solider gemischter Betrieb, dessen Weine kaum über die Region hinauskamen.

Die Wende brachte Gerhard Markowitsch, der den elterlichen Betrieb um 1990 übernahm. Er setzte konsequent auf Rotwein zu einer Zeit, als Österreich international noch fast ausschließlich für Weißwein bekannt war, reduzierte die Erträge, investierte in Barriques und begann, die Lagen des Ortes einzeln auszubauen. Der Erfolg kam schnell: 1999 kürte ihn das Magazin Falstaff zum Winzer des Jahres – für das noch junge Weinbaugebiet Carnuntum ein Signal, das weit über den Betrieb hinaus wirkte.

In den folgenden Jahrzehnten wuchs das Gut deutlich, stellte auf biologische Bewirtschaftung um und dehnte seine Flächen über Göttlesbrunn hinaus nach Höflein und Prellenkirchen aus. Mit Tochter Johanna Markowitsch, die eigene Weine verantwortet, ist inzwischen die nächste Generation im Betrieb.

Lage & Terroir

Das Carnuntum liegt östlich von Wien, benannt nach der antiken Römerstadt, zwischen der Donau im Norden, dem Leithagebirge im Westen und der ungarischen Grenze im Osten. Göttlesbrunn ist das Herzstück dieses Gebiets und gilt als seine beste Rotwein-Gemeinde.

Klimatisch prägt das pannonische Klima die Weine: heiße, trockene Sommer, viel Sonne und eine lange Vegetationsperiode sorgen für vollreife Trauben. Zugleich kühlt die Nähe zur Donau und der Wind, der durch die Pforte zwischen Leithagebirge und Hainburger Bergen zieht, die Nächte ab – das erhält Säure und Frische und verhindert, dass die Rotweine plump werden.

Die Böden sind vielfältig: Löss und Lehm über Schotter und Sand, in einzelnen Rieden auch kalkhaltige und schiefrige Anteile. Genau diese Unterschiede bilden die Grundlage für die Riedenweine des Guts, das sechs Einzellagen bewirtschaftet.

Stil & Philosophie

Markowitsch steht für einen Rotweinstil, der Kraft und Trinkfluss verbindet. Die Trauben werden spät gelesen, die Weine kontrolliert vergoren und je nach Anspruch im großen Holzfass oder im Barrique ausgebaut – bei den Spitzenweinen über viele Monate. Herausgekommen ist über die Jahre eine Handschrift, die dunkle Frucht, feines Tannin und Würze zeigt, das Holz aber der Frucht unterordnet.

Der entscheidende Punkt ist die Sortenpolitik. Auch dort, wo internationale Sorten wie Merlot oder Cabernet Sauvignon mitspielen, behalten die Cuvées einen hohen Anteil Zweigelt. Der Winzer hat das oft so begründet: Man wolle nichts kopieren, man sei weder Bordeaux noch Burgund noch Toskana, sondern müsse einen eigenen Stil erarbeiten. Dazu passt die Umstellung auf biologischen Anbau und eine Kellerarbeit, die auf möglichst wenig Eingriffe setzt.

Im Weißweinbereich verfolgt das Gut denselben Anspruch: Der Chardonnay aus der Ried Schüttenberg ist straff und mineralisch statt breit, dazu kommen Grüner Veltliner, Sauvignon Blanc und ein Rosé.

Bekannte Lagen & Weine

Das Sortiment folgt der Logik des Carnuntum DAC: Gebietswein, Ortswein und Riedenwein. Zu den wichtigsten Lagen und Weinen zählen:

  • Ried Rosenberg (1ÖTW) – die Paradelage des Guts, Basis der gleichnamigen Cuvée aus Zweigelt, Blaufränkisch und Merlot
  • Ried Haidacker – eine der klassischen Top-Rieden von Göttlesbrunn
  • Ried Schüttenberg – Herkunft des Chardonnays
  • Ried Kirchweingarten – Zweigelt aus Göttlesbrunn
  • Ried Bärnreiser – weitere Einzellage des Betriebs
  • M1 – die dichteste Cuvée des Hauses und mehrfacher Preisträger
  • Redmont und Göttlesbrunn Rot – zugängliche Cuvée beziehungsweise Ortswein
  • Zweigelt Rubin Carnuntum – der regionale sortenreine Klassiker
  • Mardonna – der Rosé des Guts

Wer den Stil kennenlernen möchte, beginnt am besten beim Zweigelt und arbeitet sich über Redmont und den Ortswein zu den Riedenweinen hoch.

Auszeichnungen

Seit dem Titel Winzer des Jahres von Falstaff im Jahr 1999 gehört Markowitsch fest zur österreichischen Rotweinelite. Beim Falstaff-Rotweinpreis war das Gut über Jahre regelmäßig ganz vorne: unter anderem mit der Trophäe für den M1 im Jahr 2007 und erneut 2015 sowie mit dem Sieg für die Cuvée Ried Rosenberg 2017 im Jahrgangswettbewerb 2019, dazu mehrere zweite Plätze. Auch bei Vinaria und in internationalen Verkostungen erzielen die Weine regelmäßig Spitzenbewertungen.

Wichtiger als einzelne Trophäen ist die Wirkung: Markowitsch hat maßgeblich dazu beigetragen, dass das Carnuntum heute als eigenständiges Rotweingebiet wahrgenommen wird – und dass der Zweigelt als große Rebsorte ernst genommen wird.

Häufige Fragen

Wofür ist das Weingut Gerhard Markowitsch bekannt?

Markowitsch gilt als einer der Wegbereiter des modernen österreichischen Rotweins. Bekannt ist das Gut vor allem für dichte, im Barrique gereifte Cuvées auf Basis von Zweigelt – etwa M1, Redmont und den Riedenwein Rosenberg – sowie für einen sehr präzisen Chardonnay aus der Ried Schüttenberg.

Wo liegt das Weingut Markowitsch?

Der Sitz ist Göttlesbrunn im Weinbaugebiet Carnuntum in Niederösterreich, östlich von Wien zwischen Donau und Leithagebirge. Weitere Rebflächen liegen in Höflein und Prellenkirchen.

Welche Rolle spielt der Zweigelt bei Markowitsch?

Zweigelt ist die Leitsorte des Hauses und des ganzen Carnuntum. Auch die großen Cuvées enthalten bewusst einen hohen Zweigelt-Anteil, damit der regionale Charakter erhalten bleibt, statt internationale Vorbilder zu kopieren.

Ist Markowitsch ein Carnuntum-DAC-Weingut?

Ja. Die Weine erscheinen unter der Herkunftsbezeichnung Carnuntum DAC mit ihren Stufen Gebietswein, Ortswein und Riedenwein. Zusätzlich ist das Gut Mitglied der Österreichischen Traditionsweingüter, die im Carnuntum die Ersten Lagen klassifizieren.

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