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Sektgut Christmann & Kauffmann – deutscher Spitzensekt aus Gimmeldingen

Robert KozinskiVon Robert Kozinski
2. September 2026
christmann kauffmannpfalzriesling

Sektgut Christmann & Kauffmann in Gimmeldingen: biodynamischer Pfälzer Sekt in Flaschengärung, ohne Dosage. Geschichte, Stil, Steckbrief und Cuvées im Porträt.

Das Wichtigste in Kürze

  • 12019 gegründet – ein reines Sektgut, das von Beginn an auf deutschen Spitzensekt in Champagner-Qualität zielt.
  • 2Hinter dem Projekt stehen Steffen Christmann (langjähriger VDP-Präsident), seine Tochter Sophie Christmann und Mathieu Kauffmann.
  • 3Mathieu Kauffmann war von 2000 bis 2013 Chef de Cave beim Champagnerhaus Bollinger und danach Kellermeister bei Reichsrat von Buhl.
  • 4Rund 12 Hektar am Haardtrand bei Gimmeldingen, von Anfang an biodynamisch bewirtschaftet.
  • 5Alle Sekte reifen mehrere Jahre auf der Hefe und werden bewusst ohne Dosage als Brut Nature gefüllt.

Steckbrief

Region
Pfalz – Gimmeldingen bei Neustadt an der Weinstraße, Deutschland
Gegründet
2019 als reines Sektgut
Inhaber / Winzer
Steffen und Sophie Christmann gemeinsam mit Kellermeister Mathieu Kauffmann
Rebfläche
rund 12 Hektar am Haardtrand, gepachtet vom benachbarten Weingut Mugler
Leitrebsorten
Riesling; dazu Chardonnay, Weißburgunder und Spätburgunder
Weinstile
Ausschließlich Sekt in traditioneller Flaschengärung, durchweg Brut Nature
Klassifikation
Deutscher Winzersekt; biodynamische Bewirtschaftung
Besonderheit
Fortlaufende Cuvée-Nummern statt Jahrgänge – 100er-Reihe Riesling, 200er-Reihe Burgundersorten

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Zusammenfassung

Das Sektgut Christmann & Kauffmann in Gimmeldingen ist eines der ambitioniertesten Sektprojekte Deutschlands. 2019 gegründet, verbindet es zwei Welten: die Pfälzer Terroir-Kompetenz von Steffen Christmann – jahrelang Präsident des VDP – und seiner Tochter Sophie Christmann mit der Champagner-Erfahrung von Mathieu Kauffmann, der über ein Jahrzehnt lang Chef de Cave bei Bollinger war. Auf rund 12 Hektar am Haardtrand entstehen biodynamisch erzeugte Sekte in traditioneller Flaschengärung, die mehrere Jahre auf der Hefe reifen und ohne Dosage gefüllt werden.

Geschichte

Die Idee entstand aus einer Beobachtung: Deutschland hat mit dem Riesling eine Rebsorte, die für Schaumwein prädestiniert ist – und dennoch war deutscher Sekt lange kein Thema an der Weltspitze. Steffen Christmann, Inhaber des Pfälzer VDP-Weinguts A. Christmann und über viele Jahre Präsident des Verbands Deutscher Prädikatsweingüter, wollte das ändern. Gemeinsam mit seiner Tochter Sophie Christmann gründete er im Jahr 2019 ein eigenständiges Sektgut.

Der entscheidende Partner war Mathieu Kauffmann. Der aus dem Elsass stammende Kellermeister leitete von 2000 bis 2013 als Chef de Cave den Keller des Champagnerhauses Bollinger – eine der prestigeträchtigsten Positionen der Champagne – und war danach Kellermeister beim Deidesheimer VDP-Gut Reichsrat von Buhl, wo er bereits mit Pfälzer Sekt Aufsehen erregte. Für die Trauben pachtete Christmann rund 12 Hektar vom benachbarten Weingut Mugler in Gimmeldingen. Von Anfang an stand fest, dass diese Flächen biodynamisch bewirtschaftet werden.

Lage & Terroir

Gimmeldingen liegt am Haardtrand, dem östlichen Abfall des Pfälzerwaldes, nördlich von Neustadt an der Weinstraße. Die Region ist warm und sonnenreich – für Schaumwein an sich eine Herausforderung, denn Sekt braucht Trauben mit moderatem Zucker und lebendiger Säure.

Genau deshalb sind die Details entscheidend: höhere, kühlere Parzellen, frühe Lesetermine und Böden, die den Reben Frische bewahren. Die genutzten Lagen rund um Gimmeldingen – darunter Biengarten, Kapellenberg und Quacken – bieten unterschiedliche Kombinationen aus Buntsandstein, Kalk und Lehm. Die biodynamische Bewirtschaftung soll die Vitalität der Reben stärken und, wie Steffen Christmann es formuliert, den Terroirausdruck möglichst unverfälscht in die Flasche bringen.

Stil & Philosophie

Die Arbeitsweise orientiert sich eng an der Champagne, ohne sie zu kopieren. Gelesen wird von Hand in kleine Kisten, gefolgt von einer sehr schonenden Pressung. Die Grundweine vergären spontan in gebrauchtem Holz und durchlaufen den biologischen Säureabbau. Danach folgt die traditionelle Flaschengärung und ein mehrjähriges Hefelager – aktuell liegen die Cuvées rund 32 Monate auf der Hefe, teils deutlich länger.

Der konsequenteste Schritt kommt am Ende: Die Sekte werden ohne Dosage gefüllt, also als Brut Nature. Es gibt keinen Zucker, der Kanten glättet – Frucht, Säure, Hefereife und Terroir stehen ungeschminkt da. Das funktioniert nur mit physiologisch reifem, absolut sauberem Lesegut, und es macht den Stil des Hauses aus: straff, klar, salzig-mineralisch und mit feiner, cremiger Perlage.

Bekannte Lagen & Weine

Statt Jahrgängen tragen die Sekte fortlaufende Cuvée-Nummern, die jeweils eine Tirage bezeichnen:

  • 100er-Reihe – die reinsortigen Riesling-Sekte, das Alleinstellungsmerkmal des Guts
  • 200er-Reihe – Cuvées aus den Burgundersorten Chardonnay, Weißburgunder und Spätburgunder, stilistisch näher an der Champagne
  • Lagenparzellen in Gimmeldinger Biengarten, Kapellenberg und Quacken liefern das Traubenmaterial

Der Riesling-Sekt gilt dabei als das eigentliche Statement: Er zeigt, dass die deutsche Leitsorte auch als Schaumwein Weltniveau erreichen kann – mit einer Aromatik, die kein Champagner nachbilden kann.

Auszeichnungen

Obwohl das Gut erst seit 2019 besteht, wurde es von der Fachpresse außergewöhnlich schnell in die erste Reihe der deutschen Schaumweinerzeuger gestellt und in Fachmedien wiederholt als Maßstab für hochwertigen deutschen Sekt beschrieben. Mathieu Kauffmanns Ruf aus der Champagne und Steffen Christmanns Renommee als Terroir-Winzer haben dabei sicher geholfen – überzeugend sind aber vor allem die Sekte selbst, die dem Kategoriebegriff „deutscher Sekt" einen neuen Anspruch gegeben haben.

Häufige Fragen

Wofür ist das Sektgut Christmann & Kauffmann bekannt?

Für kompromisslos hochwertigen deutschen Sekt. Das Gut arbeitet ausschließlich mit traditioneller Flaschengärung, langem Hefelager und ohne Dosage – ein Ansatz, der in Deutschland selten so konsequent verfolgt wird und Sekt als eigenständige Ausdrucksform des Terroirs versteht.

Wer steht hinter Christmann & Kauffmann?

Das Sektgut wurde 2019 von Steffen Christmann, langjährigem Präsidenten des VDP und Inhaber des Weinguts A. Christmann, gemeinsam mit seiner Tochter Sophie Christmann und dem Elsässer Kellermeister Mathieu Kauffmann gegründet. Kauffmann leitete zuvor über ein Jahrzehnt lang den Keller des Champagnerhauses Bollinger.

Was bedeuten die Nummern auf den Flaschen?

Die Sekte tragen fortlaufende Cuvée-Nummern statt Jahrgangsangaben. Die 100er-Reihe steht für die Rieslingsekte, die 200er-Reihe für die Cuvées aus Burgundersorten; die Zahl selbst zählt die jeweilige Tirage, also den Abfüllungszug auf die Flasche.

Was heißt Brut Nature?

Brut Nature bedeutet, dass dem Sekt nach dem Degorgieren keine Dosage – also keine Zuckerlösung – zugesetzt wird. Der Wein kommt damit praktisch knochentrocken auf die Flasche und zeigt Frucht, Säure und Hefereife völlig unverhüllt. Das gelingt nur mit sehr reifem, präzisem Traubenmaterial.

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