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Weingut Bercher – Burgunder von Weltklasse aus dem Kaiserstuhl

Robert KozinskiVon Robert Kozinski
27. August 2026
bercherbadenspätburgunder

Weingut Bercher in Burkheim am Kaiserstuhl: seit 1756 in Familienhand, heute in zehnter Generation. Spätburgunder und Grauburgunder, Geschichte, Stil und Steckbrief.

Das Wichtigste in Kürze

  • 1Eines der Aushängeschilder für badischen Burgunder – seit 1756 im Besitz der Familie Bercher in Burkheim.
  • 2Geführt in zehnter Generation von den Cousins Arne und Martin Bercher; Arne verantwortet den Keller.
  • 3Rund 38 Hektar auf Vulkanverwitterung und Löss im westlichen Kaiserstuhl – dem wärmsten Weinbaugebiet Deutschlands.
  • 4Große Gewächse aus den VDP.Großen Lagen Haslen, Kesselberg und Schlossgarten Villinger.
  • 5VDP-Mitglied seit 1990; die Burgunder zählen regelmäßig zu den besten ihrer Kategorie in Deutschland.

Steckbrief

Region
Baden – Burkheim (Vogtsburg im Kaiserstuhl), Deutschland
Gegründet
1756 erbaute Franz-Michael Bercher das Gutshaus; seither ununterbrochen in Familienhand
Inhaber / Winzer
Die Cousins Arne und Martin Bercher in zehnter Generation; Arne Bercher als Kellermeister
Rebfläche
rund 38 Hektar auf Vulkanverwitterung und Löss
Leitrebsorten
Spätburgunder, Grauburgunder, Weißburgunder, Chardonnay
Weinstile
Trockene Burgunder, Große Gewächse, dazu Riesling und Sekt
Klassifikation
VDP-Mitglied seit 1990; Große Gewächse aus Haslen, Kesselberg und Schlossgarten Villinger
Besonderheit
Burgundersorten auf Vulkangestein – badischer Stil mit Kühle und Mineralität statt Opulenz

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Zusammenfassung

Das Weingut Bercher in Burkheim gehört zu den bekanntesten Burgunder-Adressen Badens. Seit 1756 steht das Gutshaus mit seinem Gewölbekeller im Besitz derselben Familie; heute führen die Cousins Arne und Martin Bercher den Betrieb in zehnter Generation. Auf rund 38 Hektar im westlichen Kaiserstuhl wachsen vor allem Spätburgunder, Grauburgunder und Weißburgunder auf vulkanischem Verwitterungsgestein und Löss. Die Weine wollen keine Kopie französischer Burgunder sein, sondern badische Originale: klar gezeichnet, mineralisch und auf Eleganz statt auf Kraft gebaut. Seit 1990 ist das Gut Mitglied im VDP.

Geschichte

Die Geschichte des Guts beginnt mit einem Bauwerk: 1756 errichtete Franz-Michael Bercher in Burkheim ein Gutshaus mit Gewölbekeller. Dieses Gebäude ist bis heute Sitz des Weinguts geblieben und seit fast drei Jahrhunderten ohne Unterbrechung im Besitz der Familie – eine Kontinuität, die selbst in Deutschlands traditionsreichen Weinbauregionen selten ist.

Über die Generationen wuchs aus einem gemischten landwirtschaftlichen Betrieb ein reines Weingut. Den Ruf als eine der ersten Adressen für badischen Burgunder erarbeitete sich das Haus vor allem in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts, als die Brüder Eckhardt und Rainer Bercher den Betrieb konsequent auf trockene Burgundersorten ausrichteten und ihn zu einer festen Größe in den deutschen Weinführern machten. 1990 trat Bercher dem VDP bei.

Heute steht die zehnte Generation an der Spitze: die Cousins Arne und Martin Bercher. Arne verantwortet den Keller, Martin die Weinberge und die Vermarktung. Beide haben die Handschrift des Guts behutsam weiterentwickelt – hin zu mehr Präzision, weniger Holzeinfluss und einer klareren Herkunftsstaffelung.

Lage & Terroir

Burkheim liegt am westlichen Rand des Kaiserstuhls, eines erloschenen Vulkanmassivs zwischen Schwarzwald und Vogesen. Die Region zählt zu den wärmsten und sonnenreichsten Weinbaugebieten Deutschlands – eine Voraussetzung dafür, dass Spätburgunder hier zuverlässig reif wird.

Entscheidend für den Stil ist der Untergrund. Die Spitzenlagen des Guts stehen auf Vulkanverwitterungsboden, der den Weinen eine rauchig-mineralische Würze und feste Struktur gibt. Wo Löss dominiert, entstehen rundere, zugänglichere Weine mit mehr Schmelz. Die berühmten Terrassen des Kaiserstuhls speichern zudem die Wärme des Tages und geben sie nachts an die Reben ab.

Die wichtigsten Lagen sind der Burkheimer Feuerberg mit seinen Gewannen Haslen und Kesselberg, dazu der Schlossgarten in Burkheim, der Villinger Schlossgarten, der Jechtinger Eichert und der Sasbacher Limburg.

Stil & Philosophie

Bercher versteht sich als badisches Burgunderhaus, nicht als deutscher Nachahmer der Côte d'Or. Die Weine sollen, wie es die Familie formuliert, nach Kaiserstuhl schmecken. Das heißt in der Praxis: kontrollierte Erträge, sorgfältige Handlese, moderater Holzeinsatz und ein Ausbau, der die Herkunft nicht überdeckt.

Die Spätburgunder setzen auf feine Frucht, seidiges Tannin und Trinkfluss statt auf Extraktwucht. Die Weißburgunder und Grauburgunder werden konsequent trocken ausgebaut und gewinnen ihre Spannung aus Säure und Mineralität – gerade der Grauburgunder, sonst oft breit und schwer, zeigt hier eine erstaunliche Klarheit. Ergänzt wird das Sortiment durch Chardonnay, Riesling und Sekt.

Die Staffelung folgt dem VDP-Modell: Gutsweine als Einstieg, Ortsweine aus Burkheim, dann die Ersten Lagen und schließlich die Großen Gewächse aus Haslen, Kesselberg und Schlossgarten Villinger.

Bekannte Lagen & Weine

  • Burkheimer Feuerberg Haslen – VDP.Große Lage; Heimat des vielleicht bekanntesten Weins des Guts, des Grauburgunder GG
  • Burkheimer Feuerberg Kesselberg – VDP.Große Lage auf Vulkanverwitterung; Herkunft des Spätburgunder GG
  • Villinger Schlossgarten – VDP.Große Lage
  • Burkheimer Feuerberg und Burkheimer Schlossgarten – VDP.Erste Lagen
  • Jechtinger Eichert und Sasbacher Limburg – VDP.Erste Lagen im weiteren Kaiserstuhl

Als Visitenkarten des Hauses gelten der Haslen Grauburgunder GG und der Kesselberg Spätburgunder GG – zwei Weine, die zeigen, wie viel Präzision und Kühle Burgundersorten auf deutschem Vulkangestein erreichen können.

Auszeichnungen

Bercher gehört seit Jahrzehnten zur badischen Spitzengruppe und wird von den führenden deutschen Weinführern – Gault&Millau, Falstaff und Eichelmann – konstant in den oberen Rängen geführt. Die Grauburgunder und Spätburgunder aus den Großen Lagen zählen regelmäßig zu den bestbewerteten Weinen ihrer Kategorie in Deutschland. Vor allem aber steht das Gut für eine Entwicklung, die weit über den eigenen Betrieb hinausreicht: den Aufstieg des Kaiserstuhls zu einer Herkunft, die für Burgundersorten international ernst genommen wird.

Häufige Fragen

Wofür ist das Weingut Bercher bekannt?

Für trockene Burgundersorten vom Kaiserstuhl. Spätburgunder, Grauburgunder und Weißburgunder machen den Großteil der Rebfläche aus und gehören zu den besten Vertretern ihrer Art in Deutschland. Charakteristisch ist ein bewusst badischer Stil: elegant, mineralisch und auf Speisebegleitung angelegt statt auf Wucht.

Wo liegt das Weingut Bercher?

In Burkheim, einem Ortsteil von Vogtsburg im Kaiserstuhl in Baden. Der Kaiserstuhl ist ein erloschenes Vulkanmassiv am Oberrhein und gilt als eine der wärmsten Weinbauregionen Deutschlands. Das Gutshaus mit Gewölbekeller steht seit 1756 an derselben Stelle.

Welche Lagen bewirtschaftet Bercher?

Zu den VDP.Großen Lagen zählen Haslen und Kesselberg im Burkheimer Feuerberg sowie der Schlossgarten Villinger. Dazu kommen VDP.Erste Lagen wie der Burkheimer Feuerberg und Schlossgarten, der Jechtinger Eichert und der Sasbacher Limburg.

Ist Bercher ein VDP-Weingut?

Ja. Das Weingut gehört seit 1990 dem Verband Deutscher Prädikatsweingüter an und füllt aus seinen Spitzenlagen Große Gewächse. Der Grauburgunder aus dem Haslen und der Spätburgunder aus dem Kesselberg gelten dabei als die Visitenkarten des Hauses.

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