Urlaubs-Guides

Mosel für Weinliebhaber - Weingüter, Vinotheken & Steillagen

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Weinurlaub an der Mosel: besuchbare Weingüter zwischen Trier und Cochem, Vinotheken, Straußwirtschaften, Weinfeste, Moselsteig und Calmont-Klettersteig.

Warum die Mosel für Weinliebhaber?

Es gibt gute Gründe, für Wein ins Ausland zu fahren. Und es gibt einen sehr guten, es nicht zu tun: Die Mosel bringt die eleganteste Rieslingform der Welt hervor, und sie liegt für die meisten Deutschen drei bis fünf Autostunden entfernt.

Was die Region einzigartig macht, ist die Landschaft. Hier stehen die steilsten Weinberge Europas - der Calmont bei Bremm erreicht bis zu 65 Grad Neigung, dort wird jede Traube von Hand geholt. Der Schiefer speichert die Wärme des Tages und gibt sie nachts an die Reben zurück, das kühle Klima sorgt für lange Reifezeiten. Das Ergebnis sind Weine, die bei elf Volumenprozent mehr Spannung haben als anderswo bei vierzehn.

Für den Urlaub heißt das: Man kombiniert Wein mit Wandern, Radfahren und Flussschifffahrt statt mit Autofahren. Der Moselsteig und der Mosel-Radweg gehören zu den besten Routen Deutschlands, und beide führen direkt an den Weingütern vorbei. Weinfachliche Tiefe zu Lagen, Prädikaten und Schiefer findest du in unserem Mosel-Porträt.

Beste Reisezeit für Weinerlebnisse

ZeitraumWas dich erwartet
April - MaiVinotheken öffnen für die Saison, erste Straußwirtschaften, ruhige Wanderwege
Juni - AugustBeste Zeit für Moselsteig, Radweg und Schifffahrt; Weinfeste in Trier (Ende Juni), Cochem (Anfang Juli) und Traben-Trarbach (Juli)
SeptemberUnsere Empfehlung: Lesebeginn, Weinfest der Mittelmosel in Bernkastel-Kues Anfang des Monats, mildes Wanderwetter
OktoberHerbstfarben in den Steillagen, Straußwirtschaften-Hochsaison - aber viele Güter sind mitten in der Lese
NovemberFederweißenfest in Cochem, Eiswein-Zeit; die meisten Vinotheken nur noch nachmittags
Dezember - MärzStark reduzierte Öffnungszeiten, viele Weingüter nur nach Absprache

Ein wichtiger Praxishinweis: Während der Lese bieten manche Weingüter gar keine Proben an - Selbach-Oster etwa pausiert bis etwa Ende Oktober. Wer im Herbst kommt, ruft besser vorher an, statt sich auf die Website zu verlassen.

Weingüter, die du besuchen kannst

Die Mosel ist Kleinbetriebsland: Viele der besten Güter sind Familienbetriebe ohne Besuchermanagement. Unsere Auswahl konzentriert sich auf die, bei denen ein Besuch verlässlich funktioniert.

Weingut Markus Molitor (Bernkastel-Wehlen)

Der beste Stopp für alle, die spontan sind: Die Vinothek Haus Klosterberg liegt mitten in den Weinbergen und ist täglich von 10 bis 17 Uhr geöffnet, mit rund 40 Weinen zur Verkostung und zum Direktkauf. Molitor bewirtschaftet über 20 Steillagen und füllt mehr als 90 verschiedene Weine pro Jahrgang ab - nirgends sonst lassen sich Lagen und Süßegrade so direkt vergleichen. Eine geführte Probe mit mindestens acht Weinen kostet rund 20 Euro und entfällt ab einer größeren Einkaufssumme.

Info: Website · Google Maps

Weingut van Volxem (Wiltingen an der Saar)

Der spektakulärste Neubau der Region und das beste Besucherangebot: eine Panorama-Lounge mit Blick über die Saar, per Aufzug erreichbar, dazu eine stufenlose Terrasse - das barrierefreundlichste Weingut dieser Liste. Von April an ist Mittwoch bis Sonntag geöffnet, und man kann ohne Reservierung an der Theke eine kommentierte Probe bekommen; letzte Möglichkeit eine Stunde vor Schließung. Für Gruppen ab sechs Personen sind es rund 20 Euro pro Person. Von Trier gut 20 Kilometer.

Info: Website · Google Maps

Weingut Dr. Loosen (Bernkastel-Kues)

Eines der international bekanntesten Güter der Mosel, direkt am Ufer bei Bernkastel. Wichtig zu wissen: Hier gibt es keine Keller- oder Weinbergsführungen, sondern ausschließlich Weinproben - dafür ohne Mindestgruppengröße. Die reguläre Probe umfasst fünf selbst gewählte Weine für rund 20 Euro, eine ausführlichere Variante sieben ausgewählte Weine für etwa 30 Euro. Anmeldung ist zwingend, feste Öffnungszeiten gibt es nicht.

Info: Website · Google Maps

Weingut Maximin Grünhaus (Mertesdorf, Ruwertal)

Für viele der schönste Besuch der Region: ein Schlossgut mit drei Monopollagen - Abtsberg, Herrenberg und Bruderberg gehören ausschließlich diesem Weingut. Verkostet wird im historischen Kelterhaus mit Blick auf genau diese Hänge, rund 25 Euro pro Person, anrechenbar ab einer größeren Bestellung. Anmeldung erbeten, Führungen auf Deutsch und Englisch. Nur zehn Kilometer von Trier - der ideale Halbtagesausflug aus der Stadt.

Info: Website · Google Maps

Weingut Clemens Busch (Pünderich)

Das Bio-Gut der Mittelmosel und die beste Adresse für das Thema Schiefer: Clemens Busch füllt seine Weine aus der Pündericher Marienburg getrennt nach blauem, grauem und rotem Schiefer ab - man schmeckt den Boden also im direkten Vergleich, was sonst nirgends so konsequent gemacht wird. Seit 2005 wird biodynamisch gearbeitet. Verkostet wird nach Anmeldung in einem Fachwerkhaus von 1663, außer sonn- und feiertags.

Info: Website · Google Maps

Weingut Heymann-Löwenstein (Winningen, Terrassenmosel)

Der Pionier der Terrassenmosel - Reinhard Löwenstein hat den Begriff überhaupt erst geprägt. Die Weinberge auf sandigem Schiefer in Lagen wie Uhlen und Röttgen sind extrem steil und terrassiert. Die Vinothek ist freitags und samstags nachmittags geöffnet, außerhalb dieser Zeiten und ab fünf Personen ist eine Terminvereinbarung nötig. Für alle interessant, die im unteren Moseltal Richtung Koblenz unterwegs sind.

Info: Website · Google Maps

Weingut Selbach-Oster (Zeltingen-Rachtig)

Ein verlässlicher, unkomplizierter Stopp an der Mittelmosel: Die Vinothek ist von April bis Oktober Montag bis Samstag von 11 bis 17 Uhr offen, im Winter werktags. Verkostet und gekauft wird während der Öffnungszeiten oder nach Termin. Wichtig: Während der Lese bis etwa Ende Oktober finden keine Weinproben statt.

Info: Website · Google Maps

Historische Keller in Trier

Wer ohne Auto reist, findet in Trier die besucherfreundlichsten Adressen der Region. Das Stiftungsweingut Vereinigte Hospitien am Krahnenufer hat den ältesten Weinkeller Deutschlands; von April bis Oktober gibt es mittwochs, freitags und an ausgewählten Samstagen um 11 Uhr eine einstündige Kellerführung mit Verkostung für 17,50 Euro. Die Bischöflichen Weingüter Trier bieten eine rund zweistündige Kellerführung mit Sekt und sechs Spitzenweinen für rund 25 Euro an, mit Rabatt auf den Weinkauf am selben Tag. Beide liegen fußläufig in der Innenstadt.

Info: Vereinigte Hospitien · Bischöfliche Weingüter · Google Maps

Zwei Hinweise für Riesling-Pilger: Das legendäre Weingut Egon Müller am Scharzhof bietet keine öffentlichen Besuche an - die Weine bekommt man über den Fachhandel, das Gut selbst kann man nur von außen betrachten. Und Joh. Jos. Prüm in Wehlen, direkt gegenüber der berühmten Sonnenuhr, empfängt zwar Gäste, aber ausschließlich nach vorheriger E-Mail und nur werktags - für ein Wochenende also keine Option.

Routenvorschläge

Route 1 - Mittelmosel rund um Bernkastel: Vormittags in die Vinothek des St.-Nikolaus-Hospitals in Bernkastel-Kues für den großen Überblick, mittags in der Altstadt, nachmittags weiter nach Wehlen zu Markus Molitor mit Blick auf die Wehlener Sonnenuhr. Wer noch Zeit hat, fährt weiter nach Zeltingen-Rachtig zum Kloster Machern.

Route 2 - Trier und die Nebenflüsse: Vormittags Kellerführung bei den Vereinigten Hospitien oder den Bischöflichen Weingütern mitten in Trier, mittags in der Altstadt, nachmittags hinaus nach Mertesdorf zu Maximin Grünhaus (zehn Kilometer) oder an die Saar zu van Volxem (gut 20 Kilometer). Beides gut ohne Auto machbar, wenn man ein Taxi nimmt.

Route 3 - Steillagen und Wandern: Vormittags den Calmont-Klettersteig bei Bremm oder eine leichtere Moselsteig-Etappe, mittags Einkehr, nachmittags eine Verkostung bei Clemens Busch in Pünderich - das passt thematisch perfekt, weil man den Schiefer, den man gerade erklommen hat, anschließend im Glas hat.

Wichtig - Fahren und Wein: In Deutschland gelten 0,5 Promille - aber 0,0 für Fahranfänger in der Probezeit und für alle unter 21 Jahren, auch nach Ende der Probezeit. Die Mosel bietet mehr Alternativen zum Auto als die meisten Weinregionen: Radweg, Personenschifffahrt zwischen den Weinorten, geführte Weinbergswanderungen mit anschließender Probe beim Winzer. Nutz sie - die Straßen im Moseltal sind eng und kurvig.

Restaurants für Weinliebhaber

Gehoben

schanz. restaurant. (Piesport) - Drei Michelin-Sterne mitten im Weinort Piesport, und die erste Adresse für Riesling-Fans: Die Weinkarte ist bei Moselweinen außergewöhnlich tief, ergänzt um Frankreich und Italien, betreut von einer eigenen Sommelière. Wenn du auf dieser Reise einen großen Abend planst, dann hier. Info: Guide Michelin · Google Maps

Waldhotel Sonnora (Dreis) - Ebenfalls drei Sterne, rund eine halbe Stunde von Bernkastel-Kues in der Eifel. Die Weinkarte ist sehr umfangreich und besonders stark bei gereiften deutschen Rieslingen - auf der Karte stehen alte Auslesen von Gütern, die man an der Mosel gerade besucht hat. Genau das macht den Abend besonders. Info: Guide Michelin · Google Maps

BECKER'S (Trier-Olewig) - Die interessanteste Doppelrolle der Region: Wolfgang Becker ist gelernter Winzer und betreibt mit seiner Frau ein eigenes Weingut, dessen Weine auf der Karte stehen. Neben dem Gourmetrestaurant gibt es das entspanntere BECKER'S Weinhaus mit hauseigenem Weinkeller, dazu Führungen auf dem Trierer Weinlehrpfad und Weinproben. Info: Guide Michelin · Google Maps

Entspannt

Straußwirtschaften - Die ehrlichste Art, Moselwein zu trinken: Winzer schenken im eigenen Hof oder Keller ihre Weine aus, dazu einfache Speisen. Rund 46 Betriebe zwischen Saar und Untermosel haben sich zusammengeschlossen, und über Sammelkarten kann man Stempel sammeln. Geöffnet ist nur wenige Monate im Jahr - achte auf den Strauß oder Kranz über der Tür. Übersicht

Doctor Weinstube (Bernkastel-Kues) - Klassische Weinstube mit Moselweinen renommierter Güter der Region, benannt nach der Weltlage Bernkasteler Doctor, die direkt über dem Ort liegt. Ein guter Ort, um mehrere Erzeuger nebeneinander zu probieren. Info: Website · Google Maps

Waldschenke "Zur Eisernen Weinkarte" (oberhalb Bernkastel-Kues) - Am Wanderweg Richtung Traben-Trarbach, über den Dächern der Stadt: deftige Küche, Panoramablick ins Moseltal. Die passende Einkehr nach einer Weinbergswanderung. Info: Google Maps

Vinotheken & Weinbars

  • Vinothek im St.-Nikolaus-Hospital (Bernkastel-Kues) - Der wichtigste Stopp dieses Guides: In den historischen Gewölbekellern des Cusanusstifts stehen über 150 Mosel-Rieslinge zur Verkostung - die weltweit größte Auswahl an einem Ort, von einfachem Qualitätswein über Kabinett, Spätlese und Auslese bis zu Beerenauslese und Eiswein. Es gibt ein Pauschalkonzept, mit dem man sich für rund 35 Euro durch das gesamte Sortiment probieren kann, und im angeschlossenen Shop lässt sich jeder verkostete Wein kaufen. Von April bis Oktober täglich, im Winter nachmittags; der Besuch ohne Probe ist kostenfrei. Mehr Infos · Google Maps
  • die Mosel Vinothek & Winebar (Traben-Trarbach) - In einer Weinhändlervilla von 1890 mit Sonnenterrasse über der Mosel: über 200 Weine von der gesamten Mosel, vom klassischen Riesling bis zum Naturwein, dazu eine Küche zwischen spanischen Tapas und japanischer Izakaya-Kultur. Mittwoch bis Sonntag, Montag und Dienstag Ruhetag. Website · Google Maps
  • Weinbar Trier - Direkt bei der Porta Nigra, rund 230 Weine auf zwei Etagen und täglich gut 20 Weine und Sekte im offenen Ausschank. Der beste Abendstopp in Trier. Website · Google Maps
  • Kloster Machern (Zeltingen-Rachtig) - Ehemaliges Zisterzienserinnenkloster direkt an der Mosel, umgeben von Weinbergen. Auf dem Areal gibt es mehrere Vinotheken, ein Weinbistro und ein Klostercafé; Weinproben nach Anmeldung, auf Wunsch auch auf Englisch und Französisch. Website · Google Maps

Wein-Erlebnisse & Feste

  • Weinfest der Mittelmosel (Anfang September, Bernkastel-Kues): Das größte Fest der Region, fünf Tage rund um den ersten September-Sonntag. Höhepunkte sind die Krönung der Weinkönigin, die Weinstraße als Probierabend zum Auftakt, Feuerwerk und der große Festumzug. Dazu kommen geführte Weinwanderungen.
  • Weinlagenfest Cochem (Anfang Juli) am Moselufer mit Blick auf Altstadt und Reichsburg, Moselwein-Festival Traben-Trarbach (Juli) und das Federweißenfest in Cochem (November) zur Lesezeit setzen die weiteren Termine. Ende Juni feiert Trier sein Altstadtfest.
  • Calmont-Klettersteig (Bremm/Ediger-Eller): Der steilste Weinberg Europas, 380 Meter hoch mit bis zu 65 Grad Neigung. Der gesicherte Klettersteig führt über rund drei Kilometer mitten durch die Reben, mit Leitern, Sicherungsseilen und Trittstiften; die Rundtour umfasst etwa 6,5 Kilometer und 470 Höhenmeter. Trittsicherheit und Schwindelfreiheit sind Voraussetzung, für kleine Kinder ist er nichts. Wer die Steillagen der Mosel wirklich verstehen will, muss einmal in einer stehen.
  • Moselsteig: 365 Kilometer in 24 Etappen von Perl bis zum Deutschen Eck in Koblenz, ausgezeichnet als "Leading Quality Trail - Best of Europe". Einzeletappen zwischen 11 und 24 Kilometern, von sehr leicht bis anspruchsvoll - man muss also nicht den ganzen Weg gehen, um das Beste mitzunehmen.
  • Mosel-Radweg: 248 Kilometer von Perl bis Koblenz in zehn Etappen, ADFC-Qualitätsroute, überwiegend asphaltiert und fast durchgehend ohne Steigungen. Die entspannteste Art, mehrere Weinorte an einem Tag zu verbinden - und der Grund, warum die Mosel für Weinreisen ohne Auto so gut funktioniert.
  • Moselschifffahrt: Von Ostern bis Oktober, unter anderem zwischen Traben-Trarbach und Bernkastel-Kues (rund zwei Stunden pro Richtung) sowie ab Cochem Richtung Koblenz, Zell und Beilstein.
  • Mosel-Weinmuseum (Bernkastel-Kues): Im selben Haus wie die große Vinothek, mit multimedialer Erlebniswelt zu 2.000 Jahren Weinbaugeschichte - der Regentag-Tipp.

Praktische Tipps

Verkosten kostet - wird aber oft angerechnet: Anders als vielfach angenommen sind Weinproben bei den Spitzenweingütern der Mosel grundsätzlich kostenpflichtig, meist 20 bis 35 Euro. Der Betrag wird aber häufig ab einer bestimmten Einkaufssumme erlassen oder angerechnet - bei Markus Molitor etwa ab 300 Euro, bei Maximin Grünhaus ab 200 Euro pro Person, bei den Bischöflichen Weingütern gibt es Rabatt auf den Einkauf am selben Tag. Wer ohnehin Wein mitnehmen will, verkostet also faktisch umsonst.

Anreise ohne Auto: Die Moselstrecke der Bahn verbindet Koblenz, Cochem, Bullay, Wittlich und Trier; von Bullay zweigt die Moselweinbahn auf 13 Kilometern nach Traben-Trarbach ab. Ein wichtiger Hinweis für die Planung: Bernkastel-Kues hat keinen Bahnhof mehr - die Strecke wurde stillgelegt, die Anreise läuft per Bus ab Wittlich oder Bullay.

Wein mit nach Hause nehmen: Der große Vorteil des Inlandsurlaubs - kein Zoll, keine Mengenfrage, einfach einladen. Fast alle genannten Güter haben Ab-Hof-Verkauf und eigene Onlineshops, sodass man auch nachbestellen kann, wenn eine Flasche zu Hause überzeugt. Wie bei jeder Weinreise gilt: Kartons nicht im heißen Auto stehen lassen.

Was einkaufen: Einen trockenen Riesling aus einer der großen Lagen, wenn du zeigen willst, wie präzise deutscher Wein sein kann. Vor allem aber einen Kabinett - leicht, mit zarter Restsüße, unter zehn Volumenprozent Alkohol und in dieser Form nirgends sonst auf der Welt zu bekommen. Er ist der beste Beweis dafür, dass Riesling nicht trocken sein muss, um erwachsen zu schmecken. Wer es ganz besonders will, nimmt eine Auslese - die hält Jahrzehnte, wenn du sie richtig lagerst.

Und unterwegs: Moselweinetiketten sind für Einsteiger die schwierigsten Deutschlands - Ortsname, Lagenname, Prädikat und Erzeuger auf engstem Raum. Der Scanner der Grape Guru App löst das in Sekunden auf und sagt dir, ob im Glas trockener Wein oder eine Spätlese landet.

Häufige Fragen

Kann man Mosel-Weingüter ohne Anmeldung besuchen?

Einige ja. Weingut Markus Molitor in Bernkastel-Wehlen hat täglich eine Vinothek mit rund 40 Weinen zur Verkostung, van Volxem an der Saar bietet von April an eine kommentierte Probe an der Theke ohne Reservierung. Die meisten Spitzenweingüter arbeiten aber auf Anmeldung, und einige - etwa Joh. Jos. Prüm - empfangen nur werktags nach vorheriger E-Mail. Am Wochenende ist die Auswahl deutlich kleiner.

Was kostet eine Weinprobe an der Mosel?

Üblich sind 20 bis 35 Euro pro Person. Anders als oft angenommen sind Proben bei den Spitzenweingütern grundsätzlich kostenpflichtig - viele rechnen den Betrag aber ab einer bestimmten Einkaufssumme an oder erlassen ihn ganz. Kellerführungen in Trier liegen zwischen 17,50 und 25 Euro inklusive Verkostung.

Was ist eine Straußwirtschaft?

Ein Ausschank, in dem Winzer für eine begrenzte Zeit im Jahr ihren eigenen Wein servieren - im Hof, im Keller oder im Probierraum. Gesetzlich sind maximal vier Monate pro Jahr erlaubt, aufgeteilt in höchstens zwei Zeiträume, typischerweise im Frühjahr und zur Lesezeit von August bis Oktober. Serviert werden nur einfache Speisen und die eigenen Weine. Erkennungszeichen ist ein Strauß, Besen oder Kranz über der Tür.

Wann ist Weinlese an der Mosel?

Meist beginnt sie Mitte September, der Riesling in den Steillagen folgt häufig ab Mitte Oktober, und mit Eiswein zieht sich die Lese teils bis in den November. Insgesamt dauert sie rund sechs Wochen. Wichtig für Besucher: Manche Weingüter bieten während der Lese gar keine Weinproben an - Ende September und im Oktober unbedingt vorher anrufen.

Kommt man ohne Auto an die Mosel?

Teilweise. Die Moselstrecke der Bahn verbindet Koblenz, Cochem, Bullay, Wittlich und Trier, und von Bullay zweigt die Moselweinbahn nach Traben-Trarbach ab. Achtung: Bernkastel-Kues hat keinen Bahnhof mehr, die Anreise erfolgt per Bus ab Wittlich oder Bullay. Für Weingüter im Hinterland ist ein Auto praktisch - alternativ bieten sich Radweg, Moselschifffahrt und geführte Weinbergswanderungen an.

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