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Tasca d'Almerita – Siziliens Weindynastie von Regaleali bis zum Ätna

Robert KozinskiVon Robert Kozinski
26. August 2026
tasca d'almeritasiziliennero d'avola

Tasca d'Almerita auf Sizilien: seit 1830 auf Tenuta Regaleali, heute fünf Güter vom Ätna bis Salina. Rosso del Conte, Geschichte, Stil und Steckbrief im Porträt.

Das Wichtigste in Kürze

  • 1Seit 1830 im Besitz der Familie Tasca d'Almerita – eine der ältesten und einflussreichsten Weindynastien Siziliens.
  • 2Stammsitz ist die Tenuta Regaleali im Landesinneren: rund 600 Hektar Gutsland auf sechs Hügeln zwischen 450 und 850 Metern Höhe.
  • 3Fünf Güter decken Siziliens wichtigste Terroirs ab: Regaleali, Tascante am Ätna, Capofaro auf Salina, Sallier de la Tour bei Monreale und Mozia.
  • 4Der Rosso del Conte aus dem Jahrgang 1970 gilt als einer der ersten großen sizilianischen Rotweine der Moderne.
  • 5Vorreiter der Nachhaltigkeit: das erste Weingut mit doppelter SOStain- und VIVA-Zertifizierung.

Steckbrief

Region
Sizilien – Tenuta Regaleali im Landesinneren, Italien
Gegründet
1830 durch den Erwerb von Regaleali; seither ununterbrochen in Familienhand
Inhaber / Winzer
Familie Tasca d'Almerita; geführt von Alberto Tasca seit 2001
Rebfläche
rund 600 Hektar Gutsland auf Regaleali, dazu vier weitere Güter auf Sizilien
Leitrebsorten
Nero d'Avola, Nerello Mascalese, Grillo, Chardonnay
Weinstile
Langlebige Rotweine, mineralische Weißweine, Ätna-Weine, Süßwein
Klassifikation
DOC Contea di Sclafani und DOC Sicilia, Etna DOC, teils IGT Terre Siciliane
Besonderheit
Erstes Weingut mit doppelter Nachhaltigkeitszertifizierung nach SOStain und VIVA

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Zusammenfassung

Tasca d'Almerita ist eine der ältesten und einflussreichsten Weindynastien Siziliens. Seit 1830 gehört der Familie die Tenuta Regaleali im gebirgigen Landesinneren – rund 600 Hektar Gutsland auf sechs Hügeln zwischen 450 und 850 Metern Höhe, mit zwölf verschiedenen Bodentypen. Von hier aus hat das Haus über anderthalb Jahrhunderte hinweg mitgeprägt, was sizilianischer Wein heute bedeutet: Der Rosso del Conte aus dem Jahrgang 1970 war einer der ersten Beweise, dass die Insel große, langlebige Rotweine hervorbringen kann. Inzwischen umfasst die Gruppe fünf Güter über die wichtigsten Terroirs Siziliens hinweg – vom Ätna über die Äolen bis nach Marsala. Geführt wird sie seit 2001 von Alberto Tasca, unter dem das Haus zum Vorreiter der Nachhaltigkeit im italienischen Weinbau geworden ist.

Geschichte

1830 erwarb die Familie Tasca d'Almerita das Gut Regaleali im Herzen Siziliens – ein Datum, das den Beginn einer bis heute ununterbrochenen Weinbautradition markiert. Schon 1854 wurde der Betrieb im sizilianischen Landwirtschaftsjahrbuch als Modellgut geführt: ein Hinweis darauf, dass hier von Anfang an mehr betrieben wurde als reine Grundbesitzverwaltung.

Der entscheidende Sprung kam jedoch erst im 20. Jahrhundert. 1959 wurden Reben von Perricone und Nero d'Avola gepflanzt, aus denen 1970 der erste Rosso del Conte entstand – zunächst als „Riserva del Conte". Zu einer Zeit, in der sizilianischer Wein international vor allem als Massen- und Verschnittware galt, war das eine kleine Revolution: ein Rotwein von der Insel, der Lagerfähigkeit und Anspruch beanspruchte.

In den frühen 1980er-Jahren folgte der Weißwein Nozze d'Oro aus Inzolia und der hauseigenen Selektion Sauvignon Tasca, benannt nach einer goldenen Hochzeit in der Familie. Ende der 1980er-Jahre pflanzte das Haus als eines der ersten auf Sizilien Cabernet Sauvignon und Chardonnay – ein damals umstrittener, rückblickend prägender Schritt.

Seit 2001 führt Alberto Tasca das Unternehmen. Unter ihm wuchs die Gruppe über Regaleali hinaus: Tenuta Tascante am Ätna, Tenuta Capofaro auf der Äolen-Insel Salina, Sallier de la Tour bei Monreale und ein Gut auf der Insel Mozia vor Marsala.

Lage & Terroir

Regaleali liegt nicht an der Küste, sondern im gebirgigen Landesinneren Siziliens – und genau darin liegt sein Reiz. Auf 450 bis 850 Metern Höhe fallen die Nächte deutlich kühler aus als im Rest der Insel. Diese große Tag-Nacht-Amplitude erhält den Trauben Säure und Aroma, während die sizilianische Sonne für vollständige Reife sorgt. Zwölf verschiedene Bodentypen verteilen sich über sechs Hügel; das erlaubt es, jede Rebsorte dorthin zu setzen, wo sie am besten passt.

Die weiteren Güter fügen dem völlig andere Terroirs hinzu. Tascante liegt am Nordhang des Ätna auf vulkanischem Untergrund – die Heimat des Nerello Mascalese, deren Weine hell, straff und fast burgundisch wirken. Capofaro auf Salina steht für die Malvasia delle Lipari inmitten des Meeres. Sallier de la Tour bei Monreale ist wärmer und mediterraner geprägt, und das Gut auf Mozia vor Marsala arbeitet mit dem Grillo auf einer flachen Lagunen-Insel.

Stil & Philosophie

Zwei Linien prägen das Haus.

Die erste ist der Anspruch auf Herkunft. Statt sizilianischen Wein über Sorte und Preis zu definieren, arbeitet Tasca d'Almerita seit Jahrzehnten daran, Terroirs herauszuarbeiten – zuerst in Regaleali, dann in den anderen Gütern. Native Sorten wie Nero d'Avola, Perricone, Grillo, Catarratto und Nerello Mascalese stehen dabei im Zentrum; insgesamt sind auf Regaleali rund 25 Sorten im Anbau.

Die zweite ist Nachhaltigkeit. Unter Alberto Tasca wurde das Haus zum ersten Weingut mit doppelter Zertifizierung nach SOStain und VIVA, den beiden maßgeblichen italienischen Nachhaltigkeitsprogrammen für den Weinbau. Es geht dabei nicht nur um Pflanzenschutz, sondern um Wasser, Energie, Verpackungsgewicht, Biodiversität und die soziale Dimension des Betriebs. Alberto Tasca ist zudem Präsident der Stiftung SOStain Sicilia und trägt den Ansatz damit über das eigene Haus hinaus.

Bekannte Lagen & Weine

  • Rosso del Conte – der Flaggschiff-Rotwein aus Perricone und Nero d'Avola, erstmals im Jahrgang 1970
  • Nozze d'Oro – der Weißwein aus Inzolia und Sauvignon Tasca, entstanden in den frühen 1980er-Jahren
  • Tenuta Regaleali Bianco und Rosso – die weit verbreiteten Gutsweine des Hauses
  • Tascante – die Ätna-Weine aus Nerello Mascalese vom vulkanischen Nordhang
  • Capofaro – Malvasia von der Insel Salina
  • Dazu Cabernet Sauvignon und Chardonnay, die das Haus Ende der 1980er-Jahre als eine der ersten Adressen Siziliens einführte

Die Weine tragen je nach Herkunft die Bezeichnungen DOC Contea di Sclafani, DOC Sicilia, Etna DOC oder IGT Terre Siciliane.

Auszeichnungen

Tasca d'Almerita gehört seit Jahrzehnten zu den regelmäßig ausgezeichneten Häusern Italiens; der Rosso del Conte zählt zu den Weinen, die in den führenden italienischen Führern und in der internationalen Fachpresse konstant hohe Bewertungen erhalten. Mindestens ebenso bedeutend ist jedoch die Rolle des Hauses als Wegbereiter: Ohne Regaleali und den Rosso del Conte wäre der Aufstieg Siziliens vom Massenlieferanten zur ernstgenommenen Weinregion kaum so verlaufen, wie er verlaufen ist.

Häufige Fragen

Wofür ist Tasca d'Almerita bekannt?

Für die Wiederentdeckung Siziliens als Herkunft großer Weine. Der Rosso del Conte, erstmals im Jahrgang 1970 gefüllt, zeigte, dass aus Nero d'Avola und Perricone langlebige Spitzenrotweine entstehen können. Heute steht das Haus außerdem für konsequente Nachhaltigkeit und für Güter in fast allen wichtigen Terroirs der Insel.

Wo liegt das Weingut Tasca d'Almerita?

Der Stammsitz ist die Tenuta Regaleali im gebirgigen Landesinneren Siziliens, zwischen Sclafani Bagni und Vallelunga Pratameno. Dazu kommen vier weitere Güter: am Ätna, auf der Äolen-Insel Salina, bei Monreale und auf der Insel Mozia vor Marsala.

Welches ist der berühmteste Wein von Tasca d'Almerita?

Der Rosso del Conte. Er entstand aus 1959 gepflanzten Reben von Perricone und Nero d'Avola und kam mit dem Jahrgang 1970 erstmals unter diesem Namen auf den Markt. Ebenfalls bekannt ist der Weißwein Nozze d'Oro aus Inzolia und der hauseigenen Selektion Sauvignon Tasca.

Wie nachhaltig arbeitet Tasca d'Almerita?

Sehr konsequent. Das Haus war das erste Weingut mit doppelter Zertifizierung nach SOStain und VIVA, den beiden wichtigsten italienischen Nachhaltigkeitsprogrammen im Weinbau. Alberto Tasca ist zudem Präsident der Stiftung SOStain Sicilia.

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