Zusammenfassung
Das Weingut Peter Sölva (Peter Sölva & Söhne) gehört zu den ältesten Weinbaubetrieben in Kaltern im Südtiroler Überetsch. Dokumente belegen, dass die Familie Sölva hier seit 1731 ohne Unterbrechung Wein anbaut, keltert und verkauft – inzwischen in rund zehn Generationen. Heute führen Peter und Stephan Sölva das Gut, das rund 12 Hektar Reben rund um den Kalterer See bewirtschaftet. Das Sortiment gliedert sich in zwei Linien mit historischen Familiennamen: DeSilva für die Sorten- und Lagenweine wie Kalterersee, Lagrein oder Gewürztraminer und Amistar für ausdrucksstarke Cuvées – darunter eine rote Assemblage nach Bordelaiser Vorbild, ergänzt um den einheimischen Lagrein.
Geschichte
Die Geschichte des Weinguts reicht weit zurück. Laut Familienüberlieferung heiratete im Jahr 1678 Kaspar Anton DeSilva die aus Spanien stammende Susanna Amistar, die in Kaltern einen eigenen Weinhof führte. Aus dieser Verbindung ging der Gründer hervor, der das Weingut 1731 etablierte – das Jahr, ab dem der Weinbau der Familie urkundlich belegt ist. Der ursprüngliche Familienname DeSilva wandelte sich im Lauf der Zeit zu Sölva.
Seitdem ist der Betrieb ohne Unterbrechung in Familienhand geblieben und wurde von Generation zu Generation weitergegeben. Während viele Kalterer Weinbauern ihre Trauben im 20. Jahrhundert an Genossenschaften lieferten, keltert die Familie Sölva ihre Weine bis heute selbst. Heute stehen Peter Sölva und sein Sohn Stephan Sölva an der Spitze: Stephan gilt als junger, innovativer Kopf, der das traditionelle Erbe bewahrt und den Betrieb zugleich behutsam weiterentwickelt. Neben dem Wein betreibt das Haus auch eine eigene Brennerei für Trester- und Weinbrände.
Lage & Terroir
Das Weingut liegt in der Goldgasse mitten im Ortskern von Kaltern an der Weinstraße, rund 15 Kilometer südwestlich von Bozen. Das Überetsch zählt zu den wärmsten und sonnenreichsten Weinbaugebieten Südtirols; der nahe Kalterer See speichert die Wärme und mildert die Temperaturen, während kühle Fallwinde aus den Bergen für deutliche Unterschiede zwischen Tag und Nacht sorgen.
Die rund 12 Hektar verteilen sich auf unterschiedliche Höhenstufen – eine bewusste Aufteilung nach Rebsorten: Die Rotweinsorten wachsen in den wärmeren Tallagen rund um den Kalterer See auf etwa 220 bis 400 Metern, die Weißweinsorten in den kühleren Hanglagen zwischen etwa 400 und 600 Metern. So reifen Cabernet, Merlot und Lagrein in der Wärme voll aus, während Gewürztraminer, Weißburgunder und Chardonnay ihre Frische und Aromatik bewahren.
Stil & Philosophie
Die Familie Sölva verbindet moderne Kellertechnik mit althergebrachten Methoden des Weinbaus. Im Mittelpunkt steht ein respektvoller Umgang mit der Natur, große Sorgfalt im Detail und ein ausgewogenes Verhältnis zwischen Wuchs und Ertrag. Für die Spitzenweine setzt das Gut auf wirklich reifes Lesegut, einen kleinen Anteil spät gelesener Trauben und – bei einzelnen Cuvées – auch auf angetrocknete Trauben, die den Weinen zusätzliche Dichte verleihen.
Stilistisch spannt das Haus einen weiten Bogen: von leichten, saftigen Rotweinen aus Vernatsch über kräftige Lagrein bis zu barriquegereiften Cuvées mit Lagerpotenzial. Bei den Weißweinen stehen klare Frucht und Trinkfluss im Vordergrund, wobei der Gewürztraminer als typische Südtiroler Spezialität einen festen Platz hat.
Bekannte Lagen & Weine
Das Sortiment ist in zwei Linien gegliedert, die beide auf die Familiengeschichte verweisen:
- DeSilva – benannt nach dem ursprünglichen Familiennamen; steht für Bodencharakter und alte Reben und umfasst die Sortenweine, etwa Kalterersee aus Vernatsch, Lagrein, Gewürztraminer und Weißburgunder
- Amistar Cuvée Rosso – die rote Cuvée aus Cabernet Sauvignon, Cabernet Franc, Merlot und Lagrein, im Barrique ausgebaut; eine Südtiroler Antwort auf den Bordeaux-Verschnitt
- Amistar Cuvée Bianco – weiße Cuvée aus holzgereiftem Chardonnay mit einem Anteil Sauvignon Blanc
- Amistar Il Secondo – zugänglichere Zweitweine in Rot und Weiß
- Amistar Edizione Rossa Riserva und eine Cabernet Franc Riserva als Spitze des roten Sortiments
Damit reicht die Bandbreite vom klassischen Kalterersee für jeden Tag bis zu lagerfähigen Rotweinen für besondere Anlässe.
Auszeichnungen
Peter Sölva wird regelmäßig in den einschlägigen Weinführern besprochen, unter anderem bei Falstaff, und gilt vor allem mit den Amistar-Cuvées als eine der profiliertesten privaten Adressen in Kaltern. Gerade die rote Cuvée Amistar hat dazu beigetragen, dass das traditionsreiche Familienweingut auch über Südtirol hinaus wahrgenommen wird – als Beleg dafür, dass Kaltern neben dem Vernatsch auch große Rotweine aus internationalen Sorten hervorbringen kann.
