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Weingut Lucashof – Pfarrweingut und Riesling-Spezialist aus Forst

Robert KozinskiVon Robert Kozinski
29. Juli 2026
lucashofpfalzriesling

Weingut Lucashof in Forst an der Weinstraße: über 90 % Riesling aus Ungeheuer, Pechstein und Musenhang. Geschichte, Stil, Steckbrief und Lagen im Porträt.

Das Wichtigste in Kürze

  • 1Familienweingut in Forst an der Weinstraße, Anfang der 1960er-Jahre von den Brüdern Hans und Klaus Lucas gegründet.
  • 2Rund 23 Hektar in den Spitzengemeinden Forst, Deidesheim und Wachenheim – gut 90 Prozent davon Riesling.
  • 3Der Zusatz „Pfarrweingut“ geht auf die kirchliche Zulassung des Bistums Speyer zur Messwein-Erzeugung zurück.
  • 4Reben in berühmten Forster Lagen wie Ungeheuer, Pechstein, Musenhang und Bischofsgarten sowie im Deidesheimer Herrgottsacker.
  • 5Biologisch zertifiziert; im Gault&Millau mit zwei Trauben bewertet, dazu Medaillen bei der Berliner Wein Trophy.

Steckbrief

Region
Pfalz – Forst an der Weinstraße (Mittelhaardt), Deutschland
Gegründet
Anfang der 1960er-Jahre durch die Brüder Hans und Klaus Lucas
Inhaber / Winzer
Familie Lucas – Klaus Lucas (Inhaber und Kellermeister) mit Ehefrau Christine, Hans Lucas als Betriebsleiter
Rebfläche
rund 23 Hektar in Forst, Deidesheim und Wachenheim
Leitrebsorten
Riesling (gut 90 %), dazu Weißburgunder, Grauburgunder, Chardonnay, Silvaner
Weinstile
Überwiegend trockene Rieslinge vom Guts- bis zum Lagenwein, dazu Burgundersorten, Blanc de Noir, Rosé und Secco
Klassifikation
Biologisch zertifiziert; zwei Trauben im Gault&Millau
Besonderheit
Kirchlich zugelassener Messwein – daher der Namenszusatz „Pfarrweingut“

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Zusammenfassung

Das Weingut Lucashof – Pfarrweingut liegt in Forst an der Weinstraße, jenem winzigen Dorf, dem die Pfalz einige ihrer berühmtesten Rieslinglagen verdankt. Auf rund 23 Hektar in Forst, Deidesheim und Wachenheim erzeugt die Familie Lucas Weine, die zu gut 90 Prozent aus Riesling bestehen – ein außergewöhnlich hoher Anteil, selbst für die Mittelhaardt. Der Betrieb ist biologisch zertifiziert, wird in dritter Generation weitergeführt und trägt den Zusatz „Pfarrweingut“, weil er vom Bistum Speyer die Zulassung zur Messwein-Erzeugung besitzt. Herausgekommen ist ein sympathisch bodenständiges Gut, dessen Rieslinge klar, mineralisch und erfreulich fair kalkuliert sind.

Geschichte

Die Geschichte des Guts beginnt Anfang der 1960er-Jahre, als die Brüder Hans und Klaus Lucas in Forst einen eigenen Betrieb aufbauten – nach verbreiteter Darstellung startete die Familie mit etwa fünf Hektar. Dass daraus über die Jahrzehnte ein Weingut mit rund 23 Hektar in den besten Gemeinden der Mittelhaardt wurde, ist das Ergebnis von geduldigem Zukauf und Tausch guter Parzellen, nicht von spektakulären Übernahmen.

Heute führt Klaus Lucas als Inhaber und Kellermeister gemeinsam mit seiner Frau Christine das Gut, während Hans Lucas als Betriebsleiter die Arbeit in den Weinbergen verantwortet. Die dritte Generation steht bereits in den Startlöchern: Die Tochter hat ihr Studium in Geisenheim abgeschlossen, der Sohn sammelt Erfahrung bei renommierten Kollegen – unter anderem in Rheinhessen. Zum Betrieb gehört außerdem ein Landhotel, das Weingäste direkt im Weinort einquartiert.

Eine Besonderheit ist die kirchliche Seite des Hauses: Das Bistum Speyer hat dem Gut die Zulassung erteilt, Messwein zu erzeugen. Messwein unterliegt besonderen Anforderungen an Reinheit und Herkunft – der Namenszusatz „Pfarrweingut“ verweist auf genau diese Tradition.

Lage & Terroir

Forst ist ein Sonderfall unter den Pfälzer Weinorten. Auf wenigen Hundert Hektar drängen sich hier einige der besten Rieslingparzellen Deutschlands – und der Grund dafür liegt im Boden. Unter den Weinbergen von Forst steht Basalt an, ein dunkles Vulkangestein, das Wärme speichert und den Weinen eine rauchig-salzige, straffe Mineralität mitgibt. Historisch wurde zerkleinerter Basalt sogar gezielt in benachbarte Lagen eingebracht, um deren Böden zu erwärmen.

Rund um diesen vulkanischen Kern liegen Löss-Lehm, Sand und Buntsandstein. Diese Mischung sorgt für die Bandbreite im Sortiment: Die Lehm- und Lössparzellen liefern füllige, zugängliche Weine, die basalt- und sandsteingeprägten Lagen dagegen die straffen, langlebigen Rieslinge. Über allem liegt das milde Klima der Deutschen Weinstraße: Der Haardtrand schirmt die Reben nach Westen ab, Feigen und Mandelbäume gedeihen im Ort, und die Trauben reifen zuverlässig aus.

Stil & Philosophie

Die Familie beschreibt ihre Arbeit als naturnahen, kontrolliert umweltschonenden Weinbau; das Gut ist biologisch zertifiziert. Der Anspruch ist weniger stilistisches Experiment als Präzision: Ertragsreduzierung, sorgfältige Lesetermine und ein zurückhaltender Ausbau, der die Herkunft nicht überdeckt.

Im Glas zeigen sich die Rieslinge typisch pfälzisch – mit Apfel- und Zitrusfrucht, dezenter Säure und einer markanten mineralischen Note, die aus den Basalt- und Sandsteinböden kommt. Der Schwerpunkt liegt klar auf trockenen Weinen, ergänzt um feinherbe und edelsüße Ausnahmen. Das Sortiment ist in der klassischen Pyramide aufgebaut: Gutsweine als unkomplizierter Einstieg, darüber Orts- und Lagenweine aus den großen Forster Gewannen.

Neben dem Riesling bauen die Lucas' die Burgundersorten Weißburgunder und Grauburgunder an, dazu Chardonnay, Silvaner, Gewürztraminer und Sauvignon Blanc. Auf der roten Seite ergänzen St. Laurent, Blanc de Noir und Rosé das Bild, ein Riesling-Secco rundet ab. Die Jahresproduktion liegt bei etwa 160.000 Flaschen.

Bekannte Lagen & Weine

Der Kern des Guts sind die Forster Lagen. Belegt sind unter anderem:

  • Forster Ungeheuer – die kraftvoll-würzige Ikone des Ortes, hier eine der Aushängeschild-Lagen des Guts
  • Forster Pechstein – auf schwarzem Basalt, für rauchig-mineralische, straffe Rieslinge
  • Forster Musenhang – wärmer und weicher, oft mit etwas mehr Schmelz
  • Forster Bischofsgarten – die breitere Basis für zugängliche Guts- und Ortsweine
  • Deidesheimer Herrgottsacker – eine der bekanntesten Lagen des Nachbarorts
  • Wachenheimer Luginsland – ergänzt das Lagenportfolio nach Norden

Dazu kommt die Einzelparzelle Linsenstück, die als eigenständiger Riesling gefüllt wird.

Auszeichnungen

Im Gault&Millau wird Lucashof mit zwei Trauben geführt und damit als verlässlich guter Betrieb der Pfalz eingeordnet. Bei der Berliner Wein Trophy sammelte das Gut wiederholt Medaillen – unter anderem Gold für einen trockenen Grauburgunder-Gutswein sowie Silber für einen Forster Ungeheuer und den Riesling aus dem Linsenstück. Insgesamt gilt Lucashof als eine jener Pfälzer Adressen, bei denen das Verhältnis von Lagenqualität zu Preis besonders günstig ausfällt: großes Forster Terroir, ohne den Aufschlag der berühmtesten Nachbarn.

Häufige Fragen

Wofür ist das Weingut Lucashof bekannt?

Lucashof ist vor allem ein Riesling-Spezialist: Gut 90 Prozent der Rebfläche stehen mit Riesling bestockt, der aus großen Forster Lagen wie Ungeheuer, Pechstein und Musenhang kommt. Typisch sind trockene, mineralisch geprägte Weine mit dezenter Säure, Apfel- und Zitrusfrucht – dazu ein biologisch zertifizierter, naturnaher Weinbau.

Warum heißt das Gut „Pfarrweingut“?

Weil das Weingut vom Bistum Speyer die kirchliche Zulassung besitzt, Messwein zu erzeugen. Messwein muss besonderen Reinheitsanforderungen genügen. Der Namenszusatz „Pfarrweingut“ verweist auf diese Tradition und die enge Verbindung des Betriebs zur Pfälzer Kirchengemeinde.

Wo liegt das Weingut Lucashof?

Das Gut hat seinen Sitz in Forst an der Weinstraße, im Herzen der Mittelhaardt in der Pfalz – direkt zwischen Deidesheim und Wachenheim. Zum Betrieb gehört auch ein Landhotel, sodass sich ein Besuch mit einer Übernachtung im Weinort verbinden lässt.

Wie groß ist das Weingut Lucashof?

Der Familienbetrieb bewirtschaftet rund 23 Hektar Rebfläche, verteilt auf die drei Gemeinden Forst, Deidesheim und Wachenheim. Daraus entstehen jährlich etwa 160.000 Flaschen – eine überschaubare Größe, die eine sehr genaue Arbeit im Weinberg erlaubt.

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