Zusammenfassung
Das Weingut Gesellmann in Deutschkreutz zählt zu den führenden Rotweingütern des Mittelburgenlands. Auf rund 50 Hektar – zu etwa 90 Prozent Rotwein – steht der Blaufränkisch im Zentrum, ergänzt durch Zweigelt, St. Laurent und internationale Sorten. Die Familie Gesellmann ist seit 1767 in Deutschkreutz als Winzer belegt; Engelbert Gesellmann machte den Betrieb ab den 1980er-Jahren als Rotwein-Pionier bekannt. Seit 1993 führt sein Sohn Albert Gesellmann das Gut und prägt Ikonen-Cuvées wie Opus Eximium und Bela Rex ebenso wie kraftvolle Einzellagen-Blaufränkisch.
Geschichte
Die Familie Gesellmann ist bereits seit 1767 in Deutschkreutz als Weinbauern belegt und blickt damit auf eine lange Tradition zurück. Zu überregionalem Ruf kam der Betrieb jedoch erst unter Engelbert Gesellmann (1935–2021), einem der Pioniere des österreichischen Qualitätsrotweins. Mitte der 1980er-Jahre pflanzte er internationale Sorten wie Cabernet Sauvignon und experimentierte mit dem Ausbau im Barrique – damals eine Seltenheit in Österreich. Daraus entstanden die Ikonen-Cuvées Opus Eximium (ab dem Jahrgang 1988) und Bela Rex.
Seit 1993 führt Albert Gesellmann das Weingut. Er baute die Einzellagen-Arbeit aus, stellte den Betrieb 2015 auf biologische Bewirtschaftung um und führte das Gut an die Spitze des Mittelburgenlands. Auch die nächste Generation ist bereits im Betrieb aktiv.
Lage & Terroir
Das Weingut liegt in Deutschkreutz im Mittelburgenland, das wegen seiner Bedeutung für die Sorte als „Blaufränkischland“ bekannt ist. Die Region liegt geschützt zwischen dem Ödenburger Gebirge und der ungarischen Tiefebene, unmittelbar an der Grenze zu Ungarn.
Prägend ist das pannonische Klima mit warmen, trockenen Sommern und dem Einfluss des nahen Neusiedlersees, der für ausgeglichene Bedingungen sorgt. Die tiefgründigen, oft lehmig-schweren Böden mit Kalk- und Schotteranteilen bieten dem Blaufränkisch ideale Voraussetzungen für dichte, langlebige Rotweine mit kräftigem Tannin und feiner Würze.
Stil & Philosophie
Gesellmann steht für kraftvolle, präzise Rotweine mit klarer Herkunft. Der Fokus liegt auf gebietstypischem Blaufränkisch – von fruchtbetonten Sortenweinen bis zu dicht gebauten Einzellagen-Gewächsen, die lange im Holz reifen. Seit 2015 wird das Gut biologisch bewirtschaftet.
Neben dem Blaufränkisch spielen Zweigelt und St. Laurent eine wichtige Rolle, dazu internationale Sorten wie Cabernet Sauvignon, Merlot und Syrah, die vor allem in die großen Cuvées einfließen. Ergänzt wird das Sortiment durch einige Weißweine, etwa aus Chardonnay und Sauvignon Blanc. Insgesamt umfasst die Produktion rund 200.000 Flaschen pro Jahr.
Bekannte Lagen & Weine
Das Sortiment ist klar gestaffelt, von zugänglichen Sortenweinen bis zu den Ikonen-Cuvées und Einzellagen. Zu den bekanntesten Weinen zählen:
- Opus Eximium – die berühmteste Cuvée des Guts, seit 1988 durchnummeriert; eine der renommiertesten Rotweincuvées Österreichs
- Bela Rex – eine im Barrique gereifte Cuvée, benannt nach dem ungarischen König Béla IV.
- Cuvée G – ein Spitzenwein auf Basis von Blaufränkisch und St. Laurent
- hochberc – sortenreiner Blaufränkisch aus der Einzellage Hochberg
Diese Weine gehören regelmäßig zu den höchstbewerteten Rotweinen des Mittelburgenlands.
Auszeichnungen
Die Weine von Gesellmann erhalten seit Jahren Bestnoten in den führenden Weinführern und Verkostungen, unter anderem bei Falstaff und wein.plus. Vor allem Opus Eximium und die Einzellagen-Blaufränkisch gelten als Maßstab für das Mittelburgenland. Als Mitglied der Renommierten Weingüter Burgenland (RWB) und mit einer über Jahrzehnte gewachsenen Reputation zählt das Gut heute zu den festen Größen des österreichischen Spitzenrotweins.
