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Concha y Toro – Chiles Weinriese aus Pirque im Maipo-Tal

Robert KozinskiVon Robert Kozinski
4. August 2026
concha y toromaipocabernet sauvignon

Concha y Toro in Pirque (Maipo): Chiles größtes Weinhaus mit Casillero del Diablo und Don Melchor. Geschichte, Stil, Steckbrief und alle Weine im Porträt.

Das Wichtigste in Kürze

  • 11883 von Melchor de Santiago Concha y Toro und Emiliana Subercaseaux in Pirque gegründet – heute Lateinamerikas größtes Weinunternehmen.
  • 2Börsennotiert in Santiago; bewirtschaftet weltweit rund 10.000 bis 12.000 Hektar Reben in Chile, Argentinien und Kalifornien.
  • 3Marken-Pyramide von Casillero del Diablo über Marqués de Casa Concha und Terrunyo bis zum Ikonenwein Don Melchor.
  • 4Don Melchor aus Puente Alto zählt zu den höchstbewerteten Weinen Südamerikas – Jahrgang 2018 mit 100 Punkten von James Suckling.
  • 5Der Name Casillero del Diablo geht auf die Legende zurück, der Gründer habe seinen Privatkeller mit dem Gerücht geschützt, dort hause der Teufel.

Steckbrief

Region
Valle del Maipo – Pirque bei Santiago, Chile
Gegründet
1883 durch Melchor de Santiago Concha y Toro und Emiliana Subercaseaux
Inhaber / Winzer
börsennotiert in Santiago, geprägt von den Familien Guilisasti und Larraín; Technischer Direktor Marcelo Papa, Don Melchor von Enrique Tirado verantwortet
Rebfläche
weltweit rund 10.000 bis 12.000 Hektar, davon etwa 9.000 Hektar in Chile
Leitrebsorten
Cabernet Sauvignon, Carmenère, Sauvignon Blanc, Chardonnay
Weinstile
Fruchtbetonte Alltagsweine, klassisch reifende Cabernets, präzise Weißweine aus kühlen Tälern
Klassifikation
DO Valle del Maipo sowie zahlreiche weitere chilenische Denominaciones de Origen
Besonderheit
Die Legende vom „Teufelskeller“ – Namensgeber der Marke Casillero del Diablo

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Zusammenfassung

Concha y Toro ist das bekannteste Weinunternehmen Chiles und zugleich der größte Weinproduzent Lateinamerikas. Gegründet 1883 von Melchor de Santiago Concha y Toro und seiner Frau Emiliana Subercaseaux, hat das Haus seinen historischen Sitz in Pirque im Valle del Maipo, südöstlich von Santiago. Von dort aus ist ein Konzern gewachsen, der heute Reben in nahezu allen chilenischen Tälern sowie in Argentinien und Kalifornien bewirtschaftet und in über 130 Ländern verkauft. Die Bandbreite reicht vom weltweit verbreiteten Casillero del Diablo bis zum Ikonenwein Don Melchor, der Chile international an die Spitze gebracht hat.

Geschichte

Die Geschichte beginnt in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts, als chilenische Unternehmer französische Rebstöcke importierten, um in der Nähe von Santiago Weine nach Bordelaiser Vorbild zu erzeugen. Melchor de Santiago Concha y Toro, Politiker und Grundbesitzer, ließ Setzlinge aus dem Bordeaux nach Pirque bringen und gründete dort 1883 sein Weingut. Aus dieser Zeit stammen das Herrenhaus, der Park und der alte, tief in den Boden gegrabene Keller, der bis heute Besucher anzieht.

Bereits 1923 wurde das Unternehmen in eine Aktiengesellschaft umgewandelt und an der Börse von Santiago notiert – ein früher Schritt, der die spätere Expansion überhaupt erst möglich machte. 1966 kam mit Casillero del Diablo die Marke auf den Markt, die dem Haus weltweite Bekanntheit verschaffen sollte. Der entscheidende Sprung in die Qualitätsspitze gelang 1987 mit dem ersten Jahrgang von Don Melchor, einem Cabernet Sauvignon aus Puente Alto im oberen Maipo-Tal.

In den folgenden Jahrzehnten wuchs die Gruppe kräftig: Übernahmen wie Cono Sur (1993) und Trivento in Mendoza (1996) folgten, dazu ein Joint Venture mit dem Haus Baron Philippe de Rothschild, aus dem der Kultwein Almaviva hervorging. 2011 kam das kalifornische Weingut Fetzer hinzu, das heute unter dem Namen Bonterra Organic Estates firmiert. Seit 2019 wird Don Melchor als eigenständige Bodega innerhalb der Gruppe geführt.

Lage & Terroir

Der Stammsitz Pirque liegt am Fuß der Anden, dort wo der Fluss Maipo aus dem Gebirge tritt. Das Klima ist mediterran geprägt: heiße, trockene Sommer, kaum Regen während der Reifezeit und eine ausgeprägte Abkühlung in der Nacht, weil kalte Luft aus den Bergen ins Tal fließt. Diese großen Tag-Nacht-Unterschiede sind der Schlüssel zu den frischen, festen Tanninen der Maipo-Cabernets.

Die Böden im oberen Maipo sind alluvial, kiesig und arm – sie zwingen die Reben, tief zu wurzeln, und liefern kleine, konzentrierte Beeren. Besonders die dritte Flussterrasse bei Puente Alto in rund 650 Metern Höhe gilt als eines der besten Cabernet-Terroirs der Südhalbkugel.

Über den Maipo hinaus nutzt das Unternehmen die enorme klimatische Vielfalt Chiles: kühle, küstennahe Zonen wie Casablanca und Leyda für Sauvignon Blanc, das nördliche Limarí mit Kalkböden für Chardonnay und Peumo im Cachapoal-Tal für die besten Carmenère-Weine des Hauses.

Stil & Philosophie

Stilistisch versucht Concha y Toro einen Spagat, der nur wenigen Häusern gelingt: verlässliche, fruchtbetonte und preiswerte Weine in großer Menge auf der einen Seite, kompromisslose Terroirweine auf der anderen. Die Basis- und Mittellinien setzen auf saubere Frucht, weiche Tannine und moderaten Holzeinsatz – Weine, die jung Freude machen.

An der Spitze arbeitet das Haus dagegen ausgesprochen parzellengenau. Für Don Melchor wird der Weinberg in Puente Alto seit Jahren in einzelne Blöcke unterteilt, die getrennt gelesen und ausgebaut werden; beraten wird das Team vom Bordelaiser Önologen Eric Boissenot. Das Ergebnis sind Cabernets mit klarer Cassis-Frucht, Zedernwürze, festem Gerüst und einer Alkoholgradation, die meist unter 15 % Vol. bleibt – Weine, die zwei Jahrzehnte und mehr reifen können.

Die zweite große Erzählung ist die Carmenère: Chiles Wiederentdeckung, in Peumo besonders zu Hause, die dem Haus mit Carmín de Peumo einen eigenen Ikonenwein beschert hat. Dazu kommt ein deutlicher Nachhaltigkeitsschwerpunkt – von Wasser- und Klimazielen im Konzern bis zur regenerativ-organischen Bewirtschaftung bei Bonterra in Kalifornien.

Bekannte Lagen & Weine

Die Marken sind klar gestaffelt, vom Supermarktregal bis zur Auktion:

  • Casillero del Diablo – die weltweit bekannteste Linie, seit 1966, besonders stark bei Cabernet Sauvignon und Carmenère
  • Marqués de Casa Concha – die Terroirlinie mit Herkunft aus einzelnen Tälern, ein Klassiker im Preis-Genuss-Verhältnis
  • Terrunyo und Amelia – Einzellagenweine beziehungsweise ein Chardonnay-Aushängeschild aus kühlem Klima
  • Carmín de Peumo – Ikonenwein aus Carmenère, Herkunft Peumo im Cachapoal-Tal
  • Don Melchor – der Cabernet Sauvignon aus Puente Alto, seit 1987 das Flaggschiff des Hauses
  • Almaviva – Gemeinschaftsprojekt mit dem Haus Baron Philippe de Rothschild, rechtlich eine eigene Bodega

Auszeichnungen

Concha y Toro wurde von der britischen Fachzeitschrift Drinks International mehrfach zur meistbewunderten Weinmarke der Welt gewählt, unter anderem in den Jahren 2011 bis 2013, und rangiert seither regelmäßig in den vorderen Plätzen dieses Rankings. Don Melchor erhielt für den Jahrgang 2018 die Höchstnote von 100 Punkten durch James Suckling; der Jahrgang 2021 wurde vom Wine Spectator zum Wein des Jahres 2024 gekürt – die erste chilenische Flasche überhaupt an der Spitze dieser Liste. Auch die Weine von Marqués de Casa Concha und Carmín de Peumo werden in chilenischen und internationalen Führern regelmäßig hoch bewertet.

Häufige Fragen

Wofür ist Concha y Toro bekannt?

Concha y Toro ist das größte Weinunternehmen Lateinamerikas und einer der zehn größten Weinproduzenten der Welt. Bekannt ist das Haus vor allem für die weltweit verbreitete Marke Casillero del Diablo und für den Ikonenwein Don Melchor, einen Cabernet Sauvignon aus Puente Alto im oberen Maipo-Tal, der regelmäßig zu den bestbewerteten Weinen Südamerikas zählt.

Wo liegt Concha y Toro?

Der historische Stammsitz liegt in Pirque, südöstlich von Santiago im Valle del Maipo. Dort stehen das Herrenhaus, der Park und der berühmte alte Keller. Die Reben des Unternehmens verteilen sich allerdings über nahezu alle chilenischen Weinbautäler, dazu kommen Betriebe in Mendoza (Argentinien) und in Kalifornien.

Was steckt hinter dem Namen Casillero del Diablo?

Der Legende nach lagerte der Gründer seine besten Fässer in einem abgelegenen Kellerabschnitt. Um Diebe fernzuhalten, ließ er das Gerücht streuen, dort unten wohne der Teufel. Aus dem „Teufelskeller“ wurde später der Name für die bekannteste Marke des Hauses, die 1966 eingeführt wurde.

Welcher Wein von Concha y Toro lohnt sich zum Einstieg?

Für den Einstieg eignen sich die Weine der Linie Casillero del Diablo, vor allem Cabernet Sauvignon und Carmenère. Wer mehr Tiefe sucht, greift zu Marqués de Casa Concha; darüber liegen Terrunyo, Amelia und Carmín de Peumo, und an der Spitze steht Don Melchor.

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