Zusammenfassung
Das Weingut Bernhard Huber in Malterdingen zählt zu den bekanntesten Adressen des deutschen Rotweins und gilt als Deutschlands Maßstab für Spätburgunder (Pinot Noir). Auf rund 28 Hektar rund um Malterdingen im Breisgau entstehen burgundisch geprägte, elegante Pinots von internationalem Rang, dazu hochklassiger Chardonnay und Weißburgunder. Gründer Bernhard Huber löste seine Reben ab 1988 aus der Genossenschaft und baute innerhalb weniger Jahre ein Weltklasse-Gut auf. Seit seinem frühen Tod 2014 führt Sohn Julian Huber das Haus gemeinsam mit seiner Mutter Barbara weiter – konsequent auf höchstem Niveau.
Geschichte
Der Weinbau in Malterdingen reicht weit zurück: Schon vor rund 700 Jahren sollen Zisterziensermönche die aus Burgund mitgebrachten Pinot-Reben hier gepflanzt haben – der historische „Malterer" ist bis heute ein Synonym für Spätburgunder aus der Gegend. Auf diese lange Tradition baute Bernhard Huber (1959–2014) auf, als er 1987 sein eigenständiges Weingut gründete und seine Parzellen ab 1988 Schritt für Schritt aus der örtlichen Genossenschaft herauslöste.
Huber erkannte das außergewöhnliche Potenzial seiner Lagen und richtete den Betrieb kompromisslos auf Qualität aus. Innerhalb weniger Jahre brachte er das Gut in die vorderste Reihe der deutschen Rotweinerzeuger. Als Bernhard Huber im Juni 2014 viel zu früh verstarb, übernahm sein Sohn Julian Huber gemeinsam mit seiner Mutter Barbara die Verantwortung. Julian hatte zuvor in Geisenheim Weinbau studiert und Erfahrung unter anderem im Burgund gesammelt – und führt den Stil des Hauses seither auf hohem Niveau fort.
Lage & Terroir
Malterdingen liegt im Breisgau, im südlichen Baden nördlich von Freiburg am Rand des Schwarzwaldes. Entscheidend für den Ruf des Guts ist der Boden: Rund um Malterdingen findet sich verwitterter Muschelkalk, wie er auch im Burgund verbreitet ist – ein Terroir, das für Pinot Noir wie geschaffen scheint. Genau diese Verwandtschaft erkannten schon die Mönche, die den Spätburgunder einst aus Frankreich mitbrachten.
Das Klima Badens ist eines der wärmsten Deutschlands, was den spätreifenden Pinot Noir zuverlässig ausreifen lässt. Huber setzt auf burgundische Klone, dichte Bestockung und niedrige Erträge, um Konzentration und Finesse zu erreichen. Die besten Weinberge liegen rund um Malterdingen sowie in Hecklingen und Bombach.
Stil & Philosophie
Bernhard Huber orientierte sich früh und konsequent am Burgund. Ziel war und ist es, Spätburgunder von großer Eleganz statt bloßer Kraft zu erzeugen: Weine mit feiner Frucht, seidigem Tannin und klarer Herkunft. Dafür arbeitet das Gut mit sorgfältiger Handlese, schonender Maischearbeit und einem behutsamen Ausbau im französischen Barrique – stets so dosiert, dass das Holz die Frucht stützt, aber nie überdeckt.
Auch bei den Weißweinen ist die burgundische Handschrift unverkennbar: Chardonnay und Weißburgunder werden ebenfalls im Holz ausgebaut und zählen zu den besten ihrer Art in Deutschland. Ergänzt wird das Sortiment durch feinen Sekt und einen aromatischen Muskateller. Die Weine sind auf Reife und Langlebigkeit angelegt und nie plakativ, sondern immer elegant.
Bekannte Lagen & Weine
Das Sortiment ist klar gestaffelt – von Gutsweinen über Ortsweine bis zu den Großen Gewächsen aus den Spitzenlagen. Zu den bekanntesten Lagen und Weinen zählen:
- Malterdinger Bienenberg – die Kernlage des Guts, Grundlage großer Spätburgunder und Chardonnays
- Wildenstein – eine klimatisch begünstigte Top-Parzelle innerhalb des Bienenbergs, der edelste Rotwein des Hauses, separat ausgebaut
- Bombacher Sommerhalde – sehr burgundisch, mit Noten dunkler Beeren und feiner Struktur
- Hecklinger Schlossberg – markante Große Lage in Hangexposition
- Alte Burg in Köndringen – weitere renommierte Parzelle
Diese Weine gehören regelmäßig zu den höchstbewerteten Spätburgundern Deutschlands.
Auszeichnungen
Bernhard Huber wurde von den führenden Weinführern über Jahre hinweg mit Bestnoten bedacht und gilt neben wenigen anderen als Wegbereiter des deutschen Weltklasse-Spätburgunders. Die Großen Gewächse des Guts erreichen in Falstaff, Gault&Millau und internationalen Verkostungen Spitzenwerte. Bis heute steht der Name Huber für die Idee, dass Baden – auf Muschelkalk und mit burgundischem Anspruch – Pinot Noir von internationalem Rang hervorbringen kann.
