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Weingut Prinz von Hessen – Rheingauer Riesling aus fürstlichem Besitz

Robert KozinskiVon Robert Kozinski
5. September 2026
prinz von hessenrheingauriesling

Weingut Prinz von Hessen in Geisenheim-Johannisberg: trockene und edelsüße Rieslinge aus Großen Lagen des Rheingaus. Geschichte, Stil, Steckbrief und Lagen.

Das Wichtigste in Kürze

  • 1Traditionsgut der Hessischen Hausstiftung – seit 1957 ununterbrochen im Besitz des Hauses Hessen.
  • 2Rund 31 bis 33 Hektar im Rheingau, davon etwa 90 % Riesling.
  • 3Gründungsmitglied im VDP von 1969; bei der Lagenklassifikation 1999 wurden rund 70 % der Fläche als Erstes Gewächs eingestuft.
  • 4Seit 2008 reifen die Premium-Rieslinge wieder in traditionellen großen Holzfässern.
  • 5Bekannte Lagen wie Johannisberger Klaus, Winkeler Hasensprung und Winkeler Jesuitengarten.

Steckbrief

Region
Rheingau – Geisenheim-Johannisberg, Deutschland
Gegründet
1957 vom Landgrafen Philipp von Hessen für die Hessische Hausstiftung erworben (damals rund 7 Hektar)
Inhaber / Winzer
Donatus Landgraf von Hessen; Direktorin Bärbel Weinert, Kellermeister Sascha Huber
Rebfläche
rund 31 bis 33 Hektar, davon etwa 90 % Riesling
Leitrebsorten
Riesling, Weißburgunder, Spätburgunder, Merlot
Weinstile
Trockene Rieslinge der VDP-Pyramide; edelsüße Prädikatsweine; Rotweine mit Barriqueausbau
Klassifikation
VDP-Mitglied seit 1969; Große Gewächse aus Großen Lagen
Besonderheit
Adelsbetrieb der Hessischen Hausstiftung mit hohem Anteil Großer Lagen – Holzfassausbau seit 2008

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Zusammenfassung

Das Weingut Prinz von Hessen in Geisenheim-Johannisberg ist eines jener Rheingauer Güter, in denen sich Adelsgeschichte und moderner Weinbau begegnen. Seit 1957 gehört der Betrieb zum Haus Hessen, seit 1969 zählt er zu den Gründungsmitgliedern im VDP. Auf rund 31 bis 33 Hektar wächst zu etwa 90 % Riesling – der Rest verteilt sich auf kleine Parzellen mit Weißburgunder, Spätburgunder und Merlot. Das Sortiment spannt sich von trockenen Rieslingen entlang der VDP-Pyramide bis zu den edelsüßen Prädikatsweinen, für die der Rheingau berühmt ist. Seit 2008 setzt das Gut bei den Premium-Rieslingen wieder konsequent auf große Holzfässer.

Geschichte

Die Geschichte des heutigen Guts beginnt 1957: In diesem Jahr erwarb Landgraf Philipp von Hessen für die Hessische Hausstiftung einen Weinbaubetrieb im Rheingau, der damals rund sieben Hektar umfasste. Seither ist das Weingut ohne Unterbrechung im Besitz des Hauses Hessen – eine Kontinuität, die im deutschen Weinbau selten geworden ist.

Schon zwölf Jahre später, 1969, gehörte Prinz von Hessen zu den Gründungsmitgliedern im VDP, dem Verband Deutscher Prädikatsweingüter. Damit stand das Gut von Anfang an auf der Seite jener Betriebe, die Herkunft und Lage über Menge stellten. Die konsequente Fortsetzung folgte 1999 mit der VDP-Lagenklassifikation: Rund 70 % der Rebfläche wurden damals als Erstes Gewächs eingestuft – die Kategorie, aus der die heutige Große Lage hervorging. Nur wenige Rheingauer Güter haben einen so hohen Anteil klassifizierter Weinberge.

Die jüngste stilistische Weichenstellung fiel 2008, als das Gut für seine Premium-Rieslinge zum traditionellen großen Holzfass zurückkehrte. Heute steht Donatus Landgraf von Hessen an der Spitze des Eigentümerhauses; die Betriebsleitung liegt bei Direktorin Bärbel Weinert, den Keller verantwortet Sascha Huber.

Lage & Terroir

Die Weinberge liegen im Herzen des Rheingaus, am Südhang des Taunus. Diese Kante ist eine geografische Besonderheit: Der Rhein macht hier einen Bogen nach Westen, sodass die Hänge nach Süden und Südwesten zum Fluss hin ausgerichtet sind. Die Reben bekommen dadurch über den ganzen Tag Sonne, während die große Wasserfläche des Rheins Wärme speichert und wieder abgibt. Das Ergebnis ist ein mildes Mesoklima, das dem spät reifenden Riesling eine lange, ruhige Vegetationszeit schenkt – und im Herbst jene Feuchtigkeit liefert, aus der Edelfäule und damit große edelsüße Weine entstehen.

Die Böden wechseln kleinräumig zwischen Löss, Lehm und Schiefer. Der Winkeler Jesuitengarten etwa ist südexponiert und trägt tiefgründigen, kalkhaltigen Löss – ein Boden, der Wasser hält und Weinen Fülle und Nachhall gibt. Schieferanteile in anderen Parzellen sorgen dagegen für Straffheit und eine kühlere, salzige Note.

Stil & Philosophie

Im Zentrum steht der Riesling in seiner ganzen Bandbreite. Trocken folgt das Sortiment der VDP-Pyramide: Gutswein als klarer, zugänglicher Einstieg, darüber der Ortswein mit dem Charakter der Gemeinde, an der Spitze die Weine aus den Großen Lagen. Für diese Premium-Rieslinge nutzt das Gut seit 2008 wieder das große Holzfass – ein Gefäß, das nicht nach Holz schmeckt, sondern dem Wein durch minimalen Sauerstoffkontakt Textur und Reifepotenzial gibt.

Daneben pflegt Prinz von Hessen die andere große Rheingauer Tradition: edelsüße Prädikatsweine in der klassischen Auslese- und Beerenauslese-Stilistik, in denen sich Botrytis-Würze, Frucht und die kühle Riesling-Säure die Waage halten. Die kleinen Rotweinmengen aus Spätburgunder und Merlot reifen im Barrique, meist zehn bis zwölf Monate.

Nachhaltigkeit ist im Betrieb dokumentiert statt behauptet: Das Gut ist EU-Bio-zertifiziert und trägt zusätzlich das Siegel „Fair Choice“.

Bekannte Lagen & Weine

Zu den Lagen des Guts zählen einige der klangvollsten Namen des Rheingaus. Welche davon aktuell als VDP.GROSSE LAGE geführt werden, variiert je nach Quelle und Jahrgang:

  • Johannisberger Klaus – die Hauslage rund um den Gutssitz
  • Winkeler Hasensprung, Winkeler Jesuitengarten und Winkeler Dachsberg
  • Kiedricher Sandgrub
  • Geisenheimer Kläuserweg
  • Oestricher Doosberg
  • Hallgartener Jungfer

Der südexponierte Winkeler Jesuitengarten mit seinem tiefgründigen, kalkhaltigen Löss gilt dabei als eines der Aushängeschilder – ein Weinberg, der kraftvolle und zugleich langlebige Rieslinge hervorbringt.

Auszeichnungen

Prinz von Hessen ist eine konstante Größe in den führenden deutschen Weinführern – Falstaff, Gault&Millau und Eichelmann listen das Gut regelmäßig unter den empfehlenswerten Rheingauer Betrieben. Auch international finden die Weine Anerkennung, unter anderem mit Goldmedaillen bei der International Wine Challenge. Bemerkenswerter als einzelne Punktzahlen ist aber die Verlässlichkeit über die Jahrgänge hinweg: Ein Gut mit rund 70 % klassifizierter Rebfläche muss diesen Anspruch jedes Jahr aufs Neue einlösen.

Häufige Fragen

Wofür ist das Weingut Prinz von Hessen bekannt?

Prinz von Hessen steht für Rheingauer Riesling in zwei Ausprägungen: trockene Weine entlang der VDP-Pyramide von Gutswein über Ortswein bis zur Großen Lage – und klassische edelsüße Prädikatsweine, wie sie der Rheingau seit Jahrhunderten hervorbringt. Seit 2008 reifen die Spitzenrieslinge wieder im großen Holzfass.

Wo liegt das Weingut Prinz von Hessen?

Das Gut hat seinen Sitz am Grund 1 in 65366 Geisenheim-Johannisberg, mitten im Rheingau. Die Weinberge liegen am Südhang des Taunus zwischen Geisenheim, Winkel, Oestrich, Hallgarten und Kiedrich.

Wem gehört das Weingut Prinz von Hessen?

Eigentümerin ist die Hessische Hausstiftung; an der Spitze steht Donatus Landgraf von Hessen. Landgraf Philipp von Hessen hatte das Gut 1957 mit damals rund sieben Hektar erworben. Die Betriebsleitung liegt bei Direktorin Bärbel Weinert, für den Keller verantwortlich ist Kellermeister Sascha Huber.

Ist Prinz von Hessen ein VDP-Weingut?

Ja. Das Gut gehörte 1969 zu den Gründungsmitgliedern im VDP und füllt Große Gewächse aus Großen Lagen. Zusätzlich ist der Betrieb EU-Bio-zertifiziert und trägt das Siegel „Fair Choice“.

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