Zusammenfassung
Poggio Le Volpi in Monte Porzio Catone ist eines der bekanntesten Weingüter des Latiums und eine der Adressen, die dem Frascati zu neuem Ansehen verholfen haben. Gegründet wurde das Gut 1996 von Felice Mergè, dessen Familie bereits seit 1920 mit Wein aus den Castelli Romani handelte. Auf rund 150 Hektar Besitz mit vulkanischen Böden in den Albaner Bergen südöstlich von Rom entstehen frische, mineralische Weißweine aus Malvasia und Trebbiano sowie Rotweine aus autochthonen und internationalen Sorten. Aushängeschilder sind der Frascati Superiore Riserva Epos, der reinsortige Baccarossa aus Nero Buono und der Roma Rosso Edizione Limitata – alle drei wurden bereits mit den Tre Bicchieri des Gambero Rosso ausgezeichnet.
Geschichte
Die Wurzeln der Familie Mergè im Weinbau der Castelli Romani reichen bis in die 1920er-Jahre zurück: Großvater Manlio Mergè begann damals mit einem kleinen Handel mit offenem Wein und Olivenöl. Sohn Armando führte das Geschäft weiter, bevor Enkel Felice Mergè, ausgebildeter Önologe, 1996 den entscheidenden Schritt machte: Er erwarb Land in Monte Porzio Catone und gründete mit Poggio Le Volpi ein Weingut mit eigenen Weinbergen und klarem Qualitätsanspruch.
Der Durchbruch kam mit dem Frascati Epos: Der Jahrgang 2009 erhielt im Weinführer des Gambero Rosso die Tre Bicchieri – nach lokalen Berichten war es das erste Mal, dass ein Frascati diese Höchstwertung bekam. 2010 erweiterte die Familie ihr Engagement nach Apulien und übernahm dort die heutige Kellerei Masca del Tacco. Beide Häuser sind heute unter dem Dach der Familiengruppe I Viticoltori vereint, wobei Poggio Le Volpi als ihr Herzstück gilt.
Lage & Terroir
Poggio Le Volpi liegt in Monte Porzio Catone, einem der Orte der Castelli Romani in den Albaner Bergen, rund 20 Kilometer südöstlich von Rom und unmittelbar neben Frascati. Die Weinberge profitieren von südlich ausgerichteten Hängen und Höhenlagen von etwa 300 bis 400 Metern; umgeben sind sie von jahrhundertealten Kastanienwäldern des Regionalparks Castelli Romani.
Prägend ist der vulkanische Ursprung der Böden: Der erloschene Latium-Vulkan hat hier Schichten aus Tuff, Lavagestein und vulkanischen Sanden hinterlassen, die gut drainieren und reich an Mineralien sind. Dazu kommen rote, eisenhaltige Erden, etwa im Gebiet Colle Pisano, aus dem der Epos stammt. Die Nähe zum Meer und die kühlen Nächte in der Höhe sorgen für Frische – eine Voraussetzung für lebendige, würzige Weißweine.
Stil & Philosophie
Felice Mergè setzt auf ein klassisches, herkunftsbetontes Profil: Die traditionellen Sorten der Castelli Romani – Malvasia del Lazio, Malvasia di Candia und Trebbiano bei den Weißen, Montepulciano, Cesanese und Nero Buono bei den Roten – bilden das Rückgrat des Sortiments. Die Vinifikation ist bewusst schonend; je nach Wein kommen Stahltank, große Holzfässer und Barriques zum Einsatz.
Beim Frascati geht es dem Gut um mehr Tiefe und Lagerfähigkeit als beim bekannten, leichten Alltagswein: Der Epos etwa gärt in Holzbottichen, reift auf der Hefe in Holz und Stahl und kommt erst nach rund einem Jahr Ausbau in den Handel. Parallel engagiert sich Poggio Le Volpi stark für die junge Roma DOC, in der Felice Mergè großes Potenzial für die Weine rund um die Hauptstadt sieht.
Bekannte Lagen & Weine
Das Sortiment reicht von einfachen Frascati-Weinen bis zu ambitionierten Einzelabfüllungen. Zu den bekanntesten Weinen zählen:
- Epos – Frascati Superiore Riserva DOCG aus Malvasia und Trebbiano, von roten Vulkanböden am Colle Pisano
- Roma Rosso Edizione Limitata – Roma DOC aus Montepulciano, Syrah und Cesanese
- Baccarossa – reinsortiger Nero Buono, rund zwölf Monate im Barrique gereift
- Roma DOC Malvasia Puntinata – sortenreiner Weißwein aus der typischen Malvasia des Latiums
- Donnaluce – Weißwein auf Malvasia-Basis
- Cannellino di Frascati – die traditionell liebliche Spielart des Frascati
Auszeichnungen
Poggio Le Volpi gehört zu den meistprämierten Erzeugern des Latiums. Der Gambero Rosso vergab die Tre Bicchieri unter anderem an den Frascati Epos (Jahrgänge 2009 und 2015), an den Baccarossa 2020 und an den Roma Rosso Edizione Limitata (Ausgabe 2021 des Weinführers Vini d'Italia). Damit hat das Gut nicht nur dem Frascati, sondern auch der jungen Roma DOC und einer fast vergessenen Rebsorte wie dem Nero Buono zu internationaler Aufmerksamkeit verholfen.
