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Weingut Maximin Grünhaus – Drei Monopollagen an der Ruwer

Robert KozinskiVon Robert Kozinski
18. Juli 2026
maximin gruenhausmoselriesling

Weingut Maximin Grünhaus an der Ruwer: Riesling aus drei Monopollagen (Abtsberg, Herrenberg, Bruderberg), über 1000 Jahre Geschichte, Familie von Schubert. Stil & Steckbrief.

Das Wichtigste in Kürze

  • 1Eines der geschichtsträchtigsten Weingüter Deutschlands – urkundlich seit 633 n. Chr., über 1000 Jahre in klösterlicher Hand.
  • 2Seit 1882 im Besitz der Familie von Schubert, heute in sechster Generation unter Maximin von Schubert.
  • 3Rund 34 Hektar Steillage, fast vollständig als drei zusammenhängende Monopollagen im Alleinbesitz.
  • 4Abtsberg, Herrenberg und Bruderberg – benannt nach der alten Klosterhierarchie und alle als VDP.Grosse Lage klassifiziert.
  • 5Riesling-Schwerpunkt in allen Prädikatsstufen, dazu Weißburgunder, Sekt und ein wachsender Pinot Noir.

Steckbrief

Region
Mosel (Ruwer) – Mertesdorf bei Trier, Deutschland
Gegründet
klösterliche Wurzeln, urkundlich seit 633 n. Chr.; seit 1882 Familie von Schubert
Inhaber / Winzer
Familie von Schubert, seit 2014 Maximin von Schubert (6. Generation)
Rebfläche
rund 34 Hektar, fast vollständig als drei Monopollagen
Leitrebsorten
Riesling (etwa 90 %), Weißburgunder, Spätburgunder
Weinstile
Riesling von trocken (Großes Gewächs) bis edelsüß, Pinot Noir, Sekt
Klassifikation
VDP-Mitglied; Abtsberg, Herrenberg und Bruderberg als VDP.Grosse Lage
Besonderheit
drei zusammenhängende Monopollagen im Alleinbesitz einer Familie

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Zusammenfassung

Das Weingut Maximin Grünhaus an der Ruwer gehört zu den geschichtsträchtigsten und angesehensten Adressen Deutschlands. Rund 34 Hektar Steillage erstrecken sich als geschlossener Südhang – der Grüneberg – hinter dem Gutshof in Mertesdorf bei Trier. Das Außergewöhnliche: Der Berg gliedert sich in drei Monopollagen, die vollständig dem Gut gehören – Abtsberg, Herrenberg und Bruderberg, benannt nach der alten Hierarchie des Klosters St. Maximin. Aus überwiegend Riesling entstehen hier präzise, mineralische und ausgesprochen langlebige Weine. Seit 1882 ist das Gut im Besitz der Familie von Schubert, heute in sechster Generation unter Maximin von Schubert.

Geschichte

Nur wenige Weingüter können ihre Geschichte so weit zurückverfolgen wie Grünhaus. Bereits 633 n. Chr. wird das Gut in einer Schenkungsurkunde an das Trierer Benediktinerkloster St. Maximin erwähnt; Kaiser Otto I. bestätigte den Besitz 966. Über mehr als tausend Jahre bewirtschafteten die Mönche den Grüneberg – der Name „Maximin" Grünhaus erinnert bis heute an diese klösterliche Vergangenheit.

Mit der Säkularisation unter Napoleon endete die Klosterzeit; das Gut ging in weltlichen Besitz über. 1882 erwarb es der Industrielle Carl Ferdinand von Stumm-Halberg und brachte es als Mitgift in die Familie von Schubert ein, in deren Händen es seither liegt. 1981 übernahm Dr. Carl von Schubert die Leitung, 2014 folgte ihm sein Sohn Maximin von Schubert in sechster Generation.

Lage & Terroir

Die Weinberge von Grünhaus bilden einen einzigen, geschlossenen Südhang über der Ruwer, einem kleinen, kühlen Seitental der Mosel bei Trier. Die Böden bestehen aus verwittertem rotem und blauem Devonschiefer, der Wärme speichert und den Weinen ihre unverwechselbare Mineralität verleiht.

Der Hang teilt sich in drei Bereiche, die schon die Mönche nach ihrem Rang benannten: Der Abtsberg (rund 14 Hektar) gilt als beste Lage – steil, feinmineralisch, mit rassiger Säure und großer Finesse. Der Herrenberg (rund 19 Hektar) ist etwas kühler und weniger steil, seine Weine sind fruchtbetont und jung schon zugänglich. Der kleine Bruderberg (rund 1 Hektar) bringt würzige, salzig-frische Weine. Das kühle Ruwer-Klima sorgt für die feine, vibrierende Säure, die für das enorme Alterungspotenzial verantwortlich ist.

Stil & Philosophie

Grünhaus steht für einen klassisch-mineralischen, kühlen Ruwer-Stil. Die Weine werden zurückhaltend ausgebaut, mit dem Ziel, den Charakter der jeweiligen Monopollage und des Jahrgangs möglichst klar abzubilden. Der Schwerpunkt liegt auf Riesling in der ganzen Bandbreite – vom trockenen Großen Gewächs über feinherbe und fruchtsüße Prädikate (Kabinett, Spätlese, Auslese) bis zu edelsüßen Spitzen in geeigneten Jahren.

Kennzeichnend sind die feine Säurestruktur, die Salzigkeit und die schlanke, langlebige Statur der Weine. In den vergangenen Jahren hat das Gut zudem den Pinot Noir vom Abtsberg ausgebaut und zeigt, dass die Schieferlage auch ernstzunehmende Rotweine hervorbringt. Ein feiner Sektbereich rundet das Sortiment ab.

Bekannte Lagen & Weine

Das gesamte Sortiment stammt aus den drei Monopollagen des Guts:

  • Abtsberg – die berühmteste Lage, steil und feinmineralisch; Rieslinge von großer Finesse und Langlebigkeit, dazu ein Pinot Noir und die höchsten Prädikate
  • Herrenberg – fruchtbetont und etwas zugänglicher, mit klarer Säurestruktur
  • Bruderberg – die kleinste Lage, würzig, salzig und rustikal-mineralisch

Innerhalb der Lagen reicht die Bandbreite vom trockenen Großen Gewächs über Kabinett und Spätlese bis zu Auslese und edelsüßen Raritäten. Die Abtsberg-Rieslinge zählen zu den langlebigsten Weißweinen Deutschlands.

Auszeichnungen

Maximin Grünhaus gilt seit Jahrzehnten als eine der Ikonen des deutschen Rieslings und ist in den führenden Weinführern durchgängig in der Spitzengruppe vertreten. Carl von Schubert wurde vom Gault&Millau zum „Winzer des Jahres" gekürt. Vor allem aber ist es die einzigartige Konstellation dreier klösterlicher Monopollagen, kombiniert mit einer über tausendjährigen, ununterbrochenen Weinbaugeschichte, die dem Gut seinen besonderen Rang unter den großen Weingütern der Welt sichert.

Häufige Fragen

Was macht Maximin Grünhaus so besonders?

Das Gut besitzt drei nebeneinanderliegende Monopollagen – Abtsberg, Herrenberg und Bruderberg –, die zusammen die Steillage Grünhaus bilden und komplett im Alleinbesitz der Familie von Schubert sind. Eine solche geschlossene Monopol-Konstellation ist an der Mosel und weltweit eine große Seltenheit.

Wo liegt Maximin Grünhaus?

Das Gut liegt in Mertesdorf im Ruwertal bei Trier, einem kühlen Seitental der Mosel. Der Weinberg erhebt sich als geschlossener Südhang – der Grüneberg – direkt hinter dem historischen Gutshof.

Woher stammen die Namen Abtsberg, Herrenberg und Bruderberg?

Sie spiegeln die alte Klosterhierarchie wider: Der beste Teil des Bergs war dem Abt vorbehalten (Abtsberg), der mittlere den Klosterherren (Herrenberg) und der untere den Laienbrüdern (Bruderberg). Über 1000 Jahre gehörte das Gut dem Trierer Benediktinerkloster St. Maximin.

Ist Maximin Grünhaus ein VDP-Weingut?

Ja. Maximin Grünhaus ist Mitglied im Verband Deutscher Prädikatsweingüter (VDP); alle drei Monopollagen sind als VDP.Grosse Lage klassifiziert – die höchste Stufe der VDP-Lagenpyramide.

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