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Weingut Markus Molitor – Mosel-Riesling in Perfektion, von trocken bis edelsüß

Robert KozinskiVon Robert Kozinski
18. Juli 2026
markus molitormoselriesling

Weingut Markus Molitor an der Mosel: Riesling und Spätburgunder aus Steillagen, das berühmte Kapsel-System, Sterne und 100-Punkte-Weine. Geschichte, Stil & Steckbrief.

Das Wichtigste in Kürze

  • 1Einer der kompromisslosesten Steillagen-Winzer der Mosel – seit der Betriebsübernahme 1984 im Alter von nur 20 Jahren.
  • 2Rund 100 Hektar Steillagen an Mosel und Saar, von anfangs etwa drei Hektar gewachsen.
  • 3Riesling in allen Süßegraden – von knochentrocken bis zur edelsüßen Trockenbeerenauslese – plus renommierter Spätburgunder.
  • 4Das berühmte Kapsel-System: weiß = trocken, grau-grün = feinherb, gold = fruchtsüß und edelsüß.
  • 5Mehrfacher 100-Punkte-Erzeuger (Wine Advocate) und 2014 von Falstaff zum Winzer des Jahres gekürt.

Steckbrief

Region
Mosel – Bernkastel-Wehlen (Mittelmosel), Deutschland
Gegründet
Ende des 19. Jahrhunderts; seit 1984 unter Markus Molitor
Inhaber / Winzer
Markus Molitor (Jahrgang 1964)
Rebfläche
rund 100 Hektar Steillagen an Mosel und Saar (anfangs etwa 3 Hektar)
Leitrebsorten
Riesling (rund 90 %), Spätburgunder, Weißburgunder
Weinstile
Riesling von trocken bis edelsüß, Spätburgunder; klassische Prädikatsweine
Klassifikation
kein VDP – eigenes Kapsel- und Sterne-System
Besonderheit
Weiß-/Grün-/Gold-Kapseln plus Sterne; mehrfacher 100-Punkte-Erzeuger

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Zusammenfassung

Das Weingut Markus Molitor gehört zu den kompromisslosesten und international höchstbewerteten Adressen der Mosel. Seit Markus Molitor den elterlichen Betrieb 1984 im Alter von nur 20 Jahren übernahm, hat er ihn von rund drei Hektar auf heute etwa 100 Hektar Steillagen an Mosel und Saar ausgebaut. Sein Ziel: die traditionelle Größe der Mosel-Rieslinge wiederzubeleben – in allen Süßegraden, von knochentrocken bis zur edelsüßen Trockenbeerenauslese, ergänzt durch einen ernstzunehmenden Spätburgunder. Bekannt ist das Gut für sein eigenes Kapsel- und Sterne-System und für gleich mehrere 100-Punkte-Bewertungen.

Geschichte

Das Weingut wurde Ende des 19. Jahrhunderts gegründet. Die prägende Zäsur kam 1984, als Markus Molitor (geboren 1964) mit gerade einmal 20 Jahren den elterlichen Betrieb in Bernkastel-Wehlen übernahm. Er startete mit rund drei Hektar und verfolgte von Beginn an ein klares Ziel: die klassische, traditionelle Qualität der Mosel wieder aufleben zu lassen, wie sie die Region im 19. Jahrhundert weltberühmt gemacht hatte.

In den folgenden Jahrzehnten erweiterte Molitor das Gut kontinuierlich und sicherte sich Parzellen in vielen der besten Steillagen der Mittelmosel und der Saar. Heute bewirtschaftet er rund 100 Hektar – und hat sich damit vom kleinen Familienbetrieb zu einem der einflussreichsten Erzeuger Deutschlands entwickelt.

Lage & Terroir

Der Stammsitz, das Haus Klosterberg, liegt bei Bernkastel-Wehlen an der Mittelmosel. Von dort aus erstrecken sich die Weinberge über zahlreiche Einzellagen an Mosel und Saar. Prägend ist der devonische Schiefer: Er speichert Wärme, zwingt die Reben zu tiefer Wurzelung und verleiht den Weinen ihre unverwechselbare Mineralität.

Molitor setzt konsequent auf Steillagen, teils mit extremer Neigung, die ausschließlich in Handarbeit zu bewirtschaften sind. Alte, oft wurzelechte Reben, niedrige Erträge und späte Lese sind die Grundlage für die Dichte und Reife seiner Weine. Das kühle Klima der Mosel sorgt zugleich für die feine, vibrierende Säure, die den Weinen ihr Rückgrat und ihr enormes Alterungspotenzial gibt.

Stil & Philosophie

Markus Molitor arbeitet betont traditionell: spontane Gärung, langes Hefelager, wenig Eingriff. Seine Weine sind auf Langlebigkeit angelegt und decken das gesamte Spektrum des Mosel-Rieslings ab – vom präzisen, trockenen Großen Gewächs bis zu den edelsüßen Spitzen, für die er ein besonderes Gespür im Umgang mit der Edelfäule (Botrytis) besitzt. Parallel hat Molitor den Spätburgunder an der Mosel zu neuem Ansehen geführt: dichte, burgundisch anmutende Rotweine aus Schieferlagen.

Das Kapsel- und Sterne-System

Weil Molitor auf die VDP-Klassifikation verzichtet, ordnet ein eigenes, sofort erkennbares System seine Weine:

  • Weiße Kapsel: klassisch (trocken) vergorene Weine
  • Grau-grüne Kapsel (dem Schiefer nachempfunden): feinherbe Weine
  • Goldene Kapsel: fruchtsüße und edelsüße Rieslinge
  • Rote Kapsel: Spätburgunder
  • Gelbe Kapsel: Weißweine der Burgunder-Familie wie Weißburgunder und Chardonnay

Zusätzlich markieren Sterne (bis zu drei) innerhalb einer Prädikatsstufe – vor allem bei den Auslesen – zunehmende Dichte und Reife. Auf dem Rücketikett verortet zudem eine Skala von trocken bis süß mit der Marke „MM", wo der Wein geschmacklich steht.

Bekannte Lagen & Weine

Molitor keltert Weine aus einer Vielzahl von Spitzenlagen an Mosel und Saar. Zu den bekanntesten zählen:

  • Zeltinger Sonnenuhr und Wehlener Sonnenuhr – Kern des Guts, Riesling von großer Finesse
  • Graacher Domprobst und Bernkasteler Lagen an der Mittelmosel
  • Ürziger Würzgarten mit seinem roten Vulkangestein
  • Saar-Lagen wie Ockfener Bockstein und Saarburger Rausch

Die Bandbreite reicht vom trockenen Großen Gewächs über feinherbe Kabinett- und Spätlese-Weine bis zu den legendären Auslesen mit Sternen und den raren edelsüßen Trockenbeerenauslesen.

Auszeichnungen

Markus Molitor wurde 2014 vom Magazin Falstaff zum Winzer des Jahres gekürt. 2015 sorgte er international für Aufsehen, als er im Wine Advocate (Robert Parker) gleich mehrere 100-Punkte-Bewertungen für Riesling-Auslesen erhielt – ein bis dahin für die Mosel außergewöhnliches Ergebnis. Bis heute zählt das Gut zu den am höchsten bewerteten Erzeugern Deutschlands und hat maßgeblich dazu beigetragen, den Weltruf des Mosel-Rieslings zu erneuern.

Häufige Fragen

Was bedeuten die Kapselfarben bei Markus Molitor?

Die Kapselfarbe zeigt den Geschmack an: Eine weiße Kapsel steht für klassisch (trocken) vergorene Weine, eine grau-grüne – dem Schiefer nachempfundene – Kapsel für feinherbe Weine und eine goldene Kapsel für fruchtsüße und edelsüße Rieslinge. Rote Kapseln kennzeichnen die Spätburgunder, gelbe die Weißburgunder-Familie wie Weißburgunder und Chardonnay.

Wofür stehen die Sterne auf den Etiketten?

Innerhalb einer Prädikatsstufe – vor allem bei den Auslesen – markieren Sterne die Dichte und Reife des Weins: Je reichhaltiger und hochwertiger Markus Molitor einen Wein einschätzt, desto mehr Sterne (bis zu drei) erhält er. Es sind absolute Qualitätszeichen, die nicht in jedem Jahrgang vergeben werden.

Wo liegt das Weingut Markus Molitor?

Der Stammsitz, das Haus Klosterberg, liegt bei Bernkastel-Wehlen an der Mittelmosel. Von dort bewirtschaftet das Gut Steillagen entlang von Mosel und Saar – darunter weltberühmte Lagen wie die Wehlener und Zeltinger Sonnenuhr.

Ist Markus Molitor ein VDP-Weingut?

Nein. Markus Molitor ist kein Mitglied im VDP, sondern klassifiziert seine Weine über das eigene Kapsel- und Sterne-System. Trotzdem – oder gerade deshalb – zählt das Gut zu den international höchstbewerteten Erzeugern der Mosel.

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