Zusammenfassung
Das Weingut Markus Molitor gehört zu den kompromisslosesten und international höchstbewerteten Adressen der Mosel. Seit Markus Molitor den elterlichen Betrieb 1984 im Alter von nur 20 Jahren übernahm, hat er ihn von rund drei Hektar auf heute etwa 100 Hektar Steillagen an Mosel und Saar ausgebaut. Sein Ziel: die traditionelle Größe der Mosel-Rieslinge wiederzubeleben – in allen Süßegraden, von knochentrocken bis zur edelsüßen Trockenbeerenauslese, ergänzt durch einen ernstzunehmenden Spätburgunder. Bekannt ist das Gut für sein eigenes Kapsel- und Sterne-System und für gleich mehrere 100-Punkte-Bewertungen.
Geschichte
Das Weingut wurde Ende des 19. Jahrhunderts gegründet. Die prägende Zäsur kam 1984, als Markus Molitor (geboren 1964) mit gerade einmal 20 Jahren den elterlichen Betrieb in Bernkastel-Wehlen übernahm. Er startete mit rund drei Hektar und verfolgte von Beginn an ein klares Ziel: die klassische, traditionelle Qualität der Mosel wieder aufleben zu lassen, wie sie die Region im 19. Jahrhundert weltberühmt gemacht hatte.
In den folgenden Jahrzehnten erweiterte Molitor das Gut kontinuierlich und sicherte sich Parzellen in vielen der besten Steillagen der Mittelmosel und der Saar. Heute bewirtschaftet er rund 100 Hektar – und hat sich damit vom kleinen Familienbetrieb zu einem der einflussreichsten Erzeuger Deutschlands entwickelt.
Lage & Terroir
Der Stammsitz, das Haus Klosterberg, liegt bei Bernkastel-Wehlen an der Mittelmosel. Von dort aus erstrecken sich die Weinberge über zahlreiche Einzellagen an Mosel und Saar. Prägend ist der devonische Schiefer: Er speichert Wärme, zwingt die Reben zu tiefer Wurzelung und verleiht den Weinen ihre unverwechselbare Mineralität.
Molitor setzt konsequent auf Steillagen, teils mit extremer Neigung, die ausschließlich in Handarbeit zu bewirtschaften sind. Alte, oft wurzelechte Reben, niedrige Erträge und späte Lese sind die Grundlage für die Dichte und Reife seiner Weine. Das kühle Klima der Mosel sorgt zugleich für die feine, vibrierende Säure, die den Weinen ihr Rückgrat und ihr enormes Alterungspotenzial gibt.
Stil & Philosophie
Markus Molitor arbeitet betont traditionell: spontane Gärung, langes Hefelager, wenig Eingriff. Seine Weine sind auf Langlebigkeit angelegt und decken das gesamte Spektrum des Mosel-Rieslings ab – vom präzisen, trockenen Großen Gewächs bis zu den edelsüßen Spitzen, für die er ein besonderes Gespür im Umgang mit der Edelfäule (Botrytis) besitzt. Parallel hat Molitor den Spätburgunder an der Mosel zu neuem Ansehen geführt: dichte, burgundisch anmutende Rotweine aus Schieferlagen.
Das Kapsel- und Sterne-System
Weil Molitor auf die VDP-Klassifikation verzichtet, ordnet ein eigenes, sofort erkennbares System seine Weine:
- Weiße Kapsel: klassisch (trocken) vergorene Weine
- Grau-grüne Kapsel (dem Schiefer nachempfunden): feinherbe Weine
- Goldene Kapsel: fruchtsüße und edelsüße Rieslinge
- Rote Kapsel: Spätburgunder
- Gelbe Kapsel: Weißweine der Burgunder-Familie wie Weißburgunder und Chardonnay
Zusätzlich markieren Sterne (bis zu drei) innerhalb einer Prädikatsstufe – vor allem bei den Auslesen – zunehmende Dichte und Reife. Auf dem Rücketikett verortet zudem eine Skala von trocken bis süß mit der Marke „MM", wo der Wein geschmacklich steht.
Bekannte Lagen & Weine
Molitor keltert Weine aus einer Vielzahl von Spitzenlagen an Mosel und Saar. Zu den bekanntesten zählen:
- Zeltinger Sonnenuhr und Wehlener Sonnenuhr – Kern des Guts, Riesling von großer Finesse
- Graacher Domprobst und Bernkasteler Lagen an der Mittelmosel
- Ürziger Würzgarten mit seinem roten Vulkangestein
- Saar-Lagen wie Ockfener Bockstein und Saarburger Rausch
Die Bandbreite reicht vom trockenen Großen Gewächs über feinherbe Kabinett- und Spätlese-Weine bis zu den legendären Auslesen mit Sternen und den raren edelsüßen Trockenbeerenauslesen.
Auszeichnungen
Markus Molitor wurde 2014 vom Magazin Falstaff zum Winzer des Jahres gekürt. 2015 sorgte er international für Aufsehen, als er im Wine Advocate (Robert Parker) gleich mehrere 100-Punkte-Bewertungen für Riesling-Auslesen erhielt – ein bis dahin für die Mosel außergewöhnliches Ergebnis. Bis heute zählt das Gut zu den am höchsten bewerteten Erzeugern Deutschlands und hat maßgeblich dazu beigetragen, den Weltruf des Mosel-Rieslings zu erneuern.
