Zusammenfassung
Das Weingut Manincor in Kaltern zählt zu den prägenden Adressen Südtirols und gilt als biodynamischer Pionier der Region. Rund um den Ansitz Manincor am Kalterer See bewirtschaftet Graf Michael Goëss-Enzenberg rund 50 Hektar – eine für Südtirol beachtliche Größe. Angebaut werden weiße Leitsorten wie Weißburgunder, Chardonnay, Sauvignon Blanc und Gewürztraminer sowie rote Sorten wie Blauburgunder, Merlot, Cabernet, Lagrein und Vernatsch. Was das Gut unverwechselbar macht, ist die konsequent biodynamische Arbeit: Seit 2009 ist die gesamte Kollektion Demeter-zertifiziert. Dazu kommt ein spektakulärer, dreistöckiger Schwerkraft-Keller, der unterirdisch unter die Weinberge gebaut wurde – der Most fließt hier allein durch die Schwerkraft.
Geschichte
Der Ansitz Manincor wurde 1608 erbaut und befindet sich seit dem 17. Jahrhundert in Familienbesitz. Über Jahrhunderte war das Gut ein klassischer Südtiroler Ansitz mit Weinbau, doch die entscheidende Neuausrichtung begann erst 1991: In diesem Jahr übernahm Graf Michael Goëss-Enzenberg das Weingut und stellte es Schritt für Schritt auf eine eigenständige, hochwertige Linie um.
Goëss-Enzenberg, selbst ausgebildeter Önologe, setzte von Anfang an auf Herkunft und Qualität statt auf Masse. Er baute das Sortiment rund um charaktervolle Lagen-Cuvées auf und wagte den Schritt in die biodynamische Bewirtschaftung. Seit 2009 ist die gesamte Kollektion Demeter-zertifiziert – ein Bekenntnis, das Manincor früh zu einem der Vorreiter dieser Wirtschaftsweise in Südtirol machte. Bis heute prägen der Graf und Kellermeister Helmuth Zozin den Stil des Guts.
Lage & Terroir
Manincor liegt in Kaltern (Caldaro) am Kalterer See, unterhalb des Mendelkamms und rund 15 km südwestlich von Bozen. Diese Lage im Süden Südtirols gehört zu den wärmeren Zonen der Region – ideal für die Reife sowohl weißer als auch roter Sorten. Der Kalterer See wirkt dabei als Temperaturausgleich und mildert nächtliche Kälteeinbrüche.
Die rund 50 Hektar verteilen sich auf verschiedene Lagen mit unterschiedlichen Böden – von kalkhaltigen Schottern bis zu lehmigeren Parzellen. Diese Vielfalt erlaubt es dem Gut, für jede Rebsorte den passenden Standort zu finden: kühlere, höhere Lagen für frische Weißweine, wärmere Parzellen für kraftvolle Rote wie Lagrein und Blauburgunder. Die biodynamische Arbeit soll die Böden lebendig halten und den Lagencharakter möglichst klar in die Weine bringen.
Stil & Philosophie
Im Zentrum steht bei Manincor die biodynamische Philosophie: gesunde, lebendige Böden, Verzicht auf synthetische Mittel und ein möglichst schonender Umgang mit der Traube. Genau dafür wurde der berühmte Schwerkraft-Keller gebaut. Er reicht dreistöckig unterirdisch unter die Weinberge, sodass die Trauben und der Most ohne Pumpen allein durch die Schwerkraft von Ebene zu Ebene gelangen – das schont die Aromen und die Struktur der Weine.
Stilistisch entstehen überwiegend trockene Weiß- und Rotweine mit klarer Herkunft. Viele der Spitzenweine sind Lagen-Cuvées, die mehrere Sorten oder Parzellen vereinen. Die Weißweine zeigen Frische und Tiefe, die Roten setzen auf Eleganz statt auf plumpe Kraft. So verbindet Manincor die traditionsreiche Südtiroler Weinkultur mit einer modernen, konsequent nachhaltigen Handschrift.
Bekannte Lagen & Weine
Das Sortiment ist klar auf charaktervolle Lagen-Cuvées ausgerichtet. Zu den bekanntesten Weinen zählen:
- „Sophie" – ein ausdrucksstarker Chardonnay
- „Lieben Aich" – ein tiefgründiger Sauvignon Blanc
- „Réserve del Conte" – eine Rotwein-Cuvée aus Lagrein, Merlot und Cabernet
- „Mason di Mason" – ein feiner Blauburgunder (Pinot Noir)
- „Cassiano" – eine weitere charaktervolle Rotwein-Cuvée
Zentraler Bezugspunkt ist der historische Ansitz mit dem Castel Campan, um den sich die Weinberge gruppieren. Die Weine gehören regelmäßig zu den beachteten Vertretern des biodynamischen Südtirols.
Auszeichnungen
Manincor wird in den führenden italienischen Weinführern regelmäßig hoch bewertet und gilt als eine der Referenzadressen für biodynamischen Weinbau in Südtirol. Vor allem die Lagen-Cuvées und die roten Spitzenweine finden national wie international Anerkennung. Mit seiner frühen Umstellung auf Demeter und dem konsequenten Fokus auf Herkunft hat das Gut maßgeblich dazu beigetragen, dass biodynamischer Weinbau in Südtirol heute selbstverständlicher Teil der Spitzenszene ist.
