Zusammenfassung
Das Weingut Georg Mosbacher in Forst an der Weinstraße gehört zu den verlässlichsten Riesling-Adressen der Pfalz. Seit 1921 in Familienhand und heute in dritter Generation von Sabine Mosbacher-Düringer und Jürgen Düringer geführt, bewirtschaftet das VDP-Gut rund 23 Hektar in den berühmten Lagen von Forst, Deidesheim, Wachenheim und Ruppertsberg. Rund 80 % davon sind mit Riesling bestockt. Seit 2012 arbeitet der Betrieb ökologisch, seit 2019 sind alle Weine bio-zertifiziert. Stilistisch steht Mosbacher für klare, trockene, präzise Rieslinge, die das Terroir der Mittelhaardt ohne große Kellerinszenierung in die Flasche bringen – vom Gutswein bis zu den Großen Gewächsen aus Ungeheuer, Pechstein und Freundstück.
Geschichte
Die Geschichte des Weinguts beginnt im Jahr 1921, als die Familie Mosbacher in Forst ihren eigenen Betrieb gründete. Forst war damals schon ein klingender Name: Die Lagen des Dorfes galten seit dem 19. Jahrhundert als die besten der Pfalz, und viele der großen Deidesheimer und Forster Güter hatten hier ihre Spitzenparzellen. Der junge Familienbetrieb wuchs in dieses Umfeld hinein und wurde nach Angaben des VDP bereits 1928 in den Verband der Prädikatsweingüter aufgenommen.
Den entscheidenden Qualitätssprung verdankt das Haus Richard Mosbacher, der den Betrieb ab Mitte der 1960er-Jahre gemeinsam mit seiner Frau Hildegard führte. Mit großem Können im Keller baute er den Ruf des Guts weit über die Pfalz hinaus aus und steht dem Weingut bis heute beratend zur Seite.
Seit den frühen 1990er-Jahren liegt die Verantwortung bei der dritten Generation. Sabine Mosbacher-Düringer studierte Weinbau in Geisenheim, arbeitete mehrere Jahre im internationalen Weinhandel und stieg 1991 in den elterlichen Betrieb ein; 2004 erwarb sie zusätzlich das Diploma of Wines and Spirits. Ihr Mann Jürgen Düringer, der aus einer Winzerfamilie in Ihringen am Kaiserstuhl stammt, übernahm 1992 die Leitung von Weinberg und Keller. Unter den beiden wurde der Betrieb konsequent auf ökologischen Weinbau umgestellt – ein Schritt, der 2012 begann und mit der Bio-Zertifizierung aller Weine ab 2019 vollendet wurde.
Lage & Terroir
Das Weingut liegt direkt an der Deutschen Weinstraße im Ortskern von Forst, einem kleinen Winzerdorf zwischen Deidesheim und Wachenheim. Forst ist das Herzstück der Mittelhaardt: Der Haardtrand schützt die Weinberge vor Wind und Wetter aus dem Westen, das Klima ist mild und sonnenreich, und die Vegetationsperiode ist lang genug, um Riesling voll ausreifen zu lassen, ohne dass er seine Säure verliert.
Was Forst einzigartig macht, ist der Basalt. Am Pechsteinkopf oberhalb des Dorfes wurde das dunkle Vulkangestein einst abgebaut und über Jahrhunderte in die Weinberge eingebracht. Basalt speichert Wärme, gibt Kalium ab und verleiht den Weinen einen rauchig-mineralischen Zug – am ausgeprägtesten in Lagen wie Pechstein und Ungeheuer. Daneben prägen Buntsandstein, Kalk, Lehm und Sand die Parzellen in Deidesheim, Wachenheim und Ruppertsberg. Diese kleinräumige Vielfalt erlaubt es Mosbacher, aus jeder Lage einen eigenständigen Riesling zu erarbeiten.
Die rund 23 Hektar verteilen sich auf etwa 20 Einzellagen. Seit 2012 werden sie nach den Regeln des ökologischen Weinbaus bewirtschaftet: Begrünung, Verzicht auf synthetische Pflanzenschutzmittel, viel Handarbeit und eine selektive Lese sorgen für gesunde, reife Trauben.
Stil & Philosophie
Mosbacher versteht sich als klassischer Riesling-Betrieb. Rund 80 % der Rebfläche gehören der Sorte, und das Ziel ist kein aufsehenerregender Kellerstil, sondern Klarheit: Die Weine sollen schmecken, wo sie herkommen. Die Trauben werden von Hand selektiert, die Moste schonend gepresst und in Edelstahl und traditionellem Holzfass ausgebaut. Auf zu viel Neuholz wird verzichtet, damit Frucht, Säure und Mineralität im Vordergrund bleiben.
Das Ergebnis sind trockene Rieslinge mit straffer Struktur, präziser Frucht und einer für Forst typischen rauchig-salzigen Note. Die Weine sind in ihrer Jugend zugänglich, gewinnen mit ein paar Jahren Flaschenreife aber deutlich an Tiefe. Ergänzt wird das Sortiment durch Weißburgunder, Grauburgunder und einen frischen Sauvignon Blanc, einen kleinen Anteil Spätburgunder sowie Winzersekt – das Gut zählt zu den Erzeugern von VDP.Sekt.Prestige.
Nachhaltigkeit ist dabei mehr als ein Etikett: Neben der EU-Bio-Zertifizierung ist der Betrieb seit Anfang 2024 nach dem FairChoice-Standard zertifiziert, der ökologische, soziale und wirtschaftliche Kriterien gemeinsam bewertet. Das Motto „Hand in Hand“ beschreibt dabei sowohl das Zusammenspiel von Familie und Team als auch den Umgang mit den Weinbergen.
Bekannte Lagen & Weine
Das Sortiment folgt der VDP-Pyramide: Gutsweine, Ortsweine aus Forst und Deidesheim, Weine aus VDP.Ersten Lagen und an der Spitze die Großen Gewächse. Mosbacher besitzt Parzellen in sieben Großen Lagen:
- Forster Ungeheuer – das Flaggschiff des Hauses: kraftvoll, würzig, mit Basalt-Rauch und langem Finale
- Forster Pechstein – straff, mineralisch und dunkel-rauchig auf schwarzem Basalt
- Forster Freundstück – kleine Lage direkt neben Kirchenstück und Jesuitengarten, feingliedrig und elegant
- Forster Jesuitengarten – finessenreich, mit reifer Frucht und feiner Säure
- Deidesheimer Kieselberg – auf kieselreichem Boden, verspielt und fruchtbetont
- Deidesheimer Kalkofen – kalkgeprägt, dicht und cremig
- Deidesheimer Langenmorgen – warm und rund, mit gelber Frucht
Hinzu kommen rund elf Erste Lagen, darunter Forster Stift, Elster und Musenhang, Deidesheimer Mäushöhle, Herrgottsacker, Leinhöhle und Paradiesgarten, Wachenheimer Altenburg, Gerümpel und Goldbächel sowie Ruppertsberger Reiterpfad. Gerade diese Weine gelten als Geheimtipp: Sie zeigen den Forster Charakter zu einem deutlich günstigeren Preis als die Großen Gewächse.
Auszeichnungen
Das Weingut Georg Mosbacher wird seit Jahren in den großen deutschen Weinführern geführt und regelmäßig ausgezeichnet. Im Eichelmann 2018 erhielt das Gut viereinhalb Sterne, und der Ungeheuer Riesling GG wurde zum „Klassiker des Jahres“ gekürt. Der Gault&Millau Weinguide bewertete den Betrieb im selben Jahr mit drei Trauben, und auch bei Falstaff und Vinum tauchen die Großen Gewächse aus Ungeheuer, Pechstein und Kieselberg immer wieder in der Spitzengruppe der Pfalz auf. Seit der Umstellung auf Bio zählt Mosbacher zudem zu den profiliertesten ökologisch arbeitenden VDP-Betrieben der Mittelhaardt – ein Beleg dafür, dass klassischer Forster Riesling und moderner, nachhaltiger Weinbau bestens zusammenpassen.
