Zusammenfassung
Das Weingut Franz Keller in Oberbergen zählt heute zu den bekanntesten und höchstbewerteten Adressen in Baden. Auf rund 49 Hektar – über zwei Drittel davon Burgundersorten – entstehen trocken durchgegorene Weine aus den vulkanischen Lagen des Kaiserstuhls. Was das Gut unverwechselbar macht, ist seine Handschrift: Die Burgunder werden nach burgundischem Vorbild vinifiziert und im dreistöckigen Schwerkraftkeller im Hang ausgebaut, was ihnen Präzision, Tiefe und Reifefähigkeit verleiht. Der Spätburgunder ist das Aushängeschild – und macht Franz Keller zu einem der führenden Pinot-Noir-Erzeuger Deutschlands. Dazu kommt eine seltene Einheit aus Weingut und Sternerestaurant „Schwarzer Adler".
Geschichte
Die Wurzeln der Familie Keller reichen bis um 1900 zurück, als sich rund um den Gasthof „Schwarzer Adler" in Oberbergen ein Weinbaubetrieb entwickelte. Zum prägenden Kopf des modernen Guts wurde jedoch Franz Keller senior (1927–2007): Er zählte in Deutschland zu den Vorreitern für trocken durchgegorene Weine und den Ausbau im Barrique – zu einer Zeit, als restsüße Weine den Markt dominierten. Damit legte er den Grundstein für den burgundisch geprägten Stil, für den das Gut bis heute steht.
Ab 1990 übernahm Fritz Keller die Leitung und baute das Gut konsequent zur nationalen Spitze aus – parallel machte er sich als Gastronom und später als Präsident des Deutschen Fußball-Bundes einen Namen. Seit 2016 verantwortet sein Sohn Friedrich Keller als vierte Generation die Weingutsleitung und führt den präzisen, terroirbetonten Stil weiter.
Lage & Terroir
Franz Keller liegt im Kaiserstuhl, einem vulkanischen Mittelgebirge in der Oberrheinebene und einer der wärmsten und sonnenreichsten Weinregionen Deutschlands. Der besondere Untergrund ist entscheidend: Vulkangestein – unter anderem Tephrit – trifft auf mächtige Lössauflagen, die Wärme speichern und den Reben auch in trockenen Jahren Wasser bereitstellen.
Dieses Zusammenspiel aus vulkanischem Ursprung, Löss und dem milden Klima am Oberrhein bringt reife, aber straff strukturierte Weine hervor. Die südexponierten Terrassenlagen fangen viel Sonne ein, während die kühlen Nächte für Frische und Aromatik sorgen. Genau diese Balance ist die Grundlage für die Burgunderweine des Guts – vollmundig, aber nie plump.
Stil & Philosophie
Die stilistische Grundidee bei Franz Keller ist es, Burgundersorten wie in ihrer Heimat, dem Burgund, zu behandeln. Die Weine werden trocken durchgegoren und über viele Monate ausgebaut – die Spitzenweine im Barrique, die Basisweine schonend im größeren Holz oder Edelstahl. Herzstück ist der spektakuläre dreistöckige Schwerkraftkeller, der in den Hang gebaut wurde: Der Most und die Weine bewegen sich weitgehend durch die Schwerkraft, ohne mechanische Pumpen – das schont Trauben und Wein.
Über zwei Drittel der Rebfläche sind mit Burgundersorten bestockt. Der Spätburgunder ist das Aushängeschild und gehört zu den besten Pinot Noirs Deutschlands, doch auch Grauburgunder, Weißburgunder und Chardonnay genießen einen exzellenten Ruf. Das Sortiment ist klar gestaffelt – von der zugänglichen Einstiegslinie „Vom Löss" bis zu den Großen Gewächsen.
Bekannte Lagen & Weine
Das Sortiment reicht von der zugänglichen Linie „Vom Löss" über Orts- und Lagenweine bis zu den Großen Gewächsen aus den besten Parzellen. Zu den bekanntesten Lagen des Guts zählen:
- Oberbergener Bassgeige – eine der Aushängelagen für Spätburgunder und Grauburgunder
- Achkarrer Schlossberg – berühmte Terrassenlage auf vulkanischem Boden
- Oberrotweiler Eichberg und Oberrotweiler Kirchberg – markante Kaiserstuhl-Lagen
- Oberbergener Pulverbuck
- Jechtinger Enselberg
Die Großen Gewächse aus diesen Lagen gehören regelmäßig zu den höchstbewerteten trockenen Burgundern Deutschlands.
Auszeichnungen
Franz Keller sammelt durchgängig Spitzenbewertungen in den führenden Weinführern und internationalen Verkostungen und gilt als eines der Aushängeschilder für deutschen Pinot Noir. Untrennbar mit dem Weingut verbunden ist das Restaurant „Schwarzer Adler", das bereits seit 1969 einen Michelin-Stern trägt – eine der längsten durchgehenden Auszeichnungen in Deutschland. Fritz Keller selbst wurde von Gault&Millau zum „Gastronom des Jahres" gekürt. Diese Einheit aus Spitzenweingut und Sterneküche macht das Gut zu einer besonderen Adresse am Kaiserstuhl.
