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Domaine de la Romanée-Conti – der Mythos des Burgunds aus Vosne-Romanée

Domaine de la Romanée-Conti in Vosne-Romanée: Monopol-Lagen La Romanée-Conti und La Tâche, Grand-Cru-Pinot-Noir und Montrachet. Geschichte, Stil und Steckbrief.

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Das Wichtigste in Kürze

  1. 1Benannt nach Louis François de Bourbon, Prince de Conti, der den Weinberg „La Romanée“ 1760 erwarb – das Gut in seiner heutigen Form baute ab 1869 Jacques-Marie Duvault-Blochet auf.
  2. 2Alleinbesitzer der beiden Grand-Cru-Monopole La Romanée-Conti (rund 1,8 Hektar) und La Tâche (rund 6 Hektar).
  3. 3Rund 29 Hektar fast ausschließlich in Grand-Cru-Lagen – darunter Richebourg, Romanée-Saint-Vivant, Grands-Échezeaux, Échezeaux, Corton und Montrachet.
  4. 4Seit 1942 im Besitz zweier Familien: der Nachfahren Duvault-Blochets (Familie de Villaine) und der Familie Leroy bzw. Roch; heute geleitet von Bertrand de Villaine und Perrine Fenal.
  5. 5Seit 2007 vollständig biodynamisch bewirtschaftet, mit sehr geringen Erträgen – die Weine zählen zu den teuersten und begehrtesten der Welt.

Zusammenfassung

Kaum ein Name steht so sehr für die Spitze der Weinwelt wie die Domaine de la Romanée-Conti, von Kennern kurz DRC genannt. Das Gut in Vosne-Romanée an der Côte de Nuits besitzt die beiden Grand-Cru-Monopole La Romanée-Conti und La Tâche und bewirtschaftet insgesamt rund 29 Hektar, fast ausschließlich in Grand-Cru-Lagen. Aus Pinot Noir entstehen hier einige der gesuchtesten Rotweine der Welt, aus Chardonnay ein winziger Anteil Montrachet und seit einigen Jahren auch Corton-Charlemagne. Seit 1942 teilen sich zwei Familien das Eigentum – die Familie de Villaine und die Familie Leroy bzw. Roch –, heute vertreten durch die Co-Direktoren Bertrand de Villaine und Perrine Fenal.

Geschichte

Die Lage selbst ist deutlich älter als die Domaine: Mönche der nahen Abtei Saint-Vivant bewirtschafteten die Hänge von Vosne bereits im Mittelalter. Ihren heutigen Namen erhielt der Weinberg, damals schlicht „La Romanée“ genannt, im Jahr 1760, als Louis François de Bourbon, Prince de Conti, ihn erwarb – der Überlieferung nach im Bieterwettstreit mit Madame de Pompadour. Er hängte seinen Titel an den Lagennamen, und so wurde daraus Romanée-Conti.

Nach der Französischen Revolution wurde das Gut als Nationaleigentum versteigert und wechselte mehrfach den Besitzer. Die eigentliche Geburtsstunde der Domaine, wie man sie heute kennt, schlug 1869, als Jacques-Marie Duvault-Blochet Romanée-Conti kaufte und um Parzellen in Richebourg, Échezeaux und Grands-Échezeaux ergänzte. Seine Nachkommen, aus denen die Familie de Villaine hervorging, führten das Gut weiter.

1942 übernahm der Négociant Henri Leroy die Hälfte der Anteile – seitdem teilen sich zwei Familien die Domaine. Später kamen La Tâche (1933 vollständig erworben), Romanée-Saint-Vivant und Montrachet hinzu. Ab den 1970er-Jahren prägte Aubert de Villaine das Haus, zunächst gemeinsam mit Lalou Bize-Leroy, ab 1992 mit Henry-Frédéric Roch und ab 2018 mit dessen Nachfolgerin Perrine Fenal, einer Tochter von Lalou Bize-Leroy. Ende 2021 zog sich Aubert de Villaine zurück; sein Neffe Bertrand de Villaine, bereits seit 2008 im Haus, übernahm die Co-Direktion.

Lage & Terroir

Vosne-Romanée liegt im Herzen der Côte de Nuits, wenige Kilometer südlich von Nuits-Saint-Georges. Die Grand-Cru-Lagen ziehen sich hier im mittleren Teil des Hangs entlang, dort, wo Kalkstein und Mergel mit tonhaltigen Böden zusammenkommen und die Reben optimal nach Osten bis Südosten ausgerichtet sind. La Romanée-Conti selbst liegt direkt oberhalb von Romanée-Saint-Vivant und unterhalb von La Romanée, eingerahmt von Richebourg und La Grande Rue.

Neben den Lagen in Vosne-Romanée und Flagey-Échezeaux besitzt die Domaine eine kleine Parzelle im Montrachet an der Côte de Beaune. Seit dem Jahrgang 2009 erzeugt sie außerdem einen Corton aus gepachteten Parzellen in Aloxe-Corton, seit dem Jahrgang 2019 auch einen Corton-Charlemagne.

Stil & Philosophie

Die Arbeit der DRC beginnt im Weinberg. Ab Mitte der 1980er-Jahre wurden erste Flächen nach biodynamischen Prinzipien bewirtschaftet, seit 2007 gilt das für die gesamte Domaine. Die Erträge sind sehr niedrig, die Lese erfolgt von Hand, das Lesegut wird auf Sortiertischen streng selektiert. Teilweise kommen Pferde zum Einsatz, um die Böden nicht zu verdichten.

Im Keller setzt das Haus auf Zurückhaltung: Die Trauben werden überwiegend nicht entrappt, der Ausbau erfolgt in Barriques aus neuem Holz. Das Ergebnis sind Weine, die in der Jugend oft verschlossen wirken, aber mit Jahrzehnten der Reife eine außergewöhnliche Tiefe, Würze und Seidigkeit entwickeln. Jeder Grand Cru soll dabei klar die Eigenheit seiner Lage zeigen.

Bekannte Lagen & Weine

Die Domaine füllt ihre Weine nahezu ausschließlich als Grand Cru:

  • La Romanée-Conti (Monopol, rund 1,8 Hektar) – das Flaggschiff, nur wenige tausend Flaschen pro Jahr
  • La Tâche (Monopol, rund 6 Hektar) – dichter und kraftvoller, für viele der zweite Mythos des Hauses
  • Richebourg – opulent und tiefgründig
  • Romanée-Saint-Vivant – der größte Anteil an dieser Lage, fein und duftig
  • Grands-Échezeaux und Échezeaux – aus Flagey-Échezeaux, zugänglicher in der Jugend
  • Corton und Corton-Charlemagne – aus gepachteten Parzellen in Aloxe-Corton
  • Montrachet – weißer Grand Cru aus Chardonnay in winzigen Mengen

In manchen Jahrgängen füllt die Domaine zudem einen Vosne-Romanée Premier Cru unter dem Namen „Cuvée Duvault-Blochet“, vor allem aus jüngeren Reben der Grand-Cru-Lagen.

Auszeichnungen

Die Domaine de la Romanée-Conti gilt in der internationalen Fachkritik seit Jahrzehnten als Referenzgut des Burgunds und als einer der bedeutendsten Weinerzeuger der Welt. Ihre Weine erzielen auf Auktionen regelmäßig Rekordpreise, und La Romanée-Conti wird in Preisranglisten immer wieder als teuerster Wein der Welt geführt. Zudem gehört Aubert de Villaine zu den treibenden Kräften hinter der Anerkennung der burgundischen Climats als UNESCO-Welterbe im Jahr 2015.

Häufige Fragen

Warum ist Romanée-Conti so teuer?

Die Monopol-Lage La Romanée-Conti misst nur rund 1,8 Hektar und liefert im Schnitt nur wenige tausend Flaschen pro Jahr. Dazu kommen jahrhundertelanger Ruhm, extrem niedrige Erträge und eine weltweite Nachfrage von Sammlern, die das Angebot bei Weitem übersteigt. Die Domaine verkauft zudem nur über ein festes Netz von Vertriebspartnern, meist in gemischten Kisten.

Wem gehört die Domaine de la Romanée-Conti?

Die Domaine gehört zu gleichen Teilen zwei Familien: den Nachfahren von Jacques-Marie Duvault-Blochet, vertreten durch die Familie de Villaine, und der Familie Leroy bzw. Roch, die 1942 die Hälfte der Anteile übernahm. Geleitet wird das Gut von zwei Co-Direktoren, je einem aus jeder Familie: Bertrand de Villaine und Perrine Fenal.

Was ist der Unterschied zwischen La Romanée-Conti und der Domaine de la Romanée-Conti?

La Romanée-Conti ist ein einzelner Grand-Cru-Weinberg in Vosne-Romanée, den die Domaine als Monopol allein besitzt. Die Domaine de la Romanée-Conti ist das Weingut, das neben diesem Wein noch weitere Grand Crus wie La Tâche, Richebourg, Romanée-Saint-Vivant, Grands-Échezeaux, Échezeaux, Corton und Montrachet erzeugt.

Welche Verbindung gibt es zur Domaine de Villaine?

Aubert de Villaine leitete die Domaine de la Romanée-Conti über Jahrzehnte als Co-Direktor und gründete parallel mit seiner Frau Pamela die Domaine de Villaine in Bouzeron. Beide Güter sind aber rechtlich und wirtschaftlich eigenständig. Ende 2021 übergab Aubert de Villaine die Co-Direktion an seinen Neffen Bertrand de Villaine.

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