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Domaine Cornulus – biodynamische Terrassenweine aus Savièse im Wallis

Domaine Cornulus in Savièse: biodynamische Terrassenweine aus dem Wallis. Geschichte, Stil, Steckbrief, Lagen und Rebsorten von Reynard und Varone im Porträt.

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Das Wichtigste in Kürze

  1. 11986 von den Cousins Stéphane Reynard und Dany Varone gegründet – den Namen Cornulus trägt das Gut seit 1989.
  2. 2Rund 15 Hektar, verteilt auf etwa 250 einzelne Terrassen in mehreren Walliser Gemeinden zwischen Savièse, Sion und Sierre.
  3. 3Seit 1999 biodynamische Bewirtschaftung; jede Parzelle wird separat vinifiziert.
  4. 4Breites Sortenspektrum mit Walliser Spezialitäten wie Petite Arvine, Amigne, Humagne und Cornalin neben Chasselas und Syrah.
  5. 5Der 1999 erworbene Clos des Corbassières gilt als Herzstück des Guts.

Zusammenfassung

Die Domaine Cornulus in Savièse zählt zu den prägenden Adressen des Wallis. Die Cousins Stéphane Reynard und Dany Varone bewirtschaften rund 15 Hektar, die sich auf etwa 250 einzelne Terrassen in mehreren Gemeinden des mittleren Rhonetals verteilen – ein Flickenteppich aus kleinen Parzellen, die über Trockenmauern und steile Hänge miteinander verbunden sind. Seit 1999 arbeitet das Gut biodynamisch. Jede Lage wird getrennt gelesen und getrennt vinifiziert, damit im Keller möglichst wenig von dem verloren geht, was der Weinberg mitbringt. Das Ergebnis sind trockene, präzise Weine aus Chasselas, Petite Arvine, Syrah und einer ganzen Reihe autochthoner Walliser Sorten.

Geschichte

Die Geschichte des Guts beginnt 1986, als sich die Cousins Stéphane Reynard und Dany Varone zusammenschliessen. Am Anfang steht kein eigener Weinberg, sondern eine Garage: Die beiden kaufen Trauben bei Winzern in Savièse und bauen den Wein zunächst unter dem Namen Buteo aus. 1989 entsteht daraus die Selektion Cornulus – ein Name, der bald für den ganzen Betrieb steht.

Der entscheidende Einschnitt kommt 1999. In diesem Jahr erwirbt das Duo den Clos des Corbassières, eine Lage, die bis heute als Herzstück des Guts gilt. Im selben Jahr fällt die Entscheidung, auf biodynamische Bewirtschaftung umzustellen – zu einem Zeitpunkt, als das im Wallis noch die grosse Ausnahme war.

In den 2000er-Jahren wächst der Betrieb Parzelle für Parzelle: Reben in hoch bewerteten Zonen der Gemeinden Sion und Sierre kommen hinzu, ebenso die Lagen Chamaray, Saint-Charles und La Follie. Statt einer geschlossenen Domäne entsteht so ein Mosaik aus vielen kleinen Einheiten – aufwendig zu bewirtschaften, aber eine ideale Grundlage für Weine mit unterschiedlicher Handschrift.

Lage & Terroir

Savièse liegt auf der Sonnenseite des Rhonetals, an den Hängen oberhalb von Sion. Das Wallis ist eines der trockensten und sonnenreichsten Weinbaugebiete Europas: Die umliegenden Alpen halten Regenwolken weitgehend ab, die Niederschläge sind gering, die Sonnenstunden zahlreich. Bewässert wurde hier über Jahrhunderte mit den Suonen (französisch bisses), historischen Wasserleitungen, die Gletscherwasser quer über die Hänge führen.

Der Weinbau findet auf Terrassen statt, die von Trockenmauern gehalten werden. Die Hangneigung ist stellenweise extrem, Maschinen kommen kaum zum Einsatz, vieles bleibt Handarbeit. Genau diese Kleinteiligkeit erklärt die Struktur von Cornulus: rund 250 einzelne Terrassen, verteilt über mehrere Gemeinden, mit unterschiedlichen Höhenlagen, Expositionen und Bodentypen – von Moräne über schiefrige bis zu kalkhaltigen Substraten. Die Höhenlage sorgt dabei für kühle Nächte, die den Weinen trotz der Sonne Frische und Spannung erhalten.

Stil & Philosophie

Die Leitidee ist schnell erzählt und aufwendig umzusetzen: Der Wein soll die Herkunft zeigen, nicht die Kellertechnik. Deshalb wird jede Parzelle separat vinifiziert. Was im Weinberg unterschiedlich ist, bleibt es auch im Keller – erst dadurch werden die feinen Unterschiede zwischen zwei benachbarten Terrassen überhaupt sichtbar.

Im Weinberg bedeutet das seit 1999 Biodynamie: lebendige Böden, tiefe Verwurzelung, Arbeit im natürlichen Rhythmus, konsequenter Verzicht auf synthetische Mittel. Die Erträge sind entsprechend moderat, das Traubenmaterial ist gesund und reif, ohne überreif zu wirken.

Stilistisch heisst das: Chasselas (im Wallis als Fendant abgefüllt) mit Zug und salzigem Nachhall statt Neutralität; Petite Arvine mit Zitrusnote, Würze und der für die Sorte typischen salzigen Spitze; Ermitage (Marsanne) füllig und lang. Bei den Roten steht die Syrah im Mittelpunkt – im Wallis eine Sorte mit langer Tradition, hier eher würzig-straff als opulent. Dazu kommen autochthone Spezialitäten wie Cornalin und Humagne Rouge, die dem Sortiment seinen unverwechselbar Walliser Charakter geben.

Bekannte Lagen & Weine

Das Sortiment folgt der Logik der Parzellen, nicht einer starren Pyramide. Zu den bekanntesten Lagen und Weinen zählen:

  • Clos des Corbassières – 1999 erworben, das Herzstück des Guts; Grundlage für Weisse wie Rote
  • Clos de Mangold und Clos des Monzuettes – weitere eingefriedete Lagen im Portfolio
  • Chamaray – bekannt vor allem für Syrah
  • Saint-Charles und La Follie – in den 2000er-Jahren dazugekommene Parzellen
  • Walliser Spezialitäten wie Amigne, Humagne Blanche, Cornalin und Ermitage

Wer den Stil kennenlernen will, beginnt am besten beim Fendant: Er zeigt die typische Kombination aus Frische, Salzigkeit und kühlem Kern, die in den Spezialitäten und Rotweinen deutlich mehr Tiefe und Länge gewinnt.

Auszeichnungen

Cornulus gehört seit Jahren zu den regelmässig hoch bewerteten Betrieben der Schweiz und taucht in den Bestenlisten von Gault&Millau Schweiz auf. Auch bei nationalen Wettbewerben war das Gut erfolgreich – beim Grand Prix du Vin Suisse wurde unter anderem ein Ermitage aus dem Jahrgang 2007 mit Gold ausgezeichnet. Hinzu kommen konstant gute Noten in der internationalen Fachpresse.

Mindestens ebenso aussagekräftig ist die Rolle, die das Gut im Wallis selbst spielt: Als früher Verfechter der Biodynamie und als Betrieb, der die steilen Terrassenlagen nicht aufgibt, sondern in ihnen den eigentlichen Wert sieht, hat Cornulus dazu beigetragen, dass Walliser Spezialitäten heute weit über die Kantonsgrenzen hinaus ernst genommen werden.

Häufige Fragen

Wofür ist die Domaine Cornulus bekannt?

Cornulus steht für biodynamisch erzeugte Walliser Terrassenweine mit ausgeprägter Herkunftsprägung. Bekannt ist das Gut vor allem für trockene Weissweine aus Chasselas (Fendant) und Petite Arvine sowie für dichte, würzige Syrah und Cornalin. Charakteristisch ist die parzellenweise Vinifikation: Jede Lage wird getrennt ausgebaut, damit ihr eigener Charakter im Glas bleibt.

Wo liegt die Domaine Cornulus?

Das Gut hat seinen Sitz in Savièse, einer Gemeinde an den Sonnenhängen oberhalb von Sion im Schweizer Kanton Wallis. Die Reben stehen nicht nur rund um Savièse, sondern verteilt über mehrere Gemeinden des mittleren Rhonetals, unter anderem in Richtung Sion und Sierre.

Arbeitet die Domaine Cornulus biodynamisch?

Ja. Stéphane Reynard und Dany Varone haben sich 1999 für die Biodynamie entschieden. Im Mittelpunkt stehen lebendige Böden, tiefe Verwurzelung der Reben und ein Arbeiten im Rhythmus der Natur – mit dem Ziel, die Herkunft möglichst unverfälscht in den Wein zu bringen.

Welche Weine sollte man von Cornulus probieren?

Ein guter Einstieg ist der Fendant aus Chasselas – trocken, salzig und typisch für das Wallis. Wer die Spezialitäten kennenlernen will, greift zur Petite Arvine oder zum Ermitage (Marsanne). Bei den Roten lohnen sich die Syrah aus den steilen Terrassenlagen und der Cornalin, eine autochthone Walliser Sorte.

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