Zusammenfassung
Das Weingut Geheimer Rat Dr. von Bassermann-Jordan in Deidesheim gehört zu den ältesten und traditionsreichsten Adressen der Pfalz. Seine Familiengeschichte reicht bis ins Jahr 1718 zurück, und über Jahrhunderte prägte das Gut den Ruf des Pfälzer Spitzenweins weit über die Region hinaus. Zusammen mit Bürklin-Wolf und von Buhl bildete Bassermann-Jordan die legendären „drei B" der Mittelhaardt. Auf rund 49 Hektar in den besten Lagen von Forst, Deidesheim und Ruppertsberg entstehen klassische, mineralisch-geradlinige Rieslinge – Weine, die die große historische Tradition der Region mit heutiger Präzision verbinden.
Geschichte
Die Wurzeln des Guts reichen bis ins Jahr 1718 zurück, als die aus Savoyen eingewanderte Familie Jordan mit dem Weinbau in der Pfalz begann; 1783 verlegte sie ihren Sitz nach Deidesheim. Zur prägenden Figur wurde Andreas Jordan (1775–1848), der als einer der Ersten in Deutschland konsequent auf Qualitätsweinbau setzte: Er trennte die Rebsorten im Keller, bevorzugte edle Sorten wie den Riesling und begann früh damit, einzelne Weinbergslagen auf den Flaschen auszuweisen – ein Vorläufer der heutigen Lagenklassifikation.
Über Heiraten verband sich die Familie Jordan mit den Häusern Bassermann und von Buhl, woraus der heutige Name entstand. Weltberühmt wurde das Gut unter Friedrich von Bassermann-Jordan (1872–1959), der es über Jahrzehnte leitete und zugleich als bedeutendster Weinhistoriker seiner Zeit galt. 1910 gehörte das Weingut zu den Gründungsmitgliedern des heutigen VDP. Nach dem Ende der Familienlinie erwarb der Unternehmer Achim Niederberger das Gut; seit seinem Tod 2013 wird es von der Erbin Jana Seeger weitergeführt – unter demselben Dach wie das benachbarte von Winning.
Lage & Terroir
Bassermann-Jordan liegt an der Deutschen Weinstraße in der Mittelhaardt – jenem Herzstück der Pfalz, das für einige der besten trockenen Rieslinge Deutschlands steht. Das Klima ist ausgesprochen mild und sonnenverwöhnt; der Haardtrand als östlicher Ausläufer des Pfälzerwaldes schützt die Reben vor Wetterextremen und sorgt für lange, gleichmäßige Reifephasen.
Entscheidend ist die kleinräumige Vielfalt der Böden. In Forst verleiht der schwarze Basalt (etwa in der Lage Pechstein) den Weinen eine rauchig-mineralische, straffe Note, während Buntsandstein, Kalk und lehmige Böden in Deidesheim und Ruppertsberg eher füllige, elegante Rieslinge hervorbringen. Auf diesen unterschiedlichen Untergründen entwickelt der Riesling seine typische Kombination aus Fruchtfülle, klarer Mineralität und feiner Würze.
Stil & Philosophie
Stilistisch steht Bassermann-Jordan für klassischen, trockenen Riesling, der die Herkunft in den Vordergrund stellt. Die Weine setzen weniger auf spektakuläre Effekte als auf Präzision, Balance und Herkunftstreue: geradlinig, mineralisch und mit feiner Säurestruktur, angelegt auf gute Reifefähigkeit. Der Ausbau erfolgt schonend, häufig im großen Holzfass (Stückfass) sowie im Edelstahl, um den jeweiligen Lagencharakter unverfälscht abzubilden.
Rund 85 Prozent der Rebfläche sind mit Riesling bestockt. Ergänzt wird das Sortiment durch Weißburgunder (Pinot Blanc) und Grauburgunder (Pinot Gris) sowie kleinere Mengen weiterer Sorten wie Scheurebe und Gewürztraminer. Über allem steht der Anspruch, die historische Größe der Deidesheimer und Forster Lagen in zeitgemäße, klare Weine zu übersetzen.
Bekannte Lagen & Weine
Das Sortiment ist klar gestaffelt: von zugänglichen Gutsrieslingen über Ortsweine bis zu den Großen Gewächsen aus den Grand-Cru-Lagen. Mehr als ein Drittel der Rebfläche entfällt auf klassifizierte Spitzenlagen. Zu den berühmtesten Lagen des Guts zählen:
- Forster Kirchenstück – oft als beste Rieslinglage Deutschlands bezeichnet
- Forster Jesuitengarten und Forster Pechstein – der eine finessenreich, der andere rauchig-mineralisch auf Basalt
- Forster Ungeheuer – kraftvoll und würzig
- Deidesheimer Hohenmorgen, Kalkofen, Kieselberg und Leinhöhle
- Ruppertsberger Reiterpfad und Hoheburg
Diese Weine gehören regelmäßig zu den charaktervollsten trockenen Rieslingen der Pfalz.
Auszeichnungen
Schon im 19. Jahrhundert errangen die Weine des Guts internationale Anerkennung, unter anderem auf mehreren Weltausstellungen. Bis heute wird Bassermann-Jordan in den führenden Weinführern (Falstaff, Gault&Millau, Eichelmann) regelmäßig unter den Spitzenerzeugern der Pfalz geführt. Als eines der historischen „drei B" und als VDP-Gründungsmitglied verkörpert das Gut wie kaum ein anderes die große Tradition des Deidesheimer Rieslings – und führt sie mit klar herkunftsgeprägten Weinen in die Gegenwart.
