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Weingut Wasenhaus – Burgundische Handschrift für Spätburgunder aus dem Markgräflerland

Weingut Wasenhaus in Staufen: Christoph Wolber und Alexander Götze keltern burgundisch geprägte Spätburgunder, Chardonnay und Gutedel. Geschichte & Steckbrief.

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Das Wichtigste in Kürze

  1. 1Gegründet von Christoph Wolber und Alexander Götze, die beide jahrelang bei Spitzenbetrieben im Burgund gearbeitet haben – erster Jahrgang 2016.
  2. 2Nur rund 3,5 Hektar alte, sortenreine Rebparzellen, teils in extremen Steillagen bei Staufen, Ehrenstetten und Ehrenkirchen.
  3. 3Spätburgunder und Weißburgunder im Zentrum, dazu Chardonnay und Gutedel – alle in kleinsten Mengen von etwa 25.000 Flaschen pro Jahr.
  4. 4Ganztraubengärung, offene Maischegärung in alten Holzbottichen, gebrauchte Burgunderfässer und ein Minimum an Schwefel.
  5. 5Die Weine erscheinen als Landwein statt in der VDP-Pyramide – und sind trotzdem in Sternerestaurants weltweit gefragt.

Zusammenfassung

Das Weingut Wasenhaus in Staufen im Breisgau gehört zu den spannendsten jungen Adressen Deutschlands. Christoph Wolber und Alexander Götze haben ihr Handwerk im Burgund gelernt und übertragen dessen Denkweise seit dem ersten Jahrgang 2016 auf alte Rebparzellen im Markgräflerland. Auf nur rund 3,5 Hektar entstehen Spätburgunder, Weißburgunder, Chardonnay und Gutedel, die mit ihrer Feinheit, Textur und Frische bewusst vom klassischen badischen Stil abweichen. Die Mengen sind winzig, die Nachfrage riesig: Die Weine sind meist verkauft, bevor sie überhaupt im Regal stehen.

Geschichte

Wasenhaus ist eine Geschichte von zwei Freunden, die sich im Burgund kennengelernt haben. Christoph Wolber stammt aus Staufen, ging aber zur Ausbildung an die Weinbauschule in Beaune und arbeitete anschließend bei Leflaive; Alexander Götze verbrachte seine Lehrjahre unter anderem bei Domaine de Montille in Volnay. Zu den weiteren Burgund-Stationen der beiden zählen Häuser wie Pierre Morey, Domaine de la Vougeraie und Comte Armand. Was beide verband: die Faszination für Pinot Noir und Chardonnay in ihrer burgundischen Form – und die Überzeugung, dass Baden mit seinen alten Reben, Kalkböden und dem warmen Klima ähnliches Potenzial hat.

Statt in Frankreich zu bleiben, kehrten die beiden ins Markgräflerland zurück. Ausgangspunkt wurde das Wasenhaus, der Hof von Wolbers Familie in Staufen, der dem Gut den Namen gab. Sie suchten gezielt alte, sortenreine Parzellen, die andere Winzer wegen der mühsamen Handarbeit aufgegeben hatten, und füllten 2016 den ersten Jahrgang ab. Innerhalb weniger Jahre entwickelte sich daraus einer der meistdiskutierten Newcomer der deutschen Weinszene, dessen Flaschen heute in Sternerestaurants und bei Weinhändlern rund um die Welt zu finden sind.

Lage & Terroir

Staufen liegt südlich von Freiburg, dort, wo das Markgräflerland auf den Schwarzwald trifft. Die Region gehört zu den wärmsten und sonnenreichsten Deutschlands, was den Burgunderreben zugutekommt. Die Parzellen von Wasenhaus verteilen sich auf mehrere Gemeinden rund um Staufen – bekannt sind unter anderem der Ölberg in Ehrenstetten und der Kirchberg in Ehrenkirchen, beides teils extrem steile Hänge, die nur von Hand zu bewirtschaften sind.

Prägend sind Kalk- und Kalkverwitterungsböden, die den Weinen Spannung und Salzigkeit verleihen. Die Reben sind überwiegend alt und wurden von den beiden Winzern gezielt wegen ihres genetischen Materials ausgewählt; neu bepflanzt wird mit Selektionen alter Reben. Für den Spätburgunder Vulkan kommen zusätzlich Trauben von Partnerbetrieben am Kaiserstuhl, wo vulkanisches Gestein einen kräftigeren, würzigeren Typ hervorbringt.

Stil & Philosophie

Wolber und Götze beschreiben ihre Arbeit als eine Art Laissez-faire, das sie im Burgund gelernt haben: möglichst viel im Weinberg entscheiden, möglichst wenig im Keller. Die Rotweine werden mit einem hohen Anteil ganzer Trauben – je nach Jahrgang rund 50 bis 80 Prozent – in alten Holzbottichen offen vergoren, mit sanfter Extraktion über etwa drei Wochen. Ausgebaut wird in gebrauchten Pièces und Tonneaux, die kaum Holzaromen abgeben. Die Weißweine werden schonend gepresst und ebenfalls lange auf der Feinhefe im gebrauchten Holz ausgebaut.

Schwefel kommt nur in minimalen Mengen kurz vor der Füllung zum Einsatz – ein dogmatischer Naturwein-Ansatz ist das jedoch nicht. Das Ziel sind Weine mit Textur, feiner Säure und erdiger Tiefe, die burgundische Seidigkeit zeigen, ohne dabei die badische Herkunft zu verleugnen. Bemerkenswert: Wasenhaus verzichtet auf die deutsche Qualitätswein-Systematik und bringt alle Weine als Landwein auf den Markt. Der Alkohol bleibt meist moderat, die Weine wirken leicht, aber nie dünn.

Bekannte Lagen & Weine

Das Sortiment ist klein und nach Parzellen gegliedert. Zu den wichtigsten Weinen gehören:

  • Spätburgunder Bellen – Parzellenwein von alten Reben, einer der gesuchtesten Rotweine des Guts
  • Spätburgunder Möhlin – aus alten Rebparzellen, dicht und zugleich filigran; auch als Weißburgunder Möhlin abgefüllt
  • Kanzel – steile Kalkverwitterungsböden mit alten Reben, spannungsgeladen und mineralisch
  • Spätburgunder Vulkan – aus Trauben vom Kaiserstuhl, würziger und etwas kräftiger
  • Spätburgunder Baden – die Basis des Hauses, die den Stil am zugänglichsten zeigt
  • Weißburgunder, Chardonnay und Gutedel – straffe, trockene Weißweine; der Gutedel als ungewöhnlich ernsthafter Vertreter der Markgräfler Traditionssorte

Die Jahresproduktion liegt bei etwa 25.000 Flaschen. Die Parzellenweine werden über strenge Zuteilungen vergeben und sind in der Regel innerhalb kürzester Zeit vergriffen.

Auszeichnungen

Wasenhaus hat sich nicht über klassische Wettbewerbe, sondern über die Fachpresse und die Gastronomie einen Namen gemacht. Deutsche Weinmagazine haben das Gut früh als einen der aufregendsten Newcomer des Landes gefeiert, und die Badische Zeitung berichtete, dass die Weine aus Staufen Sternerestaurants auf der ganzen Welt beliefern. Im Handel gelten die Parzellenweine als Sammlerstücke: Wer eine Zuteilung bekommt, gibt sie selten wieder her. Für Baden ist Wasenhaus damit ein wichtiges Signal – ein Beleg dafür, dass Spätburgunder aus dem Markgräflerland auf Augenhöhe mit großen Burgundern diskutiert wird.

Häufige Fragen

Wo liegt das Weingut Wasenhaus?

Das Weingut Wasenhaus sitzt in Staufen im Breisgau, am Übergang vom Markgräflerland zum Schwarzwald südlich von Freiburg. Die Rebparzellen verteilen sich auf mehrere Gemeinden der Umgebung, etwa den Ölberg in Ehrenstetten und den Kirchberg in Ehrenkirchen; für den Spätburgunder Vulkan kommen zusätzlich Trauben vom Kaiserstuhl.

Wer steckt hinter dem Weingut Wasenhaus?

Christoph Wolber und Alexander Götze. Beide haben ihr Handwerk nicht an einer deutschen Weinbauschule, sondern im Burgund gelernt – unter anderem bei Domaine de Montille, Leflaive, Pierre Morey, Domaine de la Vougeraie und Comte Armand. Das Wasenhaus selbst ist der Hof von Wolbers Familie in Staufen.

Ist Wasenhaus ein Naturwein-Weingut?

Nicht im dogmatischen Sinn. Wolber und Götze arbeiten im Weinberg naturnah und im Keller mit minimalen Eingriffen, vergären spontan mit hohem Ganztraubenanteil und setzen nur wenig Schwefel ein. Auf Schwefel verzichten sie aber nicht komplett – das Ziel sind klare, präzise Weine, keine Extreme.

Warum tragen die Weine von Wasenhaus die Bezeichnung Landwein?

Wasenhaus ist kein VDP-Mitglied und verzichtet auf die deutsche Prädikats- und Qualitätsweinsystematik. Die Weine werden als Landwein vermarktet, was den beiden Winzern mehr Freiheit lässt. Die Herkunft steht trotzdem auf dem Etikett: Die Parzellenweine heißen etwa Bellen, Möhlin oder Kanzel.

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