Weingüter

Weingut Leitz – Steillagen-Riesling aus Rüdesheim im Rheingau

Robert KozinskiVon Robert Kozinski
29. Juli 2026
leitzrheingauriesling

Weingut Leitz in Rüdesheim: puristische Steillagen-Rieslinge vom Rüdesheimer Berg und die alkoholfreie Linie Eins Zwei Zero. Geschichte, Stil, Steckbrief und Lagen.

Das Wichtigste in Kürze

  • 1Eines der bekanntesten Weingüter des Rheingaus – Johannes Leitz baute den Betrieb ab 1985 von rund 3 Hektar zu einer international gefragten Adresse aus.
  • 2Rund 110 Hektar Rebfläche, ganz überwiegend Riesling, dazu ein kleiner Anteil Spätburgunder.
  • 3Spezialist für die steilen Schiefer- und Quarzitlagen des Rüdesheimer Bergs mit Süd-Ausrichtung.
  • 4VDP-Mitglied seit 1996 mit VDP.Großen Lagen wie Berg Schlossberg, Berg Rottland, Berg Roseneck und Berg Kaisersteinfels.
  • 5Pionier des alkoholfreien Weins in Deutschland: die Linie „Eins Zwei Zero“ ist weltweit gelistet.

Steckbrief

Region
Rheingau – Rüdesheim am Rhein, Deutschland
Gegründet
Familientradition seit 1744; Neuaufbau nach dem Zweiten Weltkrieg durch Josef Leitz
Inhaber / Winzer
Johannes Leitz (seit 1985)
Rebfläche
rund 110 Hektar (die Angaben schwanken je nach Quelle zwischen etwa 90 und 130 Hektar)
Leitrebsorten
Riesling (etwa 95 %), Spätburgunder
Weinstile
Überwiegend trockene Rieslinge, dazu Kabinett und edelsüße Prädikate, Sekt und alkoholfreie Weine
Klassifikation
VDP-Mitglied seit 1996; VDP.Große Lagen am Rüdesheimer Berg
Besonderheit
Steillagen-Spezialist und Pionier des alkoholfreien Weins („Eins Zwei Zero“)

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Zusammenfassung

Das Weingut Leitz in Rüdesheim am Rhein ist eines der bekanntesten Häuser des Rheingaus – und ein Musterbeispiel dafür, was aus einem Kleinbetrieb werden kann. Als Johannes Leitz 1985 mit 21 Jahren übernahm, bewirtschaftete die Familie knapp drei Hektar. Heute umfasst das Gut rund 110 Hektar, liefert in mehr als 30 Länder und gilt als Referenz für Riesling aus den steilen Schieferlagen des Rüdesheimer Bergs. Stilistisch geht es Leitz um Klarheit statt Kraft: puristische, mineralisch geprägte Weine mit lebendiger Säure und moderatem Alkohol. Dazu kommt eine zweite Erfolgsgeschichte – die alkoholfreie Linie „Eins Zwei Zero“, mit der das Gut eine ganze Kategorie mitgeprägt hat.

Geschichte

Die Weinbautradition der Familie Leitz in Rüdesheim reicht bis ins Jahr 1744 zurück. Das Weingut in seiner heutigen Form geht jedoch auf den Neuanfang nach dem Zweiten Weltkrieg zurück, als Josef Leitz den im Krieg schwer beschädigten Betrieb wieder aufbaute – sein Name steht bis heute im offiziellen Namen „Weingut Josef Leitz“.

Die eigentliche Wende kam 1985. Johannes Leitz, gerade mit der Winzermeisterausbildung fertig, übernahm mit rund 2,9 Hektar einen sehr kleinen Betrieb. In den folgenden Jahrzehnten pachtete und kaufte er systematisch Steillagenparzellen am Rüdesheimer Berg – Flächen, die andere wegen des hohen Handarbeitsaufwands aufgaben. Aus dem Kleinbetrieb wurde so eines der größten Güter im VDP-Rheingau. 1996 wurde Leitz in den Verband Deutscher Prädikatsweingüter aufgenommen, 2011 kürte der Gault&Millau Johannes Leitz zum „Winzer des Jahres“.

Ein eigenes Kapitel ist das alkoholfreie Sortiment. Was als Nebenprojekt begann, wurde unter der Marke „Eins Zwei Zero“ zum internationalen Erfolg und ist inzwischen in eine eigene Gesellschaft ausgegliedert. Entalkoholisiert wird schonend im Vakuum-Verdampfer, damit möglichst viel Aroma des Grundweins erhalten bleibt.

Lage & Terroir

Rüdesheim liegt am westlichen Ende des Rheingaus, genau dort, wo der Rhein seinen Lauf nach Norden ändert und ins Engtal des Mittelrheins eintritt. Die Folge ist eine Steillagenwand von seltener Qualität: der Rüdesheimer Berg, dessen Terrassen fast vollständig nach Süden ausgerichtet sind und dazu vom Rhein Licht reflektiert bekommen. Hangneigungen von deutlich über 50 Prozent bedeuten reine Handarbeit.

Geologisch ist der Berg ein Flickenteppich. Berg Rottland wird von grauem Schiefer geprägt, im Berg Roseneck kommen Quarz und Quarzit hinzu, der Berg Schlossberg liefert auf kargem, tiefgründig verwittertem Schiefer die strengsten und langlebigsten Weine. Die Böden sind extrem durchlässig; die Reben wurzeln tief und müssen um Wasser kämpfen – genau das gibt den Weinen ihre Salzigkeit und Straffheit. Etwas weiter im Ort liegen mit Magdalenenkreuz und Klosterlay sanftere Lagen, die zugänglichere, fruchtigere Rieslinge ergeben.

Stil & Philosophie

Leitz-Weine sind keine Muskelprotze. Ziel ist ein linearer, puristischer Riesling, der Herkunft zeigt, statt Technik: klare Frucht, präzise Säure, salzig-mineralischer Nachhall und bewusst moderater Alkohol. Viele Weine bleiben deutlich unter 12 % Vol. – ein Stil, der dem Gut vor allem international viele Anhänger gebracht hat.

Im Keller gilt das Hands-off-Prinzip: möglichst wenig Bewegung, wenig Eingriff, Schutz vor Sauerstoff, ruhiger Ausbau auf der Hefe. Im Weinberg setzt das Gut auf schonende Bewirtschaftung und reduzierten Betriebsmitteleinsatz und ist nach dem Nachhaltigkeitsstandard Fair'n Green zertifiziert; eine eigene Photovoltaikanlage deckt einen Teil des Strombedarfs. Neben den trockenen Lagenweinen pflegt Leitz auch die klassische Rheingau-Tradition: Kabinett, Spätlese und edelsüße Prädikate bis zur Trockenbeerenauslese gehören weiter zum Sortiment.

Bekannte Lagen & Weine

Das Sortiment ist klar gestaffelt: von Guts- und Ortsrieslingen über Erste Lagen bis zu den Steillagen-Spitzen. Zu den wichtigsten Lagen des Guts zählen:

  • Rüdesheimer Berg Schlossberg – die kargste und langlebigste Lage, streng und mineralisch
  • Rüdesheimer Berg Rottland – grauer Schiefer, würzig und dicht
  • Rüdesheimer Berg Roseneck – Quarz und Quarzit, feinnervig und straff
  • Rüdesheimer Berg Kaisersteinfels – hoch gelegen, kühl und besonders langlebig
  • Rosengarten – ummauerte Monopollage im Ortskern rund um die Brömserburg
  • Kirchenpfad sowie die Ersten Lagen Klosterlay und Magdalenenkreuz

Dazu kommen der weltweit bekannte Gutsriesling, Sekt und die alkoholfreie Reihe „Eins Zwei Zero“ mit Riesling, Rosé und Blanc de Blancs.

Auszeichnungen

Leitz gehört seit Jahren zur Spitzengruppe der deutschen Weinführer: Der Gault&Millau führt das Gut in der höchsten Kategorie (fünf Trauben) und ernannte Johannes Leitz 2011 zum „Winzer des Jahres“; auch Eichelmann und Vinum bewerten das Weingut mit der jeweiligen Höchstnote. International sind die Rieslinge in gehobener Gastronomie und im Fachhandel in mehr als 30 Ländern präsent – und die alkoholfreie Linie hat Leitz weit über die klassische Weinwelt hinaus bekannt gemacht.

Häufige Fragen

Wofür ist das Weingut Leitz bekannt?

Leitz steht für puristische, mineralische Rieslinge aus den steilen Schieferlagen des Rüdesheimer Bergs – meist trocken ausgebaut, mit klarer Säurestruktur und moderatem Alkohol. International bekannt ist das Gut zusätzlich durch die alkoholfreie Weinlinie „Eins Zwei Zero“, mit der Johannes Leitz zu den Vorreitern dieser Kategorie in Deutschland zählt.

Wo liegt das Weingut Leitz?

Das Gut hat seinen Sitz in Rüdesheim am Rhein, am westlichen Ende des Rheingaus dort, wo der Rhein in Richtung Mittelrhein abknickt. Die besten Lagen liegen direkt oberhalb des Orts am Rüdesheimer Berg.

Ist Leitz ein VDP-Weingut?

Ja. Weingut Leitz gehört seit 1996 dem Verband Deutscher Prädikatsweingüter (VDP) an und bewirtschaftet mehrere VDP.Große Lagen am Rüdesheimer Berg sowie VDP.Erste Lagen wie Klosterlay und Magdalenenkreuz.

Was kostet ein Wein von Leitz?

Die Gutsrieslinge und Ortsweine sind vergleichsweise günstig und beginnen im unteren bis mittleren zweistelligen Bereich. Deutlich höher liegen die Lagenweine vom Berg Schlossberg, Berg Rottland und Berg Roseneck. Ein preiswerter Einstieg in die Handschrift des Guts sind die einfachen Rüdesheimer Rieslinge.

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