Zusammenfassung
Die Domaine Faiveley in Nuits-Saint-Georges gehört zu den größten und angesehensten Weingütern des Burgunds. Seit 1825 in ununterbrochenem Familienbesitz, bewirtschaftet das Haus heute rund 120 bis 125 Hektar eigene Weinberge – verteilt über die Côte de Nuits, die Côte de Beaune und die Côte Chalonnaise. Kaum ein anderer Erzeuger deckt die burgundische Hierarchie so vollständig ab: vom Regional-AOC über Village-Weine und rund 22 Premiers Crus bis zu etwa zwölf Grands Crus. Herzstück ist das familieneigene Monopol Corton Clos des Cortons Faiveley. Geführt wird das Gut in siebter Generation von Erwan und Eve Faiveley. 2025 feiert die Domaine ihr 200-jähriges Bestehen.
Geschichte
Die Geschichte von Faiveley beginnt 1825, als Pierre Faiveley in Nuits-Saint-Georges ein Weinhandelshaus gründete. Was als Négoce-Betrieb startete, wuchs über Generationen zu einer der bedeutendsten Domaines des Burgunds heran. Entscheidend war dabei der konsequente Ausbau des eigenen Weinbergsbesitzes: Schon 1874 erwarb die Familie den Corton-Grand-Cru, der später ihren Namen tragen sollte.
Über sieben Generationen blieb das Gut ununterbrochen in Familienhand – eine Seltenheit im oft zersplitterten Burgund. Seit 2005 führt Erwan Faiveley das Haus, gemeinsam mit seiner Schwester Eve Faiveley. Unter ihrer Leitung hat die Domaine in Weinberg und Keller viel investiert und ihren Stil spürbar verfeinert. 2025 begeht Faiveley sein 200-jähriges Jubiläum – als eines der ganz wenigen Häuser, die zwei Jahrhunderte in derselben Familie überdauert haben.
Lage & Terroir
Der Stammsitz liegt in Nuits-Saint-Georges an der Côte de Nuits, dem nördlichen Abschnitt der berühmten Côte d'Or. Von hier aus erstreckt sich der Besitz über die gesamte Achse des Burgunds: nach Norden bis in die großen Rotweinlagen des Gevrey-Chambertin, nach Süden in die Côte de Beaune rund um den Corton-Hügel und weiter bis in die Côte Chalonnaise mit ihrem Zentrum in Mercurey.
Diese außergewöhnliche Streuung ist Faiveleys große Stärke. Mit rund 120 bis 125 Hektar zählt das Gut zu den größten Weinbergsbesitzern des Burgunds und kann aus einer Vielzahl von Kalk- und Mergelböden schöpfen. Jede Lage – ob steiler Grand-Cru-Hang oder sanfterer Village-Weinberg – bringt einen eigenen Charakter hervor, den das Haus möglichst unverfälscht in die Flasche bringen will.
Stil & Philosophie
Faiveley versteht sich als Négociant-Viticulteur: eine Domaine mit umfangreichem eigenem Rebbesitz, ergänzt durch ein kleineres Handelshaus. Der Fokus liegt klar auf dem Terroir. Ziel ist es, die feinen Unterschiede zwischen den einzelnen Lagen herauszuarbeiten, statt sie unter einer einheitlichen Kellerhandschrift zu verwischen.
In den vergangenen Jahren hat das Haus seinen Stil deutlich weiterentwickelt – hin zu mehr Feinheit, Frische und Transparenz. Die roten Pinot Noir gelten heute als elegant und präzise, die weißen Chardonnay aus dem Corton-Hügel als mineralisch und langlebig. Auch beim Thema Nachhaltigkeit geht Faiveley voran: Das Monopol Clos des Cortons ist seit Juli 2025 vollständig biozertifiziert.
Bekannte Lagen & Weine
Das Sortiment umfasst die komplette burgundische Hierarchie. Zu den bekanntesten Grands Crus und Lagen des Guts zählen:
- Chambertin-Clos de Bèze, Mazis-Chambertin, Latricières-Chambertin – große Rotweinlagen der Côte de Nuits
- Musigny, Clos de Vougeot, Échezeaux – klassische Grands Crus für kraftvollen, langlebigen Pinot Noir
- Corton und Corton-Charlemagne – Rot und Weiß vom berühmten Corton-Hügel in der Côte de Beaune
- Corton Clos des Cortons Faiveley – das familieneigene Grand-Cru-Monopol
- Bâtard-Montrachet – einer der ganz großen weißen Grands Crus
- Nuits-Saint-Georges 1er Cru Les Saint-Georges – ein Aushängeschild unter den Premiers Crus
Diese Weine gehören regelmäßig zu den gesuchtesten Erzeugnissen der Côte d'Or.
Auszeichnungen
Als einer der größten Grand-Cru-Besitzer des Burgunds steht Faiveley seit Generationen im Fokus der internationalen Fachpresse. Die Weine erhalten regelmäßig Bestnoten in den führenden Burgund-Bewertungen und Weinführern. Besonders die stilistische Weiterentwicklung seit Erwan Faiveleys Übernahme 2005 wird von Kritikern gewürdigt – das Haus gilt heute als Referenz für die gesamte Bandbreite der Côte d'Or, vom zugänglichen Village-Wein bis zum monopoleigenen Grand Cru.
