Von der richtigen Auswahl bis zur perfekten Serviertemperatur: Alles, was du über Weine zu Weihnachten wissen musst. Mit Tipps von Sommeliers.
Von Robert Kozinski · Co-Founder & Sommelier18. Dezember 2025Aktualisiert am 26. Juni 20266 Min. LesezeitWeihnachten steht vor der Tür, das Menü ist geplant, die Gäste sind eingeladen – aber welcher Wein passt eigentlich zum Festessen? Und wie stelle ich sicher, dass ich nicht in letzter Minute mit der falschen Temperatur oder einer unglücklichen Auswahl dastehe? Die Wahl des richtigen Weins zu Weihnachten ist mehr als nur eine Frage des Geschmacks. Es geht darum, die Stimmung zu setzen, das Essen zu ergänzen und den Abend unvergesslich zu machen.
In diesem Guide erfährst du alles, was du über Weine zu Weihnachten wissen musst – von der Auswahl über die richtige Serviertemperatur bis hin zu praktischen Tipps, die dir das Leben leichter machen. Egal, ob du zum ersten Mal ein Weihnachtsessen ausrichtest oder schon Profi bist: Hier findest du wertvolle Insider-Tipps, die den Unterschied machen.
Zu Weihnachten ist nicht der Zeitpunkt für gewagte Experimente. Deine Gäste haben unterschiedliche Geschmäcker, und du möchtest niemanden vor den Kopf stoßen. Die Lösung? Klassische, prestigeträchtige Weine, die eine breite Zustimmung finden.
Bewährte Rotweine für die Feiertage:
Die beste Weißwein-Wahl:
Tipp vom Sommelier: Wähle mindestens zwei kontrastierende Stile – einen säurebetonten Weißwein wie Riesling und einen milden wie Weißburgunder. So bietest du für jeden Geschmack etwas.
Der erste Eindruck zählt. Starte das Weihnachtsfest mit einem eleganten Aperitif, der die Geschmacksnerven weckt, ohne zu erschlagen.
Perfekte Aperitif-Weine:
Die ideale Serviertemperatur für Schaumweine liegt bei 6 bis 8 Grad Celsius. Kühler als das solltest du sie nicht servieren, sonst gehen die Aromen verloren.
Hier scheitern die meisten. Du hast einen großartigen Wein gekauft, aber dann servierst du ihn zu warm oder zu kalt – und das Erlebnis ist dahin. Die Temperatur hat einen riesigen Einfluss darauf, wie ein Wein schmeckt.
Weißwein:
Rotwein:
Schaumwein:
Dessertwein:
Profi-Trick: Stelle den Weißwein rechtzeitig in den Kühlschrank – mindestens zwei Stunden vorher. Rotwein bei normaler Kellertemperatur lagern oder eine Stunde vor dem Servieren aus dem warmen Wohnzimmer in einen kühlen Raum stellen.
Eine der häufigsten Fragen: Wie viele Flaschen soll ich kaufen? Die Faustregel lautet:
Plane lieber eine Flasche mehr ein – lieber etwas übrig haben als zu wenig.
Nicht jeder Wein profitiert vom Dekantieren, aber bei Weihnachtsweinen ist es oft eine gute Idee.
Diese Weine dekantieren:
So gehst du vor:
Diese Weine NICHT dekantieren:
Der größte Fehler, den du machen kannst, ist, den Weinkauf auf den letzten Drücker zu schieben. Gute Weinläden und Online-Shops sind vor Weihnachten oft ausverkauft oder überlastet.
So planst du richtig:
Do's:
Don'ts:
Nach Jahren als Weinliebhaber habe ich gelernt: Weihnachten ist die Zeit für die großen Klassiker. Ich setze auf einen guten Spätburgunder aus dem Burgund oder der Pfalz – samtig, elegant und nie zu aufdringlich. Dazu ein Crémant aus dem Elsass als Aperitif und ein kleiner Portwein zum Dessert. Diese Kombination hat mich noch nie enttäuscht.
Wenn du unsicher bist, frag im Fachhandel nach einem "Weihnachtsmenü-Paket" – viele Händler stellen passende Weinpakete zusammen, abgestimmt auf klassische Festtagsgerichte.
Die Wahl des richtigen Weins zu Weihnachten muss nicht kompliziert sein. Setze auf bewährte Klassiker, achte auf die richtige Temperatur und kaufe rechtzeitig ein. Mit einem eleganten Aperitif-Schaumwein, einem oder zwei Rotweinen zum Hauptgang und einem edlen Dessertwein machst du garantiert nichts falsch.
Das Wichtigste: Genieße den Abend und lass dich nicht stressen. Der perfekte Wein ist der, der dir und deinen Gästen schmeckt – und nicht der, der die höchste Parker-Punktzahl hat. In diesem Sinne: Frohe Weihnachten und Prost!
Setze auf bewährte Klassiker statt Experimente: bei Rotwein ein gereifter Bordeaux, ein Barolo oder ein samtiger Spätburgunder aus dem Burgund, bei Weißwein ein im Barrique gereifter Chardonnay oder eine Riesling Spätlese. Biete mindestens zwei kontrastierende Stile an, damit für jeden Geschmack etwas dabei ist.
Weißwein bei 7 bis 10 Grad, kräftige Barrique-Chardonnays etwas wärmer (10 bis 12 Grad). Rotwein bei 14 bis 18 Grad, leichte wie Pinot Noir bei 14 bis 16, schwere wie Bordeaux oder Barolo bei 16 bis 18 Grad. Schaumwein bei 6 bis 8 Grad. "Zimmertemperatur" meint 15 bis 18 Grad, nicht 22.
Rechne mit 0,5 bis 0,75 Liter pro Person über den Abend, also etwa eine Flasche für zwei Personen. Für den Aperitif eine Flasche Sekt oder Champagner für vier Personen, zum Dessert eine Flasche Süßwein für sechs bis acht Personen. Plane lieber eine Flasche mehr ein.
Dekantieren lohnt sich bei jungen, tanninreichen Rotweinen wie Barolo, Bordeaux oder Brunello (1 bis 2 Stunden vorher) und bei gereiften Rotweinen mit Depot (kurz vorher, nur wegen des Bodensatzes). Nicht dekantieren solltest du leichte Weißweine, alte fragile Rotweine sowie Champagner und Schaumweine.
Ein eleganter Schaumwein weckt die Geschmacksnerven: Champagner Brut als Klassiker, ein flaschenvergorener Crémant aus dem Elsass als günstigere Alternative oder ein deutscher Winzersekt. Die ideale Serviertemperatur liegt bei 6 bis 8 Grad Celsius, kühler sollte er nicht sein, sonst gehen die Aromen verloren.
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