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Weingut Siegbert Bimmerle – Burgunder und Riesling aus der Ortenau

Weingut Siegbert Bimmerle in Renchen-Erlach: rund 140 Hektar in der Ortenau, Spätburgunder und Grauburgunder. Geschichte, Stil, Steckbrief und Lagen im Porträt.

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Das Wichtigste in Kürze

  1. 1Eines der größten Familienweingüter Badens – rund 140 Hektar Rebfläche in der Ortenau, geführt in dritter und vierter Generation.
  2. 21936 von Josef Bimmerle als Weinhandlung gegründet; seit 1986 führt Siegbert Bimmerle den Betrieb und hat die Rebfläche seither vervielfacht.
  3. 3Schwerpunkt auf Burgundersorten: Spätburgunder und Grauburgunder gelten als die Aushängeschilder des Guts.
  4. 4Die Rebparzellen ziehen sich über rund 90 Kilometer – von der nördlichen Ortenau bei Baden-Baden über das Renchtal bis in den nördlichen Breisgau bei Ettenheim.
  5. 5Breites Spektrum vom trockenen Gutswein über Prädikatsweine bis zu Eiswein, dazu Sekt, Secco und eigene Brände.

Zusammenfassung

Das Weingut Siegbert Bimmerle in Renchen-Erlach ist eines der größten und bekanntesten Familienweingüter Badens. Was 1936 als kleine Weinhandlung begann, ist heute ein Betrieb mit rund 140 Hektar Rebfläche in der Ortenau – jener sonnenverwöhnten Landschaft zwischen Schwarzwaldrand und Rheinebene, die als eines der wärmsten Weinbaugebiete Deutschlands gilt. Im Mittelpunkt stehen die Burgundersorten: Spätburgunder und Grauburgunder sind die Aushängeschilder, ergänzt von Riesling, Weißburgunder, Chardonnay und einer ungewöhnlich breiten Palette weiterer Sorten. Bimmerle verbindet handwerklichen Anspruch mit einer Größe, die in Baden selten ist.

Geschichte

Die Geschichte des Hauses beginnt 1936, als Josef Bimmerle in Erlach mit dem Handel von Wein begann. Sein Sohn Gerold erweiterte das Geschäft um die eigene Weinerzeugung und legte damit den Grundstein für das heutige Weingut. Der entscheidende Schritt folgte 1986: Siegbert Bimmerle, gelernter Weineinkäufer, übernahm den Betrieb in dritter Generation – damals mit einer Rebfläche von gut sechs Hektar.

Von da an ging es steil bergauf. Siegbert Bimmerle stellte konsequent die Qualität in den Mittelpunkt und erweiterte die Flächen Schritt für Schritt, bis der Betrieb die heutige Größe von rund 140 Hektar erreichte. Parallel dazu wurde in die Technik investiert: 1999 wurde der Keller in Erlach umgebaut, 2010 kam ein neues Betriebsgebäude in Renchen hinzu. Beides zielte auf dasselbe – eine schonendere, präzisere Verarbeitung vom Rebstock bis zur Flasche. Inzwischen ist mit Benedikt Bimmerle die vierte Generation im Betrieb aktiv.

Lage & Terroir

Die Ortenau liegt zwischen dem Westrand des Schwarzwalds und der Rheinebene, auf Höhe von Offenburg und Baden-Baden. Sie zählt zu den wärmsten und sonnenreichsten Ecken Deutschlands – rund 1.700 Sonnenstunden im Jahr sind hier keine Seltenheit, und das fast schon milde Klima erlaubt eine Reife, von der viele nördlichere Anbaugebiete nur träumen. Feigen und Kastanien am Wegrand gehören zum Landschaftsbild.

Geologisch prägen vor allem Granitverwitterung, Gneis, Porphyr und Quarzit die Hänge am Schwarzwaldrand. Diese Urgesteinsböden geben den Weinen ihre mineralische Prägung: schlank im Bau, klar in der Frucht, mit lebendiger Frische statt Wucht. Genau darauf spielt auch der Riesling an, der in der Ortenau seit jeher Klingelberger genannt wird.

Eine Besonderheit von Bimmerle ist die räumliche Streuung: Die Parzellen verteilen sich über eine Strecke von rund 90 Kilometern – von der nördlichen Ortenau bei Baden-Baden über das Renchtal bis in die südliche Ortenau und den nördlichen Breisgau bei Ettenheim. Das ist logistisch aufwendig, bringt aber eine große Bandbreite an Böden, Höhenlagen und Reifezeitpunkten in den Keller.

Stil & Philosophie

Bimmerle ist ein Betrieb, der Größe und Sorgfalt zusammenbringt. Trotz der Fläche wird in wichtigen Parzellen von Hand und in kleinen Behältern gelesen, und die Erträge werden im Weinberg reguliert. Im Keller setzt das Gut auf eine schonende Verarbeitung, wie sie die Investitionen von 1999 und 2010 möglich gemacht haben.

Stilistisch stehen die Weine für badische Zugänglichkeit: reife, saubere Frucht, moderate Säure, trockener Ausbau als Regel. Der Spätburgunder wird für seine Eleganz und Tiefe geschätzt, der Grauburgunder für Frische und Fruchtdruck. Daneben bewirtschaftet das Gut ein ungewöhnlich breites Sortenspektrum – neben Riesling, Weißburgunder und Chardonnay auch Müller-Thurgau, Sauvignon Blanc, Scheurebe, Gewürztraminer, Auxerrois sowie Cabernet Sauvignon und Merlot. Diese Vielfalt ist typisch für Baden, wo internationale und heimische Sorten seit Langem nebeneinander stehen.

Bekannte Lagen & Weine

Das Sortiment ist breit gestaffelt und reicht vom unkomplizierten Gutswein bis zu den gereiften Spitzen:

  • Spätburgunder – das rote Flaggschiff, von zugänglich-fruchtig bis dicht und holzgereift
  • Grauburgunder – frisch, saftig und fruchtbetont; einer der meistverkauften Weine des Guts
  • Riesling (Klingelberger) – straff und mineralisch von den Urgesteinsböden der Ortenau
  • Weißburgunder und Chardonnay – die klassische badische Weißwein-Ergänzung
  • Réserve-Weine – die gehobene Linie mit längerem Ausbau
  • Prädikatsweine bis Beerenauslese und Eiswein – edelsüße Raritäten aus guten Jahrgängen
  • Sekt, Secco, Rosé und eigene Brände runden das Programm ab

Wer den Stil des Guts vor Ort kennenlernen möchte, findet im Weinrefugium in Renchen-Erlach den passenden Rahmen: Dort finden Weinproben mit Kellerführung sowie Seminare und Veranstaltungen für kleinere Gruppen statt.

Auszeichnungen

Bimmerle gehört seit Jahren zu den regelmäßig prämierten Betrieben Badens. Besonders bei der Deutschen Landwirtschafts-Gesellschaft (DLG) und den badischen Landesprämierungen sammelt das Gut kontinuierlich Medaillen; die Weine aus Renchen-Erlach werden dort zur Elite der deutschen Weine gezählt. Auch in den einschlägigen Weinführern und bei internationalen Verkostungen ist das Gut präsent. Bemerkenswert ist dabei weniger eine einzelne Trophäe als die Konstanz: Über ein sehr breites Sortiment hinweg auf diesem Niveau zu bleiben, ist bei rund 140 Hektar eine eigene Leistung.

Häufige Fragen

Wofür ist das Weingut Siegbert Bimmerle bekannt?

Bimmerle steht für badische Burgunder in großem Maßstab: Spätburgunder mit Eleganz und Tiefe sowie frische, fruchtbetonte Grauburgunder sind die bekanntesten Weine des Guts. Dazu kommt Riesling, der in der Ortenau traditionell „Klingelberger“ heißt, sowie ein breites Sortiment an Prädikatsweinen bis hin zu Beerenauslese und Eiswein.

Wo liegt das Weingut Siegbert Bimmerle?

Der Sitz des Guts ist Renchen-Erlach im Renchtal, mitten in der Ortenau – dem nördlichen Teil des badischen Weinbaugebiets. Die Weinberge selbst liegen weit verstreut: Sie reichen von Baden-Baden im Norden über das Renchtal bis in die Gegend um Ettenheim im Süden.

Wie groß ist das Weingut Bimmerle?

Heute bewirtschaftet der Betrieb rund 140 Hektar. Als Siegbert Bimmerle das Weingut 1986 übernahm, waren es gut sechs Hektar – die Fläche ist seither also um ein Vielfaches gewachsen. Damit zählt Bimmerle zu den größten privaten Weingütern in Baden.

Kann man das Weingut Bimmerle besuchen?

Ja. Im sogenannten Weinrefugium bietet das Gut Weinproben mit Kellerführung an; der Raum wird auch für Seminare und Veranstaltungen für kleinere Gruppen genutzt. Eine vorherige Anmeldung ist üblich.

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