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Weingut Loimer – Biodynamischer Grüner Veltliner aus dem Kamptal

Robert KozinskiVon Robert Kozinski
6. August 2026
loimerkamptalgrüner veltliner

Weingut Loimer in Langenlois: biodynamischer Grüner Veltliner und Riesling aus dem Kamptal. Geschichte, Stil, Steckbrief, Erste Lagen und der schwarze Kubus.

Das Wichtigste in Kürze

  • 1Eines der stilprägenden Weingüter Österreichs – Fred Loimer führt den elterlichen Betrieb in Langenlois seit 1998.
  • 2Rund 85 Hektar Rebfläche im Kamptal, dazu rund 9 Hektar in Gumpoldskirchen in der Thermenregion.
  • 3Biodynamische Bewirtschaftung seit Mitte der 2000er-Jahre; Fred Loimer ist Mitbegründer der Vereinigung respekt-BIODYN.
  • 4Erste Lagen im Rahmen der Österreichischen Traditionsweingüter (ÖTW): u. a. Käferberg, Loiserberg, Spiegel, Steinmassl, Seeberg und Heiligenstein.
  • 5Architektur-Ikone: ein minimalistischer schwarzer Kubus über einem rund 150 Jahre alten, handgegrabenen Lösskeller.

Steckbrief

Region
Kamptal – Langenlois (Niederösterreich), Österreich
Gegründet
Familienbetrieb; von Fred Loimer 1998 übernommen und neu ausgerichtet
Inhaber / Winzer
Fred Loimer
Rebfläche
rund 85 Hektar im Kamptal, dazu etwa 9 Hektar in Gumpoldskirchen
Leitrebsorten
Grüner Veltliner, Riesling, dazu Chardonnay, Grau- und Weißburgunder, Pinot Noir
Weinstile
Trockene Weißweine, Riedenweine, naturnahe Linie „mit Achtung!“, Sekt, etwas Rotwein
Klassifikation
Kamptal DAC; ÖTW-Mitglied mit mehreren Ersten Lagen
Besonderheit
Der schwarze Kubus-Weinkeller über einem rund 150 Jahre alten Lösskeller

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Zusammenfassung

Das Weingut Loimer in Langenlois zählt zu den stilprägenden Adressen Österreichs. Seit Fred Loimer 1998 den elterlichen Betrieb übernommen hat, ist aus einem soliden Kamptaler Familienweingut einer der internationalen Botschafter für Grünen Veltliner und Riesling geworden. Rund 85 Hektar werden biodynamisch bewirtschaftet, ergänzt um einen zweiten Betriebsteil in Gumpoldskirchen. Der Stil ist klar erkennbar: kühl, salzig-mineralisch, wenig Holz, viel Trinkfluss – und mit einer Portion Risikobereitschaft, die sich in spontanvergorenen Naturweinen und in Sekten aus dem Kamptal zeigt. Weithin sichtbares Wahrzeichen ist der schwarze Kubus, den Loimer um die Jahrtausendwende über den historischen Lösskeller stellen ließ.

Geschichte

Die Familie Loimer hat in Langenlois eine lange Weinbautradition. Den entscheidenden Schnitt setzte Fred Loimer, ein Absolvent der Weinbauschule Klosterneuburg, als er 1998 den elterlichen Betrieb übernahm. Schon davor hatte er mit ungewöhnlichen Ideen aufhorchen lassen – etwa mit im Barrique ausgebautem Grünen Veltliner, was in den frühen 1990er-Jahren in Österreich alles andere als selbstverständlich war.

Um die Jahrtausendwende folgte der bauliche Befreiungsschlag: ein minimalistischer schwarzer Kubus, gesetzt auf einen rund 150 Jahre alten, von Hand gegrabenen Lösskeller. Das Gebäude machte Loimer zu einem der Pioniere der österreichischen Weinarchitektur und ist bis heute sein Erkennungszeichen.

2004 kam mit dem gepachteten Weingut Schellmann in Gumpoldskirchen ein zweiter Standort dazu – klimatisch und geologisch eine ganz andere Welt, mit den Thermenregion-Spezialitäten Zierfandler und Rotgipfler sowie Chardonnay und Pinot Noir. Mitte der 2000er-Jahre begann die Umstellung auf Biodynamie; 2007 gehörte Fred Loimer zu den Mitbegründern von respekt-BIODYN. Seit 2013 ist außerdem der Sekt zurück im Programm und macht heute einen spürbaren Anteil der Produktion aus.

Lage & Terroir

Langenlois ist der größte Weinort Niederösterreichs und das Zentrum des Kamptals. Prägend ist hier das Aufeinandertreffen zweier Klimaeinflüsse: warme, pannonische Luft aus dem Osten und kühle Strömungen, die nachts aus dem Waldviertel durchs Kamptal herunterziehen. Diese Tag-Nacht-Spreizung ist der Grund, warum Kamptaler Weißweine bei aller Reife so aromatisch und säurefrisch bleiben.

Ebenso wichtig sind die Böden. Auf den tiefgründigen Löss-Terrassen rund um Langenlois – etwa am Loiserberg oder am Spiegel – wächst ein breiter, würziger, oft pfeffriger Grüner Veltliner. Auf den kargen Urgesteins- und Verwitterungsböden, allen voran am berühmten Heiligenstein mit seinem Wüstensandstein-Konglomerat, findet der Riesling die Bedingungen, die ihm Straffheit, Zitrusfrucht und einen deutlich mineralischen Zug geben. Der zweite Standort in Gumpoldskirchen ergänzt das Bild um kalkgeprägte Böden und wärmere Bedingungen.

Stil & Philosophie

Loimer arbeitet im Weingarten biodynamisch: Kompost statt Mineraldünger, Präparate, Begrünung, Tiere im Betriebskreislauf und der Verzicht auf Herbizide. Die Zertifizierung erfolgt über respekt-BIODYN, das im Unterschied zu manch anderem Verband ausdrücklich auch Vorgaben für den Keller macht.

Im Keller ist die Handschrift zurückhaltend. Viele Weine gären spontan, ausgebaut wird überwiegend im großen Holzfass oder im Edelstahl, Schwefel wird sparsam dosiert, geschönt wird kaum. Das Ziel ist nicht Kraft, sondern Klarheit und Trinkfluss: Die Weine sind eher schlank als breit, oft unter 13 % Vol., mit salziger Textur und langem, kühlem Nachhall.

Am weitesten geht die Linie „mit Achtung!“ – naturnah vergorene Weine mit minimalem Eingriff, teils auf der Maische, bewusst als Gegenentwurf zum polierten Mainstream angelegt. Ergänzt wird das Sortiment durch klassische Flaschengärsekte, die Loimers Vorliebe für kühle, säurebetonte Stilistik konsequent weiterführen.

Bekannte Lagen & Weine

Das Sortiment ist klar gestaffelt: von den frischen Gebietsweinen unter dem Label „Lois“ über Ortsweine bis zu den Riedenweinen aus den Ersten Lagen des ÖTW-Systems. Zu den wichtigsten Rieden zählen:

  • Käferberg – Grüner Veltliner mit Tiefe, Würze und Reifepotenzial
  • Loiserberg – Grüner Veltliner von Löss- und Verwitterungsböden, feingliedrig und pfeffrig
  • Spiegel – kräftigerer, breiter angelegter Grüner Veltliner
  • Steinmassl und Seeberg – Riesling mit Zitrusfrucht und straffer Säure
  • Heiligenstein – die berühmteste Riesling-Lage des Kamptals, mineralisch und langlebig

Dazu kommen Chardonnay, Grau- und Weißburgunder, Pinot Noir und Zweigelt sowie – aus dem Standort Gumpoldskirchen – Zierfandler und Rotgipfler.

Auszeichnungen

Fred Loimer gilt seit Jahren als eine der konstantesten Adressen Österreichs und wurde bereits wenige Jahre nach der Betriebsübernahme von Falstaff zum Winzer des Jahres gekürt. Seine Riedenweine erhalten regelmäßig Spitzenbewertungen in den führenden Weinführern und internationalen Verkostungen. Mindestens ebenso wichtig ist sein Einfluss über das eigene Gut hinaus: Als Mitbegründer von respekt-BIODYN und als Vorreiter der Weinarchitektur hat er das Bild des modernen österreichischen Weinbaus mitgeprägt.

Häufige Fragen

Wofür ist das Weingut Loimer bekannt?

Loimer steht für biodynamisch erzeugten Grünen Veltliner und Riesling aus dem Kamptal – präzise, salzig-mineralisch und auf Trinkfluss statt auf Opulenz angelegt. Bekannt ist das Gut außerdem für seinen schwarzen Kubus-Weinkeller, für die naturnahe Linie „mit Achtung!“ und für seine Sekte.

Wo liegt das Weingut Loimer?

Das Gut hat seinen Sitz in Langenlois, dem größten Weinort Niederösterreichs, im Kamptal. Ein zweiter Betriebsteil liegt in Gumpoldskirchen in der Thermenregion südlich von Wien.

Arbeitet Loimer biologisch oder biodynamisch?

Biodynamisch. Fred Loimer stellte die Weingärten Mitte der 2000er-Jahre um und gehört zu den Mitbegründern von respekt-BIODYN, einer Vereinigung, die neben der biodynamischen Arbeit im Weingarten auch Qualitätsstandards im Keller verlangt.

Welche Weine sollte man von Loimer probieren?

Als Einstieg eignen sich die frischen Gebietsweine unter dem Label „Lois“. Wer den Stil des Guts in der Tiefe kennenlernen will, greift zu den Riedenweinen aus den Ersten Lagen – Grüner Veltliner vom Käferberg oder Loiserberg, Riesling vom Steinmassl, Seeberg oder Heiligenstein.

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