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Gut Hermannsberg – Nahe-Riesling aus der ehemaligen Preußischen Staatsdomäne

Robert KozinskiVon Robert Kozinski
19. Juli 2026
gut hermannsbergnaheriesling

Gut Hermannsberg in Niederhausen an der Nahe: trockene Große Gewächse aus sieben VDP.Großen Lagen wie Kupfergrube und Bastei. Geschichte, Stil, Steckbrief und Lagen im Porträt.

Das Wichtigste in Kürze

  • 1Hervorgegangen aus der 1902 gegründeten Königlich-Preußischen Weinbaudomäne Schlossböckelheim-Niederhausen – einem der Aushängeschilder des klassischen Nahe-Rieslings.
  • 2Seit 2009 in Familienbesitz (Jens Reidel); seit 2010 unter dem Namen Gut Hermannsberg.
  • 3Rund 30 Hektar, ausschließlich in VDP.Großen Lagen – ein für Deutschland einzigartig hoher Anteil an Spitzenlagen.
  • 4Reinsortig Riesling: kraftvoll-mineralische, trockene Große Gewächse aus Vulkan- und Schieferböden.
  • 5Kellermeister Karsten Peter wurde 2016 von der Frankfurter Allgemeinen Zeitung zum Winzer des Jahres gekürt.

Steckbrief

Region
Nahe – Niederhausen (obere Nahe), Deutschland
Gegründet
1902 als Königlich-Preußische Weinbaudomäne; seit 2010 „Gut Hermannsberg"
Inhaber / Winzer
Familie Reidel (Jens Reidel); Kellermeister Karsten Peter
Rebfläche
rund 30 Hektar, ausschließlich in VDP.Großen Lagen
Leitrebsorten
Riesling (praktisch reinsortig)
Weinstile
Trockene Große Gewächse und Lagen-Rieslinge; klassische Prädikatsweine
Klassifikation
VDP-Mitglied; sieben VDP.Große Lagen (u. a. Kupfergrube, Hermannsberg, Bastei)
Besonderheit
Alle Weinberge sind Grand Cru – die spektakuläre Bastei zählt zu den steilsten Lagen Deutschlands

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Zusammenfassung

Gut Hermannsberg in Niederhausen an der Nahe zählt zu den traditionsreichsten und höchstbewerteten Rieslinggütern Deutschlands. Es ging aus der 1902 gegründeten Königlich-Preußischen Weinbaudomäne Schlossböckelheim-Niederhausen hervor, die über Jahrzehnte als Maßstab für den klassischen Nahe-Riesling galt. Seit die Familie Reidel das Gut 2009 übernahm und ihm 2010 den heutigen Namen gab, wird es konsequent auf trockene, mineralische Spitzenrieslinge ausgerichtet. Das Besondere: Alle rund 30 Hektar liegen in VDP.Großen Lagen – ein für Deutschland einmalig hoher Anteil an Grand-Cru-Weinbergen. Verantwortlich für den Stil ist Kellermeister Karsten Peter.

Geschichte

Die Wurzeln des Guts reichen bis ins Jahr 1902 zurück, als der preußische Staat oberhalb von Niederhausen und Schlossböckelheim die Königlich-Preußische Weinbaudomäne ins Leben rief. In den kargen, steilen Hängen wurden ab 1903 planmäßig neue Weinberge angelegt – teils in ehemaligen Kupferbergwerken, denen die legendäre Lage Kupfergrube ihren Namen verdankt. Über Jahrzehnte gehörten die Weine der Domäne zu den teuersten und begehrtesten Deutschlands und prägten den Ruf der Nahe als eigenständige Spitzenregion.

Nach dem Ende der staatlichen Ära wurde das Gut 1998 vom Land Rheinland-Pfalz privatisiert. Die entscheidende Wende kam 2009, als die Familie Reidel um Jens Reidel den Betrieb erwarb und mit viel Geduld und Investitionen an die große Tradition anknüpfte. Seit 2010 firmiert das Weingut unter dem Namen Gut Hermannsberg – benannt nach der Monopollage Hermannsberg direkt unterhalb des Guts. Kellermeister Karsten Peter führte das Haus zurück an die deutsche Spitze.

Lage & Terroir

Gut Hermannsberg liegt an der oberen Nahe, jenem Flussabschnitt zwischen Bad Kreuznach und Schlossböckelheim, der zu den dramatischsten Weinlandschaften Deutschlands gehört. Steile Felshänge fallen hier zur Nahe hin ab und schaffen ein warmes, sonnenreiches Kleinklima, während der Fluss für ausgleichende Feuchtigkeit sorgt.

Prägend ist die außergewöhnliche geologische Vielfalt. Vulkanisches Gestein wie Porphyr und Melaphyr, dazu Schiefer, Ton und verwitterter Sandstein bringen jeweils unterschiedliche Rieslingcharaktere hervor: mal rauchig und straff, mal saftig und würzig. Die Monopollage Hermannsberg etwa verdankt ihrem besonderen Tonschieferboden sehr eigenständige, charaktervolle Weine. Diese kleinräumige Vielfalt erlaubt es dem Gut, aus jeder Lage einen unverwechselbaren Ausdruck herauszuarbeiten.

Stil & Philosophie

Gut Hermannsberg ist konsequent auf Riesling ausgerichtet – an der Nahe die einzige Rebsorte, aus der ein Großes Gewächs erzeugt werden darf. Im Keller setzt Karsten Peter auf einen präzisen, terroirbetonten Stil: schonende Verarbeitung, oft spontane Gärung und ein Ausbau, der die Herkunft jeder einzelnen Lage in den Vordergrund stellt. Die trockenen Großen Gewächse sind kraftvoll, mineralisch und auf lange Reife angelegt, ohne ihre Nahe-typische Finesse und feine Säure zu verlieren.

Die Philosophie des Guts lässt sich als „große Tradition, neu gedacht" beschreiben: Der historische Ruf der einstigen Staatsdomäne wird mit modernem, kompromisslosem Qualitätsdenken verbunden. Neben den Großen Gewächsen umfasst das Sortiment zugängliche Gutsrieslinge, Lagen-Rieslinge und feine restsüße Prädikatsweine.

Bekannte Lagen & Weine

Alle sieben Weinberge des Guts sind als VDP.Große Lage klassifiziert. Zu den berühmtesten zählen:

  • Kupfergrube (Schlossböckelheim) – die historisch teuerste und bekannteste Lage des Guts, auf vulkanischem Gestein einstiger Kupferminen
  • Hermannsberg – die namensgebende Monopollage direkt unter dem Gut, auf besonderem Tonschieferboden
  • Bastei – eine der spektakulärsten und zugleich kleinsten Großen Lagen Deutschlands, überragt von einer mehr als 200 Meter hohen Felswand
  • Rotenberg – für kraftvolle, würzige Rieslinge

Die Weine sind klar gestaffelt: vom Gutsriesling über Ortsweine bis zu den trockenen Großen Gewächsen aus den Spitzenlagen, die regelmäßig zu den bestbewerteten Nahe-Rieslingen zählen.

Auszeichnungen

Unter Kellermeister Karsten Peter hat Gut Hermannsberg wieder Anschluss an die deutsche Spitze gefunden. 2016 kürte die Frankfurter Allgemeine Zeitung Karsten Peter zum Winzer des Jahres. Die Weine des Guts erhalten regelmäßig Bestnoten in den führenden Weinführern und internationalen Verkostungen und haben maßgeblich dazu beigetragen, den Weltruf des klassischen Nahe-Rieslings zu erneuern.

Häufige Fragen

Wofür ist Gut Hermannsberg bekannt?

Gut Hermannsberg zählt zu den führenden Rieslinggütern der Nahe und steht für trockene, mineralische Große Gewächse aus einigen der spektakulärsten Steillagen Deutschlands. Alle Weinberge des Guts sind als VDP.Große Lage klassifiziert – ein einzigartig hoher Anteil an Spitzenlagen. Berühmt sind vor allem die Rieslinge aus Kupfergrube, Hermannsberg und Bastei.

Wo liegt Gut Hermannsberg?

Das Gut liegt in Niederhausen an der Nahe, im Herzen der oberen Nahe zwischen Bad Kreuznach und Schlossböckelheim. Von hier bewirtschaftet es die berühmten Steillagen entlang des Flusses, deren Vulkan- und Schieferböden dem Riesling seine unverwechselbare Mineralität geben.

Ist Gut Hermannsberg ein VDP-Weingut?

Ja. Gut Hermannsberg ist Mitglied im Verband Deutscher Prädikatsweingüter (VDP). Bemerkenswert ist, dass sämtliche Weinberge des Guts in der höchsten Stufe der VDP-Klassifikation, der VDP.Großen Lage, eingestuft sind.

Welche Rebsorte baut Gut Hermannsberg an?

Gut Hermannsberg ist praktisch reinsortig auf Riesling ausgerichtet. An der Nahe darf ein Großes Gewächs ohnehin nur aus Riesling erzeugt werden, weil Klima und Böden ideal zu dieser Rebsorte passen. Das Sortiment reicht vom Gutsriesling über Lagen-Rieslinge bis zu den trockenen Großen Gewächsen.

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