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Marchesi Frescobaldi – 700 Jahre toskanische Weingeschichte

Robert KozinskiVon Robert Kozinski
19. Juli 2026
frescobalditoskanasangiovese

Marchesi Frescobaldi: eine der ältesten Weindynastien Italiens mit Tenute in Chianti Rùfina, Montalcino und Pomino. Geschichte, Stil, Steckbrief und Weine.

Das Wichtigste in Kürze

  • 1Eine der ältesten Weindynastien Italiens – die Familie Frescobaldi ist seit rund 700 Jahren im toskanischen Weinbau verwurzelt.
  • 2Heute eine Gruppe aus mehreren Tenute, von Chianti Rùfina über Montalcino bis in die Maremma, mit rund 1.500 Hektar Reben.
  • 3Geführt in der 30. Generation, seit 2013 unter Präsident Lamberto Frescobaldi.
  • 4Berühmte Weine wie Nipozzano Riserva, Montesodi, Mormoreto und der Brunello von CastelGiocondo.
  • 5Zur Gruppe gehören auch die Bolgheri-Ikonen Ornellaia und Masseto sowie das Projekt Luce.

Steckbrief

Region
Toskana – Florenz (Sitz), mit Tenute in Rùfina, Montalcino, Pomino und der Maremma, Italien
Gegründet
Weinbau seit rund 700 Jahren, dokumentiert ab dem 14. Jahrhundert
Inhaber / Winzer
Familie Frescobaldi (30. Generation); Präsident Lamberto Frescobaldi
Rebfläche
rund 1.500 Hektar über mehrere toskanische Tenute
Leitrebsorten
Sangiovese, Cabernet Sauvignon, Merlot, Chardonnay, Pinot Nero
Weinstile
Chianti Rùfina Riserva, Brunello di Montalcino, Super-Tuscans, Pomino-Weine
Klassifikation
DOCG Chianti Rùfina und Brunello di Montalcino, DOC Pomino
Besonderheit
30 Generationen Weingeschichte; zur Gruppe gehören auch Ornellaia und Masseto

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Zusammenfassung

Marchesi Frescobaldi ist eine der ältesten und bedeutendsten Weinfamilien der Toskana. Seit rund 700 Jahren im Weinbau tätig, führt die Familie ihr Erbe heute in der 30. Generation weiter – als Gruppe aus mehreren historischen Tenute, die zusammen rund 1.500 Hektar Reben bewirtschaften. Das Spektrum reicht vom klassischen Chianti Rùfina über den Brunello di Montalcino bis zu modernen Super-Tuscans. Mit Zukäufen wie Ornellaia und Masseto in Bolgheri gehört Frescobaldi zu den einflussreichsten Namen des italienischen Spitzenweins – tief in der Geschichte verwurzelt und zugleich auf höchstem Niveau modern.

Geschichte

Die Wurzeln der Familie Frescobaldi reichen weit ins Mittelalter zurück. Als Florentiner Adels- und Kaufmannsfamilie war sie schon früh im Handel und in der Finanzwelt aktiv – überliefert ist unter anderem, dass die Frescobaldi im 13. und 14. Jahrhundert englische Könige finanzierten und am Bau einer frühen Arnobrücke in Florenz beteiligt waren. Der Weinbau ist seit rund 700 Jahren belegt und wurde über die Jahrhunderte zum Kern des Familienerbes.

Im 19. Jahrhundert bewiesen die Frescobaldi Weitblick, als sie in Pomino früh internationale Rebsorten wie Cabernet Sauvignon, Chardonnay und Pinot Nero pflanzten. Im 20. und 21. Jahrhundert baute die Familie ihr Portfolio konsequent aus – mit dem Erwerb von CastelGiocondo in Montalcino (1989) und, gemeinsam mit Partnern, dem Aufbau des Luce-Projekts. 2005 übernahm Frescobaldi die Bolgheri-Güter Ornellaia und Masseto vollständig. Seit 2013 steht Lamberto Frescobaldi als Präsident an der Spitze.

Lage & Terroir

Frescobaldi ist kein einzelnes Weingut, sondern eine Familie von Tenute, die über die ganze Toskana verteilt sind – jede mit eigenem Terroir. In der kühleren, höher gelegenen Chianti Rùfina östlich von Florenz bringt der Sangiovese am Castello Nipozzano straffe, langlebige Weine hervor. In Montalcino liefert die Tenuta CastelGiocondo die wärmeren, kraftvollen Brunello. Castello Pomino liegt in Höhenlagen um 700 Meter, ideal für frische Weiß- und Pinot-Nero-Weine, während die Tenuta Ammiraglia in der mediterranen Maremma an der Küste beheimatet ist.

Diese geografische Bandbreite ist die eigentliche Stärke der Gruppe: Von den frischen Höhenlagen Pominos bis zur sonnigen Maremma deckt Frescobaldi nahezu das gesamte Klimaspektrum der Toskana ab – und damit auch das ganze stilistische Repertoire der Region.

Stil & Philosophie

Im Zentrum steht der Sangiovese, die Seele der toskanischen Rotweine. Frescobaldi kombiniert traditionelle Herkunftsweine wie Chianti Rùfina und Brunello mit einem klaren Bekenntnis zu Qualität und Herkunft in jeder Tenuta. Zugleich pflegt die Familie eine lange Offenheit für internationale Rebsorten und moderne Weinstile: Der Bordeaux-Blend Mormoreto und der Sangiovese-Merlot Luce stehen für die Super-Tuscan-Tradition, die Pomino-Weine für einen frischen, eher kühlen Stil.

Die Philosophie verbindet Respekt vor der Geschichte mit modernem Weinbau: nachhaltige Bewirtschaftung, präzise Lagenarbeit und ein Sortiment, das von zugänglichen Klassikern bis zu den absoluten Ikonen des Portfolios reicht.

Bekannte Lagen & Weine

Das Portfolio der Gruppe ist außergewöhnlich breit. Zu den bekanntesten Weinen und Tenute zählen:

  • Nipozzano Riserva und Montesodi – Chianti Rùfina vom Castello Nipozzano, letzterer ein reinsortiger Sangiovese von einer Einzellage
  • Mormoreto – Bordeaux-Blend (IGT Toscana) ebenfalls aus Nipozzano
  • CastelGiocondo Brunello di Montalcino – der Brunello der Gruppe
  • Pomino – frische Weiß- und Rotweine aus den Höhenlagen
  • Luce – Sangiovese-Merlot-Cuvée aus Montalcino
  • Ornellaia und Masseto – die Bolgheri-Ikonen, die über die Gruppe geführt werden

Auszeichnungen

Die Weine der Frescobaldi-Gruppe erhalten seit Jahrzehnten Bestnoten in den führenden internationalen Weinführern und Fachmagazinen. Vor allem Ornellaia und Masseto zählen zu den höchstbewerteten Rotweinen Italiens, und auch Brunello, Mormoreto und Montesodi genießen internationalen Ruf. Über die einzelnen Weine hinaus gilt Frescobaldi als eine der Familien, die den Aufstieg des toskanischen Spitzenweins über Generationen hinweg mitgeprägt und internationale Anerkennung gesichert haben.

Häufige Fragen

Wofür ist Frescobaldi bekannt?

Frescobaldi ist eine der ältesten und bekanntesten Weinfamilien der Toskana, seit rund 700 Jahren im Weinbau. Bekannt ist die Gruppe für ein breites Spektrum toskanischer Spitzenweine – vom Chianti Rùfina Riserva über den Brunello di Montalcino bis zu Super-Tuscans wie Mormoreto – und für ihre historischen Tenute rund um Florenz.

Wo liegt Frescobaldi und welche Tenute gehören dazu?

Der Hauptsitz ist der Palazzo Frescobaldi in Florenz. Zur Gruppe gehören mehrere toskanische Tenute, darunter Castello Nipozzano in der Chianti Rùfina, CastelGiocondo in Montalcino, Castello Pomino, Tenuta Castiglioni, Tenuta Perano im Chianti Classico und die Tenuta Ammiraglia in der Maremma.

Gehört Ornellaia zu Frescobaldi?

Ja. Die Bolgheri-Güter Ornellaia und Masseto gehören seit 2005 vollständig zur Frescobaldi-Gruppe. Dazu kommt das Projekt Luce della Vite in Montalcino, das ursprünglich gemeinsam mit der Familie Mondavi begonnen wurde.

Welche Frescobaldi-Weine sind am bekanntesten?

Zu den bekanntesten zählen der Nipozzano Riserva und der reinsortige Sangiovese Montesodi aus der Rùfina, der Bordeaux-Blend Mormoreto, der Brunello di Montalcino von CastelGiocondo sowie der Super-Tuscan Luce.

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