Zusammenfassung
Weingüter mit dem Namen Braun gibt es mehrere – dieses Porträt behandelt das Wein- und Sektgut Braun in Meckenheim in der Pfalz, den bekanntesten Betrieb dieses Namens. Auf rund 40 Hektar in Meckenheim und Ellerstadt entstehen dort Weine aus einem außergewöhnlich breiten Sortenspiegel, wobei Riesling und Weißburgunder mit je etwa einem Viertel des Sortiments den Kern bilden. Geführt wird das Gut von den Brüdern Michael und Martin Braun. Wie der Name schon andeutet, ist es kein reines Weingut: Neben den Stillweinen gehört eine eigene Sektproduktion fest zum Haus.
Geschichte
Die Geschichte des Guts ist eine der ungewöhnlichsten der Pfalz. In Ellerstadt begann eine Familie Braun bereits in den 1950er Jahren mit der Selbstvermarktung und der eigenen Flaschenabfüllung – zu einer Zeit, als viele Pfälzer Betriebe ihre Trauben noch komplett an Genossenschaften und den Fasshandel abgaben. In Meckenheim wirtschaftete eine zweite Familie Braun, die mit der ersten nicht verwandt war.
Mitte der 1970er Jahre schlossen sich die beiden gleichnamigen Betriebe zusammen – ein Schritt, der bis heute die Struktur des Guts prägt: Die Rebflächen liegen in beiden Gemeinden, der Sitz ist Meckenheim. Ein exaktes Gründungsjahr lässt sich für den fusionierten Betrieb nicht belastbar angeben; die Quellen sprechen übereinstimmend von der Mitte des Jahrzehnts.
Heute führen die Brüder Michael und Martin Braun das Haus. Michael Braun ist seit 1995 im Betrieb und verantwortet als Kellermeister die Weine, Martin Braun kam 2018 dazu und kümmert sich um Marketing und Vertrieb. Im selben Jahr entstand auch die neue Vinothek, deren Möbel aus Eichenholz und alten Fassdauben der Großelterngeneration gefertigt wurden.
Lage & Terroir
Meckenheim und Ellerstadt liegen in der Oberrheinischen Tiefebene, am östlichen Rand der Deutschen Weinstraße, zwischen dem Rhein und dem Pfälzerwald. Diese Position bringt eines der mildesten Klimata Deutschlands mit sich: bis zu rund 2.000 Sonnenstunden im Jahr, milde Winter und lange, warme Herbste. Der Pfälzerwald schirmt die Reben nach Westen ab, die offene Ebene sorgt für Wärme und gute Ausreife.
Genau dieses Klima erklärt die große Sortenbreite des Guts: Neben Riesling und den Burgundersorten reifen hier auch wärmeliebende Sorten wie Gewürztraminer, Cabernet Sauvignon und Blaufränkisch zuverlässig aus. Zu den Böden der einzelnen Lagen liegen keine belastbaren Angaben vor – der Betrieb beschreibt seine Weine eher über Sorte und Ausbau als über die Geologie.
Stil & Philosophie
Das Sortiment ist in drei Stufen aufgebaut, und dieses Gerüst ist zugleich die Qualitätsphilosophie des Hauses. Die Basis bilden Alltags- und Literweine – unkomplizierte, trinkfreudige Weine für den täglichen Genuss. Darüber stehen die „Individualisten“ für besondere Anlässe, in denen die einzelnen Sorten deutlicher herausgearbeitet werden. An der Spitze steht die Premiumlinie „Unikate“, teils im Barrique ausgebaut.
Der Sortenspiegel ist bewusst breit: Bei den Weißweinen dominieren Riesling und Weißburgunder mit je rund einem Viertel des Sortiments, dazu kommen Grauburgunder, Chardonnay, Gewürztraminer und – in der Pfalz eher selten – Grüner Veltliner. Rot stehen Spätburgunder, St. Laurent, Blaufränkisch, Cabernet Sauvignon und Portugieser im Keller. Ergänzt wird das Ganze durch die eigene Sektproduktion, die dem Betrieb seinen Doppelnamen gibt.
Bekannte Lagen & Weine
Die Reben verteilen sich auf vier genannte Einzellagen in den beiden Heimatgemeinden:
- Meckenheimer Spielberg – die bekannteste Lage des Guts
- Meckenheimer Neuberg
- Ellerstadter Kirchenstück
- Ellerstadter Bubeneck
Der am besten dokumentierte Spitzenwein ist der trockene Riesling aus dem Meckenheimer Spielberg, der in den Weinführern regelmäßig gut wegkommt. Daneben ist der Riesling „Auf der Höhe“ trocken ein Aushängeschild des Hauses.
Auszeichnungen
Das Gut sammelt seine Bewertungen vor allem mit dem Riesling. Der 2024er Riesling „Auf der Höhe“ trocken erhielt bei Meiningers Best of Riesling 2025 89 Punkte. Der 2021er Riesling Meckenheimer Spielberg wurde im Eichelmann 2023 mit 85 Punkten und im Vinum Weinguide Deutschland 2023 mit 88 Punkten bewertet. Dazu kommen regelmäßig prämierte Weine bei den Landes- und DLG-Prämierungen.
Wer den Betrieb selbst erleben möchte, hat dafür ein festes Zeitfenster: Von der zweiten Septemberwoche bis in die dritte Oktoberwoche öffnet das Gut jedes Jahr seine Straußwirtschaft.
