Zusammenfassung
Die Kellerei Bozen (italienisch Cantina Bolzano) zählt zu den renommiertesten Genossenschaftskellereien Südtirols. Sie entstand 2001 aus der Fusion der beiden traditionsreichen Bozner Kellereien Gries und St. Magdalena und vereint heute rund 220 Weingärtner, die etwa 350 Hektar Rebfläche rund um die Landeshauptstadt bewirtschaften. Ihr Herz schlägt für die beiden Bozner Leitreben: den tiefdunklen, kraftvollen Lagrein und den fruchtig-charmanten St. Magdalener aus der Vernatsch-Traube. Mit Weinen wie dem Lagrein Riserva Taber hat die Kellerei bewiesen, dass Genossenschaftswein Weltklasse sein kann – ein Anspruch, den sie seit 2018 auch in einem markanten neuen Kellereigebäude im Stadtteil Moritzing verkörpert.
Geschichte
Die Wurzeln der Kellerei reichen weit ins 20. Jahrhundert zurück. Bereits 1908 schlossen sich Weinbauern im Bozner Stadtteil Gries zur Kellerei Gries zusammen, die sich früh auf den heimischen Lagrein spezialisierte. 1930 folgte die Gründung der Kellerei St. Magdalena, benannt nach dem berühmten Weinhügel über Bozen, dessen fruchtiger Vernatsch weit über die Region hinaus bekannt wurde.
Über Jahrzehnte arbeiteten beide Genossenschaften eigenständig, ehe sie sich 2001 zur heutigen Kellerei Bozen zusammenschlossen. Die Fusion bündelte Rebflächen, Erfahrung und Kellertechnik – und legte den Grundstein für den Aufstieg zu einer der besten Adressen Südtirols. Den vorläufigen Höhepunkt dieser Entwicklung markiert der Umzug im Herbst 2018 in das neue, architektonisch auffällige Kellereigebäude im Stadtteil Moritzing, wo die Ernte der Mitglieder seither auf rund 20.000 Quadratmetern zentral verarbeitet wird.
Lage & Terroir
Die Weinberge der Kellerei liegen im Talkessel von Bozen, wo sich Eisack und Etsch treffen – einer der wärmsten Punkte Südtirols. Die Reben der Mitglieder verteilen sich auf die klassischen Bozner Lagen in Gries, St. Magdalena, St. Justina und der Leitach und reichen von der Talsohle bei rund 200 Metern bis in Hanglagen auf etwa 700 Meter Höhe.
Prägend ist der Gegensatz der Böden und Höhen. Die warmen, tiefgründigen Schwemmland- und Porphyrböden am Talgrund und an den unteren Hängen sind das ideale Terroir für den wärmeliebenden Lagrein und den St. Magdalener. In den höheren, kühleren Lagen mit größeren Tag-Nacht-Temperaturunterschieden gedeihen dagegen aromatische und frische Weißweine. Diese Vielfalt auf engem Raum erlaubt es der Kellerei, ein breites Sortenspektrum in großer Reife und zugleich mit Frische auszubauen.
Stil & Philosophie
Die Kellerei Bozen versteht sich als Bewahrerin der Bozner Weintradition und zugleich als Qualitätsmotor. Im Zentrum steht die konsequente Arbeit mit den autochthonen Leitreben: Der Lagrein wird in einem breiten Spektrum ausgebaut – vom zugänglichen, saftigen Rubino bis zur dicht gewobenen, im Barrique gereiften Riserva. Der St. Magdalener bleibt der fruchtig-unkomplizierte Alltagswein mit Charakter, für den der Bozner Hügel berühmt ist.
Unter dem langjährigen Kellermeister und Önologen Stephan Filippi, der die Kellerei St. Magdalena schon vor der Fusion prägte, hat das Haus die einst als Massenware geltenden Sorten St. Magdalener und Lagrein zu international anerkannten Spitzenweinen weiterentwickelt. Die Philosophie verbindet die Menge und Vielfalt einer großen Genossenschaft mit strenger Selektion in den besten Lagen – abgesichert durch enge Zusammenarbeit mit den Mitgliedern im Weinberg.
Bekannte Lagen & Weine
Das Sortiment ist klar gestaffelt, von frischen Alltagsweinen bis zu den prestigeträchtigen Riservas. Zu den bekanntesten Weinen zählen:
- Lagrein Riserva Taber – der barriquegereifte Spitzen-Lagrein und das Aushängeschild der Kellerei
- Cabernet Riserva Mumelter – eine mehrfach ausgezeichnete Rotwein-Riserva
- TAL 1908 (Rotwein) und TAL 1930 (Weißwein) – zwei Cuvées, deren Namen an die Gründungsjahre der beiden Ursprungskellereien erinnern
- St. Magdalener Klassisch – der fruchtige Vernatsch vom Bozner Hügel
- Aromatische Weißweine wie Gewürztraminer, Weißburgunder und Chardonnay
Auszeichnungen
Die Kellerei Bozen gehört seit ihrer Gründung zur absoluten Spitze der Südtiroler Erzeuger und wird regelmäßig mit Höchstwertungen bedacht. Herausragend ist die Bilanz des Lagrein Riserva Taber, der bereits 18-mal die „Tre Bicchieri“ des italienischen Weinführers Gambero Rosso erhielt; der Cabernet Riserva Mumelter wurde dreimal mit dieser Höchstauszeichnung geehrt. Auch bei Falstaff und weiteren führenden Verkostungen zählen die Weine der Kellerei regelmäßig zu den bestbewerteten Südtirols – ein Beleg dafür, dass hier genossenschaftlicher Weinbau und internationale Spitzenqualität zusammenfinden.
