Porto & Douro-Tal für Weinliebhaber - Portweinkeller, Quintas & Routen
Weinurlaub in Porto und im Douro-Tal: Portweinkeller in Vila Nova de Gaia, besuchbare Quintas, Restaurants, Weinbars und Traubenstampfen im September.
Warum Porto und das Douro-Tal für Weinliebhaber?
Es gibt kaum ein Reiseziel, bei dem der Einstieg in den Wein so leicht fällt. Man landet in Porto, geht über die untere Ebene der Ponte Luís I ans andere Ufer - und steht nach zehn Minuten Fußweg zwischen den Lagerkellern der großen Portweinhäuser, die dort seit Jahrhunderten nebeneinanderliegen. Kein Mietwagen, keine Voranmeldung, keine Promillefrage. Genau deshalb funktioniert dieses Ziel auch für Leute, die eigentlich nur einen Städtetrip gebucht haben.
Der zweite Teil der Geschichte liegt 100 Kilometer flussaufwärts. Das Douro-Tal ist seit 1756 die älteste gesetzlich geschützte Weinregion der Welt und seit 2001 UNESCO-Welterbe: Terrassen, die sich hunderte Meter über den Fluss stapeln, teils in Handarbeit in den Schiefer geschlagen. Hier wächst, was in Gaia reift - und hier entstehen inzwischen auch die trockenen Douro-Rotweine, die aus derselben Traubenmischung gemacht werden wie Portwein, nur eben durchgegoren.
Dieser Guide behandelt beides, weil man auf einer Reise beides macht. Die weinfachliche Tiefe zu Rebsorten, Subregionen und Schieferböden findest du im Douro-Porträt, die Stilkunde im Portwein-Glossar.
Beste Reisezeit für Weinerlebnisse
| Zeitraum | Was dich erwartet |
|---|---|
| März - Mai | Unsere Empfehlung fürs Frühjahr: grüne Terrassen, mildes Wetter, günstigere Unterkünfte, wenig Andrang |
| Juni | Porto feiert am 23./24. Juni das São João mit Mitternachtsfeuerwerk über dem Douro - und am 24. Juni die Regatta der Rabelo-Boote |
| Juli - August | Im Tal brutal heiß, regelmäßig über 38 Grad. Porto an der Küste bleibt erträglich, das Douro besser meiden |
| Mitte September - Anfang Oktober | Die Vindima: Weinlese, Traubenstampfen im Lagar, volle Quintas - das intensivste Erlebnis, aber früh buchen |
| Oktober - November | Herbstfarben in den Terrassen, ruhiger, angenehme Temperaturen |
Ein lokales Sprichwort beschreibt das Klima des Douro als "neun Monate Winter und drei Monate Hölle" - das ist nur leicht übertrieben. Wer im Hochsommer fährt, plant Weingutsbesuche auf den Vormittag.
Die Portweinkeller in Vila Nova de Gaia
Alle folgenden Häuser liegen am Südufer und sind von der Ribeira zu Fuß erreichbar. Für den ersten Tag in Porto ist das die naheliegendste Wein-Aktivität überhaupt.
Taylor's - der beste Einstieg für deutschsprachige Gäste
Über 300 Jahre alt und ausschließlich auf Portwein spezialisiert. Der praktische Vorteil: Der Rundgang funktioniert als selbstgeführter Audioguide in dreizehn Sprachen - Deutsch ausdrücklich dabei, abrufbar per QR-Code auf dem eigenen Handy. Man geht also im eigenen Tempo, versteht wirklich alles und schließt mit einer Verkostung ab. Rechne rund eine Stunde für den Keller plus eine halbe für die Verkostung; die Standardvariante kostet etwa 15 Euro. In der Hochsaison lohnt eine Reservierung.
Info: Website · Google Maps
Graham's 1890 Lodge
Der Keller mit dem besten Blick: Graham's liegt am Hang oberhalb des Flusses, die alte Fasshalle ist beeindruckend, und im Vintage Room lagern historische Jahrgänge. Es gibt mehrere Verkostungsstufen, von drei Ports mit Pairings (Käse, Schokolade, Pastel de Nata) bis zu alten Tawnies in der Premium-Variante; die Einstiegstour beginnt bei etwa 12 Euro. Im Haus liegt außerdem das Restaurant Vinum - also Kellerbesuch und Mittagessen an einem Ort.
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Cockburn's - der größte Keller und die Böttcherei
Für alle, die wissen wollen, wie das Handwerk funktioniert: Cockburn's hat den mit Abstand größten Portweinkeller in Gaia und betreibt als einziges Haus eine aktive Böttcherei, bei der man den Fassbauern zusehen kann. Die Führung dauert rund anderthalb Stunden und endet mit einer Premium-Verkostung samt Pairing. Der technisch spannendste Besuch der Stadt.
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Croft - unkompliziert und spontan
Gegründet 1588 und damit eines der ältesten Häuser, bis heute in Nachfahrenhand. Croft hat den Rosé-Port erfunden, und die Führungen starten alle 40 Minuten - eine Reservierung ist nur für Gruppen nötig, was das Haus zur besten Adresse für Spontane macht. Die Standardtour mit drei Ports kostet rund 10 Euro, bei gutem Wetter wird auf der Terrasse verkostet.
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Ferreira - das portugiesische Haus
Fast alle großen Portweinhäuser wurden von Briten gegründet - Ferreira ist die Ausnahme und war immer in portugiesischer Hand. Erzählt wird die Geschichte von Antónia Adelaide Ferreira, genannt "Ferreirinha", der prägenden Unternehmerin des 19. Jahrhunderts, die das Tal nach der Reblauskrise mit aufbaute. Neben der Standardführung gibt es einen intimeren Rundgang durch ihr Wohnhaus mit Verkostung von fünf Ports ihrer Linie.
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Zwei weitere lohnen den Umweg: Sandeman führt seine Gäste von Guides im Kostüm des berühmten "Don" mit schwarzem Umhang und Sombrero herum - sehr fotogen und familientauglich. Und Kopke ist mit Gründungsjahr 1638 das älteste Portweinhaus der Welt, älter als die abgegrenzte Douro-Region selbst; berühmt für Colheitas, Tawnys aus einem einzigen Jahrgang.
Quintas im Douro-Tal
Quinta do Bomfim (Pinhão)
Die praktischste Quinta überhaupt: zu Fuß vom Bahnhof Pinhão erreichbar, also ideal für die Zuganreise ohne Mietwagen. Das Gut der Familie Symington ist die Heimat der Dow's Vintage Ports, die Verkostungsterrasse blickt über Fluss und Terrassen. Es gibt vier Verkostungslinien - trockene Douro-Weine, Ports, Premium-Vintages und alte Tawnies -, Führungen beginnen bei rund 8 Euro, ein reiner Weinbergsbesuch schon bei etwa 5 Euro. Ganzjährig täglich geöffnet, im Sommer bis abends.
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Quinta da Pacheca (Lamego)
Der Publikumsliebling - und das beste Fotomotiv des Tals: Hier übernachtet man in ausgedienten Weinfässern, umgebaut zu Zimmern mit eigener Terrasse über den Weinbergen, ausgezeichnet bei den Best of Wine Tourism Awards. Dazu kommt ein Herrenhaus aus dem 18. Jahrhundert als Weinhotel mit Spa und ein sehr gutes Restaurant. Angeboten werden Führungen, Verkostungen, Picknicks und Kochkurse - und im September das vollständigste Vindima-Programm der Region inklusive Traubenstampfen.
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Quinta do Panascal (Valença do Douro) - der zweite Deutsch-Tipp
Das Flaggschiff-Weingut von Fonseca in einem Seitental - und neben Taylor's die einzige Adresse dieses Guides mit deutschsprachigem Audio-Rundgang. Der selbstgeführte Weg durch die Weinberge dauert rund 40 Minuten und führt an den traditionellen Granit-Lagares vorbei, danach folgt eine geführte Verkostung mit Landschaftsblick; rund 10 Euro für Tour und drei Ports. Wichtig für die Planung: offenbar nur werktags geöffnet - vor einer Wochenendtour unbedingt nachfragen.
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Quinta do Crasto (Sabrosa)
Ein Herrenhaus aus dem 17. Jahrhundert auf einem Bergrücken über einer Douro-Schleife - und der berühmte schmale Infinity-Pool über dem Tal, entworfen von Eduardo Souto de Moura, eines der meistfotografierten Motive Portugals. Berühmt sind die alten gemischten Rebsätze der Lagen Vinha Maria Teresa und Vinha da Ponte. Das Programm reicht von Verkostungen bis zu Mittag- und Abendessen und lässt sich mit Bootsfahrten kombinieren. Reservierung ist zwingend und muss bestätigt werden.
Info: Website · Google Maps
Quinta de la Rosa (Pinhão)
Die persönlichste Adresse im Tal: seit 1906 in Familienhand, rund zwei Kilometer von Pinhão, mit 21 Zimmern und täglichen Führungen und Verkostungen. Das Restaurant Cozinha da Clara ist nach der britischen Großmutter benannt, deren Hausmannskost die Basis der Karte bildet, und hat eine große Flussterrasse. Abends gibt es "Claire's Table" - ein Set-Menü an einem gemeinsamen Tisch, ausdrücklich auch für Alleinreisende gedacht.
Info: Website · Google Maps
Quinta do Seixo (Valença do Douro)
Das Douro-Schaustück von Sandeman, mit architektonisch markanten Verkostungsräumen in exponierter Hanglage über einer Flussschleife. Verkostungen beginnen bei rund 6 Euro, es gibt Programme wahlweise zu Portwein-Stilen oder zu den trockenen Douro-Spitzenweinen. Besonders beliebt ist das Picknick-Programm für rund 35 Euro: Führung, Weinbergsspaziergang und Picknick über dem Tal.
Info: Website · Google Maps
Für Übernachter: Die Quinta do Vallado bei Peso da Régua, erbaut 1716, verbindet ein historisches Haus mit einem preisgekrönten Schieferneubau und bietet Kellerführungen mit Verkostung an. Und die Quinta Nova bei Sabrosa liegt in 120 Hektar Weinbergen und wird heute als Winery House geführt.
Routenvorschläge
Route 1 - Ein Tag Portwein in Porto (ohne Auto): Vormittags über die Ponte Luís I nach Vila Nova de Gaia, Keller bei Taylor's oder Graham's, mittags im Vinum bei Graham's essen, nachmittags ein zweiter Keller - etwa Cockburn's für die Böttcherei oder Croft ohne Reservierung. Zum Sonnenuntergang in die Wine Quay Bar an der Ribeira.
Route 2 - Tagesausflug ins Douro mit der Bahn: Früh ab Porto São Bento nach Pinhão (rund zweieinhalb Stunden). Vormittags Quinta do Bomfim, die vom Bahnhof zu Fuß erreichbar ist, mittags in Pinhão oder in der Quinta de la Rosa, nachmittags hinauf zum Miradouro de Casal de Loivos mit dem ikonischen Talblick. Abends zurück mit dem Zug.
Route 3 - Zwei Tage im Tal mit dem Auto: Anreise über die N222 zwischen Peso da Régua und Pinhão - eine Straße, die ein Autovermieter einmal zur besten Fahrstraße der Welt kürte, weil das Verhältnis von Kurven zu Geraden nahezu ideal ist. Unterwegs das Museu do Douro in Peso da Régua, Übernachtung in einem Fasszimmer der Quinta da Pacheca, am zweiten Tag Quinta do Crasto und der Aussichtspunkt São Leonardo da Galafura.
Wichtig - Fahren und Wein: In Portugal gelten 0,5 Gramm pro Liter, für Fahranfänger mit weniger als drei Jahren Fahrpraxis und für Berufskraftfahrer 0,2. Die Bußgelder beginnen im dreistelligen Bereich, ab 1,2 Gramm wird es eine Straftat. Dazu kommen enge Bergstraßen und knappe Parkplätze an den Aussichtspunkten. Die klügste Kombination: mit dem Zug bis Régua oder Pinhão, dort Mietwagen, Taxi oder geführte Tour - das löst Promille- und Parkproblem auf einmal.
Restaurants für Weinliebhaber
Gehoben
The Yeatman (Vila Nova de Gaia) - Für diesen Guide die zentrale Adresse: zwei Michelin-Sterne unter Ricardo Costa, und eine Weinkarte, die zu den bedeutendsten Europas zählt - weit über tausend Positionen, davon fast alles portugiesisch, betreut von Wine Director Elisabete Fernandes. Das Haus erhielt als erstes in Portugal überhaupt den Wine Spectator Grand Award. Dazu ein Weinhotel, in dem jede Etage einer portugiesischen Weinregion gewidmet ist, mit Panorama über den Douro auf die Ribeira. Weit im Voraus reservieren. Info: Guide Michelin · Google Maps
Antiqvvm (Porto) - Seit 2024 ebenfalls mit zwei Michelin-Sternen, was viele Reiseführer noch nicht abbilden. Vítor Matos kocht ausschließlich Degustationsmenüs, darunter ein rein vegetarisches, in einem herrschaftlichen Stadtpalais mit Gartenterrasse über dem Douro. Info: Guide Michelin · Google Maps
Pedro Lemos (Porto) - Das erste Sternerestaurant Portos, ausgezeichnet seit 2014, in einem Steinhaus mit Dachterrasse im Küstenviertel Foz. Die Weinkarte ist ausdrücklich als persönliche Sammlung angelegt: von Ikonenweinen bis zu kleinen, unbekannten Erzeugern aus ganz Portugal - für Entdecker die spannendste Karte der Stadt. Info: Website · Google Maps
DOC (Folgosa, Douro) - Rui Paulas Restaurant an der N222 zwischen Régua und Pinhão, mit einer halbrunden Plattform direkt über dem Wasser, die zugleich Terrasse und Bootsanleger ist - eine der schönsten Flusslagen Portugals. Die Douro-Weinkarte ist außergewöhnlich tief. Im Guide Michelin empfohlen (ohne Stern), Reservierung zwingend, besonders für die Terrassenplätze. Info: Website · Google Maps
Entspannt
Vinum at Graham's (Vila Nova de Gaia) - Restaurant und Weinbar direkt in der historischen Graham's Lodge, mit Panorama über Gaia und Porto: die naheliegendste Verbindung aus Kellerbesuch und Mittagessen. Die Karte ist auf Graham's und Symington ausgerichtet, dazu eine breite portugiesische Auswahl - und ein starkes Port-Angebot inklusive alter Jahrgänge glasweise, was selten ist. Info: Website · Google Maps
Restaurante Quinta da Pacheca (Lamego) - Traditionelle Douro-Küche mit Blick über die eigenen Weinberge. Das Weinargument: Die eigenen Weine stehen mit sehr moderatem Aufschlag gegenüber dem Ab-Hof-Preis auf der Karte, auch die Spitzenabfüllungen gibt es glasweise. Info: Google Maps
Flor dos Congregados (Porto) - Winziges Slow-Food-Lokal in einer Gasse im Zentrum, seit Generationen in Familienhand, traditionelle portugiesische Hausmannskost. Reservierung dringend empfohlen, es passen kaum Gäste hinein. Info: Google Maps
Weinbars & Garrafeiras in Porto
- PROVA - Die Sommelier-Adresse der Stadt: 2014 von Diogo Amado eröffnet, schmale elegante Bar im historischen Zentrum, mit einer kuratierten portugiesischen Auswahl und ungewöhnlich vielen besonderen Weinen glasweise. Ruhig, mit persönlicher Beratung - der Gegenentwurf zur Touristenbar. Website · Google Maps
- Capela Incomum - Eine Weinbar in einer entweihten Kapelle aus dem 19. Jahrhundert, in der der Altar noch steht. Weine aus mehreren portugiesischen Regionen, dazu Tapas, Käse und Wurst, regelmäßig Fado-Abende und geführte Weinproben. Website · Google Maps
- Wine Quay Bar - Winzig, direkt an der Kaimauer der Ribeira, mit Blick über den Fluss auf die Gaia-Lodges und die Brücke: die Sonnenuntergangsadresse schlechthin. Es gibt kaum zwanzig Plätze, also früh da sein. Website · Google Maps
- Garrafeira do Carmo - Weinhandlung in dritter Generation, die als "Kathedrale des Portweins" gilt: Colheitas und Vintages reichen zurück bis ins 19. Jahrhundert, dazu eine Sammlung seltener Flaschen. Kein Ausschank, sondern der Ort für den einen besonderen Kauf. Google Maps
- Touriga - Vinhos de Portugal - Garrafeira mit Verkostungsangebot, die gezielt kleine Erzeuger aus Nordportugal vertritt: Port, Vinho Verde, Douro, Dão, Bairrada. Täglich gibt es eine kurze Portwein-Erklärung mit Verkostung, dazu Weinproben und Blindverkostungen - und Versand nach Hause. Website · Google Maps
Wein-Erlebnisse & Feste
- Die Bahnstrecke Linha do Douro: Ab Porto São Bento mit seiner berühmten Azulejo-Halle bis Pinhão in rund zweieinhalb Stunden, für etwa zwölf Euro. Der schönste Abschnitt beginnt erst ab Peso da Régua - davor fährt der Zug im Landesinneren, danach direkt am Wasser. Setz dich flussaufwärts rechts; kurz vor Ferradosa wechselt die Bahn die Flussseite. Die Strecke endet in Pocinho.
- Douro-Flusskreuzfahrten: Ab Porto gibt es Tagestouren bis Régua oder Pinhão, oft mit Mittagessen an Bord, meist ab 75 Euro. Unsere Empfehlung: flussaufwärts mit dem Boot (langsam, mit den Schleusen als eigenem Erlebnis) und zurück mit Zug oder Bus - hin und zurück per Schiff wird ein sehr langer Tag.
- Vindima - Traubenstampfen (Mitte September bis Anfang Oktober): Das besondere Erlebnis der Region. Bei der Quinta da Pacheca gehören Führung, Verkostung, das Stampfen im Granit-Lagar (Umkleide und Shorts werden gestellt) und ein Mittagessen mit Weinbegleitung zum Programm, ein Transfer ab Porto ist buchbar. Termine und Preise auf Anfrage - und Monate im Voraus.
- Barcos Rabelos und die Regatta am 24. Juni: Die flachen Boote ohne Kiel, gesteuert mit dem langen Heckruder, brachten bis ins 20. Jahrhundert den Portwein flussabwärts nach Gaia - durch Stromschnellen, die es seit dem Staudammbau nicht mehr gibt. Heute liegen sie als Wahrzeichen am Kai; jedes Jahr am 24. Juni fahren sie Regatta, gut vom Ufer aus zu verfolgen.
- Festa de São João (23./24. Juni, Porto): Eines der ausgelassensten Stadtfeste Europas, seit über sechs Jahrhunderten gefeiert. Zentraler Brauch sind die Plastikhämmer, mit denen man Wildfremden sanft auf den Kopf klopft; um Mitternacht steigt ein Feuerwerk über dem Douro, dazu gibt es gegrillte Sardinen und Caldo Verde an jeder Ecke.
- WOW - World of Wine (Gaia): Ein ganzes Kulturviertel oberhalb der Keller, mit mehreren Museen zu Wein, Kork, Schokolade und Stadtgeschichte, dazu rund ein Dutzend Restaurants und Bars mit Blick auf die Ribeira. Ein Ticket gilt mehrere Tage. Der richtige Ort für Regentage und für Reisende mit Kindern.
- Museu do Douro (Peso da Régua): Das Museum zur Geschichte der Weinregion, ganzjährig geöffnet, Eintritt rund 7 Euro - es gibt sogar ein Kombiticket mit Mittagessen im hauseigenen Restaurant.
- Aussichtspunkte: Der Miradouro de São Leonardo da Galafura auf 640 Metern ist der bekannteste des Tals, mit Kapelle, in Stein gemeißeltem Gedicht und Picknickplatz. Der Miradouro de Casal de Loivos oberhalb von Pinhão liefert den ikonischen Blick auf das Alto Douro Vinhateiro - allerdings über enge Dorfgassen und mit notorisch knappen Parkplätzen, also früh morgens oder abends hinfahren.
Praktische Tipps
Portwein-Stile in Kürze: Ruby ist jung und fruchtig, im großen Fass gereift. Tawny reift lange im kleinen Fass, wird dabei bernsteinfarben und nussig - mit Altersangaben von zehn bis vierzig Jahren. Colheita ist ein Tawny aus einem einzigen Jahrgang. LBV (Late Bottled Vintage) ist der zugängliche Jahrgangsport, Vintage die Spitze: nur in herausragenden Jahren deklariert, in der Flasche gereift und dekantierbedürftig. Dazu kommen White Port, in Portugal meist als Porto Tónico mit Tonic getrunken, und Rosé. Wenn du in die Tiefe willst, findest du das im Portwein-Glossar und beim Vintage Port.
Wein mit nach Hause nehmen: Innerhalb der EU ist Wein für den privaten Eigenbedarf frei. Zu beachten ist nur das Handgepäck - wegen der 100-Milliliter-Regel gehören Flaschen ins aufgegebene Gepäck oder werden erst nach der Sicherheitskontrolle im Duty-free gekauft. Viele Keller und Quintas versenden nach Deutschland, was bei mehreren Flaschen meist die bessere Lösung ist.
Was einkaufen: Einen Tawny mit Altersangabe - zehn oder zwanzig Jahre -, weil er nach dem Öffnen wochenlang hält und damit der praktischste Portwein für zu Hause ist. Dazu unbedingt einen trockenen Douro-Rotwein: aus Touriga Nacional und ihren Partnersorten entstehen Weine, die international noch immer unter Wert gehandelt werden. Und wenn du etwas suchst, das in Deutschland kaum jemand kennt: ein weißer Colheita, gereifter Weißport aus einem einzigen Jahrgang.
Und unterwegs: Portwein-Etiketten sind ein eigenes System aus Stilbezeichnungen, Altersangaben und Jahrgängen, und auf den Karten der Quintas stehen Rebsorten, die man nirgends sonst findet. Der Scanner der Grape Guru App ordnet das ein - hilfreich, wenn im Keller zwanzig Tawnys nebeneinanderstehen und du wissen willst, welcher die Reise nach Hause wert ist.
Preguntas frecuentes
Portweinkeller in Gaia oder Quintas im Douro - was lohnt sich mehr?
Am besten beides, denn sie zeigen zwei verschiedene Dinge. In Vila Nova de Gaia gegenüber der Altstadt von Porto liegen die Lagerkeller der großen Häuser: dort reift der Portwein, dort erfährst du die Handelsgeschichte, und alles ist zu Fuß erreichbar. Im Douro-Tal stehen die Weinberge - die terrassierten Hänge, die das UNESCO-Welterbe ausmachen. Wer nur einen Tag hat, nimmt Gaia. Wer zwei bis drei Tage hat, fährt ins Tal.
Wie komme ich am besten von Porto ins Douro-Tal?
Mit dem Zug ab Porto São Bento nach Pinhão dauert es rund zweieinhalb Stunden, kostet etwa zwölf Euro und ist landschaftlich grandios - ab Peso da Régua fährt die Bahn direkt am Fluss. Setz dich flussaufwärts auf die rechte Seite. Mit dem Auto sind es je nach Ziel gut ein bis zwei Stunden, dafür bist du vor Ort flexibler. Bootstouren sind das schönste, aber längste Format - eine Tagestour kann zwölf Stunden dauern.
Was kostet eine Portwein-Verkostung?
In den Kellern von Vila Nova de Gaia liegen Führung plus Verkostung meist zwischen 10 und 35 Euro, je nach Haus und Qualitätsstufe der Ports. Im Douro-Tal kosten Standardbesuche mit Verkostung etwa 12 bis 25 Euro, Premium-Formate mit Gutsleiter oder alten Tawnies 30 bis 50 Euro. Preise ändern sich häufig - vor der Buchung auf der Website des Hauses prüfen.
Kann man im Douro selbst Trauben stampfen?
Ja, das ist eines der besonderen Erlebnisse der Region. Während der Vindima, meist von Mitte September bis Anfang Oktober, bieten mehrere Quintas Programme an, bei denen man im Granit-Lagar barfuß mitstampft - die Quinta da Pacheca etwa stellt Umkleide und Shorts, und ein Transfer ab Porto ist buchbar. Diese Termine sind begehrt und sollten Monate im Voraus angefragt werden.
Wann ist die beste Reisezeit für Porto und das Douro?
April bis Mai und September bis Oktober. Der Sommer ist im Tal brutal heiß - regelmäßig über 38 Grad, weshalb ein lokales Sprichwort vom Douro als neun Monaten Winter und drei Monaten Hölle spricht. Im September kommt die Weinlese dazu, im Frühjahr sind die Terrassen grün und die Unterkünfte günstiger. Porto selbst funktioniert ganzjährig, im Juni mit dem Fest São João als Höhepunkt.
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